Leserstimme zu
Die Mörderinsel

Ein fesselnder Thriller

Von: Silke Schröder, hallo-buch.de
27.04.2020

Als der Hotelbesitzer Holger Simonsmeyer freigesprochen wird, ist der Usedomer Ort Trenthin ist in hellem Aufruhr. Viel zu gerne glauben die Einwohner, dass er es war, der die junge Susann Illing ermordet hat. Als kurz darauf eine weitere junge Frau tot aufgefunden wird, ist allen klar, wer der Täter nur sein kann. Also nimmt man die Sache nun selbst in die Hand: Das Haus von Simonsmeyer geht in Flammen auf. Leider gibt es dabei mehrere Tote. Die Gerichtsjournalistin Doro Kagel ist entsetzt über diesen Akt der Selbstjustiz. Sie hatte ausführlich über den Prozess berichtet und auch ein langes Interview mit der Frau des Angeklagten geführt. Doch als Bettina kurz vor dem Brand noch einmal bei ihr anrief, hatte sie sie abgewimmelt – ein Fehler? Jetzt versucht Doro, hinter die Gründe der Katastrophe zu kommen. Und dabei stößt sie auf so manches Geheimnis, das bei dem Prozess nicht zur Sprache kam... Sehr geschickt baut Eric Berg in seinem neuen Thriller “Die Mörderinsel” eine Storyline auf, die er in zwei Zeitebenen erzählt. Er kombiniert die Ereignisse vom Frühsommer, als Holger Siemensmeyer aus der Untersuchungshaft entlassen wird, mit denen vom vorherigen Herbst, als die Ich-Erzählerin, die Journalistin Doro Kagel sich des Falls annimmt. Ganz langsam entblättert er dabei so einige gut gehütete Geheimnisse, die hinter den braven bürgerlichen Fassaden der Inselbewohner schlummern. Und er streift so manch aktuelles Thema, wie die Reichsbürgerbewegung, Nachbarschaftswachen oder die bis heute kaum thematisierte Homophobie im Leistungssport. Auch wenn das Finale nicht ganz meinen Erwartungen entsprochen hat, ist “Die Mörderinsel” ein fesselnder Thriller, ganz wunderbar gelesen von Vera Teltz.