Leserstimmen zu
Die letzten Rätsel der Bibel

Christian Feldmann

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Die letzten Rätsel ... werden zum Glück nicht einfach gelöst

Von: Lars Hillebold aus Kassel

11.08.2014

Feldmanns erster programmatischer Satz formuliert zurückhaltend und zugleich provokant: "Die Bibel ist das Buch, ohne das man nichts versteht." Um das Lob gleich zu Beginn festzuhalten: Feldmanns Buch ist ein Buch, mit dem man die Bibel besser versteht. In symbolisch nicht zufällig 12 Kapiteln wendet er sich 8 alttestamentlichen und 4 neutestamentlichen Mythen, Erzählungen und Themen zu: von Adam über die Königin von Saba bis zum Versuch der Deutung des Todes Jesu. Es gelingt Feldmann auf verschiedene Art und Weise die "Rätsel" der Bibel ins Gespräch zu bringen. Seine Dialogpartnerinnen sind die Archäologie, die Bibel selbst, die Literatur, die Naturwissenschaft, die Theologie und die Deutungen der Menschen im Laufe der Geschichte. Er bleibt dabei erfreulich "aufklärend" ohne zugleich dem rätselhaften und geheimnisvollen seinen Reiz zu nehmen. Er klärt auf, im besten Sinne des Wortes. Er lehrt ohne belehrend zu sein. Sein Buch bleibt an vielen Stellen voraussetzungsreich und ist mit gewissen theologischen Vorkenntnis leichter zu lesen. Zuglich ist es für den theologischen "Laien" ein Gewinn. Es sei also Pfarrerinnen wie auch Prädikanten und Lektorinnen gleichermaßen empfohlen, wie jedem anderen am Alten und Neuen Testament interessierten. Fledmanns Versuch, den "Mythos" als Begriff und Verstehenshilfe der Bibel neu zu beleben, scheint mir durchaus ein bedenkenswertes Konzept zu sein. Das Buch ist lesenwert und zur Anschaffung empfohlen, denn es bietet sich an, hier und dort immer mal zu stöbern und zu lesen. Für Gemeindearbeit ist es ebenso zu verwenden wie für die Lektüre am Abend. Einzig kritisch anmerken möchte ich den Schluss. Der wirkt auf mich theologisch zwar einerseits stringent, zugleich aber am Ende letztlich doch zu pastoral und predigtähnlich. Für mich löst er hier das Rätselhafte zu einseitig auf. Formeln wie Jesus lebt ... "bis heute" werden dem Mythos aus meiner Sicht nicht gerecht, lösen sie den Mythos doch zugleich in der Behauptung auf. Auf den letzten beiden Seiten verlässt Feldmann seine Linie des Erzählens, des Dialogs und hat selber das letzte Wort und nicht mehr der Mythos. Hier hätte ich mir den Mut gewünscht, die Kraft und das Rätselhafte des Mythos bis zum Ende durchzuhalten und stehenzulassen. Nichtsdestotrotz ein lesenswertes Buch!

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