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Leserstimmen (83)

Dörte Hansen: Altes Land

Altes Land Blick ins Buch

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Taschenbuch, Broschur ISBN: 978-3-328-10012-6

Erschienen: 13.03.2017
Dieser Titel ist lieferbar.

Bestseller Platz 6
Spiegel Taschenbuch Belletristik

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Altes Land von Dörte Hansen

Von: buecher_tipps Datum : 12.06.2017

https://buechertipps.wordpress.com

Meine Meinung:

Besonders die skurrilen Figuren in diesem Buch haben es mir angetan. Und davon gibt es jede Menge. Neben den Hauptfiguren Vera und Anne sind da noch der alte Nachbar, ein junger Bauer aus Leidenschaft und ein Städter, der versucht das Landleben zu verstehen. Doch neben den durchaus humorvollen Schilderungen der alttäglichen Vorkommnisse, gibt es durchaus auch ernstere Töne. Das Thema des Flüchtlings, der nie wirklich ankommt und das Gefühl von Heimat nicht kennt, zieht sich durch das Buch. Dabei ist der alte Bauernhof ein Symbol für das Befinden der Bewohner. Ich muss sagen, mir hat das Buch gefallen. Sowohl die Szenen in der Vergangenheit, als auch die in der Gegenwart sind anschaulich geschildert. Auch die modernen Vollwertmuttis bekommen ihr Fett weg. Und am Ende hat man richtig Lust, einmal die Obstgärten im „Alten Land“ zu besuchen.

Klare Leseempfehlung mit Insgesamt 5/5 Sternen.

Und natürlichen vielen Dank ans Bloggerportal für das Rezensionsexemplar!

„Dit Huus is mien un doch nich mien …“

Von: Literaturwerkstatt-kreativ /Blog Datum : 23.05.2017

www.literaturwerkstattkreativblog.wordpress.com

„Literaturwerkstatt- kreativ“ rezensiert

„Altes Land“ von Dörte Hansen

„Dit Huus is mien un doch nich mien …“

steht auf dem Balken des Hauses in dem die fünfjährige Vera mit ihrer Mutter – Hildegard von Kamcke – 1945 nach ihrer Flucht aus Ostpreußen Zuflucht findet. Sie sind unwillkommene Flüchtlinge im alten Land und werden so auch von der Hausherrin Ida Eckhoff – Altländer Bäuerin in sechster Generation – behandelt. Nachdem der traumatisierte Sohn von Ida Eckhoff, Karl aus dem Krieg zurückkommt, heiratet Hildegard von Kamcke ihn und wird somit Ida Eckhoffs Schwiegertochter und Herrin des Hofes.

„Dit Huus is mien un doch nich mien… Die Inschrift galt für beide. Sie waren ebenbürtig, sie lieferten sich schwere Schlachten in diesem Haus, das Ida nicht hergeben und Hildegard nicht mehr verlassen wollte“.

Kurze Zeit nach dem Ida Eckhoff verstorben ist wird Hildegard von einem anderem Mann schwanger und zieht mit ihm nach Hamburg. Dort bekommt sie noch eine Tochter, Marlene. Ihre mittlerweile vierzehnjährige Tochter Vera lässt sie einfach auf dem Hof bei ihrem Ex- Mann zurück. Vera bleibt auf dem Hof, beendet ihre Schule, wird Zahnärztin und kümmert sich viele Jahre um ihrem kranken und später auch dementen Stiefvater Karl. Ein halbes Jahr später nach dem Karl verstorben ist, bittet ihre Nichte Anne (Marlenes Tochter) Asyl für sich und ihren kleinen Sohn Leon. Diese hält es in Hamburg nicht mehr aus, nachdem sie raus bekommen hat, dass ihre Mann schon längere Zeit eine Geliebte hat. Vera nimmt die beiden Flüchtlinge auf. Beide Frauen müssen nun nachdenken, umdenken und sich auf neue Wege einlassen.

Fazit

Dörte Hansen ist mit “Altes Land” ein wunderbarer Debütroman gelungen. Ihr Erzählstil ist nie langweilig und die Handlungen gut auf den Punkt gebracht. Sehr ausdrucksstark und humorvoll beschreibt sie die einzelnen Protagonisten und lässt diese vor meinem Auge lebendig werden. Kopfkino vom feinsten. Die Autorin hat mich mit ihrem trockenen Humor auch laut lachen lassen, aber in andern Passagen musste ich tief durchatmen, denn sie verschont nicht. Besonders gefallen hat mir auch die immer wiederkehrende plattdeutsche Sprache und der dazugehörige norddeutsche Humor:

„Na , wedder Stalingrad tohuus ?“ fragte Hinni dann. Es hatte sich herumgesprochen, dass bei Eckhoffs ziemlich oft die Wände wackelten, aber bei Lührs war es nicht besser. Hinnis Vater war in der Buddel, man wusste nie, in welchem Zustand er nach Hause kam. Am besten war es, wenn er leicht angetüdert war, dann wollte er die Welt umarmen und küsste seine Frau. Aber zwei Köm mehr, und Stalingrad war auch bei Lührs.“

Schön sind auch die Nebenschauplätze, wo Großstädter aufs Korn genommen werden oder die schrullige Landbevölkerung auch ihr Fett weg bekommt.

Das Cover ist schlicht gewählt, passt aber wunderbar zur erzählten Geschichte, wunderbar zum Alten Land.

Ich kann nur sagen lest dieses Buch. Bei mir sind die Seiten nur so dahin geflogen und ich habe so manches zu Hause liegen lassen, um nicht aus dem Sog des Kopfkinos heraus gerissen zu werden.

Ich hoffe Frau Hansen schreibt weiter !!!

Altes Land

Von: Erdhaftig schmökert Datum : 19.04.2017

www.erdhaftigschmoekert.wordpress.com

Die Suche der Großstädter nach der ländlichen Idylle im Alten Land trifft auf knorrige Bauern und eine unverwüstliche Zahnärztin. Aus Sicht der verschiedenen Typen und besonders der nach dem 2. Weltkrieg aus Pommern geflohenen, heutigen Ärztin im Ruhestand zeichnet die Autorin mal liebevoll, mal etwas garstig ein klares Bild zum Landleben. So, wie es ist und so, wie manche SUV-Fahrer es erwarten.

Ich habe beim Lesen oft geschmunzelt und mich an einigen Stellen sogar gekringelt vor Lachen. Knorrige Altländer, nach Idylle suchende Städter. Eine Enkelin, die samt Kind vor Hamburger Helikoptereltern zu ihrer Tante flüchtet. Journalisten, die das Landleben in vollen Zügen genießen möchten und dabei von einem Fettnäpfchen ins andere treten - ohne es zu merken, versteht sich. Viele Typen und Charaktere durchziehen diesen Roman, es entwickeln sich kurzgeschichtenartig kleine Begebenheiten durch die man die Akteure allmählich immer besser kennenlernt. Manche schätzt man, manche lernt man einzuschätzen. Ein Heimatroman, modern, mit klarer Sprache und Witz. Ohne Schnörkel bringt Dörte Hansen die scharfe Schere zwischen tiefer Verbundenheit zu einem Landstrich versus der Suche nach dem nächsten (Idylle-) Kick auf den Punkt.

Herrlich!