Leserstimme zu
Star Wars™ - Episode I - Die dunkle Bedrohung

Star Wars: Episode I - Die dunkle Bedrohung (Terry Brooks)

Von: Aufziehvogel (Marcel)
16.12.2015

USA, 1999 Star Wars Episode I Die Dunkle Bedrohung Autor: Terry Brooks Originaltitel: Star Wars Episode I The Phantom Menace Veröfentlichung: Neuauflage, Blanvalet, 2015 Übersetzerin: Regina Winter Genre: Science Fiction "Anakin war ein zierlicher Junge, selbst für seine neun Jahre eher klein, mit wirrem hellbraunem Haar, blauen Augen, einer Stupsnase und einem fragendem Blick. Er war stark für sein Alter und hatte eine rasche Auffassungsgabe, er war auf eine Weise begabt, die jene, die mit ihm zu tun hatten, immer wieder überraschte. Häufig spürte er Dinge, bevor irgendjemand sonst ahnte, dass sie passieren würden." Momentan kann man kaum aus dem Haus gehen ohne an jeder Ecke daran erinnert zu werden was bald in den Kinos erscheinen wird. Am 17.12 ist es dann soweit: Der nächste große Film des Star Wars Franchise kommt in die deutschen Kinos. Mit "Das Erwachen der Macht" feiert J.J. Abrams sein Debüt als Star Wars Regisseur und auf ihm lasten große Erwartungen. In vielen Läden kann man sich vor Merchandise kaum retten. Figuren, Bettwäsche, Kleidung, Spiele, Comics und Bücher, in fast jeder Abteilung eines Kaufhauses wird man fündig (und das der Wahnsinn nicht weit genug gehen kann, Merchandise zu Star Wars gibts nun auch in der Obstabteilung). Da man sich aber kaum mit allem beschäftigen kann, wird es hier "nur" um ein Buch gehen und zwar "Star Wars Episode I: Die Dunkle Bedrohung" von Terry Brooks, nach dem Drehbuch und der Geschichte von George Lucas. Der Film "Die Dunkle Bedrohung" kam 1999 in die deutschen Kinos. Eine menge Kinogänger waren damals ziemlich ziemlich enttäuscht von dem Film weil ihnen viele typische Star Wars Elemente zu kurz kamen oder wirre Sachen (Midi-Clorianer) eingeführt wurden, die wenig Sinn in der Gesamtheit des Universums ergaben. Die dunkle Bedrohung,obwohl es George Lucas wahre Vision von Star Wars war, so kam es vielen vor, war doch eher an ein jüngeres Publikum gerichtet als die klassische Trilogie. Das schlimmste, meiner Ansicht nach, waren die Dialoge, die klangen wie aus einem Bühnenstück aus dem Kindertheater. Aber der Film hatte auch seine durchaus positiven Seiten. Der Soundtrack z.B. bot eines der besten Lieder des gesamten Franchise: "Duel of Fates". Auch die Schauspieler machten ihre Sache gut. Ewan McGregor als junger Obi-Wan Kenobi war eine hervorragende Wahl, genauso wie Liam Neeson als Qui-Gon Jin, Obi Wan's Lehrmeister. Anakin Skywalker ist ein kleiner Junge, der schon seit er ein Baby war, als Sklave auf dem Planeten Tatooine lebt. Zusammen mit seiner Mutter gehört er dem Schrotthändler Watto, einem Toydarianer. Zu seinen Aufgaben, die er täglich zu erledigen hat, gehören Reparaturen, das Abschließen von Tauschgeschäften und das Aushelfen im Laden. Außerdem nimmt er an sogenannten Kapselrennen (Podracer Rennen) teil, die außergewöhnliche Reflexe und Fähigkeiten erfordern, die der Junge in großem Maße vorzuweisen hat. Herausstechende Merkmale von Anakin sind außerdem seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft, seine rasche Auffassungsgabe und eine recht hohe allgemeine Stärke. Qui-Gon Jin ist ein Jedimeister des Jediorden. Er wurde aufgrund seines taktischen Geschicks zusammen mit seinem Padawan Schüler Obi-Wan Kenobi, vom Kanzler ausgewählt um als Botschafter zum Planeten Naboo zu fliegen um dort Verhandlungen mit dem Vizekanzler der Handelsföderation aufzunehmen. Die Handelsföderation befindet sich unrechtmäßig im Orbit um Naboo und hält eine Blockade aufrecht, die die Republik nicht billigt. Die Verhandlungen, die im Endeffekt nicht einmal stattfinden, scheitern und so sind die beiden Jediritter gezwungen zusammen mit der Königin des Planeten Naboo, ihrer Gefolgschaft und einem Einheimischen Gungan namens Jar Jar Binks, dem Qui Gon das Leben gerettet hat, zu fliehen. Auf dem Weg von Naboo bis zu dem Planeten der Republik Coruscant wird allerdings ihr Raumschiff beschädigt und sie müssen auf dem Planeten Tatooine landen um dort Ersatzteile aufzutreiben. Dort lernen sie den Jungen Anakin Skywalker kennen. Da sie nicht genug Geld oder Sachen zum tauschen an Bord haben bietet Anakin Qui-Gon, Jar Jar und Padme, eine der Dienerinnen der Königin, seine Hilfe an. Er würde in einem Pod-Rennen mit seinem eigenem Racer starten und das Preisgeld für sie gewinnen. Nach einem schwierigen Rennen schafft er das auch und so könen die Jedi und ihre Gefolgschaft den Planeten wieder verlassen. Sie nehmen Anakin, der mit seinen speziellen Fähigkeiten und Talenten einen ausgezeichneten Jediritter abgeben könnte, mit, und machen sich auf den Weg Richtung Coruscant. Und so beginnt eine lange, schwierige, aber auch wunderbare Reise für den jungen Anakin Skywalker, die er sich immer gewünscht hatte und sie sein Leben in völlig neue Bahnen lenken würde. Terry Brooks wurde in Sterling, Illinois in den USA geboren. Er hat seinen Bachelor in englischer Literatur absolviert und nachdem er den "Herr der Ringe" von J.R.R. Tolkin in seiner Kindheit gelesen hat, hat er sich entschieden Bücher im selben Gerne, also Fantasy, zu schreiben. Er ist der noch lebende Autor mit den zweit meistverkauften Fantasy Büchern der Welt, direkt hinter J.K. Rowling. "Die dunkle Bedrohung" war sein zweites Buch, welches auf einem Film basiert. Allerdings wird Leuten, die zuvor den Film geschaut haben direkt auffallen, dass das Gesamtkonzept des Buches dem Film natürlich sehr ähnlich ist, aber es macht doch einiges anders. Schon direkt zu Beginn werden diese Unterschiede deutlich. Das Buch startet nämlich mit Anakin Skywalker und schnell wird klar, dass er der Hauptcharakter dieses Buches ist. Seine Gedankengänge und Empfindungen werden dem Leser deutlich und klar beschrieben, was auch den größten Pluspunkt des Buches gegenüber dem Film darstellt. Man erfährt viel mehr über die Beweggründe und die Gedanken einzelner Charaktere, was sehr interessant ist. Zum Beispiel philosophiert Dark Sidious über die Anfänge der Sith und warum es immer nur zwei Sith gleichzeitig geben kann (die Regel der Zwei. Anm. des Editors). Außerdem erfährt man viel mehr über Anakin. Direkt im ersten Kapitel werden seine besonderen Fähigkeiten erforscht oder die Beziehung zu seiner Mutter dargestellt. In einer anderen zusätzlichen Szene, die so nie im Film vorkam werden seine Freundlichkeit und Hilfsbereitschaft sehr in den Vordergrund gestellt. Beides Eigenschaften, die nur relativ kurz angeschnitten werden im Film. Die Originalausgabe des Buches erschien 1999 in den USA, zeitgleich mit dem Film. Die Neuauflage von Blanvalet, die in einem sehr edlen Design daherkommt, erschien im November 2015 als Neuauflage im Taschenbuch. Blanvalet hat allerdings nicht nur das Buch zu Episode I neu aufgelegt, sondern auch alle anderen Romane zu den Episoden von II bis VI im einheitlichem Design, so dass man diese alle schön nebeneinander ins Regal stellen kann. Resümee Der Roman zu "Die dunkle Bedrohung" von Terry Brooks ist eine wunderbare Ergänzung zum Film. Kann aber auch von Neueinsteigern des Star Wars Franchise perfekt gelesen werden. Es bietet einen hervorragenden Einblick in die Köpfe der Protagonisten und Antagonisten, der einem im Film verwehrt bleibt. Fast alles, was einem am Film eventuell gestört hat (Jar Jar Binks Tollpatschigkeit, Anakin's Charakter) ist im Buch nicht mehr zu finden bzw. wird alles so gut umschrieben und erklärt, dass es einem nicht mehr nervig vorkommt. Dies könnte auch daran liegen, dass der Roman entstanden ist, bevor der Film gedreht wurde, Lucas wesentlich mehr Freiheiten erlaubt hat als bei den späteren "Roman zum Film" Umsetzungen und Terry Brooks an sich ein besserer Autor ist, als es George Lucas selbst wohl jemals sein wird.