Leserstimme zu
Die Phileasson-Saga - Die Wölfin

Die Wettfahrt der beiden größten Thorwaler Kapitäne geht in die dritte Runde

Von: Karin Wenz-Langhans aus Limbach
29.01.2017

Phileassons Ottajasko befindet sich auf dem Weg nach Riva, um ihre Beute aus dem hohen Norden zu verkaufen und auf die Prophezeiung zu warten, die die dritte Aufgabe der Wettfahrt offenbaren wird. Zur selben Zeit befindet sich Beorns Ottajasko weiterhin im Himmelsturm, in Pardonas Gefangenschaft und sucht verzweifelt nach einem Fluchtweg. Doch die falsche Göttin hat eigene Pläne mit Beorn. Die Stimmung des dritten Bandes ist eine ganz andere wie in den beiden vorigen Bänden – und genau das macht für mich, neben der Spannung, der besondere Reiz dieser Reihe aus. Phileasson ist ein Mann des Meeres, doch diesmal befindet er sich fast ausschließlich an Land und muss sich mit Behörden und Kaufleuten rumschlagen, wodurch seine Geduld einige Male überstrapaziert wird. Nur gut, dass er Ohm Follker an seiner Seite hat, der seinen Freund gut und lange genug kennt, um beruhigend auf ihn einwirken zu können. Während der zweite Band durchdrungen ist von dem magischen und fremdartigen Himmelsturm mit seinen gefährlichen Bewohnern, muten zumindest Phileassons Abenteuer größtenteils wohltuend normal an; selbst für ausreichend Humor ist diesmal Platz. Was aber nicht bedeutet, dass er und seine Ottajasko keinen Gefahren gegenüberstehen: der Feind ist diesmal ganz anderer Natur, dem man nicht mit dem Schwert beikommen kann, und führt sie in das Land der Nivesen und deren Kultur. Die Lage von Beorn und seinen Leuten ist dagegen deutlich unangenehmer und auch wenn mein Herz für Phileassons Ottajasko schlägt, habe ich ihnen eine schnelle Flucht gewünscht. Vor allem die brutale Behandlung durch den grausem Sklavenaufseher Zeryl bringt die Ottajasko immer wieder an den Rand des Ertragbaren. Ein Vorteil hat die Ottajasko aber: sie ist für die Herrin des Himmelsturms interessant, will sie doch selber herausfinden, welche Motivation hinter der Wettfahrt tatsächlich steckt. Sowohl Beorn als auch die Leser bekommen einige Antworten auf noch offene Fragen aus dem zweiten Band – ob sie der Wahrheit entsprechen, wird sich noch herausstellen müssen. Allerdings werden im Gegenzug einige neue Fragen aufgeworfen und es wird klar, dass sich manche Geschehnisse und Geheimnisse durch die Saga hindurchziehen werden. Besonders spannend ist im dritten Abenteuer, dass Phileasson und Beorn diesmal getrennte Wege gehen, jeder hat eine komplett andere Aufgabe zu lösen. Mich fasziniert es immer wieder, wie geschickt und harmonisch die Autoren dabei mit den unterschiedlichen Stimmungen spielen. Überhaupt ist das etwas, was mich an der Reihe fasziniert: die jeweiligen Handlungsstränge um die Konkurrenten verlaufen so konform zueinander, dass ich als Leser überhaupt nicht merke, dass hier zwei Autoren am Werk sind. Dann gefällt es mir sehr gut, dass bestimmte Ereignisse, Geheimnisse und Antworten sich durch mehrere Bände ziehen können und es dennoch bei den Figuren zu weiteren Entwicklungen kommt, wie bei Tylstyr, Tjorne und Zidaine: hier sind zwar nach drei Bänden immer noch Fragen offen, aber dennoch bleibt die Situation der Drei weiterhin spannend. Der „Wölfin“ begegnen wir bereits im Prolog, ein spannender Charakter mit einigem Potential, welches im dritten Band noch lange nicht ausgereizt wurde, wie ich den Eindruck hatte, da hatte ich mehr erwartet. Aber am Ende des Buches passt es dann wieder für mich. Mich konnte auch der dritte Band wieder vollauf überzeugen und ich hoffe sehr, dass der Plan der Autoren, alle zwölf Bände zu veröffentlichen, aufgehen wird. Jetzt freue ich mich erstmal auf den vierten Band und bin schon gespannt, welche Aufgabe unsere Recken erwarten wird, welche Stimmungen die Autoren einfangen werden und auch auf den Prolog, der sich immer um die Geschichte eines der Ottajasko-Mitglieder dreht.