Leserstimmen zu
Eine kurze Geschichte der Menschheit

Yuval Noah Harari

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Ich muss schon sagen Emma, wenn ich höre, wie du deinen eigenen Verstand mißbrauchst, bin ich fast geneigt dir zuzustimmen. Lieber gar keinen Verstand haben, als ihn so falsch anzuwenden wie du. (Jane Austen) Reizvoll finde ich bei der kurzen Geschichte eines solch riesenhaften Themas, entscheidende und wesentliche Entwicklungen zeigen zu wollen und begreiflich zu machen. Dass es sie mehr oder weniger wesentlich und sinnvoll gegeben hat und dass sie als solche reflektiert und formuliert werden können, erscheint verlockend, allerdings auch gerade für den Teil unseres Menschseins und der Menschheit, welche sich zu einer ungeheuerlichen Anmaßung und Selbstermächtigung über andere Teile und alles andere Leben haben hinreißen lassen. Auf was es dem entgegengesetzt wirklich ankommt, ist Bereitschaft und Fähigkeit zum Diskurs oder Dialog und eine engagierte und auch (selbst)konfrontative Auseinandersetzung mit Geschichte: Menschen sind soziale Wesen durch und durch, die Evolution ihrer besonderen Intelligenz und von Zivilisation, ist im wesentlichen Kooperation und zwischenmenschliche Interaktion.[2] Auch in dieser kurzen Geschichte wird das gleich im Buchdeckel hervorgehoben und ist wiederkehrendes Thema vieler Kapitel. Was sicher zum wichtigsten Grund für unsere Intelligenz wurde, ist allerdings auch zum dunkelsten und zerstörerischsten Teil unserer Geschichte geworden: Nach einer These die sich immer mehr durchsetzt und auch von H. überzeugend vertreten wird, hat der Homo sapiens als Jäger und Sammler durch raffinierte Kooperation anfangs noch kleiner Gruppen überall wo er auftauchte, den größten Teil der Megafauna ausgerottet und nach der gleichen Methode alle weiteren Menschengattungen, wie z. B. den Neandertaler (S. 88)[3]. Ausdifferenzierung, Vielfalt, Vitalität und Komplexität, ist zweifellos wesentliche Grundlage von dem, was wir (Selbst)Reflexionsfähigkeit und Intelligenz nennen können. Schon in Zeiträumen, die gern „Vorgeschichte“ genannt werden, hat der Homo sapiens seine Weisheit negiert und umgekehrt; zur negativen Intelligenz gemacht und gegen sich selbst und ihre Grundlagen gerichtet. Wir sollten uns meine ich viel mehr in Forschung und Theorie die Frage stellen, wie ursächlich und wesentlich dies zu Militarismus, Rassismus, Nationalismus und Sexismus geführt hat. In meiner Rezension soll es darum gehen, die wackeligen und unklaren Thesen und Behauptungen dieser kurzen Einleitung zu erläutern und zu begründen. ... "Götter, Geld, Menschenrechte und Gesetze gibt es gar nicht – sie existieren nur in unserer kollektiven Vorstellungswelt. Dass „primitive Menschen“ ihre Gesellschaft zusammenhalten, indem sie an Geister glauben und bei Vollmond um ein Feuer herumtanzen, verstehen wir sofort. … Im Grunde sind Unternehmer und Anwälte (allerdings) gar nichts anderes als mächtige Zauberer. Die Geschichten die sich moderne Juristen erzählen, sind sogar noch viel sonderbarer als die der alten Schamanen." (S. 41) ... Aber kann etwas, das so weitreichende Folgen und Wirkungen hat, irgendwie und eigentlich gar nicht sein? Seine Formulierung scheint mir an diese Stelle bestenfalls misslungen zu sein. Mal auf die Gefahr hin als humanistischer Träumer und Idealist dazustehen; aber ist es wirklich so unmöglich, dass sich Menschenrechte vielleicht doch etwa selbst als Teil der realen Biologie begründen und ableiten lassen? Bzw. als Teil von Natur, Leben und Intelligenz? Würde es nicht doch der Mühe lohnen, ehe man Menschenrechte wie nebenbei mitsamt Göttern und Geld als „erfundene Ordnung“ (S. 131) über den Haufen wirft? Weiterlesen: https://www.fuehlenunddenken.de/2017/04/02/seine-meine-oder-eine-kurze-geschichte-der-menschheit/

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