Leserstimmen zu
Das Artefakt

Andreas Brandhorst

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Ich fürchte, ich habe mich als Neuling auf dem interstellaren Gebiet ein wenig übernommen. Inhibitoren, Fluktuatoren, Femtomaschinen und Interdiktoren. Keine Begriffe, die ihr kennt? Gut, ich nämlich auch nicht. Glücklicherweise gibt es im hinteren Teil des Buches ein umfangreiches Glossar, was zum Beispiel verrät, dass Inhibitoren kleine Waffen sind, die durch das Verschießen von Mikronadeln das Nervensystem der Zielperson blockieren. Die ersten 150 Seiten kam ich mir mehr oder weniger vor, als besuchte ich einen Universitätskurs fremder Begrifflichkeiten. So konnte ich nur mäßig der eigentlichen Geschichte folgen, die es durchaus in sich hat. Denn die menschliche Existenz steht auf der Schwelle zu höherem, wenn da nicht dieses Millionen Jahre alte Artefakt auf Heraklon wäre, dem Planeten, der den Frieden sichern sollte. Zusammen mit Rahil Tennerit, einem Missionar der Ägide (eine Art Hilfsorganisation), fliegen wir durch den Weltraum, nachdem man uns von den Toten zurückgeholt hat. An unserer Seite Sammaccan, ein Polymorpher, der sein Aussehen jederzeit verändern kann. Im Dienst der Ägide wollen wir herausfinden, was es mit dem Artefakt auf sich hat, doch irgendjemand vereitelt immer wieder unsere Pläne, so dass wir niemals anzukommen scheinen. Mir gefiel das Interludium am besten, der Mittelteil, in dem man etwas über Rahils Vergangenheit erfährt und bei dem dann so manche Entscheidung in der Zukunft klarer wird. Ungefähr zu diesem Zeitpunkt störte ich mich dann auch nicht mehr an den vielen neuartigen Begriffen, die der Autor scheinbar für jeden seiner Romane neu erfindet. Leider trug das wenige Verstehen meinerseits häufig dazu bei, dass ich der Geschichte hinterherhinkte, hin und wieder nicht mitbekam, was gerade passierte und warum wir nun waren, wo wir waren. Gegen Ende nehmen dann jedoch die Wiederholungen zu, so dass auch der Letzte mitbekommen haben sollte, worum es denn jetzt eigentlich geht. Auch blieben mir die handelnden Personen eher fern, so richtiges Mitgefühl blieb irgendwo im interstellaren Raum hängen. Fazit Alles in allem fand ich die Story interessant, die Möglichkeiten und beschriebenen Technologien spannend, wurde allerdings nicht so recht warm mit der Komplexität dieser Welt. Das trifft mit Sicherheit nicht auf jeden Leser zu, deshalb gibt es eine Leseempfehlung für alle, die sich schon ein wenig heimisch fühlen in den Weiten des Weltalls – kein Buch für Science-Fiction-Anfänger.

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