Leserstimmen zu
Run - Alex Cross 19

James Patterson

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Seit erster Stunde liebe ich die Alex Cross Reihe von James Patterson. Nach langer Zeit habe ich nun endlich weitergemacht und mich voller Vorfreude auf Band 19 gestürzt. Wie es mir eigentlich immer ging, kam ich auch hier sofort gut hinein. Durch seinen leichten und lebendigen Schreibstil hat mich der Autor wieder sofort in seinen Bann gezogen. An Alex Cross´ Seite hab ich mich sofort wieder zuhause gefühlt. Dieses Buch ist in vier Teile gegliedert und man folgt drei verschiedenen Handlungssträngen. Die Perspektiven sind dabei die von Alex Cross, als auch die verschiedener Täter. Was hier gleich heraussticht ist, daß die Täter von Anfang an völlig offen liegen. Man weiß wer sie sind und ich muss zugeben, es hat mir gefallen sie zu begleiten. Ein Stück weit ihrer Abgründigkeit und ihren Rachegelüsten zu lauschen. Ebenso fand ich die Taten auch sehr faszinierend. Die Täter sind dabei sehr tiefgründig gestaltet und man kann sich mit ihren Charakterzügen auseinandersetzen. Ein gewisses Maß an Intelligent und Raffinesse ist vorhanden und hat mich doch, das ein oder andere Mal ziemlich erschüttert. Dennoch hat mich die gefühlvolle aber gleichzeitig auch etwas geheimnisvolle Atmosphäre mitgerissen. Das es verschiedene Handlungsstränge waren, stellte für mich kein Problem da, da sich alle in ihrer Art unterschieden haben. Mitunter erfährt man auch immer wieder Rückblicke aus der Vergangenheit, was einem dem ganzen noch näherbringt. Wie gewohnt habe ich auch hier wieder mit Alex und seiner Familie mitgezittert. Anfangs hatte ich noch kein klares Bild, doch nach und nach ergab alles ein schlüssiges Bild. Doch trotz allem hat es der Autor verstanden, mich mit Wendungen zu verblüffen, so das dies am Ende die Blickwinkel auch merklich verschoben hat. Für Alex geht es hier um alles oder nichts. Er steht im Fokus und wird vom Jäger zum Gejagten und das in mehr als einer Hinsicht. Nicht nur seine Rolle als Detective steht hier im Fokus, es geht auch um sein familäres Umfeld, bei dem es einiges durchzustehen gilt. Dabei gerät er mehr als einmal an seine Grenzen und wird in ein perfides Katz- und Mausspiel hineingezogen. Bei einem bestimmten Handlungsstrang hatte ich noch Hoffnungen, ob dies vielleicht doch auf etwas anderes hinauszielt und hab demzufolge wie an den Zeilen festgeklebt. Ich war gebannt und kam auch überhaupt nicht zum Luft holen. Es gab Momente zu schmunzeln , die dem Ganzen etwas Leichtigkeit verschafft haben. Man erfährt viel über die Hintergründe und auch die Motive, was das Grauen und die Faszination des Ganzen noch mehr anheizt. Auch wenn es sehr vorhersehbar war, so hat mich dies hier überhaupt nicht stört. Es ist ein Alex Cross Thriller, der zwar nicht ganz nervenzerrend ist, wie seine Vorgänger. Trotz allem aber sehr gut unterhält. Ich hoffe jedoch im nächsten Band wird noch einiges an Action draufgesetzt, so das ich wieder das wahre Böse spüren kann. Schade empfand ich in diesem Teil, daß Sampson eher eine untergeordnete Rolle gespielt hat. Die Ermittlungsmethoden hingegen haben mir unheimlich gut gefallen, so das ich wirklich mitzittern konnte, wann sie den Tätern nun endlich auf die Spur kommen. Einzig die Auflösung war mir dann etwas zu einfach, das Ganze hätte man nervenzerrender und emotionaler ausbauen können. Alles in allem werden aber die Alex Cross Fans hier wieder auf ihre Kosten kommen. Fazit: Band 19 der Alex Cross Reihe konnte mich mitreißen und in den Bann ziehen. Anders als erwartet, aber dennoch hat auch hier Alex einiges zu bestehen, was ihn an seine Grenzen bringt. Aufgrund einige Wendungen konnte mich der Autor trotz Vorhersehbarkeit wieder begeistern.

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Worum gehts? Kommissar Alex Cross ermittelt, dieses Mal gleich in drei Fällen. Zu allem Übel wird er auch noch zur Zielscheibe des Bloggers Guidice, der die Fehler der Polizei aufzeigen möchte. Schon nach kurzer Zeit entdeckt Alex die Verbindung zu dem Blogger: Vor einigen Jahren starb dessen Frau bei einem Polizeieinsatz an dem Alex beteiligt war. Während dessen geht in seinen Fällen alles drunter und drüber. Eine Leiche wird in einem Kofferraum gefunden, kurz darauf eine weitere Frau mit gleichen Muster. Eine andere Frau hängt an einem Seil aus dem Fenster und schnell wird klar, dass auch sie ermordet wurde. Und was ist mit den jungen Männern, denen ins Gesicht geschossen und postmortem mit zahllosen Messerstichen durchlöchert wurden. Wie hängen die Fälle zusammen? Oder hat es Cross mit mehreren Serienkillern zu tun? Und wie kann er beweisen, dass der Blogger Guidice ihn bewusst in eine Falle zu locken versucht? Zum Fall Ich muss sagen, dass ich lange gebraucht habe, um in den bzw. die Fälle hereinzukommen. Bei zwei der Fälle hat man ja bereits eine gute Ahnung, wer der Mörder ist, da die Perspektive zu diesem wechselt. Doch um den ganzen Zusammenhang zu verstehen, muss man doch ein wenig dran bleiben. Dann ist da noch Guidice, der Alex vernichten möchte, um seine verstorbene Frau zu rächen. Patterson schafft es hierbei fantastisch, die Perspektiven von Alex (aus der Ich-Perspektive) zu unterbrechen und zwischen ihm, dem Mörder und Guidice zu springen, ohne das es für den Leser anstrengend wird. Die Auflösung des Falls war mir dann aber doch ein bisschen zu einfach und der Showdown zu schwach. Da hätte ich mir einfach etwas mehr erwartet, aber da bin ich vermutlich auch von vielen Thrillern wohl verwöhnt. Die Charaktere Schon nach wenigen Seiten war mir Alex Cross so unglaublich sympathisch, dass ich mich wirklich gefragt habe, wie James Patterson das geschafft hat. Vielleicht liegt es an der Ich-Perspektive, was für einen Kriminalroman eher selten ist, oder einfach an der charmanten Art, wie Alex versucht Privatleben und Beruf miteinander zu verbinden. Alex Familie ist einfach zauberhaft, angefangen von Alex‘ Mutter bis hin zu den Kindern. Einzig Ava, das Pflegekind, das die Familie Cross aufgenommen hat, passt noch nicht so ganz zu dem idyllischen Familienbild der Cross‘ und das ist auch gut so. Niemand hat eine so perfekte Familie und wäre Ava direkt glücklich und zufrieden, wäre für mich die ganze Geschichte unglaubwürdig. Dr. Elijah Creem und sein Partner Josh Bergman lernt man direkt am Anfang der Geschichte kennen. Ich habe lange gebraucht um die Beweggründe der Beiden zu verstehen, was aber für die Geschichte nicht schlecht ist. Sympathie kam nicht einmal auf, weder für Bergman und noch weniger für Creem. Ich behaupte mal, dass das von Patterson genau so beabsichtigt ist. Trotzdem sind beide Charaktere toll ausgearbeitet und von ihrer Art sehr unterschiedlich, was gar nicht so einfach ist. Zum Schluss möchte ich noch ein paar Worte über den Blogger Ron Guidice loswerden. Ich fand den Charakter mit am interessantesten und schwierigsten zugleich. Auch hier dauert es eine Zeit, die Hintergründe zu verstehen, aber dann kann man wenigstens ein bisschen verstehen, warum er Rache fordert. Trotzdem frage ich mich, wie weit ein Mensch gehen würde, da nicht einmal Cross direkt an dem Unglück schuld war, das Guidices Frau das Leben gekostet hat. Dennoch ein toller Charakter mit Tiefe und Verstand. Mein Fazit zu „Run“ Alles in allem ein extrem gut geschriebener Thriller aus der Alex Cross Reihe, der mich dazu bewegt, weitere Cross-Romane zu kaufen. Einen kleinen Kritikpunkt habe ich aber trotzdem, denn mir war Alex etwas zu sehr persönlich involviert. Gut in diesem Roman ging es um persönliche Rache an Cross, aber das dann auch noch die Familie so sehr mit hineingezogen wird finde ich immer etwas schade. Gerade weil es sehr oft in Krimis vorkommt hätte ich mir hier vielleicht mal etwas anderes gewünscht.

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Dr. Elijah Creem und Joshua Bergman sind beste Freunde seit dem College und auch nach dem Studium haben sie sich in Georgetown, Washington, niedergelassen. Creem arbeitet als Schönheitschirurg und Bergman besitzt eine Modelagentur. Nebenbei managt Bergman aus seinem Fundus auch noch einige Sexpartys mit meist minderjährigen Teilnehmerinnen. Tatsächlich werden sie bei einer solchen Party von Detective Alex Cross und John Sampson verhaftet. Creem und Bergman steht unabhängig voneinander eine hohe Gefängnisstrafe bevor. Während Bergman durchaus seinen Nutzen aus seinem nunmehr schlechten Ruf zieht, hat der Skandal die Karriere von Creem zerstört. Seine Frau hat ihn verlassen, die gemeinsamen Töchter mitgenommen und die Scheidung eingereicht. Zwei Monate sind seitdem vergangen und Alex Cross hat derweil andere Fälle bearbeitet, als die Leiche von Darcy Vickers in ihrem Kofferraum gefunden wurde. Die Frau wurde erstochen und ihr wurden die einst blonden Haare radikal abgeschnitten. Zwar wurde auf den Überwachungsbändern der mutmaßliche Täter gefilmt, doch die Fahndung nach ihm bleibt ergebnislos. Kurz darauf wird die Leiche von Elizabeth Reilly aufgefunden. Sie wurde mit einem Strick um den Hals vor ihrem Balkon gefunden. Bei der Untersuchung durch den Gerichtsmediziner steht noch am Tatort fest, dass die junge Frau erst vor wenigen Tagen ein Kind entbunden haben muss - von dem jede Spur fehlt. Wurde die junge Frau ermordet oder handelt es sich um Selbstmord? Tatsächlich wird das Kind kurz darauf ausfindig gemacht. Wie es aussieht, hat die Mutter es außerhalb Washingtons allein entbunden und zurückgelassen - warum? Wollte sie ihr Kind nicht oder wollte sie es vor jemanden aus ihrem Umfeld schützen? Damit nicht genug, wird aus dem Potomac die Leiche eines jungen Mannes gefunden. Ihm wurde ins Gesicht geschossen und auf ihn wurde eingestochen. Im Laufe der Ermittlungen kommt heraus, dass es sich bei dem jungen Mann um einen Stricher handelte. Darcy und der Stricher bilden jedoch erst den Anfang zu einer grausamen Mordserie, die ausgerechnet das sichere Georgetown in Aufruhr versetzt. Schnell ist Alex klar, dass er es mit zwei verschiedenen Tätern zu tun hat, doch wie passt Elizabeth Reilly in das Bild? Sie entspricht keinem der bisherigen Opferprofile. Doch auch privat läuft es nicht ganz rund bei Alex Cross. Sein Pflegekind Ava scheint mit Drogen in Kontakt gekommen zu sein und obwohl er es noch nicht ahnt, wird er seit einiger Zeit beobachtet, denn eine noch größere Katastrophe im Leben von Alex Cross bahnt sich unaufhaltsam ihren Weg ... Der 19. Band der Alex-Cross-Reihe! Der Plot wurde spannend und abwechslungsreich erarbeitet. Besonders gut hat mir gefallen, dass es Protagonist Alex Cross diesmal mit mehreren Fällen parallel zu tun hatte, sodass selbst mir als Leser hier keine Atempause vergönnt war. Die Dynamik dieses Bandes erinnerte mich an die Zeiten, als er es mit Kyle Craig zu tun hatte - und das war mir der liebste Gegner von ihm. Die Figuren wurden facettenreich und authentisch erarbeitet. In diesem Fall muss Protagonist Alex Cross durch seine ureigene Hölle gehen und dennoch muss ich gestehen, ich bewundere die Charakterstärke, die er sich trotz allem bewahrt. Ich hätte mit Sicherheit in einigen Situationen deutlich erhitzter reagiert. Den Schreibstil kann ich nur als packend und fesselnd beschreiben, sodass ich mich von dem Buch gar nicht trenne mochte. Abschließend kann ich sagen, dass dies wieder ein Fall mit Alex Cross war, der mich von der ersten Seite gepackt hatte und mich nicht mehr losließ und ich freue mich bereits jetzt auf den nächsten Band der Reihe.

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Alex Cross und sein Freund und Kollege John Sampson gehören zu einem ganzen Team von Streifenbeamten, Detectives und einer Vertreterin des Jugendamts, das in einer edlen Backsteinvilla in Georgetown dem Verdacht auf illegalen Mädchenhandel auf den Grund geht, in den der gefragte Schönheitschirurg Dr. Elijah Creem und sein Partner Josh Bergman verwickelt sein sollen. Doch bevor sich Cross näher mit den beiden Kriminellen beschäftigen kann, hält ihn eine brutale Mordserie in Atem: Innerhalb kürzester Zeit tauchen in Washington, D.C., mehrere verstümmelte Frauenleichen auf. Darunter macht Cross der Tod der jungen Frau Elizabeth Reilly besonders zu schaffen, weil sie erst vor kurzem ein Kind entbunden hat, von dem wiederum jede Spur fehlt. Und schließlich tauchen im Potomac Leichen von jungen Männern auf, denen nicht nur ins Gesicht geschossen, sondern die Lendengegend mit mehreren Messerstichen übel zugerichtet worden ist. Bei den Ermittlungen wird Cross von einem Blogger namens Ron Guidice besonders kritisch beobachtet. Wie Cross bald herausfindet, war er in einem Fall verwickelt, bei dem Guidices Verlobte als Unbeteiligte während eines Polizeieinsatzes auf offener Straße erschossen wurde. Offensichtlich hegt Guidice seitdem schwere Rachegelüste gegen den Detective. Als Cross an einem Tatort handgreiflich gegen den Blogger wird, verdonnert ihn sein Chef zu Schreibtischarbeit mit Kontaktverbot. Während den Ermittlern bei den Serienmorden die Zeit davonläuft, sind Cross zunächst die Hände gebunden. „Offiziell hatte ich weder mit Elizabeth Reilly noch mit dem Georgetown Ripper noch mit dem Flussungeheuer irgendetwas zu tun. Aber man kann nicht wochenlang intensiv an der Aufklärung diverser Mordserien arbeiten und dann von einem Tag auf den anderen keinen Gedanken mehr daran verschwenden. Ich wollte wissen, was los war.“ (S. 270) Seit seinem ersten Alex-Cross- Band „Morgen, Kinder, wird’s was geben“, der im amerikanischen Original 1993 erschien, ist James Patterson zum erfolgreichsten Thriller-Autor weltweit geworden. In den letzten Jahren hat die Reihe einige Abnutzungserscheinungen erlitten, was sicher auch der Tatsache geschuldet ist, dass Vielschreiber Patterson seine Romane kaum noch selbst verfasst, sondern nur noch die Skizzen für seine Ghostwriter dazu liefert. Auch im mittlerweile 19. Band der Reihe – „Run“ – ist der Qualitätsstandard nicht allzu weit oben angesiedelt. Die Tatsache, dass das Buch einmal mehr Platz 1 auf der Bestsellerliste der New York Times belegt hat, kann nicht darüber hinwegtäuschen, dass Patterson seinen Fokus ganz auf die Action gelegt hat. Während sein sympathischer Held Alex Cross betont, die ganze Zeit über Methoden, Opferprofile und mögliche Motive nachzudenken, hinkt der Autor diesem Ansinnen hinterher. Alex Cross ist hier mit einer schnellen Folge von Serienmorden, zwei Tätern, einem aggressiven Blogger, der auch in Cross‘ Privatleben eindringt und familiären Problemen beschäftigt, die sich diesmal in der Drogenabhängigkeit der 14-jährigen Pflegetochter Ava äußern. All das sinnvoll und tiefgründig unter einen Hut zu bringen braucht schon mehr als 400 Seiten. Immerhin gelingt es Patterson, Alex Cross als liebenden Familienvater darzustellen, was der persönlichen Note des Thrillers und Cross‘ Charakterisierung sehr zugute kommt. Aber was die Auflösung der Serienmorde angeht und auch die Auseinandersetzung mit dem rachsüchtigen Blogger, spult Patterson den Plot nach Schema F herunter. Das ist durchaus spannend und temporeich, aber auch überraschungsarm und stellenweise recht unglaubwürdig.

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--- Achtung, Spoiler! --- Meine Meinung Patterson hat es wieder einmal geschafft und mit Run einen hervorragenden Thriller aus dem Ärmel geschüttelt. Alex Cross ist mir nicht neu, ich habe bereits den ein oder anderen Thriller aus dieser Reihe gelesen und war deshalb durchaus betraut mit dem sympathischen Ermittler und seiner Familie. Das letzte Buch, das ich aus der Reihe las, hat mich allerdings etwas enttäuscht, deshalb waren meine Erwartungen hier sehr hoch – und sie wurden defintiv erfüllt! In Washington wird wieder gemordet. Und wie! Zwei skrupellose und perfide Mörder sind jungen, blonden Frauen und hübschen Männern auf der Spur, um sie auf brutalste Weise zu ermorden. Gleich im ersten Kapitel lernt man diese beiden Psychopathen kennen und ahnt, dass da noch sehr viel mehr folgen wird. Die Geschichte beginnt mit einem Paukenschlag, beruhigt sich dann aber etwas, um bald wieder voll an Fahrt aufzunehmen – und dann geht es in Höchstgeschwindigkeit von Kapitel zu Kapitel. Das Tempo in dieser Geschichte hat mich wirklich mitgerissen, es wurde quasi an keiner Stelle langweilig. Ich muss sagen, dass mir – obwohl ich nicht alle Teile der Reihe um Alex Cross gelesen habe – die Familie sehr ans Herz gewachsen ist. Sie haben so viel erlebt und durchgemacht, man muss sie einfach gern haben! Dementsprechend war ich am Ende der Geschichte total geschockt. Was mit Ava passierte, war erstens sehr überraschend – damit hatte ich nun wirklich nicht gerechnet, auch wenn es im Nachhinein fast voraussehbar gewesen wäre – und es hat mich einfach nur erschüttert. Ehrlich, ich hätte weinen können deswegen! Patterson ist hier also ein echtes Überraschungsmoment gelungen, ein wahrer Knall an einer Stelle in der Geschichte, an der man meinen könnte, das Schlimmste wäre bereits geschehen. Und das hat mir wirklich sehr gut gefallen. Was ich auch gut fand, war, wie Patterson den wahren Antagonisten Guidice so unscheinbar erscheinen ließ. Wozu er fähig ist, erfährt man zwar ziemlich schnell in der Geschichte, wenn er ziemlich skrupellos ein Neugeborenes entführt und dessen Mutter und Urgroßeltern tötet, und dass hinter dieser Fassade eines „harmlosen“ Journalisten ein echter Psychopath steckt, merkt man auch relativ bald. Patterson schaffte es aber trotzdem, die Figuren Creem und Bergman sowie deren schreckliche Taten so in der Vordergrund zu setzen, dass man Guidice irgendwie vergisst. Und dann kommt der vermeintliche Höhepunkt: Creem und Bergman werden geschnappt, die Geschichte scheint damit vorbei. Aber dann erinnert man sich wieder an diesen miesen Typen Guidice und BÄÄÄMM – eine wahre Explosion am Ende. Richtig schrecklich, aber auch unglaublich gut. Diese Spielerei mit Giudices Person war wirklich sehr gut, aber es gab auch einen Punkt an der ganzen Sache, die mir nicht ganz so gut gefallen hat. Der Klappentext verrät „Lauf um dein Leben, Alex Cross“ – da habe ich natürlich mit adrenalingeladenen Verfolgungsjagden und Psychospielchen gerechnet. Tja, die Psychospielchen bekommt man als Leser zwar geliefert, aber dadurch, dass Guidice im Laufe der Geschichte ein wenig in den Hintergrund rückt, verschwindet auch diese „Verfolgungsjagd“ ein kleines bisschen, was ich ein wenig schade fand. Eine weitere Kleinigkeit, die ich nicht so gut fand, war Guidices Ende an sich. Er ist ein wahrer Psycho, er will eigene Kinder und bekommt diese auch auf die hinterlistigste Weise, die man sich vorstellen kann, aber mehr erfährt man dazu eigentlich nicht. An dieser Stelle hätte ich mir schlicht und ergreifend ein wenig mehr Information gewünscht. Die Charaktere Alex Cross – der Protagonist dieses Thrillers – ist ein harter Kerl mit wirklich weichem Kern. Er kann durchgreifen, erkennt und versteht aber auch die menschlichen Seiten bei seinen Fällen, was ihn einfach zu einem sympathischen Menschen macht. Er hat schon unglaublich viel erlebt, unter anderem wurde eine Frau getötet. Aber er hat in Bree – quasi einer Kollegin – eine neue Liebe gefunden und sie auch geheiratet (das steht aber alles in einem anderen Buch geschrieben). Gemeinsam mit Alex‘ Mutter Nana leben die beiden mit ihren Kindern in Washington. Das neuste Mitglied der Familie ist Ava, ein 14-jähriges Mädchen ohne Mutter oder sonstige Familie. Sie ist auf der Straße groß geworden – natürlich mit Drogen. Sie kennt nichts anderes als Ablehnung und Hass, lebt wie ein Einsiedler und lässt nichts und niemanden an sich ran. Aber bei Familie Cross findet sie Schutz, Geborgenheit und Liebe. Sie nehmen Ava bei sich auf und denken sogar über eine Adoption nach. Ich habe für dieses Mädchen so unheimlich viel Sympathie und Mitleid empfunden und konnte mich sehr in ihre Lage hineinversetzen. Umso schöner fand ich es, wie Familie Cross sie liebt und alles dafür tut, um sie bei sich behalten zu dürfen. Das alles wird ihnen aber nicht leicht gemacht, denn der hinterlistige und skrupellose Guidice hat natürlich seine Finger im Spiel – oooorrrr, wie ich ihn doch hasste! Er ist natürlich der Antagonist schlechthin in dieser Geschichte und könnte unsympathischer gar nicht sein – was natürlich gut ist! Denn das macht den Thriller äußerst glaubwürdig. Und dann sind da natürlich noch der Schönheitschirurg Dr. Creem und Bergman. Auch diese beiden Figuren sind hervorragend gezeichnet: böse, unsympathisch, mörderisch gut. Alles in allem also ausgezeichnete Charaktere, die sowohl meine Wut zum Kochen brachten als auch unglaublich viel Sympathie erweckten. Der Schreibstil Pattersons Schreibstil ist wirklich großartig. Die Kapitel sind relativ kurz gehalten (im Schnitt gut 3 Seiten), was der Geschichte sehr viel Tempo gibt. Man bleibt beim Lesen einfach immer in Bewegung. Patterson wechselt immer wieder die Perspektiven: Alex Cross‘ Sichtweise wird aus der Ich-Perspektive erzählt und die Sicht von Creem, Bergman und Guidice erlebt man in der dritten Person, wodurch man natürlich mehr zum Zuschauer wird, trotzdem aber alle wichtigen Informationen geliefert bekommt. Das Schöne an Pattersons Schreibstil ist, dass er sehr geradlinig und eingängig ist. Er verliert sich nicht in komplizierten juristischen Beschreibungen, sondern hält diese kurz, knackig und vor allem verständlich. Dadurch wird das Buch auch dann nicht langweilig, wenn es beispielsweise um irgendwelche Gesetze geht. Fazit Alex Cross – Run ist ein Thriller mit sehr hohem Tempo, der mich durchgängig auf 180 brachte, mich selten verschnaufen ließ und vor allem unglaublich schockierte. Mit anderen Worten: Ein echt guter, wenn auch sehr einfach gestrickter Thriller. Man muss nicht lange rätseln, schließlich ist schon von der ersten Seite an klar, wer die Mörder sind. Trotzdem wird dem Leser am Ende noch einmal ein wirklich krasser Plottwist geboten. Einen Stern Abzug gibt es dafür, dass ich mir vom Titel her ein bisschen mehr Adrenalin-Rush und am Ende ein paar mehr Informationen gewünscht hätte.

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Der 20. Band

Von: Harakiri

17.01.2016

Sein neuer Fall ist auch sein persönlichster! Ein …. Macht Jagd auf Alex Cross. Er will ihn tot sehen, aber vorher will er ihn noch persönlich vernichten! Alex merkt nicht, dass er abgehört wird und hinkt seinem Widersacher so immer einen Schritt hinterher. Zudem hat er noch an einem Fall zu nagen, der auch nicht ohne ist: ein Mörderpaar verübt scheinbar ziel- und planlos Morde an jungen Menschen. Kann Alex die Täter stoppen? Die Art wie sich Alex‘ Widersacher an ihn heranmacht ist perfide, aber wirksam. Seine Rufmordkampagne, sowie einige persönliche Seitenstiche, bringen Alex in Verruf und fast um seinen Job. Auch der 20. Alex Cross‘ ist alles andere als langweilig! Kurze Kapitel halten das Tempo des Buches wieder sehr hoch und machen das Lesen zu einem Vergnügen. Pattersons Schreibstil ist mitreißend und so flüssig, dass sich das Buch wieder einmal wie von selber liest. Seine Charaktere wachsen einem immer mehr ans Herz, blöd nur, wenn dann einer auf einmal nicht mehr dabei ist, was ich sehr bedauert habe. Den bösen Gegenpart im Roman nimmt hier ein Journalist ein, der vor Jahren – vermeintlich durch Alex Schuld – seine Frau verloren hat. Zugegeben, ein wenig weit hergeholt und auch seine Taten sind nicht immer schlüssig, aber mir hat dennoch gefallen, wie schlau er vorging und wie heftig sein Hass war. Fazit: 20 Bände Alex Cross, 20 mal Hochspannung, 20 mal pures Lesevergnügen, 20 mal lesen ohne Pause – ich freue mich schon auf Fall 21.

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