Leserstimmen zu
Julius Zebra - Raufen mit den Römern

Gary Northfield

Die Julius Zebra-Bücher (1)

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Julius Zebra Von Anna Stemmann Julius ist ein Zebra und lebt unbeschwert in der afrikanischen Steppe. Davon erzählt Gary Northfield in Julius Zebra – Raufen mit den Römern. Von den kleinen Unwägbarkeiten eines Zebralebens, ein nerviger älterer Bruder und dem Gedränge am Wasserloch, mal abgesehen, kann Julius sich eigentlich nicht beschweren. Bis seine Ruhe plötzlich auf den Kopf gestellt wird, denn eine ganze Legion Römer nimmt ihn und andere Tiere gefangen und transportiert sie ins ferne Rom, um sie dort gegen andere Gladiatoren kämpfen zu lassen. Zebras, Löwen, Gladiatoren Die Tiere – in ihrem ursprünglichen Ökosystem eigentlich Fressfeinde – raufen sich in der Zwangsgemeinschaft nun zusammen und durchlaufen ein hartes Training, damit sie in der Arena bestehen können. Humorvoll, rasant und leichtfüßig erzählt der Roman von diesen Geschehnissen, der sich entwickelnden Freundschaften zwischen den Tieren und schließlich dem großen Kampf gegen die Gladiatoren im Finale des Romans. Der Handlungsverlauf behält wenig Überraschungen bereit und kombiniert bewährte Motive miteinander: das Kind wird aus seiner Heimat gerissen, die Underdogs bewähren sich gegen die übermächtigen Gegner und Feinde werden zu Freunden. Trotzdem sorgen viele kleine ironische Einfälle und komische Situationen für gute Unterhaltung und bescheren unbeschwerten Lesegenuss, der sich vor allem aus der hohen Gagdichte der Erzählung speist. Die Namen der Figuren und andere Anspielungen verweisen immer wieder auf historische Persönlichkeiten und Ereignisse, aber auch gegenwärtige Entwicklungen des Zeitgeschehens finden ihren augenzwinkernden Platz und lassen den Roman zum bunten Patchwork des Erzählens werden. Auf unterhaltsame Art und Weise vermischt sich der historische Kern mit Anleihen der Gegenwart. Ein hintenangestelltes Glossar liefert außerdem eine Übersicht zu den römischen Figuren, Namen und dem Zahlensystem. Letzteres nummeriert auch die fortlaufenden Seitenzahlen des Romans durch. Bild-Text-Symbiose Dieses narrative Geflecht verdichtet sich noch weiter, da nicht nur in ‚klassischer‘ Romanform erzählt wird, sondern sich die Textebene um eine Bilddimension erweitert: zwischengeschaltet sind immer wieder comicartige Passagen, die mit Sprechblasen und einer reduzierten Figurengestaltung arbeiten. Diese Einschübe erzeugen eine zusätzlich komische Aufbrechung. Die Zeichnungen sind dabei aber mehr als bloße Illustration, denn sie erzählen eigenständige Inhalte, die nicht im Text ausformuliert sind und man muss immer beide Teile lesen, um dem Verlauf folgen zu können. In deutlicher Anlehnung an die Reihe um Gregs Tagebücher wirken auch hier die beiden Erzählebenen zusammen, lösen die Grenzen des Erzähltextes spielerisch auf und lassen einen hybriden Erzählraum entstehen. Northfields Roman wagt so zwar auf der Handlungsebene wenig Neues, bietet aber gute Unterhaltung, die mit den bewährten Mitteln des Genres umzugehen weiß und nimmt seinen Reiz besonders aus der verwobenen Erzählweise von Bild und Text. Literatur Northfield, Gary: Julius Zebra – Raufen mit den Römern. Aus dem Englischen von Friedrich Pflüger. cbt: München 2016.

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