Leserstimmen zu
Die Tudor-Fehde

Christopher W. Gortner

Die Tudor-Reihe (3)

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Wie auch bei Band 1 und 2 ist der Schreibstil sehr schön flüssig und es macht Spaß, dieses Buch zu lesen. Anders als bei dem Vorgängerroman schließt dieses Buch nicht sofort an die Geschehnisse des 2. Bandes an – es liegen diesmal 4 Jahre dazwischen, Brandon Prescott hat in der Zeit seine Ausbildung verfolgt und kehrt dann auf Wunsch der Königin Elizabeth zurück nach England – , doch dies tut der Handlung keinen Abbruch. Auch in diesem Buch gibt es wieder eine geheime Aufgabe, die Prescott in ein prekäres Abenteuer stürzt und auch diesmal wechseln sich Fiktion und sehr gute Recherchearbeit ab, so das man nie genau weiß, was ist historisch wahr und was beruht auf der Fantasy des Autors. So berichtet ein Teil der Geschichte über ein Geheimnis von Königin Elizabeth I., welches Tatsache sein könnte – es aber nicht sein muss. Allerdings würde dieses Geheimnis erklären, warum sie keine Obduktion an ihrem toten Körper dulden ließ (und das ist wahr). Die Spannung wird vom Anfang bis zum Ende gehalten, das Leben am Hof so detailliert und bildhaft beschrieben, das man sich sehr gut in die Tudor-Zeit versetzen kann. Leider ist dies der letzte Teil der Trilogie, aber es werden alle noch offenen Fragen aus den Vorgängerbüchern beantwortet, so dass man einen zufriedenstellenden Abschluss bekommt. Fazit: Auch der dritte Band bietet Spannung und Lesevergnügen pur und bekommt von mir 5/5 Sternen. Zum Schluss noch ein kleiner Tipp: Auch wenn immer wieder gesagt wird, man könnte dieses Buch auch als Einzelroman lesen, rate ich davon an, es würden einfach zu viele Hintergrundinformationen fehlen. Also erst Band 1 und Band 2 lesen …

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Nachdem ihre Schwester Mary ohne Nachkommen gestorben ist, wird Elisabeth I. 1558 in London gekrönt. Ihr Lebensweg begann als Prinzessin, verlief als Bastard und sogar als Gefangene im Tower, bevor sie als gesalbte Königin fast ein halbes Jahrhundert ihr Volk regierte. Doch die Geschehnisse bedeuten keineswegs das Ende der Aufgaben eines Spions. Die Königin ist nun um ein vielfaches angreifbarer als sie es vorher war. Ihre Geheimnisse müssen um jeden Preis geschützt werden. Wie schon in den beiden vorhergehenden Bänden um das Tudor-Komplott und der Tudor-Verschwörung wird die Geschichte aus der Sicht des Spions Brendan Prescotts erzählt. Der von Cecil und Walsingham ausgebildete junge Mann verbrachte die Regierungszeit Mary I., auch Die Blutige genannt, in der Schweiz. Nun ist er wieder in England und näher bei Kate, einer Zofe Elisabeths, mit der er liiert ist. Wer die Bände in ihrer Reihenfolge gelesen hat, weiß um das Verhältnis der beiden und vor allem das schlechte Gewissen, das Brendan wegen der spanischen Spionin Sybilla plagt. Vergiftete Pakete tragen eindeutig ihre Handschrift. Doch Brendan hat einen ganz persönlichen Auftrag für Elisabeth zu erfüllen. Sie sorgt sich um ihre Hofdame und enge Vertraute, Lady Blanche Perry. Auch auf der langen Reise nach Yorkshire kann er die Taten von Sybilla nicht vergessen. Zum Glück zieht hier das Erzähltempo so an, dass auch der Leser vergisst, das Buch wieder aus der Hand zu legen. Temporeich schildert Christopher Gortner die Ereignisse auf dem Land, ebenso wie das Leben am Hof. Der Abschluss der Trilogie um den Meisterspion ist für mein Gefühl auch der krimilastigste der historischen Romane um die letzte Tudor-Königin. Während der langen Regierungszeit rankten sich immer wieder Gerüchte um die jungfräuliche Königin. Sie weigerte sich stets, ihre Macht mit einem Ehemann zu teilen. Dennoch sorgte sie sich, wen sie als Erben einsetzen sollte. Diesen Zwiespalt haben immer wieder ihre Gegner genutzt, um durch geschickt platzierte Nachrichten Zweifel an der Intension der Königin im Volk und unter den ausländischen Diplomaten zu säen. Der Autor hat diese nur unzureichend bekannten Geschehnisse für seinen dritten Fall genutzt und daraus eine spannende Geschichte kreiert. Dabei hält er sich an die historisch belegten Ereignisse, setzt damit Eckpunkte und zieht seine Schlüsse. Der Mix aus realen und fiktiven Personen ist dabei ebenso gelungen. Schnell findet der Leser seine Sympathieträger mit denen er mitfiebern kann. Die Charaktere wurden plausibel erläutert und agieren vor einer farbenfrohen Kulisse des Hofes. Die Serie lässt sich aufgrund der tatsächlich stattgefundenen Verschwörungen und Anschläge auch gut in Einzelbände aufteilen. Um sich aber den Spaß mit der Entwicklung der fiktiven Figuren nicht zu nehmen, empfehle ich die Einhaltung der Chronologie. Der letzte Teil erklärt alle offenen Fragen aus den vorhergehenden Büchern, sodass alles seinen zufriedenstellenden Abschluss bekommt. Natürlich lassen sich manche Dinge nur noch spekulieren und alles könnte auch ganz anders sein. Diese Darstellung ist überzeugend und mit einer sprachlichen passenden Erzählkunst kombiniert, sodass nicht nur die Tudor-Fehde, sondern die ganze Reihe eine Leseempfehlung bekommt.

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Historische Kriminalromane, die während der Elisabethanischen Ära angesiedelt sind, gibt es zuhauf. Aber es gibt nicht viele Autoren die es schaffen, eine stimmige Atmosphäre zu kreieren und den entsprechenden Zeitgeist zu transportieren, ohne dabei ins Triviale abzugleiten. Ein weiterer Punkt ist die Einarbeitung historischer Fakten und Persönlichkeiten in eine belletristische Fiktion. Sie sollten korrekt sein, die Handlung unterstützen und den Lesefluss nicht stören. Natürlich darf sich ein Autor hierbei gewisse Freiheiten erlauben, aber die Glaubwürdigkeit seiner Geschichte sollte darunter nicht leiden. Die Umsetzung dieser Punkte gelingt den Autoren einmal mehr, einmal weniger gut. Lobend erwähnt seien hier die Giordano-Bruno-Reihe von Stephanie Parris, die Nicholas-Bracewell-Reihe von Edward Marston und natürlich die Trilogie des amerikanischen Autors Christopher W. Gortner, in deren Zentrum Brendan Prescott steht. Nach „Die Tudor-Verschwörung“ und „Das Tudor-Komplott“ gehen in dem aktuellen Band der Reihe „Die Tudor-Fehde“ die Abenteuer von Elisabeth Tudors Spion weiter. Mary I., auch genannt „die Blutige“, stirbt 1558. Ihre Schwester Elisabeth tritt die Nachfolge an und holt Brendan Prescott aus seinem vierjährigen Exil zurück. Aber sein Bleiben am Hof ist nur von kurzer Dauer, denn die Königin schickt ihn in geheimer Mission nach Vaughn Hall in Yorkshire, um das spurlose Verschwinden ihrer Hofdame Lady Perry aufzuklären. Prescott hat Bedenken, den Hof zu verlassen, da er um das Leben seiner Königin fürchtet. Aber Befehl ist Befehl, und so bricht er gen Yorkshire auf… Von Beginn an legt Gortner ein hohes Tempo vor und hält dies auch bis zum Schluss. Und wie bereits in den Vorgängerbänden ist der Autor in der Lage, das Leben am Hof der Tudors sehr facettenreich darzustellen. Bildhafte Beschreibungen schaffen Atmosphäre und lassen uns einen Blick hinter die Kulissen werfen und denken, „Ja, so könnte das höfische Leben in England zu Zeiten Elisabeths I. gewesen sein“. Unerwartet Wendungen im Handlungsverlauf konfrontieren den Leser mit überraschenden Tatsachen, sodass die Spannung sich das gesamte Buch über auf einem hohen Level bewegt. Auch wenn „Die Tudor-Fehde“ der dritte Band der Reihe ist, so kann man diesen doch ohne Problem als „Stand alone“ lesen. Bei Interesse an der kontinuierlichen Entwicklung der Figuren, empfehle ich allerdings die Lektüre der beiden Vorgänger, die dem aktuellen Roman in puncto Spannung nicht nachstehen.

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