Leserstimme zu
Die andere Seite des Himmels

Zwei Schwestern mischen eine Kleinstadt auf

Von: YukBook
02.09.2015

Dies ist ein Roman, der von zwei Teenagern handelt, aber auch Erwachsenenherzen tief berührt. Die zwölfjährige Bean steht zunächst im Schatten ihrer großen klugen Schwester Liz, die sie bewundert. Beide leiden unter der Rastlosigkeit ihrer Mutter, die auf den großen Durchbruch als Sängerin wartet. Dennoch halten sie zusammen, essen ständig Hühnerpastetchen und nennen sich stolz „Stamm der drei“. Eines Tages verschwindet die Mutter für längere Zeit, und die Schwestern sind gezwungen, ihren Onkel Tinsley aufzusuchen. So machen sie sich auf den Weg in ihren Heimatort Byler in Virginia. Obwohl sie in der konservativen Kleinstadt immer wieder anecken, verläuft ihr Leben zum ersten Mal in geregelten Bahnen – bis sie heimlich anfangen, für den herrschsüchtigen Maddox zu arbeiten. Der Leiter der Weberei entpuppt sich als mächtigster Mann der Gemeinde und bringt Liz in große Schwierigkeiten. Der Onkel resigniert und geht jedem Konflikt aus dem Weg. So hängt das Schicksal der Schwestern allein von Bean ab. Es ist faszinierend und bewegend zugleich, welche Wandlung das anfangs noch unbedarfte Mädchen in dieser Geschichte durchmacht und wie sie mit unbeirrbarem Gerechtigkeitssinn für ihre Schwester einsteht. Auch der Rassismus und die Vorurteile, die bei den Kleinbürgern tief verankert sind, werden thematisiert. Besonders gut gefallen hat mir die Prise Poesie, die die Autorin mit dem Auftritt zweier Emus in die Geschichte bringt und zu einem fantasievollen Ende beiträgt.