Leserstimmen zu
Im Auge des Betrachters

Damion Searls

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Der weltweit berühmte Rorschach-Test ist längst nicht mehr nur ein Verfahren, das im Rahmen psychoanalytischer Untersuchungen angewandt wird. Mit dem Einzug der Tintenkleckse in die Pop-Kultur zeigte sich die Faszination der breiten Masse von dieser scheinbar simplen Methode zur Aufdeckung tief verborgener Persönlichkeitsmerkmale. Angesichts der zahlreichen Mythen rund um die Funktionsweise des Tests, war es mir ein Anliegen, mich genauer mit den Umständen seiner Entstehung und den Intentionen des Erfinders auseinanderzusetzen. Das Buch folgt einem chronologischen Aufbau und begleitet Hermann Rorschach durch seine Kindheit, die Jahre der Orientierung im Jugendalter und schließlich seinen Werdegang als angesehener Psychoanalytiker. In der ersten Hälfte des Buchs erhält der Leser wirklich sehr detaillierte Einblicke in die Ansichten, Träume und Denkweise eines bemerkenswerten Menschen, der sich durch seine künstlerischen Fähigkeiten und sein aufrichtiges Interesse an seinen Patienten von seinen Fachkollegen abhebt. Gestützt von zahlreichen Fotografien und Abbildungen von Rorschachs Zeichnungen erzählt der Autor nicht nur das Leben des Schweizers nach, sondern vermittelt auch dessen Annahmen zur menschlichen Psychologie und zum Leben als Ganzes sehr ausführlich. Die zweite Hälfte des Buchs beschäftigt sich hauptsächlich mit dem Test selbst. Was zeichnet genau diese zehn Tintenkleckse aus? Wie werden die Antworten der Probanden interpretiert? Sind die Ergebnisse reliabel und intersubjektiv nachvollziehbar? Auch die Verbreitung des Tests wird beschrieben – hierbei stößt dieser unvermeidbar auf Kritik anderer Psychoanalytiker. Der Streit innerhalb des Fachs und die Versuche, die Funktionalität des Tests nachzuweisen, werden ausführlich behandelt. Am Ende des Buchs bleiben keine Fragen des Lesers mehr offen. Durch die sehr ausgeprägte biographische Komponente ergeben sich im Verlauf des Buches einige Längen, die meiner Ansicht nach etwas gekürzt werden hätten können. „Im Auge des Betrachters“ richtet sich somit wirklich nur an ein Publikum, das auch Interesse an der Person hinter dem Test hat. Insgesamt würde ich das Buch jedoch jedem empfehlen, der sich gerne mit psychoanalytischen Verfahren auseinandersetzt.

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