Leserstimmen zu
"Liebling, ich bin im Kino"

Michael Althen, Claudius Seidl

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Der Autor und das Buch Michael Althen wurde 1962 geboren und studierte Germanistik und Journalismus, bevor er Filmkritiker wurde. Er arbeitete für die FAZ und die Süddeutsche Zeitung als Filmredakteur, schreib aber auch für den Spiegel, die Zeit und andere. Althen war auch selbst filmschöpferisch tätig und erhielt zwei mal den Adolf-Grimme-Preis. Im Alter von nur 48 Jahren starb er an Krebs. In diesem Buch finden sich gesammelte Besprechungen zu großen Filmen, Regisseuren und Schauspielern, die Michael Althen im Laufe seines Lebens verfasst hat. So heißt es im Klappentext des Buches: “Er hat die Filme nicht an abstrakten Kunstidealen, sondern am Leben gemessen und die Glücksversprechungen der Filme ernst genommen.” Wen und was finden wir in diesem Buch? Beim Durchblättern des Inhaltsverzeichnisses springen einem direkt viele bekannte Titel und Namen entgegen. Martin Scorsese, Dean Martin, Sharon Stone oder Marlon Brando sind nur ein paar davon. Auch Filmtitel liest man: Forrest Gump, The Fast and the Furious, American Beauty oder Jurassic Park. Als Filmfan bekomme ich direkt Lust, loszulesen. Was mag dieser Mann über diese Filme und Schauspieler gedacht und geschrieben haben? Deckt sich dies mit meiner Meinung? Ist es angenehm zu lesen? Und was kann ich vielleicht aus diesem Buch und Althens Besprechungen mitnehmen? Und wie ist das Buch nun? Das Buch – eine Zusammensetzung aus diversen Besprechungen von Michael Althen – ist sehr angenehm und leicht zu lesen. Das darf durchaus überraschen, denn leider liest man auch oft genug Texte von Filmkritikern, die mit Fachbegriffen und unsäglichen Metaphern um sich werfen als wäre es Konfetti. Aber Michael Althen schrieb sehr angenehm, sehr nah am Leser und, so denke ich, für jeden verständlich. Einer der ersten Texte, die mir ins Auge gefallen sind, ist der über Dean Martin. Althen beschreibt Martins Clique, das “Rat Pack”, und eigentlich geht es gar nicht nur um Dean Martin, sondern auch um Sinatra, Sammy Davis jr. und andere. Wie er die Situationen beschreibt, konnte ich den Flair der 50er Jahre richtig nachfühlen. Was erstaunlich ist, weil Althen da ja selbst noch gar nicht gelebt hat und somit nichts als seine Phantasie nutzte um die Situationen zu beschreiben. Auch einige Filmrezensionen fand ich toll, weil sie sehr differenziert geschrieben sind. Hier sind zum Beispiel Aviator oder Forrest Gump, aber auch das tolle Kapitel über Serien. Ich bitte euch, welcher Serienjunkie kann sich nicht identifizieren mit diesem Abschnitt, den Althen über 24 geschrieben hat, der aber auch auf jede andere Seite zutreffen könnte: “Keine Ahnung, wie es angefangen hat. Irgendwann lag 24 im DVD-Player – und dann gab es kein Halten mehr. Man hatte immer wieder davon gelesen – und kein Wort geglaubt. Und dann: Stunden, Nächte, Wochen, erste Staffel, zweite, die dritte einem Freund praktisch aus dem Player gezogen, sobald er mit einer Disc durch war. Die eigene Frau, skeptisch erst, dann genauso entflammt und quasi nicht mehr ansprechbar. Andere Freunde, ungläubig, zögerlich, dann süchtig. Keiner, wirklich keiner konnte sich dem entziehen, und wer es doch tat, wurde angeschaut, als wäre er Veganer.” Fazit Ich kann hier nun nicht jede Filmrezension und nicht jedes Kapitel einzeln auseinander nehmen. Deswegen mache ich es kurz: “Liebling, ich bin im Kino” von Michael Althen ist sehr lesenswert für alle, die sich auch über den Kinobesuch oder den DVD-Abend hinaus gerne mit Filmen und dem ganzen Drumherum beschäftigen. Wer gerne mal eine andere (oder eine ähnliche) Perspektive auf einen Film lesen möchte, wer schöne Anekdoten über Schauspieler lesen möchte, der möge bitte zu diesem Buch greifen. Der Schreibstil lädt zum längeren Schmökern ein, die Anekdoten zaubern ein Lächeln aufs Gesicht und letzten Endes bleibt auch ein wenig Wehmut darüber, dass Michael Althen nicht mehr schreibt…

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