Leserstimmen zu
Der kleinste Kuss der Welt

Mathias Malzieu

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Bezaubernd

Von: Nomadenseele

06.12.2015

Aufmerksam geworden bin ich auf das Buch, weil Benjamin Lancombe, dessen Grafikstil ist sehr mag, das Cover gestaltet hat. Ich weiß nicht, wie oft ich während des Lesens das Cover angesehen habe - sehr oft jedenfalls. Wenn ich gewusst hätte, dass es sich um ein Buch handelt, in welchem Musikinstrumente auf Bäumen wachsen, Kampfeichhörnchen Skatebords ziehen und es Detektiv - Papageien gibt, ich hätte mich nicht auf das Buch eingelassen. Zum meinem Glück wusste ich es nicht und so durfte ich eine Geschichte voller Magie lesen, die vor Einfallsreichtum nur so sprüht und sehr poetisch ist. Wer wirklich einmal etwas komplett anderes lesen möchte, für den ist das Buch genau richtig. Auch der Twist gegen Ende der Geschichte war einfach süß. Fazit Wer sich von als Pralinen verpackte Küsse verzaubern lassen kann, sollte das Buch unbedingt lesen.

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"Der kleinste Kuss der Welt. Ein grelles Licht, und dann nichts. Sie war fort. Als wäre ihr Mund ein magischer Schalter – wenn man ihn umlegt, löst sie sich in Luft auf. Ich hörte sie davongehen, hörte ihre Schritte verklingen. Sie war also gar nicht verschwunden, sie war bloß unsichtbar geworden! " So beginnt die Geschichte des etwas einsamen Erfinders, der mit diesem Kuss wieder von seiner Melancholie erwacht und diese wundersame und unsichtbare Frau wiederfinden möchte. Mithilfe eines ganz besonderen Papageis, einer Apothekerin und eines Detektiven macht er sich auf die Suche nach ihr..... Ein ganz besonderes kleines Märchen. Jeder Satz ist wie ein kleiner Schatz, der am besten laut ausgesprochen werden müsste, um die Magie dieser Worte zu spüren. Sehr skurril, ein wenig verrückt. Wie in einem Traum, in dem alles möglich sein kann. Explodierende Sterne, Kampfeichhörnchen, Küsse aus Schokolade.... Sehr eigen und speziell und doch so passend und so schön.... Mathias Malzieu schafft es auf eine ganz andere Art, Liebe zu beschreiben und zu definieren. Die Fantasie kennt keine Grenzen, die Wörter werden zu sanfter, magischer Poesie, die stetig in der Luft flirren und tanzen... Ein Buch in dieser Art habe ich noch nie gelesen. Ich war entzückt, verwirrt, traurig, gespannt, voller Wehmut und Liebe... Die Worte haben mich getragen und mich eingehüllt und wieder weggerissen, um mich gleich wieder aufzunehmen. Es war toll!!! Ein kleines Buch voller Gefühle und Zärtlichkeit, poetischer metaphorischer Ausdrücke, Verrücktheit und Eigensinn. Das Buch hat einen ganz speziellen Charakter, der mich komplett überzeugt hat und mich schwärmen lässt!!! Das muss man gelesen haben!!! Note: 5/5

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Nach seinen Kunstmärchen „Die Mechanik des Herzens“ und „Metamorphose am Rande des Himmels“ sowie der Verfilmung des erstgenannten Werks unter dem Namen „Jack und das Kuckucksuhrherz“ betritt der französische Autor Mathias Malzieu mit „Der kleinste Kuss der Welt“ erneut die literarische Bühne großer Poesie. Der neben seiner schriftstellerischen Tätigkeit ebenfalls als Musiker in der Band Dionysos aktive Malzieu erschuf bereits mit seinem Erstwerk Traumwelten zum Leben und säte seine Vorstellung von Romantik und Liebe auf metaphorische Art in die Herzen seiner LeserInnen. Keine Ausnahme bildet diesbezüglich seine Veröffentlichung „Der kleinste Kuss der Welt“, die ähnlich starke Bilder in die Köpfe der Konsumenten pflanzt. [...] Weiterlesen unter: http://www.deepground.de/book-review/mathias-malzieu-der-kleinste-kuss-der-welt/

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Die Buchgestaltung von "Der kleinste Kuss der Welt" ist atemberaubend. Das Buch ist vermutlich das schönste Buch, dass ich jemals in den Händen gehalten habe. Nicht nur das Cover gefällt mir ausgesprochen gut, auch im Inneren des Buches haben die Gestalter ganze Arbeit geleistet. Meine Erwartungen an dieses Buch waren recht hoch. Schon lange wollte ich ein Werk von Mathias Malzieu lesen und versprach mir ein einzigartiges, poetisches Erlebnis. Dies habe ich zum Teil auch bekommen. Das Buch umfasst 144 Seiten, wovon nur ca. 118 Seiten die eigentliche Geschichte ausmachen. Dementsprechend schnell, sollte das Buch packen und begeistern. Leider fiel mir ausgerechnet der Einstieg in die Geschichte recht schwer. Ich hatte meine Probleme, mich auf die Handlung einzulassen. Doch nach einigen Seiten konnte dann auch ich mich in eine Welt von sprechenden Papageien, Kuss-Pralinen und unsichtbaren Frauen fallen lassen. Der Schreibstil von Mathias Malzieu ist wirklich etwas ganz besonderes und ich kann denen, die das Buch als poetisch bezeichnen, nur zustimmen. Der Schreibstil ist genau der Grund, weshalb ich die Geschichte dann doch noch genießen konnte. Meine Kritik betrifft leider die Handlung. Die Grundidee und auch deren Umsetzung sind nicht schlecht, allerdings konnten mich weder die Handlung noch die Protagonisten berühren. Einzig der Plottwist am Ende, den ich wirklich nicht kommen sah, konnte mich überraschen und hat mir sehr gut gefallen. Fazit: Ein wunderschönes Büchlein, das mich vor allem durch die liebevolle Gestaltung und den besonderen Schreibstil überzeugen konnte. Die Geschichte selbst war leider nicht mein Fall.

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Es gibt Geschichten, die derart skurril oder absurd sind, dass sie aus der Feder der meisten Autoren nur peinlich trashig würden. Nur wenige Autoren vermögen es, selbst die merkwürdigste Idee zu einer magisch-schönen Geschichte zu verwandeln. Einer dieser Wunder-Schriftsteller ist Mathias Malzieu, der mit seinem Edward-Scissorhands-ähnlichen Roman „Die Mechanik des Herzens“ ganze Leserscharen in seinen Bann zog und längst kein Geheimtipp mehr ist. Mit „Der kleinste Kuss der Welt“ liegt seit Ende August dieses Jahres der dritte ins Deutsche übersetzte Roman des Musikers und Autors vor – und wie die beiden Vorgänger steckt auch dieser voller Magie, Poesie, Liebe und Skurrilitäten. Im Mittelpunkt steht auch dieses Mal wieder ein verliebter Mann, der dieses Mal jedoch kein Mensch mit Kuckucksuhrenherz ist oder in der Metamorphose zum Vogel steckt – nein, dieses Mal ist unser Ich-Erzähler ein Erfinder, der just von seiner Liebsten sitzengelassen wurde und nun wieder von vorne anfangen muss. Während eines Tanzabends begegnet er einer betörend schönen und geheimnisvollen Frau – doch als er sie küsst, wird sie unsichtbar und verschwindet. Unser nun neu-verliebter, romantischer Erfinder will sich damit nicht zufrieden geben und setzt sich in den Kopf, die unbekannte Unsichtbare wiederzufinden. Unterstützung erhält er dabei von einem alten Detektiv und dessen Papagei. Papagei? Ja, Papagei – aber natürlich kein gewöhnlicher, sondern einer, der Frauen anhand von Stimme, Orgasmen, Geruch und den Empfindungen des verliebten Mannes ausfindig machen kann. Das hört sich merkwürdig an und tatsächlich dachte ich anfangs: „Monsieur Malzieu, jetzt haben Sie es aber gehörig übertrieben mit Ihrer übersprudelnden Fantasie. Wie soll ich das denn ernst nehmen können?“ Doch wie ich eingangs erwähnte, gehört Mathias Malzieu zu dieser seltenen Gattung von Autoren, die jeder Idee einen großartigen Zauber verleihen können. Und so gelingt es dem Frontmann der Band Dionysos auch in diesem Fall, zu überzeugen und etwas von der Verliebtheit des Protagonisten auf uns Leser zu übertragen. Das liegt vor allem an Malzieus unverkennbarem, poetischen – und von Sonja Finck wieder hervorragend ins Deutsche übertragenem – Stil, der selbst die unangenehmsten Ereignisse zauberhaft und wunderschön klingen lässt, aber auch an seinen kreativen Wortschöpfungen, außergewöhnlichen Metaphern und nicht zuletzt seinen wie immer einzigartigen Plot- und Charakterideen. Malzieus Bücher zu lesen, ist immer, als wäre man trunken vor Liebe und Endorphin-Zaubertränken – man verfällt von der ersten Seite an dem Charme des Schreibstils und lässt sich blindlings von ihm forttragen. Verglichen mit „Die Mechanik des Herzens“ konnte mich „Der kleinste Kuss der Welt“ aber trotz all dieser stilistischen Wunderbarkeiten nicht durchgehend packen. Ich mag die Idee, die Figuren, von denen ich vor allem Apothekerin Louisa ins Herz schloss und auch das Ende … irgendwie zumindest, denn einerseits habe ich mir genau diese Auflösung gewünscht, andererseits war ich fast ein wenig enttäuscht, dass mir mein Wunschende gewährt wurde (sind wir Leser nicht ein merkwürdiges Völkchen?). Doch so intensiv mitgefiebert, verzweifelt, geflucht, geschwärmt und mich gefreut wie bei „Die Mechanik des Herzens“ habe ich mich leider nicht. Allerdings liegt das nicht an „Der kleinste Kuss der Welt“ selbst. Das „Problem“ ist einfach der durch und durch perfekte Vorgänger, den man wohl nicht oder höchstens sehr schwer übertrumpfen kann. Abgesehen davon war „Die Mechanik des Herzens“ komplexer: Erstreckt sich die Handlung in „Der kleinste Kuss der Welt“ lediglich über ein paar Monate, begleiteten wir den Protagonisten aus „Die Mechanik des Herzens“ fast ein ganzes Leben lang – klar, dass man zu Charakteren, denen man beim Aufwachsen zusehen kann, eine stärkere Bindung aufbaut. Daher ist meine weniger intensive Leseliebe keineswegs auf die Qualität von „Der kleinste Kuss der Welt“ zurückzuführen und der Roman um den Erfinder und seine unsichtbare Geliebte ist die Lektüre mehr als wert. Wer es wie ich liebt, wenn Autoren und andere Kreative ihre einzelnen Projekte miteinander verbinden, hat bei „Der kleinste Kuss der Welt“ übrigens gleich doppelten Grund zur Freude: Zum einen hat die Covergestaltung erneut der einfach nur grandiose Benjamin Lacombe übernommen, was Malzieus Bücher zu einer optischen Einheit macht; zum anderen wird in einer Szene in „Der kleinste Kuss der Welt“ der von Mathias Malzieu/ Dionysos erfundene Tanz Bird’n’Roll getanzt, zu dem Dionysos einen Song komponierte, welcher wiederum auf Malzieus Roman „Metamorphose am Rande des Himmels“ beruht. Allein deswegen lohnt es sich, Malzieus Gesamtwerk weiter zu verfolgen – ich bin überzeugt, uns wird in den kommenden Jahren noch viel Wunderbares aus seiner Feder erwarten. Fazit: Poesie, Liebe und Erotik pur, dazu ein Schuss Skurrilität – Mathias Malzieus „Romanrezept“ ist erneut aufgegangen und sorgt für puren Lesegenuss.

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Meine Meinung: Als ich das Buch das erste Mal in den Händen hielt und die Inhaltsangabe gelesen habe, habe ich eine schöne romantische Liebesgeschichte erwartet. Aber das Buch ist so viel mehr als das. Die Geschichte wird uns aus der Sicht eines sehr zurückgezogenen Erfinders erzählt, dem einst das Herz gebrochen wurde und der schon lange nicht mehr an die Liebe glaubt. Auf einem Tanzabend entdeckt er „Sie“, seine Traumfrau, die sein Herz höher schlagen lässt. Doch als er es zu ihr durch die tanzende Menge schafft, reicht es nur für den „kleinsten Kuss der Welt“ und dann wird sie plötzlich unsichtbar. Alleine die 1 ½ Seiten, die diesen Moment in Worte fassen und den Kuss beschreiben, sind so malerisch, poetisch und gefühlvoll formuliert, dass man sofort gefesselt ist. Dieser Schreibstil wird im gesamten Buch fortgesetzt. Um die unsichtbare Frau wiederzufinden holt sich der Erfinder Hilfe vom Privatdedektiv Gaspard Neige. Was nun beginnt ist nicht nur romantisch, sondern auch zauberhaft und kurios. Gaspard Neige schickt seinen Papageien los, der darauf spezialisiert ist, schöne Frauen zu finden. Dieser ist gleichzeitig ausgestattet mit einer praktischen Aufnahmefunktion und kann dadurch entsprechende Nachrichten überbringen. Zu viel möchte ich aber noch nicht verraten. Ich kann nur sagen, dass das Buch absolut witzig und romantisch zugleich ist. Man darf die Geschichte einerseits nicht zu ernst nehmen (Denn wo gibt es denn Küsse verpackt als Pralinen und Frauen, die durch Küsse unsichtbar werden?) aber andererseits spielen, schön malerisch verpackt, ganz normale Liebesprobleme, -beziehungen und –konflikte eine große Rolle und werden ganz wunderbar thematisiert. Ich bin einfach fasziniert von dem Buch, weil es schafft, ernsthafte Liebesprobleme so locker, leicht und fantasievoll auseinanderzunehmen. Im Anhang gibt es auch noch eine Gedichtsammlung, die der Erfinder seiner unsichtbaren Frau geschenkt hat. Cover: Ich liebe das Cover! Es ist eines der schönsten und bezauberndsten, die ich kenne. Einfach sehr romantisch, zuckersüß und absolut liebevoll gezeichnet von Benjamin Lacombe. Es strahlt gleichzeitig was Schüchternes aus und passt damit gut zur „unsichtbaren Frau“ im Buch. Ein absoluter Hingucker! Fazit: Eine Mischung aus Poesie, Verrücktheit und Alltagswahnsinn ganz liebevoll und malerisch verpackt!

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Schon lange habe ich ein Auge auf die Bücher von Mathias Malzieu geworfen. Allein von der Covergestaltung sind seine Werke ein Traum. Auch bei diesem Buch habe ich mich gleich ins Cover verliebt. Es ist, wie auch die beiden anderen Bücher des Autors, von dem Künstler Benjamin Lacombe gestaltet worden und passt wunderbar zum Inhalt des Buches. Es ist eine Augenweide. Ich kann mich an diesem schönen Bild nie und nimmer satt sehen. Ein deprimierender Erfinder glaubt nicht mehr an die Liebe. Seit der Trennung von seiner Ex-Auserwählten hatte er sein gebrochenes Herz in einen Schuhkarton gepackt. Doch auf einem Ball trifft er auf die wunderschöne Sobralia. Als er sie küsst, ist sie plötzlich unsichtbar. Dank eines alten Detektives und seinem magischen Papagei Elvis, der jedes mögliche Geräusch nachmachen kann, macht er sich auf die Suche nach der schönen Unsichtbaren. Und er findet auch sein Glück, aber ganz anders als er zunächst erwartet hatte. Ich weiß gar nicht, wo ich anfangen soll bei diesem Buch. Es hat mich wahrlich verzaubert, berührt und in eine bis dato selten entdeckte Poesie entführt. Schon auf den ersten Seiten war ich beeindruckt von der sprachlichen Kreativität des Autors. An dieser Stelle sei auch ein Dank an die tolle Übersetzerin Sonja Finck zu richten, die es geschafft hat, die französische Poesie in die doch manchmal rüde deutsche Sprache zu tragen. Ein Beispiel gefällig? Hier eines meiner Lieblingszitate des Buches von S. 19: "Im Trauern bin ich ganz tiefbegabt. Mein Gehirn ist von blauen Flecken übersät, die nicht verblassen wollen. Ich bin ein Dachbodenmensch. Ich kann keine Erinnerung wegwerfen, ich bewahre alles auf." Allein diese bildliche Umschreibung von Dingen fand ich einfach nur schön. Doch auch die Handlung, die vor Melancholie nur so strotzt und von einer märchenhaften Romantik geprägt ist, ließ mich in die Pariser Welt eintauchen. Die Charaktere glänzen durch so manche Eigenart und Skurrilität. Jeder für sich ist besonders liebenswürdig herausgearbeitet worden. Jeder einzelne Satz ist eine Metapher, deren Worte ich mir am liebsten für immer ins Hirn schreiben möchte, um sie ja nicht zu vergessen. Der Autor schaffte es durch seinen Schreibstil mich in eine großartige Fantasiewelt zu verfrachten und ließ mich auch hinterher nicht so einfach gehen. Für so manchen wird diese Art zu Schreiben gewöhnungsbedürftig sein. Für mich zeugt es von einer selten vorkommenden und unnachahmlichen Sprachgewalt. Ich freue mich schon auf die anderen Bücher von Malzieu und bin jetzt schon sicher, dass sie mir genauso gefallen werden, wie dieses hier. "Der kleinste Kuss der Welt" ist ein wunderschöner, poetischer Roman, bei dem der Autor Mathias Malzieu mit einer einzigartigen Sprachgewalt mich absolut überzeugen konnte. Liebenswürde, kuriose Charaktere und ein melancholischer und von unzähligen Metaphern geprägter Schreibstil, machen dieses Buch zu einem literarischen Schatz. Von mir gibt es 5 Eulen!

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,,Der kleinste Kuss der Welt" ist eine Geschichte von der Liebe und all den Ängsten, Freuden und Gefühlen, die mit ihr einhergehen. Bei einem Tanzabend erspäht der Erfinder eine wunderschöne Frau namens Sobralia, doch als er sich schließlich traut, ihr einen Kuss zu stehlen, verschwindet sie. Sie ist noch da, irgendwo in diesem Raum, doch sie hat sich einfach in Luft aufgelöst. Dieser kleinste je verzeichnete Kuss will dem Erfinder einfach nicht aus dem Kopf gehen und so macht er sich auf die Suche nach der Frau, die unsichtbar wird, wenn man sie küsst. Hilfe bekommt er dabei von dem ungewöhnlichen Privatdetektiv und seinem Papagei Elvis. Wie kann man jemanden finden oder geschweige denn lieben, wenn man ihn nicht sieht? Die Liebe stellt irrationale Dinge mit uns an und so ist auch der Protagonist fast schon besessen davon, die Frau, die seine Gedanken beherrscht, zu finden. Denn lässt die Liebe uns nicht alle Hindernisse überwinden? Neben der Kraft der Liebe wird aber auch die Angst vor der Liebe thematisiert und stellt einen wichtigen Bestandteil der Geschichte dar, denn sowohl die unsichtbare Sobralia wie auch der melancholische Erfinder haben schon Narben auf ihrem Herzen davongetragen und stehen der Liebe nun mit Misstrauen gegenüber. Vermittelt mit und eingepackt in einem wundervollen poetischen und metaphorischen Schreibstil erschafft Mathias Malzieu so eine skurrile Welt, in der alles möglich zu sein scheint und man manchmal nicht so recht zwischen Realität und Tagtraum unterscheiden kann. Dieser fantastische und fast schon märchenhafte Schreibstil passt dabei perfekt zu dem Plot und den Protagonisten, die alle ganz auf ihre eigene Weise ungewöhnlich und auch ein wenig verschroben sind. Mit gerade mal 144 Seiten war die Geschichte auch schon viel zu schnell zu Ende und mein Vorrat an Poesie und gedruckter Fantasie binnen kürzester Zeit verbraucht. Trotzdem hat mich das Verhalten der Protagonisten auch - besonders am Ende - irritiert und hat mir nicht immer ganz eingeleuchtet, Ich möchte nicht zu viel verraten, aber während der Erfinder erst so besessen von dem Gedanken war, die unsichtbare Frau zu finden, zweifelt er später an seinen Gefühlen und der Zurechnungsfähigkeit seines bereits angeknacksten Herzens. Das hat mich verwirrt, da er doch davor so davon überzeugt war, Sobralia zu finden und zu lieben, nur um sich danach der Beziehung nicht mehr sicher zu sein. Trotzdem hat die Geschichte auch Wendung bereitgehalten, mit denen ich nicht gerechnet habe und die mich ehrlich überrascht haben. Fazit: ,,Der kleinste Kuss der Welt" von Mathias Malzieu ist eine wundervolle Geschichte über die Zerbrechlichkeit aber auch die Kraft der Liebe mit einem fantastischen metaphorischen Schreibstil, mit dem der Autor ungewöhnliche Protagonisten und eine skurrile Welt erschaffen hat. Für mich ist das Buch meine Portion Poesie und Fantasie zum in die Tasche stecken und Mitnehmen.

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