Leserstimme zu
Die Glücksbäckerin von Long Island

Wunderbar

Von: Katjas Bücher und Rezepte
28.05.2015

Es gibt sie: die Bücher die man verschlingt und wo man sich wünscht, in der Geschichte drin zu sein. Sie mitzuerleben und ein Teil zu sein. Bei dem vorliegenden Buch habe ich mir mehr als einmal gewünscht, ein Stück des berühmten „Cheese Cake New York Stile“ probieren zu können. Sylvia Lott gelingt es in dem Buch, zwei Zeitschienen zu vereinen und zwei Geschichten quasi nebeneinander spielen zu lassen. Zwei Geschichten einer Familie – die Vergangenheit von Tante Marie und die Gegenwart von Rona, der Nichte. Beide Zeitstränge sind spannend und mitreißend erzählt. Gefühlvoll sind die Charaktere dargestellt, sie lassen die Geschichte lebendig werden und entwickeln sich im Verlaufe auch weiter. So machen sie das Buch zu einem puren Lesevergnügen. Die Geschichte selbst ist kurzweilig erzählt, auf Grund ihres historischen Bezuges sehr interessant und herrlich kurzweilig. Es kommt nicht einen Moment der Langweile oder des Gefühls auf, das sie zu ausschweifend erzählt wird. im Gegenteil. Gefallen hat mir hier der Wechsel zwischen den einzelnen Zeitschienen, hat man doch das Gefühl das Marie ihrer Großnichte ihre Geschichte erzählt und das tut sie ja auch im weitesten Sinne. Berührend für mich der Moment, als Marie Rona ihr Geheimrezept verrät und später, als Rona dann mit genau dem Rezept ihren ganz persönlichen Erfolg – beruflich und privat – erlebt. Es waren berührende Szenen. Sylvia Lott beweist hier ein sehr gutes Gefühl für die Zeit der 20er und 30er Jahre in den USA. Ihre Beschreibungen der Lebenssituationen, der Menschen und der Ereignisse dort sind so detailliert und glaubhaft geschildet. Das Cover passt hervorragend zu der Geschichte – schlicht aber stimmungsvoll. Ein richtiges Wohlfühlbuch, zu dem man zu gerne greift, um weiter in der Geschichte voran zu kommen. Das zweite Buch aus der Feder von Sylvia Lott „Die Rose von Darjeeling“ ist jedenfalls bei mir auf der Wunschliste gelandet. Ein klitzekleines Manko gab es für mich – hatte ich doch bis zum Schluss des Buches darauf gehofft, das Rezept im Anhang zu finden. Doch leider fehlte es. Aber: sowohl auf der Seite des Verlages Randomhouse als auch auf der Seite der Autorin ist dieses Rezept zu finden.