Leserstimmen zu
Die normannische Braut

Elizabeth Chadwick

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Inhalt Normandie, 1067: Nach dem Sieg bei Hastings kehrt Wilhelm, nun König von England, in seine Heimat zurück. In seinem Gefolge finden sich auch einige englische Edelleute, die als Geiseln am normannischen Hof leben sollen. Judith ist schon bald von Waltheof Siwardsson, dem Earl von Northampton, fasziniert, der nicht nur gut aussieht – für einen Angelsachsen zumindest -, sondern auch noch gebildet und zudem sehr stark ist, sich aber auch leicht von seinem Emotionen leiten lässt. Nach einem Unfall, der zur Folge hat, dass Simon, der Sohn des Seneschalls, mit einem komplizierten Beinbruch das Bett hüten muss, kommen sich Waltheof und Judith näher. Doch als Nichte des Königs ist der Angelsachse keine gute Partie… Meine Meinung Der deutsche Titel ist meiner Meinung nach sehr unglücklich gewählt, lässt er doch einen eher romantischen Roman um historische Hauptpersonen vermuten. Selbst nach den ersten paar Kapiteln hatte ich noch diesen Eindruck. Doch recht bald sollte er sich relativieren, denn auch wenn es sich hier um einen der frühen Werke Chadwicks handelt, so handelt es sich doch, wie von der Autorin gewohnt, um einen biografisch orientierten Roman, wenn auch ein wenig anders als gewohnt aufgebaut. Auffällig ist hier nämlich, dass es sich eigentlich um zwei Romane in einem handelt, etwa nach der Hälfte gibt es einen Schnitt, es werden einige Jahre übersprungen, danach wird die Geschichte mit neuen Hauptpersonen fortgesetzt. Dieser Sprung ist gut begründet, ich möchte jedoch nicht weiter darauf eingehen, um nicht zu viel vorweg zu nehmen. Wer sich mit Waltheofs Geschichte auskennt, kann sich jedoch den Grund dafür vorstellen. Ich jedoch war ziemlich überrascht, hier diesen Schnitt vorzufinden, obwohl ich schon zuvor mit dem Namen Waltheof of Huntingdon vertraut war, schließlich handelt es sich um eine wichtige Person im Zusammenhang der Eroberung Englands. Die Zusammenhänge werden hier leicht verständlich dargelegt und begründet, so dass kein Vorwissen über diese Zeit notwendig ist. Und auch wenn manche Entscheidungen und Einstellungen heute schwer nachvollziehbar sind, so sind sie doch nie unlogisch. Die Charaktere haben mir in ihrer Darstellung überwiegend gefallen. Zu Beginn werden vor allem ihre Vorzüge herausgestellt, sie scheinen nahezu perfekt zu sein, zudem werden sie auch als gutaussehend beschrieben, doch ihre negativen Eigenschaften zeigen sich erst mit der Zeit. So ist Judith recht störrisch und hat auch egoistische Züge, auch Eifersucht ist ihr nicht fremd. Waltheof dagegen lässt sich leicht von Anderen beeinflussen, was sich schon bald als sehr großes Problem herausstellt. Und Simon de Senlis, der nach dem Unfall sein Bein nicht ohne Schmerzen belasten kann, ist zwischen der Freundschaft zu Waltheof und der Treue zu seinem Herzog hin und her gerissen. Auch andere Charaktere sind vielschichtig, selbst Judiths boshafte Mutter Adelaide zeigt gelegentlich andere Seiten, obwohl sie zunächst als Musterbeispiel für einen missgünstigen Charakter hätte gelten können. Leider bleibt durch die Zweiteilung der Geschichte und dadurch die Kürze der beiden Romanhälften wenig Raum für die langsame Entwicklung, so dass ich die Änderungen als recht abrupt wahrgenommen habe, manche Charaktere zeigen sich nach dem Schnitt völlig anders, als ich sie zuvor wahrgenommen habe. Insgesamt gefällt mir aber die Darstellung der Geschichte und der Charaktere, kann ich mir doch gut vorstellen, dass es tatsächlich so oder ähnlich gewesen sein könnte. Der Schreibstil ist zweckmäßig, nicht ganz so gut, wie ich es von anderen Büchern der Autorin kenne, was an der Übersetzung liegen könnte oder daran, dass es sich um einen der früheren biografisch orientierten Romane Chadwicks handelt. Neben dem Nachwort gibt es leider kein Zusatzmaterial, allerdings wären diese hier auch nicht zwingend notwendig. Fazit Durch die Zweiteilung finde ich dieses Buch nicht ganz so gelungen wie andere Romane der Autorin, ich habe es dennoch sehr gerne gelesen. Für diejenigen, die sich für englische Geschichte um König Wilhelm I. interessieren einen Blick wert.

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