Leserstimmen zu
Selbststeuerung

Joachim Bauer

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Überall wo zwischenmenschliche Beziehungen abnehmen, nehmen Gesundheitsstörungen zu. Ein schöner Satz, der für Leute zutrifft, die sich nicht selbst gefunden haben. Wer sich selbst gefunden hat, ist gesund und glücklich auch ohne Beziehungen.

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Joachim Bauer nennt sein neues Buch Selbststeuerung, aber so interessant und wichtig ich seine Aussagen und Erläuterungen über weite Strecken finde, er macht meines Erachtens schon mit dem Titel seines Buches einen grundlegenden Fehler: Sind wir von vornherein zu sehr darauf aus, uns selbst und unsere Impulse zu steuern oder zu hemmen, uns Regeln und Normen anzupassen und zu unterwerfen, verlieren wir damit schnell auch den Zugang zur Ursache und zu dem Komplex, welcher sich hinter einem Impuls verbirgt. J. Bauer führt u. a. den Marshmallow-Test an, bei dem herauskommt, dass kleine Kinder, die ihrem Impuls, diese Süßigkeit sofort zu futtern, widerstehen können (weil sie dann nach einer Weile einen zweiten erhalten!), im späteren Leben bessere Schulabschlüsse und Uninoten erzielen und auch stabilere Beziehungen haben. Auch der Neurobiologe, Arzt und Psychotherapeut J. Bauer lässt allerdings völlig unbeachtet, über wen und was dieser Test vielleicht viel mehr zeigt, als über die getesteten Kinder. Dass nämlich die Institutionen unserer Kultur und ihre Repräsentanten und auch viele Beziehungspartner, eine kleinbürgerliche und konservative Vorliebe haben für Leute, die sich nach Regeln richten, die sich anpassen und eher opportunistisch sind. „Was uns im Verlauf der Evolution zur erfolgreichsten Spezies gemacht hat“, sei „Konzentration, planvolles Handeln, Selbstkontrolle und soziale Kompetenz.“ (S. 55) Laut Bauer fehlt es vor allem an Erwachsenen Vätern, welche Kinder „beim Erwerb dieser Kompetenzen anleiten und den Kindern wohlbegründete Grenzen setzen oder ein klares Nein aussprechen.“ Professor Bauer findet nicht, dass man sich in diesem Zusammenhang von der „grausamen schwarze Pädagogik vergangener Zeiten“ irritieren lassen sollte und blendet an gleichzeitig komplett aus, zu was „Konzentration, planvolles Handeln, Selbstkontrolle“ und auch eine entsprechend besondere soziale Kompetenz geführt haben: Zu einer technischen Zivilisation die innerhalb ihrer Instrumentalisierung, ihrer Regeln, Normen und Gesetze besonders effizient ihre Zerstörung, ihren Müll und ihre allergiftigsten Altlasten zu Kindern und damit derjenigen Mehrheit von Menschen auslagert, die räumlich und mehr noch zeitlich am weitesten von allen Möglichkeiten entfernt sind, sich dagegen zu wehren: Es sind die Ärmsten Menschen in besonders betroffenen und meist weit entfernten Regionen des Planeten und mehr noch die Kinder als nachkommende Generationen. J. Bauer schert sich mit keiner Zeile darum, wie essentiell eine wirklich exzessive Selbstdisziplin, sowie Kontrolle und Organisation, Bedingung und Voraussetzung für die Entwicklung der Atombombe oder der industriell erzeugter Erderwärmung waren und sind. ... Weiterlesen: http://www.fuehlenunddenken.de/meine-seite-und-ich-3/krankheit-und-heilung/

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Wir sind nicht unsere Gene, d.h. genetische Anlagen werden nicht zwangsläufig in tatsächliche körperliche Vorgänge umgesetzt. Vielmehr wirken unsere sozialen Beziehungen im An- bzw. Abschalten von Genen mit. Wer das bisher für esoterisches Gedankengut hielt, kann es bei dem Freiburger Neurobiologen und Bestsellerautor Prof. Dr. Joachim Bauer nachlesen: „ Aus jedem psychischen wird ein biochemischer Vorgang.“ Gute zwischenmenschliche Beziehungen sind aus seiner Sicht „die beste Droge für die Vermeidung von Streß“. Unser Denken und unsere Gefühle, vor allem aber unsere Beziehungen steuern die Gene. Jede Beziehungserfahrung hat biochemische Folgen. Damit hat unser Umgang mit Mitmenschen, die Gefühle, die wir erleben, jeder Kontakt an der Kasse des Supermarktes mit der Kassiererin Konsequenzen auf die Steuerung unserer Körperfunktionen ebenso wie auf das Erleben von Streß und die Entstehung von Krankheiten. Prof. Dr. Joachim Bauer: „Nur 1-2% der Krankheiten sind durch echte Genveränderung bedingt.“ Ob die in unseren Genen angelegten Krankheiten tatsächlich entstehen, hängt davon ab, ob diese an- oder abgeschaltet werden. Diese Genregulation erfolgt über biochemische Signale in Verbindung mit dem limbischen System, der emotionalen Zentrale unseres Gehirns. Das bedeutet, dass die Emotionen wesentlich beteiligt sind. Emotionen und damit die zwischenmenschlichen Kontakte bestimmen also ganz letztlich unsere Entwicklung ebenso wie unsere Gesundheit. „Wenn im Leben eines Menschen Angst, anhaltende Traurigkeit, Stressgefühle… auftauchen, dann hat dies i.d.R. damit zu tun, dass im Rahmen einer bedeutsamen zwischenmenschlichen Beziehung dieses Menschen wichtige emotionale Anliegen bzw. Bedürfnisse in Gefahr geraten sind.“ Und: „Überall dort, wo zwischenmenschliche Beziehungen… abnehmen, nehmen Gesundheitsstörungen zu.“ Gravierend sind die Folgen gestörter Beziehungen in der Kindheit. Sie führen zu posttraumatischen Störungen und beeinflussen die Regulation der Gene. Umgekehrt zeigen Studien, dass liebevolle Beziehungen mit wichtigen Bezugspersonen eine positive Wirkung auf die Entwicklung von Resilienz, die Widerstandsfähigkeit gegen Stress, haben. Dank der Neuroplastizität unseres Gehirns, das immer neue Verbindungen knüpfen kann, scheint es also nicht unwahrscheinlich, dass positive Gefühle eine heilende Wirkung entwickeln können.

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Joachim Bauer zeigt in seinem Buch auf, wie die Selbststeuerung, verstanden als ganzheitliche Selbstfürsorge, jeden einzelnen befähigen kann, seinen freien Willen zu entdecken und im Rahmen seiner Entscheidungen auszuleben. Sehr anschaulich erläutert er Bereiche wie die eigene „Ersatzfütterung“ und Suchtverhalten, die Beteiligung der Psyhche an biologischen Prozessen, den Einfluß von sozialen Kontakten, die Wichtigkeit des „inneren Arztes“ u.v.m. Besonders eindrucksvoll fand ich die Schilderungen, wie Beziehungen und Lebensstile unsere Gene steuern, wie dadurch Genmutationen und Krankheiten entstehen können und auch die Sicht, Krankheiten als Weckruf zu nutzen, als Rückmeldung des Körpers, fürsorglicher mit ihm umzugehen und deshalb sein Verhalten zu ändern. Zu einer guten Selbststeuerung gehört eben auch das Abwägen von spontanen gegen längerfristigen Eigeninteressen. Da die meisten Krankheiten multikausale Ursachen haben, sollte man sich nicht nur auf den schulmedizinischen Aspekt beschränken; Selbstvertrauen und die daraus erwachsende Selbststeuerung, die vermag auf körpereigene Abwehr- und Heilungskräfte Einfluß zu nehmen. Sehr spannend fand ich auch die Beschreibungen zur Demenzprophylaxe, z.B. Achtsamkeitsmeditation/-übungen oder Fürsorgeaufgaben ( Verantwortung für Pflanze übernehmen). Mein Eindruck: Die dargestellten Zusammenhänge wurden gut nachvollziehbar, keinesfalls wissenschaftlich abgehoben, geschildert. Im Mittelpunkt steht die ganzheitliche Sicht des Menschen als Individuum, mit eigenen Erfahrungen und Prägungen. Ich fand die Ausführungen zur Selbststeuerung, verstanden als ganzheitliche Selbstfürsorge, sehr motivierend und werde nun meine Gewohnheiten genauer überprüfen... Ein hervorragendes Buch, das Wissen vermittelt und den Leser nicht nur darüber nachdenken läßt, wie gut er mit sich selber umgeht, sondern auch aufzeigt, wie er seine persönliche Route dazu finden kann.

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Unter der Vielzahl von mehr oder weniger gelungenen und hilfreichen Ratgebern zum Thema sticht dieses Buch hervor: jeder Gedanke, jede Anregung, ja Forderung fordert uns auf, unsere Wegmarken und Ziele in Frage zu stellen. Als kritischer, auch selbstkritischer Mensch befinde ich mich seit meiner Selbstbewusstwerdung auf einem der richtigen Wege. Dieses Buch gibt allen "Einzelkämpfern" gegen Konsumterror und Fremdbestimmung Kraft und Ausdauer, auch die letzten Meter zu wahrem Glück in einem zu kurzen Leben zielsicher zu finden und dieses zu meistern. Glückwunsch zu einem Werk, das in keinem Bücherschrank fehlen sollte.

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