Leserstimmen zu
Die Verjagten

Jan M. Piskorski

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Dieses Buch ist aufwühlend, erschütternd und informativ. Der Autor Jan M. Piskorski, einer der profiliertesten polnischen Historiker, erzählt die Geschichte des letzen Jahrhunderts aus der Sicht der verjagten Menschen. 80 Millionen Flüchtlinge sollen im 20. Jahrhundert in Europa unterwegs gewesen sein. Wir lesen Briefe von Vertriebenen, Geschichten von Flüchtlingsschicksalen oder Ausschnitte aus Gedichten, Romanen und Erzählungen. Eindrucksvoll erlebt der Leser, was es heißt, Flüchtling zu sein, aus seinem Haus vertrieben zu werden, den Schlüssel seiner Wohnung abgeben zu müssen und in eine ungewisse Zukunft hineingestossen zu werden. Die Europäer vergessen, dass die Erfahrung erzwungener Flucht in großem Umfang etwas ursprünglich Europäisches ist. Es begann mit den Balkankriegen am Anfang des letzten Jahrhunderts, mündete in zwei Weltkriegen und endete wieder am Balkan. Noch vor wenigen Jahrzehnten tobten im Kosovo ethnische Säuberungen, die Millionen Flüchtlinge verursachten. Betrachten wir die derzeitige Flüchtlingswelle in Europa, fragt man sich, ob Europa etwas aus seiner Vergangenheit gelernt hat. Jeder, der sich mit der aktuellen Syrien-Flüchtlingskrise beschäftigt, sollte dieses Buch gelesen haben. Die vielen Verweise auf Erzählungen und Romane regen zum weiteren Lesen an. Piskorski zitiert häufig Werke von Erich Maria Remarque, Isabel Allende oder Alexander Solschenizyn, aber auch viele andere unbekanntere Quellen finden Erwähnung.

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