Leserstimme zu
Am dunkelsten Tag

Fesselnd, bewegend, spannend - eine tolle Mischung!

Von: Fanti2412
23.07.2019

In einem Einkaufszentrum in Portland findet ein Amoklauf statt. Drei jugendliche Täter schießen wild um sich, offenbar entschlossen, so viele Menschen wie möglich zu töten. Simone Knox ist mit zwei Freundinnen im Kino. Während sie die Toilette aufsucht beginnt die Schießerei. Als sie zurück in den Kinosaal möchte, bemerkt sie die Vorgänge, geht zurück in den Waschraum, versteckt sich und wählt den Notruf. Reed jobbt im Einkaufszentrum und es gelingt ihm, einen kleinen Jungen, der seine Mutter nicht mehr findet, zu retten. Die Polizistin Essie McVee ist mit ihrem Partner als erste vor Ort und es gelingt ihr, einen der Täter im Kino zu stellen und zu erschießen. Auch die anderen beiden Täter können von der Polizei unschädlich gemacht werden. Jahre später beginnt eine Mordserie, die es offenbar auf die Überlebenden des Massakers abgesehen hat. Wer mordet da und warum? Simone, Reed und auch Essie sind offenbar auch in Gefahr! Nora Roberts hat sich in ihrem neuen Roman dem Thema Amoklauf gewidmet, dass ja leider in den USA recht oft ein Thema ist. Im Focus der Geschichte stehen Simone, Reed und auch Essie. Simone wird gelobt für ihr umsichtiges Verhalten. Sie selbst kämpft jedoch mit Schuldgefühlen, weil sie nicht bei ihren Freundinnen im Kinosaal war. Auch Reed erhält Anerkennung, weil er ein Kleinkind gerettet hat. Essie weiß, dass sie sich als Polizistin völlig korrekt verhalten hat, aber sie hat einen Menschen getötet. Nach dem Amoklauf spricht sie mit Reed, der später ihretwegen auch Polizist wird und einige Jahre später sogar ihr Partner bei der Polizei. In einem Handlungsstrang erleben wir, wie die neuerlichen Morde geplant und umgesetzt werden. Auch Täter und Motiv werden schnell klar. Und so verfolgen wir als Leser genau wie das FBI die Spur des Täters. Obwohl schon einiges klar ist, hat mich dieser Teil sehr gefesselt, denn längst ist nicht klar, ob all die perfiden Pläne aufgehen. Bald wird auch klar, dass das Hauptziel zum Höhepunkt Reed und evtl. auch Simone ist. Im anderen Handlungsstrang geht es hauptsächlich um die Verarbeitung des Amoklaufs durch die Überlebenden. Reed hilft sich durch seinen Job als Polizist und wird dabei von Essie unterstützt. Als klar wird, wer da erneut mordet, nehmen beide sich vor, niemals Ruhe zu geben, bis der Täter gefasst ist. Simones Geschichte ist mir sehr nahe gegangen, denn sie kommt mit ihrem Leben gar nicht klar. Sie lässt sich von ihrer Familie zu einem Weg zwingen, den sie eigentlich gar nicht gehen will. Erst ihre Großmutter LiLi erkennt, dass Simone ihre künstlerische Ader helfen kann und motiviert sie, zu ihr auf eine kleine Insel zu kommen und sich in ihrer Kunst auszuleben. Auf dieser Insel trifft sie dann auch Reed wieder, der dort Polizeichef wird. Es war dann sicherlich ein bisschen vorhersehbar, dass sich zwischen den beiden eine Romanze entwickeln würde. Aber Nora Roberts baut diese Liebesgeschichte sehr dezent und glaubhaft in das gesamte Geschehen ein, so dass sie diese bereichert. LiLi war meine Lieblingsfigur in der Geschichte. Diese lebensfrohe und sehr lebenskluge alte Dame hat ein Gespür für Menschen und ihre Bedürfnisse. Ihr Verhalten war einfach toll und sie wusste immer, was zu tun ist. Dabei ist sie selbst ein bisschen „abgedreht“, Malerin und nicht abgeneigt gegenüber allem, was das Leben bunt macht. Diese Geschichte hat mich sehr bewegt, denn ich kann und mag mir gar nicht vorstellen, wie es einem geht, wenn man so einen Amoklauf miterleben muss und dabei auch noch Menschen verliert, die man liebt. Ich empfand die Schilderungen der vielen unterschiedlichen Emotionen sehr glaubhaft und ich fühlte mich den Protagonisten nahe. Die Wechsel zwischen „Gut und Böse“ waren ausgewogen und der Spannungsbogen gleichbleibend hoch. Die Liebesgeschichte passt gut ins Gesamtbild und hält sich dezent im Hintergrund, so dass sie die Geschichte perfekt ergänzt. Neben all den emotionalen und spannenden Momenten gibt es auch viele humorvolle Situationen, die zur Auflockerung beitragen. Ein großer Showdown und ein Epilog, ein Jahr später, schließen die Story perfekt ab. Dieser sehr fesselnde und bewegende Roman bietet wirklich spannende Lesestunden und hat mich völlig überzeugt und begeistert! Fazit: 5 von 5 Sternen