Leserstimme zu
Der Ruf der Klingen

Die Stürme wüten weiter

Von: booksurfer
15.05.2019

Zu allererst muss ich ein ganz großes Lob an den Heyne Verlag aussprechen für die wundervolle Gestaltung des Buches. Das Cover fügt sich perfekt in die Reihe ein und fängt die Welt von Roschar sehr gut ein. Auch im Inneren des Buches finden wir wieder etliche Zeichnungen und Karten die uns während des Lesens begegnen. Die wahre Schönheit bemerkt man aber schon sobald man das Buch aufschlägt den der Vorsatz präsentiert sich schon gleich mit 2 wunderschönen Bildern. Der Schutzumschlag hat es ebenfalls in sich denn auf der Rückseite ist die Karte von Roschar abgebildet die einem auch immer wieder hilft zu sehen wo genau wir uns befinden. Die Geschichte schließt genau dort an wo Stürme des Zorns geendet hat. Nachdem der Focus in Der Weg der Könige und Der Pfad der Winde auf Kaladin lag, in Worte des Lichts und Stürme des Zorns auf Schallan, liegt das Hauptaugenmerk in Ruf der Klingen und auch dem Folgeroman Splitter der Macht auf Dalinar. Wir lernen durch Rückblicke sehr viel über das bisheriges Leben des Splitterträgers und welche Entscheidungen ihn zu dem jetzigen Punkt in seinen Leben gebracht hat. Generell ist der fünfte Band der Reihe ein Roman der sehr viel Wert auf Charakterbildung legt. Dies betrifft nicht nur Dalinar sondern auch die beiden anderen Protagonisten Schallan und Kaladin. Man erfährt vieles aus dem persönliche Umfeld der Protagonisten. Kaladin besucht sein Heimatdorf und Schallan übt weiterhin mit Ihrer Macht des Sturmlichts umzugehen und erschafft sich dabei ein Alter Ego. Dadurch passiert leider nicht besonders viel was die Gesamtstory vorantreibt. Hier und da gibt es mal ein paar Highlights wie unerklärliche Mordfälle, das Auftauchen der ersten Ungemachten oder das Wiedersehen mit einer alten Bekannten. Aber im Großen und Ganzen ist Ruf der Klingen ein etwas ruhiger Roman der hinter den Vorgängern zurück bleibt. Mir hat das Buch trotzdem sehr gut gefallen. Ich mochte die Charakterentwicklungen und auch die Vorkommnisse auf der zerbrochenen Ebene sowie in Uritiru. Wir erfahren auch endlich etwas mehr über die Ehrenklingen und über den Orden der strahlenden Ritter. Desweiteren wird auch das geheimnisvolle Volk der Parschendi näher beleuchtet und einige Geheimnisse aufgedeckt. Durch Brandon Sandersons tollen Schreibstil wird man direkt wieder in die Welt von Roschar gesaugt und ärgert sich wenn man sie wieder verlassen muss. Ich versteh das es manchen Lesern zu wenig war was die Story angeht. Für mich war es aber so dass ich eine tolle Zeit mit Freunden verbracht habe und diese dadurch besser kennenlernen durfte. Das Ende des Buches weist auch schon darauf hin das sich der Fortsetzung Splitter der Macht wieder mehr auf die eigentlich Story konzentrieren wird. Insgesamt für mich bisher auch der schwächste Roman der Reihe wobei ich sagen muss das wir uns immer noch auf einem sehr hohen Niveau befinden. Immerhin hab ich das 960 Seiten umfassende Werk an einem Wochenende durchgelesen. Ich freu mich jeden Falls gleich mit Splitter der Macht beginnen zu können.