Leserstimmen zu
Elf Tage in Berlin

Håkan Nesser

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Amüsant und doch ein wenig traurig

Globus Buchshop

Von: Manuela Hruschka aus Hockenheim

28.05.2018

Auf dem Sterbebett seines Vaters erfährt Arne, dass seine tot geglaubte Mutter noch lebt. Im Alter von einem Jahr hatte sie ihn wegen eines Troubadours verlassen. Als letzten Willen seines Vaters soll Arne nun seine Mutter suchen, die in Berlin leben soll, und ihr ein verschlossenes Kästchen geben, welches der Vater einst einer Hellseherin abgekauft hat. Keine einfache Aufgabe, denn nach einem Badeunfall in seiner Kindheit hat Arne Schwierigkeiten mit der Konzentration. Komplexe Zusammenhänge zu erfassen ist nahezu aussichtslos. Zudem ist Arne der deutschen Sprache nur bedingt mächtig. Dennoch versucht er, sein Bestes zu geben. Eine teils amüsante, zugleich aber auch traurige Lektüre. "Auf Wiederschnitzel", wie Arne nach zu viel Genuss von Wein auf Seite 117 sagt.

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Als Kind springt Arne Albin Hektor Murberg in einen Badesee, und verletzt sich am Kopf. Sein Gehirn ist dauerhaft geschädigt. So sehr, dass die Erwachsenen anfangs immer wieder den Raum verlassen, um über das Schicksal unbemerkt zu weinen. Arne wächst ohne Mutter beim Vater auf. Tante und Onkel helfen bei der Erziehung des Kindes, das indes sorgenfrei aufwächst, dank seines Unfalls für immer mit einem Hang zur kindlichen Naivität neigend. Eines Tages stirbt der Vater. Arnes Leben ändert sich von Grund auf. Am Totenbett erfährt der junge Erwachsene von seiner Mutter, und erhält vom Vater den Auftrag, die Mutter, die inzwischen in Berlin lebt, aufzusuchen und ihr ein Kästchen zu übergeben. Für Arne beginnt ein Abenteuer. Der schwedische Bestsellerautor, Håkan Nesser, hat in seinem 2015 erschienenen Roman mal keinen Krimi geschrieben. Vielmehr ist dieser der letzte Teil einer Städtetrilogie, zu dessen Zweck er eine Weile in Berlin gelebt hat. Die Handlungsstränge werden von Nesser so geschickt gewebt, dass zuletzt Realität und Phantasie miteinander verschmelzen, um dem Ganzen einen übergeordneten Sinn zu geben. Oder vielleicht nicht. 2017 als Taschenbuch erschienen, ist der Roman eine unbedingte Leseempfehlung.

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Wie ein defekter Computer fühlt sich Arne Murberg, der nach einem Kopfsprung ins flache Wasser in seiner Kindheit sprichwörtlich „auf den Kopf gefallen“ ist. Er hat Probleme sich zu konzentrieren und kompliziertere Aufgaben zu erfüllen. So eine komplizierte Aufgabe erhält Arne dann aber ausgerechnet am Sterbebett seines Vaters: er soll nach Berlin fahren, seine abgehauene Mutter finden und ihr ein mysteriöses Kästchen übergeben. Ganz allein macht Arne sich auf den Weg und schlägt sich wunderbar in dieser aufregenden Situation. Schon häufiger hat Hakan Nesser über liebenswerte Eigenbrötler und Außenseiter geschrieben, mit Arne Murberg hat er aber einen seiner schönsten Charaktere erdacht. Arne muss man einfach mögen und wie der „einfach gestrickte“ junge Mann im Verlauf der Geschichte über sich hinauswächst, ist toll zu lesen. Wie das Buch dabei außerdem sprachlich zum Protagonisten passt, ist einfach gelungen. Seine einfachen Sätze und Erkenntnisse sind in eine wunderbar bildhafte, liebevolle Sprache verpackt. Aus Arnes Sicht wird so die Reise nach Berlin (streng unterteilt in die elf Tage als Kapitel) geschildert. Seine Gedanken und Herausforderungen, Enttäuschungen und Freuden halten das Buch auch ohne wuchtigen Spannungsbogen durchgehend unterhaltsam. Zwar isst Arne überproportional oft (vier Currywürste, einiges an Hausmannskost und diverse Biere), aber „[…] vielleicht war es ja wirklich so einfach. Man konnte nicht gleichzeitig hungrig und glücklich sein. Und genauso wenig satt und unglücklich.“ Und so versprüht Arnes Reise trotz, in anderem Kontext sicher ein wenig ermüdender, zahlreicher kulinarischer Ausflüge einfach Glück und Freude. Das liegt auch an der tollen Konstruktion der Geschichte. Irgendwie geht bei Arne trotz manchem Problem doch immer alles gut und er trifft ungewöhnliche und meist sympathische Menschen. In Arnes Erlebnisse mischen sich außerdem noch zwei Nebenhandlungen, die der Geschichte fast einen Märchenhaften Anhauch verleihen. Das muss man mögen, ich persönlich fand es durchweg gelungen. So ist “Elf Tage in Berlin” ein absolutes Wohlfühlbuch, spannend geschrieben und emotional mitreißend ohne kitschig zu sein. Ohne Zweifel 5 von 5 Sternen und die absolute Leseempfehlung!

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Der Schwede Arne Murberg ist nach einem Badeunfall in seiner Kindheit nicht mehr der Alte. Man könnte auch sagen, er ist nicht mehr die hellste Kerze auf der Torte. Er hat Schwächen bei seiner Konzentration und beim Erfassen von etwas komplexeren Zusammenhängen. Dafür ist er aber ein absolut lieber und freundlicher Kerl! Als sein Vater stirbt, muss er ihm noch auf dem Totenbett ein Versprechen geben, welches sein ganzes Leben verändern wird! Er, der Trottel, soll seine totgeglaubte Mutter im fernen Berlin aufsuchen und ihr ein mysteriöses Kästchen übergeben. Arne macht sich also zum ersten Mal in seinem Leben alleine auf den Weg. Und dann auch noch gleich auf einen so weiten Weg in ein fremdes Land und eine riesige Metropole. Seine Deutschkenntnisse sind zwar nur minimal, aber was soll da schon schief gehen? In Berlin kreuzt sich schnell sein Weg mit dem eines etwas wirren Professors und einer liebevollen und klugen jungen Rollstuhlfahrerin. Hakan Nesser war bis jetzt nicht unbedingt in meinem Buch-Lese-Beute-Schema. Mit diesem hat er es aber definitiv geschafft! Es handelt sich bei "Elf Tage in Berlin" nicht um einen Krimi, sondern um eine wirklich irre, wundervolle, liebevolle und spannende Geschichte. Ich bin immer noch völlig hin und weg! Dieses Hörbuch hat mich völlig gefangen genommen und es war seehr schwer mich von meinem Player zu entfernen! Toll! Ja, ich muss sagen, Hakan Nesser hat mich mit dieser Geschichte wirklich überzeugt! Hoffentlich schreibt er bald wieder einen "Nicht-Krimi" :-) Über Dietmar Bär gibt es nur so viel zu sagen: seine Stimme ist eine echte Wohltat und ich höre ihm wirklich gerne zu. Er macht die Personen total lebendig ohne sich in den Vordergrund zu schieben. Herrlich! Somit gebe ich 6 von 5 Sterne und bleibe voll und ganz begeistert!

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