Leserstimmen zu
Blutnacht

Kim Harrison

Rachel Morgan (6)

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Paperback
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Das Ende von "Blutlied" war ein ordentlicher Schock, denn eine meiner Lieblingsfiguren, Kisten, ist endgültig gestorben und auch wenn er ein Vampir war, gibt es keine Chance, dass er wieder zum Leben erwachen wird. Rachel stieß das in ein sehr tiefes Loch und so war das Ende des fünften Bandes sehr melancholisch. Glücklicherweise startet "Blutnacht" nicht so düster, wie ich befürchtet hatte. Rachel leidet zwar noch immer sehr unter Kistens Tod, versucht aber gleichzeitig, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen. Hilfe erhält sie dabei nicht nur von Ivy und Jenks, sondern auch von ihrer Mutter, die gar nicht so verrückt zu sein scheint, wie Rachel immer dachte. "Blutnacht" beginnt mit einem entspannten Einkaufsbummel von Rachel mit ihrer Mutter. Gerade sind sie in einem Zauberladen, als Rachel niesen muss. Ein klares Anzeichen dafür, dass dämonischer Besuch ansteht. Kurz darauf tauchen auch schon Algaliarept und Minias auf. Zwar kommen Rachel und ihre Mutter heil aus der Sache heraus, der Laden ist jedoch gnadenlos demoliert. Nach diesem ersten Schock plätschert die Geschichte eine ganze Weile dahin. Etwa im ersten Drittel hat mir die Spannung, abgesehen von der Eingangsszene, weitestgehend gefehlt. Dafür lernen die Leser den einen oder anderen neuen, manchmal auch schon ein wenig bekannten, Charakter kennen, der künftig Cinncinnati bewohnen wird. Darunter finden sich z.B. Rynn Cormel, ein alter Vampir, der zu Zeiten des Wandels der Präsident war und nun Piscarys Rang als Meistervampir der Stadt übernimmt, und Bis, ein Gargoyle, der sich in Rachels Kirche eingeschlichen hat. Zudem kommt Marshal aus Mackinaw nach Cinci. Er half ihr, als sie Nick gerettet hat, und schon damals konnte sie sich einer gewissen Anziehung nicht erwehren. Zwar ist Rachel fest entschlossen, so kurz nach Kistens Tod keine neue Beziehung anzufangen, die Frage bleibt jedoch, ob Marshal ebenfalls nur nach Freundschaft sucht... Wirklich spannend wird die Handlung erst, als Trent sich - mal wieder - einmischt und Rachel tiefer in die Dämonen-Jenseits-Thematik eintauchen muss, als ihr lieb ist. Insbesondere auf den letzten zweihundert Seiten bündelt sich noch einmal so viel Spannung, dass es für den schleppenden Einstieg entschuldigt. So vieles, was ich als Leser als gesichert betrachtet habe, wird auf einmal in Frage gestellt, dass ich zum Schluss überhaupt nicht mehr wusste, was noch wahr und wirklich feststehend ist... So, wie der fünfte Band als Umbruch für Cinncinnati und Rachels direktes Umfeld angesehen werden kann, ist der sechste Band ein Umbruch für Rachel selbst. Kim Harrison stellte sie von Anfang an als starke Persönlichkeit vor, die neben einer ganzen Reihe Stärken auch Schwächen hat und die im Laufe der Geschichte viele Facetten zeigen konnte, die sie für mich zu einem sehr lebendigen Charakter werden ließen. Dennoch blieben immer wieder Ungereimtheiten, für die sich keine Erklärungen finden ließen. Was z.B. ist wirklich in dem Sommercamp geschehen, in dem Trents Vater Rachels Gendefekt behandelt hat? Warum kann sie durch diese Behandlung Dämonenmagie wirken? Welches besondere Interesse hat der Dämon Newt an ihr? Fragen wie diese bekommen in "Blutnacht" endlich eine Antwort, was die Sache jedoch keineswegs leichter werden lässt. Ganz im Gegenteil... Fazit Ein gelungener Band, der dem Leser endlich einige Antworten liefert. Leider fehlte mir im ersten Drittel etwas die Spannung, daher gibt es von mir dieses Mal nur 4 Sterne.

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