Leserstimmen zu
Der Distelfink

Donna Tartt

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Theo Decker ist 13 Jahre alt, als er bei einem schrecklichen Unglück in einem Museum, seine Mutter verliert. Kurz vor dem Unglück hat er ein Mädchen in dem Museum gesehen. Das Mädchen war mit einem älteren Herrn dort. Theo wacht nach dem Unglück zwischen Trümmern auf. Der ältere Herr liegt schwer verletzt in seiner Nähe. Theo bekommt von ihm einen Ring und nennt ihm eine Adresse, wo er diesen hinbringen soll. Der sterbende alte Mann weist Theo auf ein kleines Gemälde hin. Theo gelingt es, bewaffnet mit Ring und Gemälde, den rettenden Weg nach draußen zu finden. Und so beginnt die rasante Geschichte um das Gemälde "DISTELFINK!" Meine Meinung 1020 Seiten Lesestoff. Eine ganze Woche habe ich mit dem Distelfinken, Theo, Boris und vielen anderen Menschen verbracht. Als ich das Buch beendet habe war es für mich wie ein Abschied! Die Autorin hat das Buch nicht geschrieben. Nein, sie hat mit Wörtern gespielt. Mal traurig, mal tiefsinnig, mal poetisch. Ihre Protagonisten sind genau beschrieben. Deren Handlungen sehr detailliert. Theo konnte nicht ahnen wie der Distelfink sein Leben verändert. Er traut sich nicht das Bild zurückzugeben. Hat Angst als Dieb bestraft zu werden. Der Ring führt ihn zu Hobie. Hobie, ein älterer, eleganter Herr, restauriert antike Möbel. Er nimmt Theo wie einen eigenen Sohn auf. Bekocht ihn und bedrängt ihn nicht irgend etwas zu erzählen.Theo fühlt sich zwischen alten Möbeln und Nippes pudelwohl. Er trifft dort auch das Mädchen aus dem Museum an. Sie ist bettlägerig und fristet ihr Dasein in einem dunklen Zimmer. Er verliebt sich ihn sie. Aber sein Vormund hat andere Pläne mit ihm. Er soll wieder in einer Familie leben. Theo verlässt Hobie ungern.Er wird vorübergehend von der Familie seines Schulfreundes Andy aufgenommen. Dort wird er gut versorgt. Jedoch hat er immer das Gefühl ein Fremdkörper zu sein. Sein Vater, der seine Mutter verlassen hat, meldet sich. Er holt seinen Sohn nach Las Vegas. Auch bei seinem Vater und dessen Freundin findet er keine Geborgenheit.Wird von Beiden gar nicht wahrgenommen. Er lernt Boris kennen. Boris hat auch keine richtige Familie. Sein Vater säuft und schlägt ihn oft brutal zusammen. Boris und Theo werden dicke Freunde. Beide konsumieren Drogen und Alkohol. Nachdem Theos Vater bei einem Autounfall stirbt, reist er auf eigene Faust zurück nach New York. Hobie setzt ihn als Teilhaber in seinem Geschäft ein. Theo verkauft, Hobie restauriert. Doch Theo baut Mist..... Niemand weiß dass Theo immer noch das Bild hat. Da möchte sich auf einmal Jemand mit Theo treffen. Es geht um den "Distelfink"! Die verschiedenen Stationen, die Theo in seinem Leben durchläuft, sind von Drogen, Alkohol und seinem traumatischen Erlebnis im Museum geprägt. Den Tod seiner Mutter hat er nie verwunden. Boris und Theo treffen immer wieder aufeinander. Trotz Dreck am Stecken erweist sich Boris stets als guter Freund. Sieht in allen Menschen auch etwas Gutes. Hat Dinge erlebt die ihn um Jahre älter gemacht haben. Doch er verheimlicht etwas vor Theo......... Die Wege führen Theo nach Amsterdam........ Zitate aus dem Buch: "Die Mehrzahl der Menschen verbringt ihr Leben in stiller Verzweiflung." "Schönheit muss mit etwas Sinnvollem vermählt sein." Fazit Ab der Katastrophe im Museum habe ich jedes Wort in diesem Buch genossen. Die hohe Seitenanzahl des Buches hat mich Anfangs gestört. Jedoch der Schreibstil, Handlung und Protagonisten haben mich nur so durch die Seiten fliegen lassen. Ja, und nun heißt es Abschied nehmen und eine Leseempfehlung an alle Bücherfreunde! Ich vergebe 5 von 5 Sternen

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Was für ein Buch. Über 1000 Seiten, ein Leben voller Kunst, Gefahr, ein Porträt Amerikas, eine Einführung in die Kunst des Goldenen Zeitalters der Niederlande, und nicht zuletzt die sogvolle Schilderung eines kriminellen Lebens und einer Spirale, der sich niemand entziehen kann. Kurzum: ein Roman, der seinesgleichen sucht. Geschrieben hat ihn Donna Tartt, die sich für ihre Bücher in der Regel ein Jahrzehnt Zeit lässt. Ohne Druck entstehen dabei Epen, die im Literaturbetrieb etwas ganz besonderes sind. 1992 debütierte sie mit dem Roman "Die geheime Geschichte", 2002 lies sie "Der kleine Freund" folgen, ehe nun 2013 "Der Distelfink" erschien. Dieser erzählt die Lebensgeschichte von Theo Decker, dessen Vater sich aus dem Staub gemacht hat und der mit seiner Mutter in einem New Yorker Appartment lebt. Die große Liebe zur Kunst treibt sie und ihr Kind immer wieder in Museen und wird letztendlich auch zu ihrem Schicksal. Bei einer Explosion im Metropolitan Museum kommt sie ums Leben und Theo überlebt als einer der wenigen die Katastrophe. Fortan schlägt er sich alleine durchs Leben und wird von der Familie eines Freundes adoptiert. In der feinen Oberschichtenfamilie verbringt Theo seine Zeit, ehe er von seinem leiblichen Vater nach Las Vegas geholt wird, wo er mit Boris, einem anderen Halbwaisen, Freundschaft schließt. Steter Begleiter ist Theo in allen Lagen Der Distelfink, das berühmte Gemälde des holländischen Malers Carel Fabritius, welcher ironischerweise auch bei einer Explosion ums Leben kam. Das widerrechtlich in Theos Besitz befindliche Gemälde löst in der Folge eine Abwärtsspirale aus, die Theo immer weiter in die Kriminalität drängen wird und die undurchdringbar erscheint. Am Ende wird gar ein Mord im Raum stehen. Von der ersten Zeile an packte mich Donna Tartt mit ihrer Geschichte und ließ mich erst nach 1022 Seiten wieder los. Ähnlich der Spirale, in der sich Theo wiederfindet, steckt sie den Leser ebenfalls in eine solche und lässt ihn immer tiefer in Theos Schicksal und die Welt der Kunst eintauchen. Wie Donna Tartt Theos Schicksal schildert, das ist große Kunst. Sie schafft mit Der Distelfink einen Raum der Magie, in dem ich gebannt wandelte und froh war, die Welt durch Theos Augen zu sehen. So wenig wie der Distelfink in Fabritius' Gemälde seinem Schicksal durch seine Kette entrinnen kann, so wenig ist Theo in der Lage, auf seiner Schussfahrt zu wenden. Wie gefangen mich die Lebensgeschichte Theos nahm, lässt sich am besten an dieser Begebenheit aufzeigen: Während der Lektüre des Distelfinks ertappte ich mich dabei, dass ich das Internet nach Reproduktionen des Distelfinks durchsuchte. Donna Tartt gelang es, mit ihren Schilderungen des Gemäldes von Fabritius dasselbe zu bewirken, das sie bei Theo Decker beschreibt. Die Bewunderung und Liebe zu dem Gemälde ergriff mich und so wollte auch ich am liebsten einen Distelfink besitzen. Genauso wie in Der kleine Freund schildert Tartt auch hier wieder einen jungen Menschen beim Übergang ins Erwachsenwerden und die tödlichen Konsequenzen, die ein vermeintlich unschuldiger Wunsch haben kann. Wie sie das tut, ist nicht anders als meisterhaft zu nennen. Für mich hat Donna Tartt mit diesem Roman endgültig das Erbe Charles Dickens oder der großen russischen Erzähler angetreten. Wie souverän sie durch die 1000 Seiten hindurch in aller Akribie und Gewandheit das Leben von Theo schildert, dies liest man in der zeitgenössischen Literatur nicht so oft. Diese Vermengung aus Kunst und Kriminalität ist wunderbar geraten und gar nicht fernab der Realität, wie z.B. der Fall von Cornelius Gurlitt zeigt. Wenn die Autorin das nächste Mal wieder in der Lage ist, ein ebenso kraftvolles und eindringliches Buch zu schreiben, dann nehme ich auch die zehn Jahre Wartezeit in Kauf, wenn man mit solch literarischen Perlen belohnt wird! P.S.: Man sollte sich keinesfalls von der Dicke des Buchs beeindrucken lassen, in meinem Falle hätte Der Distelfink ruhig noch einmal so dick sein dürfen. Dieses Buch ist ideal, um darin zu versinken und sich für viele Stunden mit Theo Decker zu verlieren.

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Sein Vater ist schon vor über einem Jahr abgehauen, der beste Vater war er nie. Mit 13 Jahren verliert Theo tragischerweise auch seine Mutter. Bei einem Anschlag auf ein Museum, das Beide gerade besuchen, kommt seine Mutter um. Theo, der nur einen Moment auf sie warten sollte, muss das wohl traumatischste Erlebnis überstehen, das ihm je widerfahren wird. Er wird verschüttet und als er aus seiner Ohnmacht erwacht, hilft er einem älteren Mann, der leider nicht gerettet werden kann. Theo findet Halt in einem Bild, dem Lieblingsbild seiner Mutter, das er aus den Trümmern retten kann, das er allerdings vergisst zurückzugeben. Kein Wunder, dass dieses einschneidende Ereignis Theos Leben bestimmt. Niemand scheint ihn haben zu wollen, seine Großeltern nicht, sein Vater bleibt verschwunden. Endlich kommt er bei der Familie eines Klassenkameraden unter, die ihn von Andy abgesehen auch eher kühl behandeln. Die Therapie bei einem Psychologen schlägt nicht so recht an, verständlicherweise vermisst Theo seine Mutter aufs Äußerste. Und gerade als er beginnt etwas Hoffnung zu schöpfen und er es geschafft hat, eine Verbindung zu dem Mädchen, das ihn im Museum so verzaubert hat und das ebenfalls überlebt hat, aufzunehmen, taucht sein Vater wieder auf. Ein Vater, der immer noch kein guter Vater ist, der Besitz des Bildes, der weiter auf ihm lastet - Theo beginnt den Halt zu verlieren. Einen umfangreichen Roman um ein real existierendes Meisterwerk präsentiert Donna Tartt ihren Lesern. Das ist man von ihr schon so gewöhnt, auch ihre geringe Produktivität ist bekannt. Man kann sich förmlich vorstellen wie sie jedes Wort abwägt, dreht und wendet bis sie es endlich in gemessener Form niederschreibt, an seinen Platz stellt. War man von ihrem Erstlingswerk „Die geheime Geschichte“ fasziniert und von dem Nachfolger „Der kleine Freund“ angeödet, geht man mit banger Erwartung an diesen neuen Roman heran, dessen Entstehung wieder ungefähr zehn Jahre in Anspruch genommen hat. Mit über tausend Seiten nicht gerade schmal türmt sich die Aufgabe vor dem Leser wie ein Berg. Erstaunlich schnell lässt sich dieser dann erklimmen. Zwar will er wohlmöglich ähnlich wie beim Schreiben Wort für Wort genommen werden, dennoch wirkt sein Bann. Auch wenn es kleiner Pausen bedarf, mag man schließlich von dem Buch nicht mehr lassen. Man folgt Theos Achterbahnfahrt durch seine Jugend, seine „aus der Bahn Geworfenheit“ stößt manchmal ab, häufiger aber berührt sie. An manchen Wendepunkten wünschte man ihm mehr Glück, mehr Durchblick. Man leidet mit, wenn sich beinahe ohne sein Zutun etwas zum Ungünstigeren wendet. Bald hofft, sein Leben möge doch eine ruhigere und positivere Fahrt aufnehmen. Auch wenn die Autorin für manchen Geschmack vielleicht hin und wieder zu weit ausholt, scheint doch letztlich kein Wort überflüssig. Wenn man sich auf die Lektüre einlassen kann und sich vornüber ins Vergnügen stürzt, hat man hier ein Werk, das jede Minute wert ist, die es beansprucht.

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Von: Elfirede Clinkscales

23.12.2015

Ein hervorragendes Buch, weiter zu empfehlen.

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1022 Seiten. Was für ein Brett. Aber ich sollte das Buch unbedingt lesen, nicht umsonst habe ich es von einem Freund, ein begeisterter Leser, geschenkt bekommen. Und er sollte Recht behalten: das Buch ist einfach wunderbar. 1022 Seiten?? Pahh, mir kam es vor, als würde die Zeit nur so dahinfliegen. Es fällt mir schwer, meine Meinung zu dem Buch zu formulieren ohne groß zu spoilern und wahrscheinlich denke ich mir hinterher, dass ich noch dieses und jenes vergessen habe, aber es gibt einfach zu viel, über das ich an dieser Stelle im Bezug auf das Buch schreiben könnte. Und ich möchte es kurz halten. "Der Distelfink" ist ein besonderes Buch. Es ist sehr feinsinnig und mit viel Liebe zum Detail geschrieben und nichtsdestotrotz nie, zu keiner Sekunde, langweilig. Ganz im Gegenteil. Die Geschichte und das Schicksal von Theo Decker haben mich von Anfang bis zum Ende gefesselt. Als ich das Buch beendet habe, war ich ein Stück weit traurig, dass es schon zu Ende ist, weil es sich so anfühlt, als würde man die Figuren sein Leben lang kennen. Nicht nur den Hauptprotagonisten Theo, den wir als Leser im Alter von dreizehn Jahren kennenlernen, auch die Nebenfiguren sind brilliant und liebenswürdig und alle sehr unterschiedlich und facettenreich. Wir begleiten also Theo chronologisch in verschiedenen Episoden seines Lebens, bei denen sich das Setting hin und wieder ändert und auch größere Zeitsprünge von ein paar Jahren für Erstaunen und Konfusion sorgen. Aber vor allem für Aha-Erlebnisse und schockierende Momente. Ich habe nach solchen Zeitsprüngen nie kommen gesehen, was als nächstes passiert und war immer überrascht, wie viel ich anscheinend verpasst habe, obwohl ich doch die gesamte Zeit so nah am Geschehen war. Neben diesen besonderen Momenten hat das Buch auch allerhand andere Gefühle in mir ausgelöst. Momente, in denen ich total schockiert war, haben sich dennoch mit Hoffnung vermischt und Momente, in denen ich laut los lachen musste, haben mich trotzdem mit einer bösen Vorahnung zurückgelassen und einem ganz, ganz schlechten Gefühl, was als nächstes passieren wird. Donna Tartt zeigt sehr eindrucksvoll, wie schnell eine Negativspirale entstehen kann und vor allem, dass es jeden treffen kann. Das klingt jetzt vielleicht ein bisschen düster, aber wären Theo und seine Mutter an Tag X anstatt ins Museum zum Frühstück gegangen, dann würde die Geschichte in diesem Buch eine völlig andere sein. Kein Abstieg. Kein Alkohol. Keine Drogen. Keine Kriminalität. Kein verkorkstes Leben. Schicksal oder Shit happens. Und in diese ohnehin schon gelungene "Coming of Age"-Geschichte über einen Jungen, der Tiefschlag um Tiefschlag kassiert und für den es dennoch ein gutes Ende zu geben scheint, fügt Donna Tartt eine Art Gangsterkrimi, in der die Vergangenheit Theo in den Hintern zu beißen droht. Fazit 1022 packende Seiten und trotzdem könnte es noch locker eine Fortsetzung geben!! Ich freue mich jetzt schon auf die Verfilmung des Buches, Warner Bros. hat bereits die Rechte gekauft. Jeder, der sich in einem Buch verlieren und Stunde um Stunde lesen möchte, greift hier zu. Kunstliebhaber erst recht.

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Auf über 1000 Seiten begleiten wir den Antihelden Theo Decker auf seiner wilden Fahrt. Donna Tartt wählt einen zweiteiligen Einstieg. Im ersten Abschnitt liest der Erzähler, Theo Decker, verschanzt in einem Hotel in Amsterdam, Zeitungen in Niederländisch, die er nicht verstehen kann; Er ist auf der Suche nach seinem Namen in Artikeln mit Bildern von Polizeiautos und Tatort-Bänder. Bevor irgendetwas davon erklärt wird, bewegt sich die Geschichte zurück zum Tag, an dem Theos Mutter stirbt, als er, 13-Jährig an der Schwelle zur Pubertät steht. Sie verliert ihr Leben bei einem Bombenanschlag im Metropolitan Museum in New York. Mutter und Sohn sind in getrennten Räumen, als die Bombe explodiert. Die Beschreibungen über Theo, der in den Trümmern wieder zu Bewusstsein kommt und versucht, seinen Weg aus diesem zerrissenen Museum zu finden und sein Heimweg in der Erwartung, seine Mutter dort zu finden, sind mit die beste Prosa, die ich bisher gelesen habe. Es folgt die Geschichte eines mutterlosen Jungen, dessen Leben sich dramatisch verändert. Seine Mutter tot, sein Vater lange abwesend, lebt er zunächst bei den Barbours, der Familie eines Schulfreundes. Das kalte Gespenst unbekannter und liebloser Großeltern, die Theos Erziehungsberechtigten werden könnten, schwebt als Option über dem Roman, bis sein Vater, Alkoholiker und ein zwanghafter Spieler mit seiner urkomischen und letztlich doch sympathischen Freundin Xandra auftaucht und Theo nach Las Vegas mitnimmt. Eine riesige Besetzung von Charakteren bevölkert diesen Roman. Neben diesem Erzählstrang gibt es einen zweiten, diesmal mit Anklängen an Schuld und Sühne; eine Geschichte von Betrug, Verdacht, Doppelzüngigkeit und Schießereien. Raymond Chandler lässt ebenso grüßen wie Dickens und Dostojewski. Mehr über die Ereignisse des Romans zu sagen, würde den Leser einer großen Freude berauben. Wenn jemand die Liebe des Geschichtenerzählens verloren hat, wird sie ihm „Der Distelfink“ ganz sicher zurückbringen. Der Roman ist nicht nur Action und Spannung. Einige seiner denkwürdigsten Momente bezieht er aus der Stille, wie beispielsweise der Himmel über der Wüste von Las Vegas. Es ist ein herrliches Stück Prosa, über einen Jungen, der seine wahre Heimat verloren hat. Aber Thema sind nicht nur die Emotionen rund um den Verlust, sondern auch über einfache und doch komplizierte Freundschaften und es ist ein Roman über den Umgang mit der Kunst. „Der Distelfink" ist ein wahrer Triumph mit dem tapferen Thema, wo Kreaturen mit unbeholfener Traurigkeit kämpfen, um zu leben. Es ist ein Roman von schockierender erzählerischer Energie und Kraft. Er kombiniert unvergesslich lebendige Charaktere, faszinierende Sprache und atemberaubender Spannung mit der philosophischen Ruhe, die in die tiefsten Geheimnisse von Liebe, Identität und Kunst eindringt. Eine im besten Sinn altmodische Geschichte von Verlust und Besessenheit, Überleben und Selbstfindung, von den tiefsten Geheimnisse von Liebe, Identität und dem rücksichtslosen Walten des Schicksals, verschwenderisch und üppig geschrieben und aufgebaut. Einsamkeit ist die realistische emotionale Konstante in diesem überfüllten, überschwänglicher Roman. Die Erzählstimme von Donna Tarrt erinnert in ihrer Liebe zum Detail an einen niederländischen Meister, eine Stimme, die gleich stark in der Gegenwart wie in der Rückschau ist, die die jugendlichen Ängste des Jungen und die gärende Verzweiflung des Mannes gleichermaßen perfekt darstellt. Das Tolle an diesem Buch ist, dass Sie es für ein paar Tage zur Seite legen können und beim Hervorholen sofort wieder in den Bann der Geschichte gezogen werden, weil Schreibstil und Charaktere so stark sind. Ich kann verstehen, warum dieses Buch u.a. den Pulitzerpreis gewonnen hat. Die Prosa, das Konzept und die epische Skala von ihm sind unglaublich beeindruckend. Interessenten haben natürlich das Recht zu fragen: "Will ich wirklich zwei Wochen meines Lebens an diese Lektüre verschenken? Kann es das vielleicht wert sein? Eindeutiges JA. Es ist ein langer Roman, der sich nie lang fühlt. "Der Distelfink" ist eine Rarität, ein intelligent geschriebener literarischer Roman, der mit dem Herzen und der Seele verbindet. Donna Tartt hat einen seltenen Schatz erstellt. Wenn Sie scharfsinnige Beobachtungen gut verpackt in spannende Geschichten lieben, dann ist das ein Buch für Sie. Wegen seiner Länge und seiner Komplexität ist es kein leichtes Buch. Aber doch einfach zu lesen. Ein literarisches Meisterwerk, aus dem jeder von uns eine andere Erfahrung mit nach Hause nehmen wird.

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Theo Decker ist dreizehn Jahre alt, als er bei einem tragischen Unglück seine Mutter verliert. Er versinkt in Trauer. Auch das Gemälde des Distelfinks, das er an diesem Tag aus dem Museum gestohlen hat, tröstet ihn wenig. Trost spenden kann es nicht. Theo kommt erst bei seinem Freund Andy unter, später geht er sogar nach Las Vegas. Mit jedem Jahr das vergeht zieht es Theo weiter in die kriminelle Richtung und er droht ganz abzurutschen. Zur Ausgabe Ich habe die Taschenbuchausgabe gelesen und dazu wollte ich auf jeden Fall auch mal meinen Senf abgeben. Das Buch ist unglaublich dick und auch die Seiten sind sehr dünn. Das ganze merkt man dann auch beim Lesen, denn das Buch liest sich sehr labbrig und irgendwann klappt es schon ganz auseinander und man kann es sogar wie eine Zeitung nach hinten klappen, es fällt schon fast von allein in diese Richtung. Das Buch sieht irgendwann unglaublich zerlesen aus, selbst wenn man beim Lesen aufpasst, wird es schnell aussehen wie mehrmals gelesen. Mehr Leserillen kann man in einen Buch nicht reinbekommen. Ich konnte es daher aber sehr bequem im Bett lesen, da man es in einer Hand super halten konnte. Zum Inhalt Wahrlich ein Meisterwerk und das nicht nur vom Schreibstil her. Es ist unglaublich dick und hat leider auch viele Längen aber deswegen ist die Story an sich nicht langweilig geschrieben. Leider hat mich das mit den vielen Drogen gelangweilt, eigentlich wurde es immer mehr und nervt irgendwann nur noch. Für mich auch mehr als schlecht nachvollziehbar, da ich selbst total gegen Drogen aller Art bin. Auch seine Trauer mit seinen Handlungen, war für mich schwer vorstellbar. Ich hätte mir einfach gewünscht, dass Theo mehr aus seinen Leben macht. Aber wenn die Vorbilder nicht die Vorbilder sind, für die man sie hält gestaltet sich das Danach schwer. Theo fand ich auch schon sehr labil und verantwortungslos wie er sein Leben gestaltet, so ohne wirkliche Ziele im Leben. Er verliert immer mehr die Bodenhaftung und man schaut entsetzt zu wie Theo immer mehr in eine richtige Krise rutscht. Fazit Allgemein möchte ich nicht ewig rumlabbern oder zu viel verraten, weil es sich auf jeden Fall lohnt die Geschichte mal zu lesen, wenn man durchhält wird man auch am Ende belohnt und kann von sich behaupten eine richtig dicke Schwarte gelesen zu haben. Zurecht ein Bestseller über das sich das diskutieren lohnt. Eine riesen Herausforderung der man sich getrost mal stellen kann.

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Hier gehts zur Besprechung von "Der Distelfink" (ab Min 4:05) https://youtu.be/H-r_arTwmdA

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