Leserstimme zu
Buddenbrooks

Einfach grandios (Teil 1)

Von: www.hoerzentrale.de
27.09.2011

Ein so komplexes Werk wie „Die Buddenbrooks“ von Nobelpreisträger Thomas Mann würdige Hörspielfassung zu verwandeln, stelle ich mir schwierig vor. Welche Personen lässt man weg, welche Handlungsstränge sind unentbehrlich? Schwierige Fragen, die die vorliegende Produktion des Hessischen Rundfunks aus dem Jahr 1965 geschickt gelöst hat. Auf sieben CDs wird der Auf- und Niedergang der Lübecker Kaufmannsfamilie Buddenbrook auf wunderbare Weise lebendig. Angefangen bei Großvater Konsul Johann Buddenbrook begleitet man ihn, seinen gleichnamigen Sohn Johann, seinen Enkel Thomas Buddenbrook, der es sogar bis zum Senator gebracht hat und schließlich Urenkel Hanno. Anhand dieser männlichen Linie durchlebt der Hörer die wichtigsten Stationen im Leben der angesehenen Kaufmannsfamilie, nimmt Anteil an Trauer und Freude, Sieg und Niederlage. Am Ende wird mit dem Tod des Jungen Hanno die Linie der Buddenbrooks ausgelöscht sein. Diese Erzählung bietet so viel und ist die perfekte Vorlage für ein unterhaltsames Hörspiel. Über 100 Sprecher hat Regisseur Wolfgang Liebeneier ans Mikrofon geholt und alle technischen Möglichkeiten ausgespielt um ein perfektes Hörspiel zu inszenieren. Liebeneier schafft es, das komplexe Geflecht aus Ereignissen und Zusammenhängen verständlich und vor allem plausibel in Szene zu setzen und dabei nie den Roten Faden zu verlieren. Als wichtigste Hilfe hierfür dient dem Regisseur Erzähler Gert Westphal. Auch die charakterlichen Stärken und Schwächen jedes einzelnen Familienmitglieds und besondere Eigenarten der Personen sind toll herausgearbeitet.