Leserstimme zu
Nova & Quinton. True Love

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

zauberhaft süßes und trauriges Buch zugleich

Von: lunalovebook
27.03.2016

Tessa wartet bis ihr Tod kommt und vegetiert solange vor sich hin. Sie schottet sich von allem und jedem, besonders von dem Leben ab, Sie verbringt die meiste Zeit lesend in ihrem Zimmer. Tessa hat diese Wut auf alles, auf ihre Mutter, die ihr vorenthalten hat dass sie bald sterben wird, auf ihren Vater der immer nur in seiner Kanzlei sitzt und aus unerfindlichen Gründen auch auf ihre Schwester. Aber vor allem ist sie wütend auf die wenige Zeit die ihr noch auf dieser Welt bleibt. Doch dann taucht plötzlich Oskar auf und stellt ihre Welt auf den Kopf. Tessa ist von der ersten Sekunde an verzaubert von Oskar. Er legt bei Tessa einen Schalter um, sodass sie sich auf einmal wieder quicklebendig fühlt und all das machen will was sie zuvor vernachlässigt hat weil sie dachte sie hätte noch genügend Zeit dafür. Und wie das so ist bandeln sich die zwei an, Tessa will Oskar diesen Schmerz zwar nicht antun, aber er schreckt vor diesem nicht zurück. Und so begeben sich die beiden auf eine Rundreise durch Italien und erleben ihr eigenes kleines Abenteuer. Die drückende Stimmung zu Beginn verflog schnell und machte einer süßen und fluffigen Liebesstimmung Platz, doch es war immer der bittere Beigeschmack dabei, dass Tessa nicht mehr allzu viel Zeit verbleibt. Anne Freytag hat die Emotionen und Gefühle von allen Charakteren ziemlich gut und passend getroffen. Auch die Familienprobleme waren sehr realistisch und nachvollziehbar ausgearbeitet ohne überzogen zu sein. Die schönen und niederschmetternden Momente hielten sich im Gleichgewicht und waren immer perfekt zur Stelle. Oskar und Tessa ergänzen sich sehr gut und zusammen machen die beiden in so wenigen Tagen große Fortschritte, zusammen sowie als Einzelperson. Ich konnte das Buch kaum weglegen, nachdem die Geschichte richtig Fahrt aufgenommen hatte. Einige Stellen sind wirklich sehr berührend und die genau passende Menge Humor sorgte dafür, dass man nicht ganz in ein Loch aus völliger Traurigkeit versank. Dieses Buch ist einfach aber wunderschön gestaltet! Allein das Cover spricht ungemein für die Geschichte und passt wie die Faust aufs Auge. Bei schönen Covern bin ich eh hin und weg aber dieses beschreibt die Geschichte auch sehr treffend. Außerdem findet man vorne die Karte von Tessa und Oskar mit ihrer Italienreise und hinten ihre Playlist mit den perfekt zum Moment passenden Songs. Jedes Kapitel ziert eine kleine Zeichnung, die auch eine wichtigen Teil zur Geschichte beiträgt, die besonders im letzten Abschnitt der Geschichte eine Kehrtwendung macht, da dort auch einige Kapitel aus Oskar's Sicht beschrieben sind, die auch notwendig für das Gesamtverständnis dieser Geschichte ist. Mein bester letzter Sommer ist gewiss keine leichte Lektüre aber dennoch wunderschön zu lesen und macht den Leser nachdenklich über die Einstellung, vieles im Leben hinauszuzögern, weil es dann möglicherweise dafür zu spät ist.