Leserstimmen zu
Beten wir alle zum gleichen Gott?

Andreas Renz

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behutsam

Von: Reiner Jungnitsch aus Münster

31.03.2011

Es geht um die Frage nach der gemeinsamen religiösen Basis „für das Gespräch und das Zusammenleben“ der drei abrahamitischen Religionen. Mehr noch dreht sich das Problem um die Wahrheit der unterschiedlichen Heilswege, „ um ein theologisch verantwortetes Argumentieren in der Frage, ob Menschen außerhalb der eigenen Glaubensgemeinschaft in einer wahrhaften Gottes-beziehung stehen können“ (10). Das konkretisiert sich wesentlich in der Gebetspraxis und der sich darin ausdrückenden Gottes-vorstellung. Dem Verfasser geht es also letztlich darum, „ob die Rede vom >gleichen oder selben Gott<, den Juden, Christen und Muslime anbeten, theologisch plausibel begründbar ist“ (181). Bei jedem der drei Glaubenswege spürt Renz sensibel, sachlich und sehr verständlich dem Gebets-, Glaubens- und Gottesverständnis nach. Aus drei Perspektiven wird (wenn auch in christlich-theologischer Reflexion) die Titelfrage zu beantworten versucht. Den (etwas knappen) Schlussteil bilden systematische Überlegungen zu Anerkennung und Gemeinsamkeit. Nicht überraschend neu ist die Feststellung, dass „Juden und Christen zum selben Gott beten“; für Christen und Muslime gelte: „Beide beziehen sich auf ein und denselben Gott, wenn auch nicht in derselben, völlig identischen Art und Weise“ (182). Die Annahme, dass alle drei Religionen zum selben Gott beten, bedeute jedoch nicht, alle Wege „gleichzumachen und als gleichwirksame Heilswege zu betrachten“ (183f). Die zu achtenden Differenzen führen für Renz zu dem Resümee, dass Juden, Christen und Muslime trotz theologischem Konsens „kaum zusammen beten können, weil sie eben auf je verschiedene Weise zu dem einen und selben Gott beten“ (186) — wohl aber ein „Zusammen sein, um zu beten“ (Johannes Paul II.). Diesen Status quo der Redlichkeit in überschaubarer und gut lesbarer Form nochmals herausgearbeitet zu haben, ist der eigentliche Pluspunkt des Buches. Das macht es zu einer klärenden und weiterführenden Gesprächsgrundlage in Gemeindearbeit und Erwachsenenbildung.

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