Leserstimmen zu
Die Unglückseligen

Thea Dorn

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Hörbuch MP3-CD
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Als ich mir dieses Hörbuch ausgesucht habe wusste ich Gott sei Dank noch nicht wie sehr es mich persönlich berühren würde, dazu aber später :-( Das Titelbild hat mich gleich angesprochen und als ich den Klappentext gelesen habe, was ich bei Hörbüchern ja nicht immer tue, dachte ich mir das dieses Hörbuch interessant ist. Auch die Sprecherin war mir bis dato gänzlich unbekannt, hat sich im Nachhinein aber als wahrer Volltreffer für diesen Titel erwiesen. Thea Dorn ist mir seit vielen Jahren bekannt. Sie hat lange Zeit eine Literatursendung im TV gemacht, ich weiss allerdings nicht mehr wie sie hieß und ob sie vielleicht noch läuft. Aber ich kann mich noch sehr gut an Thea Dorn erinnern. Die Art und Weise wie sie diese Sendung moderierte hat mir damals mehr als gut gefallen. Dadurch habe ich mich natürlich auch für ihre Bücher interessiert. Mein erster Titel von ihr war der preisgekrönte Titel “Die Hirnkönigin” aber ganz ehrlich? Ich bin damit überhauptnicht eins geworden, gerne lese ich ja blutig und es darf auch mal etwas “schräg” sein, aber das war mir dann doch irgendwie zu …. Aber zurück zu diesem Titel, der als Hörbuch ungekürzt daher kommt. Über 18 Stunden ist schon ein gewaltiges Werk, das hat man mal nicht so eben weg gehört. Die Sprecherin hat eine gute und tolle Art zu lesen. Man sch schnell einhören und bekommt aufgrund der Sprache und der Klangfarbe der Stimme recht schnell mit ob gerade Johanna oder Johann hier einen Auftritt hat. Die Betonung ist in meinen Augen gelungen und mir war die Stimme über die ganze Zeit angenehm und gut verständlich. Grundsätzlich ist das Thema nicht nur ein großer literarischer Stoff, ganz ehrlich wer hat noch nicht über das Leben und das Sterben nachgedacht. Wäre es wirklich schön, das ewige Leben? Als Johanna auf Johann trifft, denkt sie erst sie hat es mit einem verwirrten alten Mann zu tun. Im Laufe der Zeit kommt Johanna hinter das Geheimnis von Johann Ritter. Der Physiker behauptet 1776 geboren zu sein. Das kann Johanna natürlich nicht einfach so glauben und sie nimmt eine Blutprobe um das Alter zu bestimmen. Das Ergebnis macht sie fassungslos. Leider bleiben ihre Forschungen nicht unbeobachtet und so beschliesst das ungleiche Paar nach Deutschland zu gehen. Dort beginnen die beiden gemeinsam zu forschen. Zum Ende der ungewöhnlichen Geschichte spielt Die Stadt Jena und eine Krebserkrankung eine große Rolle. Dies hat leider einen ganz persönlichen Hintergrund genau zu der Zeit des Hörens für mich gehabt. Daher ist dieses Hörbuch quasi ein “Schicksalshörbuch” für mich und ich bin mir nicht sicher ob ich ein Zweithören in nächster Zeit schaffe, das liegt aber nur an unserem familiären Schicksal welches sehr stark mit beiden Themen verbunden ist. Mich hat die Sprache fasziniert allerdings kann man dieses Roman wirklich nicht mit ihren anderen Büchern vergleichen würde ich meinen… Ich bin mir aber ganz sicher, das die Meinungen über dieses Hörbuch ziemlich auseinander gehen werden. Dieses Hörbuch ist ganz sicher nicht massentauglich. Thea Dorn ist schon eine besondere Autorin, deren Art nicht wirklich einfach ist, aber in meinen Augen schon etwas Besonderes.

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Dank dem Bloggerportal und „der Hörverlag“ konnte ich mir die Hörbuchfassung von Thea Dorns Roman „Die Unglückseligen“ anhören. Das Buch interessierte mich schon länger auf Grund der behandelten Thematik, die Suche nach der Unsterblichkeit. Zuerst einmal ein großes Lob an die Sprecherin, die es auf großartige Weise geschafft hat, mit ihrem großen Stimmenrepertoire die vielen verschiedenen Sprachstile und Figuren darzustellen. Das ist nämlich kein einfaches Unterfangen bei diesem ausgeklügelten Werk von Thea Dorn. Jeder Erzähler hat seine eigene Sprache. Der unsterbliche Ritter, Johann Wilhelm Ritter, redet nämlich mit einem Touch Deutsch wie man es vor 250 Jahren gesprochen hat, jedoch etwas auf unsere Zeit angepasst. Das wirkt zunächst einmal etwas gewöhnungsbedürftig, verleiht der Person aber mehr Authentizität, wenn es um seine Ansichten geht, die sich in den 250 Jahren recht wenig entwickelt haben. Auch gibt es zwischen den Kapiteln kurze Einschübe in denen sich der Teufel in Versform zu Worte meldet. Das Ganze wirkt an diesen Stellen wie eine Karikatur von Faust. Zu guter Letzt gibt es dann noch unsere Protagonistin die Molekularbiologin „Johanne Mawet“, deren Lebensziel es ist die Unsterblichkeit zu erforschen. Eine Person die zu Beginn nüchtern, wissenschaftlich und sachlich die Welt betrachtet, trifft nun auf diesen altbackenen Ritter, der sich jeglicher Logik entziehend fast drei Jahrhunderte zu leben scheint. Zunächst ungläubig dieser Tatsache gegenüberstehend, muss diese rational denkende Wissenschaftlerin jedoch eingestehen, dass diese Behauptungen der Wirklichkeit entsprechen, begründet durch unwiderlegbare Labortests, die Sie von mehreren Laboren hat durchführen lassen. Und hier beginnt das meiner Ansicht nach geniale, zum anderen traurige an diesem Buch. Die totale Destruktion des Charakters der Molekularbiologin. Fantastich schreibt Thea Dorn wie sich Johanna langsam aber stetig von der rationalen Wissenschaftlerin, hin zur wahnsinnigen Teufelsbeschwörerin entwickelt. Und wieder ein Lob an die Sprecherin, die diese Wandlung auch stimmlich gut wiedergespiegelt hat. So genial ich diesen Abstieg jedoch fand, so schade fand ich es in Bezug auf das grundlegende Thema der Forschung an der Unsterblichkeit. Ich fand das Ganze wurde hier eher ad absurdum geführt und ins lächerliche gezogen. Eigentlich schade bei diesem interessanten Thema. Trotzdem hat mir das Buch recht gut gefallen, auch wenn ich einige Aspekte nicht glaubwürdig fand. So zum Beispiel fand ich etwas merkwürdig wie wenig sich Wilhelm der Zeit angepasst hat, wie wenig er mit der Technik der heutigen Zeit umgehen kann. Ich hätte mehr geistige und moralische Weiterentwicklung bei einem Menschen der so lange lebt erwartet, gerade einen Vorreiter der Wissenschaft, der eigentlich mit weit geöffneten Augen durch das Leben gehen sollte und nicht vor der Wirklichkeit seine Augen verschließen muss.

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Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Zebrafischen und Mäusen zur Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA gabelt sie einen merkwürdig alterslosen Herrn auf. Je näher sie ihn kennenlernt, desto abstrusere Erfahrungen macht sie mit ihm. Schließlich gibt er, den Johanna schlicht für einen Verrückten hält, sein Geheimnis preis. Er sei der Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren 1776. Starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, lässt sie seine DNA sequenzieren. Als Johannas Kollegen misstrauisch werden, bleibt dem sonderbaren Paar nur eines: die Flucht, dorthin, wo das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis und schwarze Romantik sich schon immer gerne ein Stelldichein geben – nach Deutschland. (Quelle: Amazon) Die Bewertung dieses Hörbuchs liegt wie mir schon seit geraumer Zeit wie ein Stein im Magen. Ständig schiebe ich sie vor mir her, weil ich absolut nicht weiß, was ich schreiben soll. Es ist das erste Mal, dass mich eine Geschichte so gar nicht erreichen konnte, ja noch schlimmer: Ich kann noch nicht mal sagen um was es dabei geht. Ich habe mir das Hörbuch angehört und musste immer wieder von vorne anfangen, weil ich ständig den Faden verlor, mich oft fragte, ob es überhaupt einen roten Faden gibt. Die Geschichte kam mir sehr konfus und verwirrend vor. Ich konnte mir die Namen nicht merken und die Personen dem Geschehen nicht zuordnen. So etwas ist mir wirklich noch nie passiert. Und dabei höre ich gerne und oft Hörbücher. Ich weiß nicht ob es an mir oder dem Hörbuch liegt, an der Sprecherin lag es jedenfalls nicht, denn die machte ihre Sache gut und hat eine angenehme Stimme. Ich finde es schrecklich, diese Geschichte bewerten zu müssen, aber ich kann nicht anders als nur 1 von 5 Punkten zu vergeben. Vielleicht ist die Geschichte ja zu komplex um als Hörbuch zu funktionieren, aber ich habe auch keine Lust, das Buch zu lesen um herauszufinden, ob das besser funktioniert. Ich kann die Geschichte leider nicht empfehlen. © Beate Senft

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Inhalt aus dem Klappentext: Johanna Mawet ist Molekularbiologin und forscht an Zebrafischen und Mäusen zur Unsterblichkeit von Zellen. Während eines Forschungsaufenthalts in den USA gabelt sie einen merkwürdig alterslosen Herrn auf. Je näher sie ihn kennenlernt, desto abstrusere Erfahrungen macht sie mit ihm. Schließlich gibt er, den Johanna schlicht für einen Verrückten hält, sein Geheimnis preis. Er sei der Physiker Johann Wilhelm Ritter, geboren 1776. Starker Tobak für eine Naturwissenschaftlerin von heute. Um seiner vermeintlichen Unsterblichkeit auf die Spur zu kommen, lässt sie seine DNA sequenzieren. Als Johannas Kollegen misstrauisch werden, bleibt dem sonderbaren Paar nur eines: die Flucht, dorthin, wo das Streben nach wissenschaftlicher Erkenntnis und schwarze Romantik sich schon immer gerne ein Stelldichein geben – nach Deutschland. Meinung: Unsterblichkeit - wer möchte nicht gerne länger, wenn nicht sogar ewig leben? Die Forscherin Johanna Mawet hat ihre Studien ganz dieser Thematik verschrieben und forscht an einem amerikanischen Institut an Mäusen und Zebrafischen nach einem Weg, den menschlichen Körper unsterblich zu machen. Eines Tages trifft sie an einer Supermarktkasse auf den verwirrt wirkenden John Knight, der sich als der aus Deutschland stammende Johann Ritter entpuppt, jenen Physiker, der 1776 zur Welt kam. Doch kann das sein? Johanna nimmt Johann in Beschlag und erklärt ihn zu ihrem neuen Forschungsobjekt. Doch ihr Forschungsdrang weckt auch die Neugier und das Misstrauen ihrer Kollegen, so dass Johanna kurzerhand mit Johann nach Deutschland flüchtet... Mit Johanna hat mich beim Hören eine Hassliebe verbunden. Zwar war ich von ihrem Intellekt und Wissen beeindruckt, als Person selber war sie mir aber oft unsympathisch. Launisch, egoistisch und mit fehlender Empathie für ihre Mitmenschen wirkt sie sehr skrupellos. Auch Johann ging mir oft mit seiner naiven Art und seinem Unvermögen, mit der Zeit zu gehen, auf den Senkel. Manchmal habe ich mich wirklich gefragt, wo er die letzten 200 Jahre verbracht hat, so unglaublich blauäugig rennt er hier zeitweise durch die Gegend. Natürlich sorgt die Kombination zwischen den beiden Hauptfiguren für ordentlich Zündstoff und dank Johannas sehr schroffen Art hatte ich doch auch oft Mitleid mit Ritter. Ganz grün bin ich aber leider nicht mit beiden geworden. Doch trotz fehlender Sympathien bleibt Thea Dorn ihren Protagonisten treu und lässt diese glaubhaft agieren. Sprachlich ist Die Unglückseligen ein Fest für Liebhaber der deutschen Sprache und die Sprecherin Bibiana Beglau hat hier wirklich gute Arbeit geleistet, diese auch im Hörbuch hervorzuheben. Da wird die deutsche Schreib- und Dichtkunst zu Goethes Zeiten zelebriert, trifft auf moderne Sprechweise und Anglizismen, die durch ihre starke Überbetonung oft eine leichte Lächerlichkeit mit sich bringen und somit dem Hörer deutlich machen, wie dämlich manchmal diese englischen Wörter in unserem Sprachgebrauch wirken. Interessiert hätte mich an dieser Stelle, wie solche Passagen im gedruckten Buch dargestellt worden sind; ob sie besonders gekennzeichnet sind oder der künstlerischen Freiheit der Vertonung unterliegen. Die etwas dunkle, leicht raue Stimme von Bibiana Beglau passt auf jeden Fall hervorragend zu diesem Werk, hat aber auch dafür gesorgt, dass mir die beiden Hauptfiguren oft noch mehr an meinem Nervenkostüm gezehrt haben. Die Autorin Thea Dorn hat das Thema der Unsterblichkeit hier in allen Facetten recherchiert und thematisiert. Die Geschichte unterhält nicht nur gut, sondern regt stark zum Nachdenken an. Leider haben die vielen wissenschaftlichen Erklärungen aber auch dazu geführt, dass ich beim Hören manchmal die Konzentration verlor und somit den Faden, auch wenn die Sprecherin ihr Bestes gibt, diese interessant wiederzugeben. Der erste Teil zog sich dementsprechend immer wieder mal ein wenig. Der zweite Teil zog dafür aber an Spannung an und es viel mir wieder leichter, dem Geschehen zu lauschen. Erzählt wird hauptsächlich in der dritten Person, die Teile aus Johannas Sicht sind in einem modernen Sprachstil verfasst, Ritters teile wirken eher altbacken und erinnern vom Stil an die großen Dichter und Denker des 18. Jahrhunderts. Und dann sind da noch die Teile, die vom Teufel höchstpersönlich vorgetragen werden, die oft als Gedichte verfasst sind. Zu den Kapitellängen kann dafür leider ich wenig sagen. Auf dem Hörbuch sind diese in viele kleine Abschnitte aufgeteilt so dass die Kapitel nahezu nahtlos ineinander übergegangen sind. Da die einzelnen Abschnitte aber eine angenehmen Länge von meist 3-4 Minuten haben, kann man beim Unterbrechen des Hörbuchs immer gut und schnell wieder in die Geschichte einsteigen, ohne jedes Mal wieder von vorne starten zu müssen. Vielen Dank an den Der Hörverlag für das Rezensionsexemplar. Fazit: Die Unglückseligen ist ein Hörbuch, das vollste Konzentration erfordert. Thea Dorn fährt sprachlich ein Meisterwerk auf, welches an die alten Werke erinnert, aber auch dem modernen Sprachstil huldigt. Ebenso erörtert sie die Thematik der Unsterblichkeit in all ihren Facetten. Das Hörbuch ist sprachlich schön von Bibiana Beglau vertont, die genau den richtigen Ton für dieses Werk trifft. Einziges Manko waren für mich persönlich die zwei Hauptfiguren, die das Hörvergnügen eingetrübt haben. Von mir gibt es 4 von 5 Punkten.

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Johanna Mawet ist Molekularbiologin. Sie forscht an Mäusen und Zebrafischen um unsterbliche Zellen zu erschaffen. Als sie während eines Forschungaufenthalts in Amerika über den merkwürdig alterslosen und verschrobenen Johann stolpert, soll sich ihr Leben völlig verändern. Erst findet sie ihn einfach nur schrecklich, aber umso länger sie ihn um sich hat umso abstruser wird es. Johann eröffnet ihr, dass er der Physiker Johann Wilhelm Ritter sein... geboren im Jahre 1776. Und das soll eine Naturwissenschaftlerin glauben? Um Sich und Johann zu beweisen, dass das nicht sein kann, lässt sie seine DNA untersuchen. Also aber Johannas Kollegen misstrauisch werden, flüchten die beiden nach Deutschland.... Wo soll ich hier anfangen? In der ersten Viertelstunde des Hörens war einer meiner Hauptgedanken: "ICH Unglückselige! Dieses Hörbuch geht gar nicht..." ABER dann hatte ich mich an den besonderen Stil gewöhnt und war völlig fasziniert! Die Sprache erinnert an "Faust"bzw an meine Schullektüre "Romeo und Julia" Es gibt Abschnitte mit medizinischen Hintergrundinfos (spannend!) und auch historischen Begebenheiten. Aber besonders die zwischenmenschliche Komponente ist so fein ausgearbeitet! Johanna wie auch Johann sind mir extrem ans Herz gewachsen. Selten habe ich so mitgefiebert. Das Ende war buchstäblich bis zum Ende des Hörbuchs unklar. Hach ich verfalle ins Schwärmen... Nicht vergessen möchte ich hier die grandiose Leistung von Bibiana Beglau. Ihre Stimme unterstreicht diese Geschichte ganz wunderbar und macht sie lebendig! Um es ganz klar zu sagen: sie hat mich echt umgehauen! Wahnsinn! Dieses Hörbuch liebt man, oder hasst es.. Eine Zwischenmeinung kann ich mir hier nicht vorstellen. Ich gehöre der ersten Gruppe an und bin wahnsinnig froh, dass ich dieses Hörbuch ausgewählt habe. Um ein ganz kurzes Fazit abzugeben: Dieses Hörbuch ist nicht einfach - aber für mich grandiose Literatur! Wer also die altertümliche Sprache mag, sich auf etwas ganz Neues einlassen mag und/oder Interesse an Medizinischem hat, ist hier super aufgehoben. Ich werde mir diese fast 19 Stunden Hörgenuss definitiv noch öfter gönnen.

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Für die heutige Rezension habe ich wirklich etwas Anlauf gebraucht. Dieses Werk von Thea Dorn rezensiert sich für mich nicht so leicht, da es unglaublich komplex ist. So komplex, dass ich es mir sogar, nachdem ich das Buch gelesen hatte, noch das Hörbuch kaufte, um mir die Geschichte noch einmal vorlesen zu lassen. Doch der Reihe nach. Wie Ihr in meinen Monatsausblicken bereits gelesen habt, bin ich ein großer Thea Dorn-Fan seit ich 1999 von ihr “Die Hirnkönigin” las (was ich Euch ans Herz lege, sollte Ihr es noch nicht kennen). Als ich nun in der Vorschau des Knaus Verlag feststellen durfte, dass in diesem Frühjahr ein neuer Roman von Thea Dorn in die Buchhandlungen kommen wird, war ich mehr als angetan. Ich liebe es, wenn man stöbert, und dann feststellt, dass von einem Lieblingsautor, einer Lieblingsautorin ein neues Werk erscheinen wird. Zuletzt so gefreut hatte ich mich, als Marisha Pessls “Eine amerikanische Nacht” herauskam. Alleine das Cover des neuen Romans “Die Unglückseligen” ist ganz wundervoll! Ich möchte versuchen, Euch zusammenzufassen, um was es in dem Werk “Die Unglückseligen” geht. Die Molekularbiologin Johanna Mawet forscht an der Unsterblichkeit, hauptsächlich an den Zellen von Zebrafischen. Da ihr hier in Deutschland immer wieder Grenzen gesetzt sind, begibt sie sich zu einem Forschungsaufenthalt in die USA. Dort trifft sie auf Johann Wilhelm Ritter, Physiker, geboren 1776. Natürlich glaubt Johanna zunächst nicht, was er ihr da für eine Geschichte auftischt, doch ihre Zusammenkünfte geben immer wieder Hinweise darauf, dass es sich bei diesem merkwürdigen Mann tatsächlich um den Physiker aus dem 18. Jahrhundert handelt. Sie beginnt seine DNA zu erforschen, doch ihre amerikanischen Kollegen finden Johannas Arbeiten zunehmend besorgniserregend und werden mißtrauisch. Deshalb fliehen die beiden gemeinsam in das Land der Dichter und Denker, der schwarzen Romantik und der Wissenschaft – nach Deutschland. Neben dieser überaus spannenden Geschichte, ist es vor allem der Stil, in dem Thea Dorn schreibt, der mich an diesem Buch so faszinierte. Für jede Figur hat sie eine eigene Sprache gewählt. So schreibt sie, wenn wir mit Johanna Mawet in Kontakt sind in einem modernen Deutsch, wenn wir Johann Wilhelm Ritter begleiten in der Sprache des damaligen Jahrhunderts – und wenn der Teufel auf den Plan tritt, verwendete sie eine komplexe, rhythmische Sprache, die mich ähnlich in den Bann zu ziehen wusste, wie es Goehte mit seinem Mephisto schaffte. Als der Teufel erstmals auf den Plan tritt habe ich so gelacht! “Huch! Verehrter Leser! Da sind Sie ja! Ich habe Sie gar nicht bemerkt, verzeihen Sie!” Auf der Seite des Verlages habe ich ein wunderbares “Gespräch” mit der Autorin gefunden, das ich Euch nicht vorenthalten möchte. Dort beschreibt sie den Roman und die Sprache. Nehmt Euch ein wenig Zeit und schaut es Euch an. Gerade weil Thea Dorn dort selbst sagt, der Leser des Romans solle die Verse laut lesen, kam ich auf die Idee mir noch das Hörbuch zum Buch zu kaufen. Etwas, das ich normalerweise nie tue. Und welche eine Wucht ist diese Sprecherin?! Bibiana Beglau, geboren 1971, ist eine deutsche Schauspielerin, die 2014 als Schauspieler des Jahres von Theater heute ausgezeichnet wurde. Ich habe sie noch nie in einem Film oder auf der Bühne gesehen, bin mir aber nach dieser Lesung mehr als sicher, dass sie grandios sein muss. Eine bessere Wahl für die Sprecherin hätte es nicht geben können. Sie besticht durch eine enorme Bandbreite an stimmlich-emotionaler Darbietung. Ich kann mir vorstellen, dass Thea Dorn ähnlich begeistert über diese Wahl ist.

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