Leserstimme zu
Am anderen Ende der Nacht (Die China-Trilogie 3)

Die Rezension bezieht sich auf eine nicht mehr lieferbare Ausgabe.

Gewohnt gut

Von: Lesetante
20.10.2016

Nach „Das Herzenhören“ war dies das zweite Buch von Jan-Philipp Sendker für mich. Schon damals war ich begeistert von der Andersartigkeit, der Atmosphäre und dem Schreibstil. „Am anderen Ende der Nacht“ begleitete mich als Hörbuch in der gekürzten Variante. Ich kam sehr gut in die Geschichte herein, die mit einer Knaller begann, denn der kleine Sohn David wird entführt, weil er der Obrigkeit gefällt und der Liebsten als Geschenk gemacht werden soll. Durch einen enormen Mut einer fremden Familie bekommen die Eltern den Sohn zurück und sind fortan auf der Flucht durch China. Das Ziel ist Hongkong, bis dahin sind sie auf Hilfe angewiesen. Eine abenteuerliche Reise beginnt, auf der sie Polizeigewalt, Willkür, Angst, Mut, Freundschaft und viel Hilflosigkeit erleben. Das Buch ist durchaus spannend, auch wenn ich mich an den Sprecher gewöhnen musste. Als ich diese Hürde genommen hatte, war es eine Freude dem Buch zu lauschen. Die Grundidee ist interessant, denn man lernt ein China kennen, das Angst macht. Die Atmoshäre des Romanes ist bedrückend, weil eine Realität gezeigt wird, mit der man sich sonst nicht konfrontiert. Man fiebert mit Paul und Christine mit, durchlebt ihre gemeinsame Flucht, die sie auch wieder näher zusammen rücken lässt. Hans-Werner Meier liest ruhig und versucht den Charakteren eine ihnen eigene Individualität zu verleihen. Die Stimme ist sehr angenehm, sodass er dem Zuhörer hilft, den roten Faden zu behalten. Es fällt nicht auf, dass das Buch gekürzt ist, denn es erscheint inhaltlich vollständig. Sicher bleiben Fragen offen, diese beziehen sich allerdings nicht auf die Geschichte sondern auf die Situationsbeschreibung. Das Hörbuch hat mir sehr gut gefallen und bekommt von mir eine Hörempfehlung.