Leserstimmen zu
Flavia de Luce 4 - Vorhang auf für eine Leiche

Alan Bradley

Flavia de Luce (4)

(3)
(3)
(0)
(0)
(0)
€ 10,99 [D] inkl. MwSt. | € 11,30 [A] | CHF 16,90* (* empf. VK-Preis)

Mit Flavia ermitteln wir in einem dem kleinen Dörfchen samt de Luce Herrenhaus nahe London Ende der goldenen Zwanziger. Flavia, die viel gehänselte Jüngste der de Luce hat den Tot der Mutter immer noch nicht überwunden. Sie vergräbt sich in Mordermittlungen und plant in ihrem geheimen Labor diverse Gifttränke für ihre älteren Schwestern. Ihre Nase kann sie aus Geheimnissen kaum heraushalten und gerät dabei immer wieder in Gefahr. Dank ihrem treuen Butler Dodger schafft sie es, aus ihrer Einsamkeit, zum Leidwesen ihres Vaters, einen unwiderstehlichen Forscherdrang zu hervorzubringen. Flavia macht es einem einfach, sie zu mögen. Mit offenen Ohren und großem Herzen findet sie in jedem Menschen das Gute, hilft wo sie kann und bringt die Menschen zusammen. Ein Spaß für alle Krimifans der Nachkriegszeit, Freunde von Giftpflanzen und alten Apothekergläsern.

Lesen Sie weiter

Es weihnachtet auf Buckshaw, doch leider ist die weihnachtliche Besinnlichkeit nicht ungetrübt. Wegen der ewigen finanziellen Probleme sieht sich Colonel de Luce gezwungen, der Bitte einer Filmcrew nachzugeben - gegen Geld versteht sich - auf Buckshaw filmen zu dürfen. Außer dem Colonel und Dogger sind alle ziemlich angetan von diesem Trubel, schließlich kommen zwei sehr bekannte Schauspieler in das Herrenhaus. Flavia hat jedoch eigentlich etwas ganz anderes im Sinn. Sie will den Weihnachtsmann stellen, um ihren blöden Schwestern zu beweisen, dass es ihn wirklich gibt. Auch dieses Buch um Flavia ist sehr gelungen. Fast so als könnte man beim Lesen dieser Reihe nichts falsch machen. Zwar geht es etwas langsam los und man fragt sich, ob 11jährige tatsächlich noch an den Weihnachtsmann glauben (in den 50ern vielleicht), aber schnell entwickelt die Story ihren speziellen Flavia-Charme und alles ist gut. Etwas weniger gut ist es natürlich für die, die im Verlauf der Handlung zu Schaden kommen. Da hat der Autor mit viel Phantasie ein kleines Schauspieler-Drama erdacht, das mit großer Glaubwürdigkeit daher kommt. Doch auch Flavia kommt nicht zu kurz. Fast scheint es so, als stünde sie an der Schwelle einer Reife, die dem langsamen älter werden entspricht, was mir sehr gut gefallen hat. Und auch Buckshaw erhält eine neue Chance. Und den Weihnachtsmann gibt es vielleicht doch.....

Lesen Sie weiter

„nasskalte Nebelranken erhoben sich vom Eis wie gepeinigte Seelen, die ihre leibliche Hülle verließen.“ – Erster Satz Die Aufmachung: Das Cover ist typisch Flavia. Wir haben hier wieder einige Einzelheiten, die auf den Inhalt des Buches hinweisen, ohne irgendwas zu verraten. Wie immer steht Flavia im Mittelpunkt. Besonders nett sind hier so kleine Details, wie die gemusterte Tapete im Hintergrund oder der feine Schneefilm auf auf der Schrift. Das Setting: Anders als in den anderen Bänden ist Flavia diesmal nicht ermittlungstechnisch im Dorf Bishops Lacey unterwegs, sondern hat ein Heimspiel. Die Geschichte spielt ausschließlich auf Buckshaw, dem Anwesen der de Luces. Natürlich hat man schon vorher einige Einblicke in Flavias zu Hause gewinnen können, aber diesmal konnte man sich einen noch besseren Eindruck des Anwesens verschaffen. Der Plot: >> Im einst prächtigen, inzwischen jedoch ziemlich heruntergekommenen Herrenhaus der Familie de Luce mietet sich eine Filmcrew aus London ein. Doch kaum haben die glamourösen Dreharbeiten begonnen, geschieht das Unfassbare: Ein Mitglied des Ensembles wird tot nd damit entwickeln sich die Ereignisse ganz nach Flavia des Luces Geschmack. Die junge Hobbydetektivin ist davon überzeugt, dass sie den skrupellosen Mörder entlarven kann, und macht sich an die gefährlichen Ermittlungen...<< - Klappentext Erstmal möchte ich ein großes Lob aussprechen an die Verfasser dieses Klappentextes. Danke, das hier nicht gespoilert wurde, wer nun als Leiche herhalten musste, dass hätte nämlich ein ganzes Stück an Spannung gekostet. An diesem Band der Reihe hat mir besonders gut gefallen, dass nicht sofort mit der Tür bzw. Leiche ins Haus gefallen wurde. Alan Bradley baut erst ganz in Ruhe seine Geschichte auf und präsentiert dann unvermittelt das schreckliche Ereignis, sodass man als Leser schon fast wieder vergessen hat, worauf das Buch eigentlich abzielt. Ich war tatsächlich ein wenig entsetzt und habe umso mehr mitgefiebert, als die Ermittlungen losgingen. Flavia war als Hauptprotagonistin natürlich mitten drin und ist von einem Hinweis zum nächsten gestolpert. Auch schon bei den vorherigen Büchern hatte ich das Gefühl, dass die Gute manchmal mehr Glück als Verstand hat, wenn es darum geht Beweise zu finden. Und das will was heißen, bei so einem kleinen Genie. Die Auflösung kam für mich wieder etwas überraschend und ich hatte mal wieder bis zum Schluss keine Ahnung, wer der Täter ist. Die Protagonisten: Flavia ist eindeutig ein Unikat. Neben ihrer liebe zur Chemie und ihrer Freundschaft zum Haus... ja was eigentlich? Nennen wir ihn den guten Geist des Hauses "Dogger", ist sie wirklich außergewöhnlich schlau. Hat aber auch einen sehr ausgeprägten Drang zum makaberen. Noch beim ersten Band empfand ich Flavia etwas zu altklug, aber mittlerweile sind ihre Geschichten für mich zur Obsession geworden. Auch die Nebenfiguren sind durchaus alle Sympathiträger mit einzigartigen Schrullen. Egal ob Flavias Vater, der mit seiner Leidenschaft für Briefmarken auftrumpft oder ihrer ältesten Schwester Ophelia - kurz Feely -, die sich vor Verehren kaum retten kann. Ich mag Flavias Umfeld und fand es ganz spannend, wie sich auch die Nebenfiguren im Laufe der Bücher weiterentwickeln. Der Schreibstil und Umsetzung: Alan Bradley bedient sich eines trockenen Humors, denn man einfach nur als britisch Bezeichnen kann und lässt damit den englischen Landadel aus den 50er Jahren zum Leben erwachen. Ich bin sehr froh, dass er sich für diese Zeitepoche entschieden hat. In einem anderen Rahmen würden die Geschichten um Flavia nicht funktionieren. Zudem finde ich es faszinierend, wie er mich als Leser eingelullt hat und mir gleichzeitig eine überaus spannende Geschichte präsentiert hat. Fazit: Obwohl ich vom ersten Band eher minder begeistert war, muss ich zugeben, dass mich dieser Band regelrecht umgehauen hat. Diese Serie lohnt sich meiner Meinung nach nicht nur für Krimifans und solche die es werden wollen. Ich jedenfalls werde mich in aller Eile an den nächsten Band setzten und ihn verschlingen.

Lesen Sie weiter