Leserstimme zu
Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr

Ungewöhlich, aber lesenswert

Von: Vanessas Bücherecke
02.11.2017

Rezension Walter Moers - Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr Klappentext: Prinzessin Dylia, die sich selbst „Prinzessin Insomnia“ nennt, ist die schlafloseste Prinzessin von ganz Zamonien. Eines Nachts erhält sie Besuch von einem alptraumfarbenen Nachtmahr. Havarius Opal, wie sich der ebenso beängstigende wie sympathische Gnom vorstellt, kündigt an, die Prinzessin in den Wahnsinn treiben zu wollen. Vorher nimmt er die Prinzessin aber noch mit auf eine abenteuerliche Reise durch die Welt des Denkens und Träumens, die für beide immer neue und überraschende Wendungen bereit hält, bis sie schließlich zum dunklen Herz der Nacht gelangen. Walter Moers erzählt dieses Märchen aus der zamonischen Spätromantik voller skurriler Charaktere mit der ihm eigenen Komik: spannend und anrührend zugleich. Meinung: Lange mussten wir Leser auf einen neuen Roman von Walter Moers warten. Nun endlich liegt er vor und ist doch so ganz anders, als seine anderen Werke. Wieder einmal verschlägt uns die Geschichte nach Zamonien, doch schon die Aufmachung zeigt dem aufmerksamen Leser, dass man diesmal unbekanntere Wege einschlagen wird: Die Illustrationen sind nicht von Walter Moers, sondern wurden von Lydia Rode beigesteuert. Liest man sich am Ende des Romans dann noch die Nachbemerkung des Autors durch wird auch klar, warum Moers das Buch nicht selber illustriert hat. Denn Lydia Rode ist nicht nur maßgeblich für die Zeichnungen verantwortlich, sondern hat auch stark die Geschichte beeinflusst. Diese handelt von der Prinzessin Dylia, die unter nahezu permanenter Schlaflosigkeit leidet und eines Nachts dem Nachtmahr Havarius Opal begegnet, der die Prinzessin höchstselbst in den Wahnsinn treiben, vorher aber noch ein gerne ein Abenteuer mit ihr beschreiten möchte. Und so machen die beiden sich auf den Weg in die Stadt der Angst: Amygdala. Erzählerisch ist das Buch auf der einen Seite ein typischer Moers: sprachlich verspielt, komplex, literarisch durchaus anspruchsvoll, auf der anderen Seite aber doch kein typischer Moers, denn das Buch ist anders, als seine vorherigen Werke. Ruhiger, melancholischer, philosophischer und träumerischer. Die Hintergründe, warum und weshalb es überhaupt zu diesem Buch gekommen ist, sollte man sich beim Lesen vor Augen halten, um die ganze Bandbreite zu verstehen und zu akzeptieren, dass dies halt nicht einfach nur ein weiter Zamonien-Roman ist, sondern damit auch etwas aufgearbeitet und thematisiert werden soll. Moers schafft wieder einmal wundervoll skurrile und faszinierende Figuren, denen man sich zwar anfangs recht bedächtig nähert, nach und nach aber immer besser kennen lernt. So fängt das Buch zwar ein wenig behäbig, wenn nicht zu sagen traumwandlerisch an, kann aber mit jeder Seite ein wenig mehr den Leser einfangen. Fazit: Prinzessin Insomnia & der alptraumfarbene Nachtmahr ist deutlich anders, als die früheren Bücher des Autors. Ein wenig ruhiger, ein wenig bedächtiger, aber doch sprachlich verspielt und brillant durchdacht in seinem Aufbau. Auch die wunderschöne Illustrierung des Buchs macht diesen Moers besonders. Zwar braucht der Roman ein wenig, bis er in die Gänge kommt, doch unterstreicht es halt auch den Charakter des Romans, denn wer kann schon unter Schlafmangel schnell funktionieren. Von mir gibt es 4 von 5 Punkten. Vielen Dank an den Knaus Verlag für das Rezensionsexemplar.