Leserstimmen zu
Schmerzgrenze

Joachim Bauer

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MEIN Fazit: Das Buch 'Schmerzgrenze' von Prof. Joachim Bauer ist in mehrfacher Hinsicht ungewöhnlich. Obwohl es ein wissenschaftliches Buch ist, kann es auch von einem Laien gelesen werden; es ist im Stil leicht verständlich und die hochkomplexen Inhalte werden ohne Einbuße an Gehalt auf ein normal lesbares Niveau heruntergebrochen. Es stellt nicht nur die Fakten der Gehirnforschung in der Gegenwart fest, es blickt auch in die Vergangenheit und in die Zukunft, indem es aus eben diesen Erkenntnissen pädagogische Richtlinien skizziert. Das Thema Aggression hat naturgemäß das Potenzial in sich, polarisierend zu wirken. Dieser Falle entgeht der Autor durch seine Verbindlichkeit und vor allem durch seine Behutsamkeit, wenn es um relevante gesellschaftspolitische Aspekte geht. Unbeantwortet bleibt freilich die Frage, warum Aggressionen so sehr die Neigung haben, sich gegenseitig aufzuschaukeln und ein aggressives Klima in Gemeinschaften, ja sogar in ganzen Staaten zu schaffen. Mit einer Verschiebung der Aggressionen allein ist das wohl nicht zu erklären. Anderseits ist das aber auch nicht das Thema dieses Buches. Gerade wegen der Erklärung des sozialen Nutzens der Aggressionen, vor allem aber in Hinsicht unserer pädagogischen Weiterentwicklung, ist es dieses Buch wert, von sehr vielen Menschen gelesen (und beherzigt) zu werden. 'Alle hungern oder keiner' ist nicht nur eine Retrospektive an unsere Herkunft, es kann auch eine Richtschnur sein für das Überleben der Menschheit. Anstatt uns gegenseitig zu bekämpfen, weil die Ressourcen knapp sind, könnten wir auch zusammenrücken. Dazu sind wir aber sicher nur bereit, wenn unsere Bordcomputer in der von der Natur vorgegebenen Form funktionieren. Es gibt bekanntlich Millionen Spezialisten, die ganz genau wissen wie es nicht geht. Hier ist einmal einer, der uns eine Richtung weist wie es gehen könnte. Deshalb bekommt dieses Buch von mir die beste Bewertung.

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Wer sich für das Thema Gewalt interessiert, dem lege ich ein wunderbares Buch ans Herz, welches mir viel Zeit abverlangte und Dankbarkeit bereitete. Viele meiner Fragen wurden hier Stück für Stück beantwortet und ich durfte mich dem Thema behutsam nähern. Joachim Bauer zeigt auf, wo Schmerzgrenzen liegen und wie sie unser Leben und das der Gesellschaft mit einem unsichtbaren Netzwerk verbinden. Als Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut lehrt und forscht er psychosomatische Zusammenhänge und beschreibt die Ursprünge, Auswirkungen und Arten der Gewalt. Er bietet ein breites Hintergrundwissen, in den Anmerkungen (die gefühlt ein Drittel des Buches einnehmen) und durch Querverweise das Werk erweitert. Schulstoff wenn man mich fragt, denn wir brauchen dringend Aggressionsflüsterer.

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