Leserstimmen zu
Tiefdruckgebiet

Myrthe van der Meer

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Myrthe führt ein perfektes Leben: Sie ist jung, gut aussehend, liebt ihren Job und führt eine glückliche Beziehung. Dass sie fast täglich an den Tod denkt, tut sie als unbedeutende Marotte ab – bis zu dem Tag, an dem alles über ihr zusammenbricht und sie sich in der geschlossenen Abteilung einer psychiatrischen Klinik wiederfindet. Frei von Pathos und doch bewegend und mit überraschend viel Humor holt Myrthe van der Meer das Thema Depression aus der Tabuzone: Sie beschreibt, wie sie sich allmählich in der Welt der Therapeuten, Pillen und Mitpatienten zurechtfindet, was sie in der Klinik über sich selbst erfährt und wie sie nach fünf Monaten hinter fast immer verschlossenen Türen den Schritt zurück ins Leben wagt ... Ein mitreißendes, ehrliches und aufklärendes Buch zu einer Krankheit, über die noch immer viel zu oft geschwiegen wird. (Klappentext) Der nachfolgende Text kann Spoiler enthalten. Ich habe jetzt eine Weile überlegt, ob ich dieses Buch rezensieren möchte oder nicht. Da es sich nicht um ein Rezensionsexemplar handelt, kann ich mir das ja aussuchen. Vorweg möchte ich betonen, dass es sich bei dem Buch um keine Anleitung zum Umgang mit Depressionen handelt. Der Inhalt wird einem Betroffenen vermutlich nicht helfen, seine inneren Dämonen besser zu bekämpfen. Zumindest bei mir war das so. Es soll wohl ein Tatsachenbericht sein. Und hier kommen wir zu dem ersten Punkt, der mir aufgefallen ist und mich ein wenig unruhig macht. Denn ich bin mir nicht sicher, ob die Beschreibung ihres Leidens wirklich so den Tatsachen entspricht, oder ob sie die Ursachen für ihre Depression nicht auch verfremdet hat. Somit ist das Buch für mich kein Tatsachenbericht mehr, er ist Fiktion. Ich finde das ein wenig irreführend und das enttäuscht mich. Warum ich so fühle? Im Buch hat sie zwei Brüder und eine Schwester, im Dankeswort erwähnt sie nur zwei Schwestern. Außerdem lobt man seine Eltern dort nicht in den Himmel, wenn sie im Buch Teil des Problems waren. Verfremdung macht bei diesem Thema durchaus Sinn, schließlich möchte keiner, dass so intime Dinge über ihn Preis gegeben werden. Aber dann sollte das Buch auch nicht als Tatsachenbericht angepriesen werden. Über den Inhalt zu urteilen ist schwer. Jemand, der mit Depression und Psychiatrien noch nie etwas zu tun gehabt hat, kann sich vermutlich nicht vorstellen, wie das ist. Dieses Buch bietet einen Einblick, der sehr subjektiv ist. An einigen Stellen musste ich allerdings der Autorin zustimmen, wie z. B. wenn es um die vermeintliche „Entscheidungsfreiheit“ des Patienten geht. So etwas existiert nämlich nicht. Entscheidet man sich gegen ein Medikament oder eine Behandlung, wird man gleich als „hoffnungsloser Fall“ abgestempelt und bekommt im schlimmsten Fall überhaupt keine Hilfe mehr. Hier spreche ich aus persönlicher Erfahrung. Trotzdem hat mich das Buch gut unterhalten und war im Nu ausgelesen. Teilweise schwingt auch ein feiner Humor mit, der vermutlich doch ziemlich schwarz ist, aber es ist einer der vielen Wege um mit seiner Depression um zugehen. Trotz des schwierigen und dunklen Themas liest sich das Buch doch sehr gut und flüssig. Es hat mich auf jeden Fall gut unterhalten.

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Unglaubliches Buch! Ich habe es verschlungen, musste oft lachen und immer wieder weinen. Großartig!

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Inhalt: Auf den ersten Blick führt Myrthe ein perfektes Leben: Sie ist jung, sieht gut aussieht, liebt ihren Job und ist in einer glücklichen Beziehung. Der Schein trügt, die junge Frau denkt jeden Tag an den Tod, was sie als Marotte abtut – bis zu dem Tag, an dem sie zusammenbricht und in eine psychiatrische Station gebracht wird. Sie schreibt über den Alltag mit der Depression, über die Mitpatienten und die Medikamente. Ein Einblick in eine Welt voller Tabus. Meine Meinung: Über dieses Thema habe ich schon unzählige Bücher gelesen und habe deswegen „Tiefdruckgebiet“ zu allererst nicht wirklich Aufmerksamkeit geschenkt, aber die Neugier war größer, so las ich doch zumindest die Leseprobe und das Gespräch zwischen Myrthe und ihrem Arzt, hat mich zum Lesen gebracht. Ihr Arzt sagt: „Sie sind nicht krank?“ Darauf sagt sie: „Dann kann ich also auch nicht gesund werden?“ Und ich werde es keine Sekunde bereuen, dieses Buch gelesen zu haben. Selten habe ich so einen authentischen Bericht gelesen. Myrthe ist in der Annahme, dass jeder Menschen ständig an den Tod denkt, dass sie da gar nicht so anders ist, erst durch die Ärzte stellt sie fest, dass bei ihr der Denkfehler liegt, aber auch dann, dann kann sie nicht wirklich loslassen, weil es bei ihr eingebrannt ist, einfach schon so zu ihrem Alltag gehört. Man bekommt auch Einsicht in die Medikamente die sie nimmt und hier fand ich gut ausgearbeitet, dass sie eben kein Heilmittel waren, sie haben bei ihr nicht wirklich angeschlagen, egal was sie versuchte. Es ist natürlich tragisch für Myrthe, aber es zeigt Betroffenen, dass sie nicht alleine sind, sollten bei ihnen die Medikamente auch nicht wirken. Der Alltag in der Klinik ist durchwachsen, Myrthe öffnet sich nicht wirklich, sie spielt ein Schauspiel, gibt immer die taffe und lustige Frau, nur wenn man in ihre Gedanken abtaucht merkt man, da ist der Sarkasmus zwar da, aber mehr als Schutz, um sich nicht einzugestehen, wie schlecht es ihr eigentlich wirklich gibt. Die Mitpatienten, nun ja, manche machen Angst, zu einigen entsteht allerdings auch eine Freundschaft und man erfährt von ihren Geschichten, nicht detailliert, aber durch kurz umrissen. Die Geschichte ist nicht aus, wenn man das Buch zuklappt, es ist so, Myrthe ist nach dem Klinikaufenthalt nicht geheilt, auch hatte ich das Gefühl, ihr ging es nur minimal besser, weshalb es interessant wäre, wie es ihr jetzt, in der „wirklichen Welt“ geht. Gerne könnte noch ein Buch mit dem Titel Hochdruckgebiet folgend, ich würde es mit Freude lesen, weil man einfach wissen will, wie es in ihrem Leben weitergeht, was sich geändert hat, nach der Klinik, dem Buch und der Welt, in der sie jetzt lebt. Fazit: Ein Buch das zeigt, dass eine Depression nicht nach einem Krankenhausaufenthalt und Medikamenten überwunden ist, sonders sich zieht wie Kaugummi. Für mich absolut lesens- und empfehlenswert!

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