Leserstimme zu
Der Spalt

Gut gelaunter Wissenschafts-Unfug

Von: A.D.
29.04.2016

Ok. Das Buch fetzt. Hirn aus und mitten hindurch. Gut, jetzt ein wenig ausführlicher: Peter Clines versteht sich darauf, eine Geschichte rasant und spannend und durchaus gewitzt zu erzählen. Das ist schon mal eine hervorragende Voraussetzung. Er ist auch überaus fantasievoll und was er seinen Lesern hier vorsetzt, ist haarsträubend, skurril, faszinierend, Wissenschaft im Hollywood-Stil. Der Spalt macht wirklich viel Spaß. Clines schießt jeden Versuch einer ernsten Kritik – die das Buch nur zerfetzen kann – von vornherein ab, indem er seine Wissenschaftler erklären lässt, dass das, was passiert, wissenschaftlich unmöglich ist, obwohl es passiert. Das ist eine absurde Logik, die der Idee des Romans absolut gerecht wird. Sagen wir so: Der Spalt ist eine Episode der Akte-X, damals, als sie noch hervorragend war, gepaart mit The One, der SF-Action-Reißer mit Jet Li. Grundidee und Ausführung – Der Spalt ist das Bastardkind der beiden. Und es ist ein fröhliches, gut gelauntes Kind, mit dem man sich blendend unterhält – auf kindlichem Niveau. Mit sehr vielen Zitaten und Verweisen auf Filme und Pop-Kultur. Das macht gute Laune. Clines legt es nicht im Ansatz darauf an, irgendwie näher auf die Wissenschaft – erfunden oder nicht – einzugehen. Er hat einen überaus sympathischen Helden, einen widerspenstigen Love-Interest, den üblichen Mad Scientist, den Vorgesetzten aus dem Bilderbuch, ein paar Wissenschaftler und Soldaten als Kanonenfutter – ein echts, pures, unverfälschtes Filmrezept, gekonnt geschüttelt und eingeschenkt. Der Roman ist echt dazu gedacht, verfilmt zu werden. Nicht zu komplex, rasant, flapsige Dialoge auf dem Niveau von Roland Emmerich Filmen (Independence Day, 2012 usw…), ordentlich Kawumm – so richtig das Patentrezept für den Sommerblockbuster. Nun, bis auf den schrägen Protagonisten ist keine der Figuren wirklich ausgearbeitet, es sind mehr oder minder Statisten und Stichwortgeber für den Helden. Bei Sasha ist das etwas bedauerlich, da wäre eine interessanter Charakterkopf drinnen gewesen, Jamie ist aufgrund der Natur des Buches irritierend und deshalb interessant. Der Rest ist einfach da und fällt nicht sonderlich auf. Klingt das niedermachend und negativ? Ist es absolut nicht, keinesfalls. Dazu ist das Buch viel zu vergnüglich. Klar, das Gehirn gibt man am Impressum ab, ehe man die erste Seite aufschlägt, aber meine Güte, Peter Clines WILL gar nichts anderes als seinen Lesern ein paar vergnügliche Stunden zu bescheren. Und das mit der Unterhaltung schafft das Buch mit Bravour. Der Spalt ist befriedigende, leichte Unterhaltung ohne tiefen Anspruch. Nimmt man das Buch so an, wird man bestens bedient. Kurz gesagt: -- rasant und unterhaltsam -- haarsträubend und skurril -- vergnüglich und stimmig Fazit: Als pure Unterhaltung sehr befriedigend