Leserstimme zu
Wir werden glücklich sein

“Je suis Paris”

Von: Die_Chaotin aus 37574 Einbeck
27.03.2018

Aurélie Silvestre könnte nicht glücklicher sein. Mit Matthieu hat sie den Mann ihres Lebens gefunden. Er hat ihr bereits einen wunderbaren sohn geschenkt und inzwischen ist sie mir ihrer gemeinsamen tochter ein weiteres Mal schwanger. Es könnte alles perfekt sein. Bis zum 13.November 2015. Dem Tag, der Aurélies Welt in allen Grundfesten erschüttert. Bei einem Terroranschlag, der nicht nur Paris lähmt, verliert ihr geliebten Matthieu im Bataclan sein Leben. Für Aurélie zerbricht alles, was sie sich jemals aufgebaut oder erträumt hat und doch weiß sie, dass sie weitermachen muss. Für Gary, für ihre ungeborene Tochter. Für Matthieu und für sich selbst. Dieses Buch kann man gar nicht richtig bewerten. Es beschreibt die Geschichte einer Frau, die alles, woran sie bislang geglaubt hat, verloren hat. Genommen durch Menschen, die skrupellos den Tod unschuldiger Menschen in Kauf genommen haben. “Je suis Paris” ... diee Worte werden zum Symbol einer ganzen Nation. Aurélie Silvestre beschreibt in ihrem Buch Momente, die sich kaum einer vorstellen, der sie nicht selbst erlebt hat. Ihre Erinnerungen und Gedanken stehen für Momente voller Schmerz und Ungewissheit. Momente, in denen sie verzweifelt und einfach nicht weiter weiß. Wie soll sie ihrem dreijährigen Sohn erklären, dass sein Vater nie wieder kommt? Wie soll sie ihrer ungeborenen Tochter erklären, dass sie ihren Vater nie kennenlernen wird? Und wie soll sie vor allem ihrem eigenen Herzen und Verstand erklären, dass sie nie wieder neben Matthieu aufwachen wird? Ihn nie wieder umarmen kann? Ich habe Aurélie wirklich für ihren Mut bewundert. Für ihren Mut darüber, von Anfang an ehrlich zu den Menschen zu sein, die sie liebt. Vor allem zu ihrem Sohn. Obwohl sie oft genug an ihren Erinnerungen und Gefühlen zu zerbrechen droht, versucht sie stark zu bleiben. Sie versucht sich ein neues Leben ohne Matthieu aufzubauen. Aurélies Erzählungen zeigen deutlich, wie dankbar sie dafür ist, in diesen schweren Momenten nicht alleine zu sein. Zum Schreibstil muss ich sagen, dass er mir wirklich sehr gefallen hat. Ich mag es manchmal nicht, wenn Kapitel kurz gehalten sind, aber hier hat es einfach gepasst. Angehaucht an ein bisschen Lyrik war der Schreibstil melodisch, dramatisch und berührend zu gleich. Es mag sein, dass nicht jeder mit dieser Art der Erinnerungsbewältigung zurecht kommt, aber ich kann euch dieses Buch wirklich nur ans Herz legen. Es zeigt eine unglaublich starke Frau, die mit Mut und Hoffnung Aussicht auf ein neues Leben stellt: Nach dem schlimmsten Moment ihres Lebens, der ihr den wichtigsten Menschen in ihrem Leben genommen hat.. ihren geliebten Matthieu.