Leserstimmen zu
Die gestohlenen Stunden

Sarah Maine

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Ich habe vor wenigen Tagen den Roman „Die gestohlenen Stunden“ von Sarah Maine beendet. Nachfolgend habe ich meine Gedanken zum Buch niedergeschrieben. Zur Autorin: Sarah Maine wurde in England geboren, wuchs dann aber in Kanada auf, bis sie in ihre Heimat zurückkehrte, um Architektur zu studieren. Schon als Kind lernte sie die einzigartige Schönheit Schottlands lieben, wenn sie dort mit ihren Eltern Urlaub machte, eine Tradition, die sie heute mit ihrer Familie fortführt. Sarah Maine lebt in York im Nordosten Englands. Zum Inhalt: Bhalla House, einst herrschaftlicher Stammsitz der Familie, ist wenig mehr als eine Ruine, als Harriet Deveraux auf der entlegenen Insel in den schottischen Hebriden ankommt, um ihr Erbe anzutreten. Doch der verheerende Zustand des Gebäudes bleibt nicht die einzige Überraschung: Unter den morschen Bodendielen wird ein menschliches Skelett gefunden, daneben ein Medaillon mit einer Haarlocke und einer Feder. Die Frage, welches Schicksal sich hinter diesem Fund verbirgt, lässt Harriet nicht mehr los, und sie stößt auf eine tragische Geschichte von Liebe und Verrat. Eine Geschichte, die sich hundert Jahre zuvor hier ereignet hat, deren Schatten aber bis in Gegenwart reicht … Mein Eindruck: Wie bei so vielen Romanen hat mich auch hier das Cover sehr angesprochen und in Verbindung mit dem Titel „Die gestohlenen Stunden“ war mein Leseinteresse geweckt. Man begibt sich auf die schottischen Hebrideninseln und besucht den heruntergekommenen Landsitz Bhalla House. Die neue Erbin Harriet wollte ein Luxushotel aufbauen, doch dabei stößt sie auf viele Schwierigkeiten. Als auch noch eine skelettierte Leiche gefunden wird, beginnt ein unglaubliches Abenteuer. Von der Gegenwart reist man ins Jahr 1910 und betritt einen herrschaftlichen Stammsitz der Familie um den Maler Theo Blake und seiner Ehefrau Beatrice. Dieser Roman von Sarah Maine spielt wie schon erwähnt auf zwei Zeitebenen, zwischen denen stets gewechselt wird. Beide Stränge werden spannend beschrieben. Die Autorin bringt dem Leser durch ihren ausdrucksstarken Schreibstil die Insel mit ihren Bewohnern und ihrer Tierwelt sehr nahe. Sie werden lebendig in ihrem Denken und Handeln und ich als Leser werde Teil dieser Gemeinschaft. Etwas verwirrend fand ich den Umgang mit den zeitlichen Angaben. Unter jedem Kapitel wird nur eine Jahreszahl angegeben, dies hatte bei mir zur Folge, dass ich öfters kein Zeitgefühl entwickeln konnte, ob Tage oder sogar Monate vergangen waren. Mein Urteil: Schöne Familiengeschichte, welche mit anschaulichen Naturbeschreibungen punktet. In einigen Situationen hätte ich mir mehr Tiefgründigkeit vorstellen können, doch trotzdem hat mir dieser Roman entspannende Lesestunden gebracht.

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Wie bei jedem anderen Buch hatte ich mir auch bei "Die gestohlenen Stunden" zuvor Gedanken gemacht. Gedanken darüber, was ich erwarte, was mir das Buch vorab verspricht oder besser, was ich mir von dem Buch verspreche. Ein historischer Roman, würde das Buch von Sarah Maine sein, soviel war klar. Ein historischer Roman, um eine Familiengeschichte, die bis in die heutige Zeit ragt. Kaum hatte ich das Buch begonnen, fühlte ich mich bestätigt, denn bereits im dritten Kapitel erfolgt die Reise in eine Zeit, weit vor unserer. Doch genau diese Zeitreisen, die das Buch durchziehen wie ein roter Faden, machen es umso verwirrender und umso einzigartiger. Hatte ich mich gerade erst in die Geschichte eingefunden, mich in Hetty und ihr schweres Erbe gefühlt, sprang die Geschichte 100 Jahre zurück und ich sah mich mit Beatrice und der Last einer unglücklich verheirateten jungen Frau konfrontiert. Ein geschickter Schachzug von Sarah Main, aber durchaus auch ein Mittel, das Leser vschrecken kann. "Die gestohlenen Stunden" ist kein Buch, das man mal eben im Vorbeigehen lesen kann, es erfordert zumindest auf den ersten 50-80 Seiten Konzentration, um die einzelnen Personen und Handlungsstränge zuordnen zu können. Erst wenn jeder seinen Platz in seiner jeweiligen Zeit gefunden hat, beginnt der Lesefluss und damit auch der pure Lesegenuss. Allen voran beginnt die Geschichte mit dem Fund eines mysteriösen Skelettes, dessen Herkunft und Identität ein Rätsel bleibt. Auch wenn Sarah Maine keinen Kriminalroman geschaffen hat, gelingt es ihr dieses eine große Rätsel spannend und undurchdringlich zu halten. Erst im letzten kapitel erfährt der Leser, um wen es sich tatsächlich handelt und ich kann mit ruhigen Gewissen sagen, dasss man auf die Lösung nicht so schnell gekommen wäre. Was allerdings nicht bedeutet, dass sie völlig realtätsfremd ist! Insgesamt lebt "Die gestohlenen Stunden" sicherlich von den Zeitsprüngen, den Fäden, die sich über 100 Jahre durch Generationen und Familien ziehen. Doch auch die Gefühlsebene kommt nicht zu kurz und nicht erst seit der Edelstein-Trilogie wissen wir es: "Liebe geht durch alle Zeiten!". Und so sind sich die Beatrice von damals und Hetty von heute am Ende näher und ähnlicher, als wir alle zunächst vermutet haben. Ob mit oder ohne Happy End möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht verraten, denn nichts gefällt mir weniger, als Rezensionen, die von Spoilern nahezu zerfressen sind. Fazit: "Die gestohlenen Stunden" von Sarah Maine ist anders. Zumindest anders, als man es erwartet, wenn man den Klappentext liest. Eine Geschichte, die ihren Anfang in der Vergangenheit genommen hat, lässt nicht zwangsläufig auf Zeitreisen schließen, die sich durch das ganze Buch ziehen. Ein geschickter Schachzug von Sarah Maine, der der ansonsten relativ einfachen Geschichte das gewisse Etwas gibt, auch wenn die Sprünge gerade zu Beginn häufig verwirren und den Einstieg in das Buch ein wenig holprig gestalten. Für Liebhaber von Romanen, die noch einen Hauch aus der guten alten Zeit beinhalten, von Romanen, die hoch oben an der See spielen und in denen auch die sagenhafte Natur eine Rolle spielt, die über das schlichte Dasein einer einfachen Kulisse hinausgeht, für all diejenigen ist das Buch von Sarah Maine unter Garantie ein Genuss. Insgesamt möchte ich dem Buch daher 4 von 5 Sternen geben.

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Harriet – Hetty – Deveraux ist die Erbin von Bhalla House, gelegen auf einer Insel in den schottischen Hebriden. Was einst ein herrschaftlicher Stammsitz der Familie war, ist heute kaum mehr als eine Ruine. In dieser wird ein Skelett gefunden. Was ist vor vielen Jahren hier passiert? Hetty möchte diesem Rätsel auf den Grund gehen. Eigentlich hätte aus Bhalla House ein Luxushotel mit eigenem Golfplatz und Spa entstehen sollen – so die Pläne von Hettys Freund Gilles. Doch als Hetty vor der Ruine steht, ist fraglich, ob aus dieser jemals wieder ein Haus werden kann. Die Einheimischen sind nicht gerade begeistert, als sie hören, dass direkt neben ihrem Vogelschutzgebiet ein Hotel entstehen soll. James Cameron versucht Hetty von ihren Hotelplänen abzubringen, das Haus sei nicht mehr zu retten. Gilles jedoch sendet in ihrem Namen Gutachter zur Ruine, die der Meinung sind, dass es zwar teuer aber machbar wäre, hier ein Hotel entstehen zu lassen. Hundert Jahre zuvor trifft Beatrice auf Bhalla Strand ein. Sie hat den erfolgreichen Maler und Gutsherr von Bhalla House, Theo Blake, geheiratet. Sie lernt die Pächter und ihre Familien kennen, doch das damalige Standesdenken lässt eine Freundschaft eigentlich nicht zu. Was erschwerend hinzukommt ist die Vergangenheit zwischen Gutsherr und Pächter. Ein alter Streit ist längst noch nicht vergessen und schwelt noch immer unter der Oberfläche. In Sarah Maines Roman steht nicht das gefundene Skelett und die Aufklärung, wer es ist. Es geht vielmehr um die Menschen von damals und heute. Hetty, die nicht weiß, wie sie mit Bhalla House verfahren soll. Dazu kommt noch ihre Beziehung mit Gilles, der alles und jedes für sie über sie hinweg entscheidet. Beatrice wiederum liebt die Insel und ihre Bewohner. Doch ihre Beziehung zu Theo wird immer schwieriger. Sie kommt nicht mehr an ihn heran. Denn Theo verliert sich in seiner Vergangenheit, als er mit seiner großen Liebe auf der Insel glücklich war. Doch das kann er Beatrice nicht sagen, und so entfernen sich die beiden immer mehr voneinander. Der Autorin ist mit „Die gestohlenen Stunden“ ein gefühlvoller Roman gelungen. Der Leser kann sich in alle Hauptfiguren hineinversetzen. Je mehr sich Vergangenheit und Gegenwart näher kommen, desto geheimnisvoller wird die ganze Sache. Der Schreibstil ist flüssig, und dadurch ist die Geschichte leicht zu lesen. Unvorhergesehene Wendungen sorgen dafür, dass die Spannung erhalten bleibt. Als schließlich das Geheimnis um die Identität des Skelettes gelüftet wird, finden Vergangenheit und Gegenwart zusammen. Jeder, der gerne Romane mit Familiengeheimnissen, -geschichten oder -dramen liest, wird an diesem Roman seine Freude haben. Lesenswert ist er auf jeden Fall. Ich danke dem Bloggerportal und dem Goldmann-Verlag für die Zusendung dieses Rezensionsexemplares.

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Inhalt Hetty ist begeistert als sie ein großes Haus mitten auf einer Insel in Schottland erbt. Sie und ihr Freund schmieden bereits Pläne, was sie mit diesen Haus anstellen würden. Es soll ein Neuanfang für Hetty sein. Doch kaum bei ihrem neuen Haus angekommen jagt eine Katastrophe die nächste. Das Haus ist sehr alt und renovierungsbedürftig. Zu allem Überfluss findet der gut-aussende Verwalter des Hauses auch noch ein Skelett unter den Bodendielen. Für Hetty steht fest: Sie muss etwas über das Haus und ihren Vorfahren, die in diesem Haus lebten, herausfinden. Doch kann sie das Geheimnis um das Skelett lesen und die Inselbewohner davon überzeugen das es eine gute Idee ist, aus dem Haus ein Hotel zu machen? Meine Meinung Cover Das Cover zeigt das alte Haus (Bhalla House) auf der Insel stehen. Seitlich sieht man am Cover eine Blume. Das Meer sieht einladend aus und die Sonne scheint durch die Wolken. Ein insgesamt sehr schönes Cover. Buch allgemein Das Buch wird aus drei Sichten erzählt. Die Personen sind immer mit dem Haus verbunden und es wird aus verschiedenen Zeiten beschrieben. Mit Hetty, die Person aus der Gegenwart, die das Haus geerbt hat, wurde ich zuanfang nicht warm. Manche ihrer Handlungen konnte ich nicht nachvollziehen. Am Ende fand ich ihre Entscheidung gut und sehr passend. Ganz anders war es mit Beatrice und Emily. Beatrice zog mit ihrem Mann Theo nach der Hochzeit nach Bhalla House und man konnte ihre Verzweiflung gegenüber ihrem Mann sehr gut nachempfinden. Auch Theo konnte ich gut verstehen und fand es sehr schön, wie die Autorin Stück für Stück die Geheimnise des Mannes aufgedeckt hat. Bei Emily Theos Schwester, war es etwas schade, das sie so wenig vorkam, den die kurzen Augenblicke mit ihr, haben sie sehr liebenswert gemacht. Die Männer in diesem Buch hatten viele Geheimnisse und manchmal konnte ich sie nicht so ganz verstehen. Mit dem Thema der Vögel die auf der Insel lebten und leben, hat die Autorin dem Leser die Natur Schottlands näher gebracht. Generell war die Landschaft immer toll und anschaulich beschrieben, was zu einem an den Bildern lag, die entweder gemalt oder fotografiert wurden und so die Umgebung der Person gut beschrieben hat und zum anderen an den vielen Spaziergängen die gemacht wurden und den Leser ein Stück mit auf die Insel genommen hat. Der Schreibstil war sehr flüssig und mit den vielen Geheimnissen und Wendungen im Buch wurde es nicht langweilig. Ich habe das Buch kaum aus der Hand legen können und war enttäuscht als alle Geheimnisse gelüftet waren und das Buch zu Ende war Was das Buch besonders macht Ich liebe es, wenn Bücher von verschieden Sichten erzählt werden. Durch die Idee mit den unterschiedlichen Jahren konnte man sehr gut den Verfall des Hauses und vor allem der Menschen nachvollziehen. Trotzdem hatte ich gerade am Anfang Schwierigkeiten zu verstehen, wer jetzt zu wem gehört und in welcher Zeit man sich gerade befindet. Das änderte sich aber im Verlaufe des Buches und irgendwann wusste ich es dann auch. Kaufempfehlung Ja, ich bin von diesem Buch begeistert.

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Über das Buch: Verlag: Goldmann (Link zum Buch) Format: Taschenbuch Genre: Roman ISBN: 9783442493426 Preis: 9,99Euro Erschien: März 2016 Originalsprache: Englisch Originaltitel: Bhalla Strand erschien 2014 Gelesen vom 14.4. - 22.4.2016 Vielen Dank dem Goldmann Verlag und dem Bloggerportal für das kostenlose Rezensionsexemplar! Inhalt: Bhalla House, einst herrschaftlicher Stammsitz der Familie, ist wenig mehr als eine Ruine, als Harriet Deveraux auf der entlegenen Insel in den schottischen Hebriden ankommt, um ihr Erbe anzutreten. Doch der verheerende Zustand des Gebäudes bleibt nicht die einzige Überraschung: Unter den morschen Bodendielen wird ein menschliches Skelett gefunden, daneben ein Medaillon mit einer Haarlocke und einer Feder. Die Frage, welches Schicksal sich hinter diesem Fund verbirgt, lässt Harriet nicht mehr los, und sie stößt auf eine tragische Geschichte von Liebe und Verrat. Eine Geschichte, die sich hundert Jahre zuvor hier ereignet hat, deren Schatten aber bis in Gegenwart reicht ... Das Cover: Das Cover ist ein Traum. Man fühlt sich gleich, als ob man im Urlaub wäre, wenn man sich das Cover anschaut. Die ersten 3 Sätze: Die Frau, eine dunkle Silhouette vor grauen Mauern, schaute kurz vor der alten Auffahrt aus hinauf zu den mit Brettern vernagelten Fenstern, bevor sie das Haus den Rücken zukehrte und zu dem Feuer am Strand hinunterging. Menschen bewegten sich in den rauchgeschwängerten Schatten, kleine Gruppen, die nach der spannenden Versteigerung noch staunend verhaarten. Als sie sich ihnen nähert, eine hagere Fremde im schwarzen Mantel, wichen sie raunend zurück. Meine Meinung: Am Anfang kam man schwer in das Buch rein, weil es ert langsam die Fahrt aufnimmt. Die Spann ung baut sich erst langsam auf. Der Schreibstil ist flüssig und ist in Erzählform geschrieben. Ich liebe ja Bücher, wo die Protagonisten rausfinden wollen, was früher war und warum es jetzt so ist. Das ist auch hier in dem Buch so. Aus Briefen von früher bekommen die Polizisten langsam raus, was für eine Geschichte das Skelett mit sich bringt. Mir hat gut gefallen, das die Protagonistenso gut beschrieben wurden. Auch das man nicht sofort wusste, wer der Täter und das Opfer ist. Man konnte so richtig schön miträtseln. Es war aber kein Krimi oder Thriller, sondern eher eine schöne Liebesgeschichte, um eine Liebe die nicht sein darf. Sarah Maine hat es richtig gut geschafft, das man sich ins Jahr 1910 zurückversetzt fühlt. Sie hat sehr bildlich geschrieben, so daß man sofort vor Augen hatte, was sie meinte. Fazit: Kann man schön zwischendurch lesen. Über die Autorin: Sarah Maine wurde in England geboren, wuchs dann aber in Kanada auf, bis sie in ihre Heimat zurückkehrte, um Architektur zu studieren. Schon als Kind lernte sie die einzigartige Schönheit Schottlands lieben, wenn sie dort mit ihren Eltern Urlaub machte, eine Tradition, die sie heute mit ihrer Familie fortführt. Sarah Maine lebt in York im Nordosten Englands.

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Die Hebrideninseln Gegenwart: Harriet hat eine Erbschaft gemacht und begibt sich auf eine Hebrideninsel, wo sich Bhalla House befindet, das Haus ihrer Vorfahren. Eigentlich hatte sie den Plan, aus Bhalla House ein Luxushotel zu machen, doch der Zustand des Hauses steht nicht zum Besten und auch der herbeigerufene Gutachter, James Cameron, hat keine guten Nachrichten. Bei der Begehung des Hauses entdeckte er eine skelettierte Leiche, so dass sich jetzt erst einmal die örtlichen Behörden darum kümmern müssen. Und es sieht dazu ganz danach aus, als ob der Mensch eines gewaltsamen Todes zum Opfer fiel. Wer kann nur der oder die Tote sein? Harriet weiß nichts darüber. Familienmitglieder sind längst tot und auch die Insulaner tappen im Dunklen. Als James Harriet dann auch noch anvertraut, dass das Haus nicht mehr zu retten ist und eigentlich komplett abgerissen werden müsste, ist sie erschüttert. Doch ihr Lebensgefährte Giles und engagierte Anwälte und Investoren wollen nicht so schnell locker lassen. Schließlich sei Bhalla House der Familiensitz des berühmten, bereits verstorbenen, exzentrischen Malers Theo Blake… Bhalla House 1910: Der Maler Theo Blake bringt seine frischgebackene Ehefrau Beatrice aus der fernen Stadt mit. Beatrice ist bezaubert von der Insel, die ihr so ursprünglich und wild erscheint und arrangiert sich auch schnell mit der einhergehenden Beschaulichkeit, die sie hier umgibt. Sie liebt es, lange Spaziergänge zu machen und die dort nistenden Vögel zu beobachten. Doch zu ihrem Verdruss verändert sich Theo immer mehr. Er hat nur noch sein Projekt im Kopf, vernachlässigt sie und schließt sie bei vielen Unternehmungen ganz aus. Stattdessen sucht er ständig die Nähe seines Angestellten Cameron. Warum ihm der junge Mann so wichtig ist, erschließt sich Beatrice nicht. Obwohl sie anfangs eifersüchtig ist auf Cameron, freundet sie sich doch schließlich mit ihm an und entdeckt, dass sie viel Gemeinsames haben. Im Gegensatz zu Theo, einem passionierten Vogelkundler und Jäger, der nicht davor Halt macht, Vögel auf seinem Land abzuschießen, um sie für seine Forschung ausstopfen zu lassen, geht es Cameron in erster Linie darum, die Tiere zu schützen. Überhaupt will er nur das Beste für die Inselbewohner, die am Rande des Existenzminimums leben. Dafür geht er auch keiner Auseinandersetzung mit Theo, der eine andere Meinung hat, aus dem Wege… Da ich Romane, die im Stile einer Kate Morton oder Katherine Webb, geschrieben wurden, sehr mag, wurde ich dann auch schnell auf „Die gestohlenen Stunden“ von Sarah Maine aufmerksam. Sie lässt ihren Roman gleich auf zwei Zeitebenen spielen und man erfährt, immer im Wechsel, welche Geheimnisse Bhalla House und die Insulaner im Laufe der Jahrzehnte zu verbergen gelernt haben. Ich fand dazu beide Handlungsstränge spannend geschrieben. Einen großen Reiz macht aber auch das Setting des Romans aus. Sarah Maine gelingt es durch ihren ausdrucksstarken Schreibstil, die Insel und ihre Bewohner so lebendig und bildhaft erscheinen zu lassen, dass man alles so genau vor seinem geistigen Auge sieht, als wäre man selbst Zeuge des Geschehens. Besonders die stimmungsvollen Naturbeschreibungen hatten es mit angetan und ich habe zudem mit Beatrice und Cameron mitgelitten und mitgefiebert. Die Autorin lässt daneben auch politische Ansichten der Menschen des damaligen Zeitgeschehens miteinfließen, was dem Roman zusätzliche Würze verleiht, weil man ihr Handeln dadurch noch etwas besser nachvollziehen kann. Eine tragische Figur in diesem Roman stellt der Maler Theo dar, zu dem man leider sehr schlecht einen Zugang findet, dessen Motive man aber durchaus verstehen kann. Bis zuletzt hofft und bangt man ob eines Happy Ends, und auch die Spannung bleibt bis fast zum Schluss gewahrt, wenn man endlich erfährt, wer der /die verscharrte Tote im Haus ist und welche Verhältnisse diverse Familienmitglieder und Insulaner miteinander hatten. Im Handlungsstrang, der in der Gegenwart angesiedelt wurde, muss dagegen eine junge Frau namens Harriet lernen, sich durchzusetzen und sich klar zu machen, was sie will. Dieser Weg gestaltet sich leider ein wenig steinig, ich hätte mir gewünscht, dass Harriet ein wenig durchsetzungsfreudiger gewesen wäre; daher auch der kleine Punktabzug. Aber, auch sie lernt im Laufe der Geschichte dazu. Die Liebesgeschichte von Harriet wirkt dazu ein wenig zu kurz abgehandelt für meinen Geschmack, doch abgesehen davon habe ich mich gut unterhalten gefühlt von Sarah Maines „Die gestohlene Stunden“ und hoffe sehr, dass weitere Übersetzungen der Autorin folgen werden. Kurz gefasst: Geheimnisvolle, atmosphärisch dichte Familiensaga auf einer windumtosten Hebrideninsel spielend.

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