Leserstimme zu
Ophelia Scale - Die Welt wird brennen

ich bin begeistert

Von: Meggie
31.12.2019

Als die Abkehr ausgerufen wurde, bricht für Ophelia Scale eine Welt zusammen, denn jedwede Technologie wird verboten. Der Fortschritt wird aufgehalten, damit die Menschen wieder lernen, miteinander zu reden und sich mit sinnvollen Sachen zu beschäftigen. Für Ophelia jedoch undenkbar und so schließt sie sich ReVerse an, einer Organisation, die den König stürzen will, um der Technologie wieder die Türen zu öffnen. Ophelia soll sich der Garde des Königs anschließen, um so nahe wie möglich an den König heranzukommen. Ihr Auftrag: ihn zu töten. Ophelia ist entschlossen, sich das Vertrauen des Königs zu erschleichen, bis sie auf Lucien trifft, den jüngeren Bruder des Königs und ein Charmeur, der Ophelia den Kopf verdreht. Schon bald weiß Ophelia nicht mehr, ob sie auf der richtigen Seite kämpft. Denn sie erfährt Dinge, die sie dazu bringen, sich entscheiden zu müssen: kämpft sie für die Rebellen oder glaubt sie an eine Zukunft ohne Technologie? Ich habe schon sehr viel von dieser Reihe gehört, mich jedoch noch nicht an sie herangetraut. Durch eine tolle Aktion von buecher.de im Rahmen der Buchflüsterer hatte ich nun die Chance und bereue keine Minute des Lesens. Denn die Geschichte hat mich sofort in ihren Bann gezogen. Ophelia ist eine außergewöhnliche junge Frau, die trotz ihres geringen Alters schon so einiges erlebt hat. Durch ihr Mitwirken bei den Rebellen, den sog. ReVerse hat sie sich einige Fähigkeiten aneignen können, gerade wenn es darum geht, im Verborgenen zu arbeiten. Die Chance, in die Garde des Königs aufgenommen zu werden, lässt sie sich deswegen nicht entgehen, denn dieser ist das ganze Ziel von ReVerse. Doch vorher muss sie ein Trainingsprogramm absolvieren, und vor allen Dingen jeden davon überzeugen, dass sie absolut loyal ist. Die Autorin hat eine wundervolle Schreibweise. Man hat Mühe, von der Geschichte loszukommen und so habe ich das Buch in Rekordzeit verschlungen und warte nun sehnsüchtig auf den zweiten Teil. Normalerweise mag ich es nicht, wenn man in Dystopien nur häppchenweise erzählt bekommt, was genau passiert ist, damit die Zukunft so düster ist. Doch ist dies hier sehr gut gelöst, man startet zwar direkt mitten im Geschehen, doch fühlt man sich nicht hilflos wie bei anderen Geschichten. Ophelia ist eine junge Frau, die mit vielen Ecken und Kanten versehen ist. Es steckt viel Zorn in ihr, den sie jedoch geschickt zu verstecken weiß. Trotzdem verliert sie ihr Ziel nicht aus den Augen, zumindest so lange, bis sie auf Lucien trifft. Die Liebesgeschichte, die sich dann entwickelt, ist nicht so kitschig, wie man vielleicht denkt. Ophelia und Lucien sind irgendwie wie füreinander gemacht. Und doch hängt immer wieder dieses Damoklesschwert über den beiden. Man weiß nie, wann es fällt und wen von den beiden es trifft. Die geschaffene Zukunft, übrigens spielt die Geschichte im Jahr 2134, ist eigentlich recht nett. Technologie ist zwar verboten, doch ist das Grundeinkommen der Menschen gesichert. Essen, Wohnung und Kleidung wird gestellt, doch das war es dann auch. Nur nicht auffallen, das ist das Motto. Ansonsten muss man sich einem sog. Clearing unterziehen. Eine Methode der Gedächtnislöschung. Je mehr man liest, umso tiefer versinkt man in der Geschichte, umso mehr macht man sich Gedanken um die Zukunft. Ist es wirklich so, dass wir uns zu sehr der Technologie verschreiben und damit die eigentlichen Bedürfnisse vergessen? Ich denke, dass die Autorin sich hier sehr viele Gedanken gemacht und dies auch in der Geschichte sehr gut umgesetzt hat. Das Ende ist - gelinde gesagt - fies. Ein Cliffhanger der übelsten Sorte. So bleibt einem wirklich nichts anderes übrig, als schnellstmöglich zum nächsten Teil zu greifen, der hoffentlich genauso rasant weitergeht, wie der erste Teil vorgegeben hat. Meggies Fussnote: Ich bin begeistert.