Leserstimmen zu
Der Schlafmacher

Michael Robotham

Joe O'Loughlin und Vincent Ruiz (10)

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Anfangs sah ich meine Erwartungen schwinden, da mir dieses Buch als „ähnlich Sebastian Fitzek“ empfohlen wurde. Mir kam der Schreibstil langatmiger vor und ich habe mich mit den ersten Seiten schwergetan. (Das kommt davon, wenn man 4 Fitzek Thriller hintereinander „durchsuchtet“) ➔Ich wurde jedoch definitiv eines besseren belehrt. Die ganze Geschichte wird in zwei Ich-Perspektiven erzählt – einmal aus Sicht des Psychologen Joe O’Loughlin und aus der Sicht einer zu Anfang unbekannten Person. Diese erzählt im ersten Kapitel von ihrer schwierigen Kindheit; der Vater Alkoholiker, die Mutter stirbt bei einem Verkehrsunfall gemeinsam mit Ihrer Affäre. Der Tod und das daraus resultierende Verhalten des Vaters verstören den Erzähler zutiefst. In den weiteren Kapiteln erfährt man immer wieder etwas aus der Vergangenheit, jedoch auch über die aktuelle Gemütslage des Erzählers, der sich als Täter herausstellt. Joe O’Loughlin wird von der Polizei um Mithilfe bei einem Fall gebeten, nicht nur wegen seiner psychologischen Ausbildung. Ein ehemaliger Student O’Loughlins tritt als „Mindhunter“ auf und hat sich in die Ermittlungen geschlichen. Er ist jedoch keine Hilfe, und schadet den Polizisten und den wirklichen Profilern. Ich habe ihn die ganze Zeit wirklich als eher nervtötend empfunden, man hat gemerkt, dass dieser ehemalige Student eigentlich nur im Rampenlicht stehen will. O’Loughlin beginnt mit seinen Recherchen und hat hierbei mit vielen möglichen Tatverdächtigen zu hadern, weil keiner so richtig ins Profil passen möchte. Man kann den Gedanken und Überlegungen O’Loughlins sehr gut folgen und seine Schritte nachvollziehen. Er versucht alle Möglichkeiten zu betrachten. Als ein weiterer Mord geschieht, der auf eine grausame Art und Weise verübt worden ist, liegt der Verdacht nahe, dass ein Zusammenhang besteht. Es verstricken sich immer mehr Personen in diesen Fall, auf ungeahnte Weise auch O’Loughlins Tochter und ein ehemaliger Polizeikollege. Nachdem ich mich an den Schreibstil gewöhnt hatte, habe ich das Buch in kurzer Zeit durchgelesen und es hat mir sehr gut gefallen. Michael Robotham versteht es definitiv einen Spannungsbogen aufzubauen und die Leser zu fesseln. Ich werde mir die vorherigen Bücher dieser Reihe auch zulegen und kann "Der Schlafmacher" jedem weiter empfehlen, der gerne mörderische Thriller liest.

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In Somerset ereignet sich ein grausamer Doppelmord. In einem abgelegenen Farmhaus werden die Leichen von Mutter und Tochter gefunden. Die Mutter wurde auf brutalste Weise erstochen, ihre 18-jährige Tochter Harper hingegen wird erstickt in ihrem Bett aufgefunden, ohne weitere Verletzungen. Ein mit Blut gemaltes Pentagramm an der Wand und viele abgebrannte Kerzen deuten auf einen Ritualmord. Die Ermittler stehen vor einem Rätsel, denn auch Verdächtige gibt es jede Menge. Die Mutter hatte viele Männer in ihrem Leben. War es einer von ihnen? Vielleicht ihr Ex-Mann? Oder war es der komische Junge aus der Nachbarschaft? Als die Ermittler nicht weiter kommen, wenden sie sich an Joe O'Loughlin. Erst lehnt er ab, doch die Bewohner von Somerset sind verängstigt und verlangen das der Täter gefunden wird, darunter ist auch ein ehemaliger Student von O'Loughlin. Also nimmt er den Fall doch an. Dann wird eine weitere Leiche gefunden. Alles deutet auf einen Serienmörder. Kann er gestoppt werden? "Der Schlafmacher" ist der zehnte Band mit dem Psychologen Joe O'Loughlin, der mit dem ehemaligen Detective Vincent Ruiz, als Profiler der Polizei behilflich sind.Neben dem spannenden Fall, gibt es auch immer wieder Einblicke in das Privatleben von O'Loughlin. Die Beziehung zu seiner Frau und den beiden Töchter spielt in diesem Band eine große Rolle. Die Geschichte überzeugt durch den flüssigen Schreibstil, und die gelungene Mischung der Charaktere. Es passieren unvorhersehbare Dinge, so das die Spannung bis zum Ende aufrecht gehalten werden kann. Gelesen wird von zwei Sprechern, die ab und zu aber schwer voneinander zu unterscheiden sind. Johannes Steck liest die Rolle von Joe O’Loughlin, die er durch seine Betonung perfekt bei den Hörern ankommen lässt. Stefan Merki spricht einen namenlosen Fremden, bei dem der Hörer bereits ziemlich schnell vermutet, dass hinter ihm der Mörder steckt. Auch er liest in der Ich-Form und leiht dem Mann, der durch die Vergangenheit zum Täter geworden ist, seine Stimme. Fazit: "Der Schlafmacher" ist spannend, angsteinflößend, fesselnd und schockierend. Es ist ein intelligent aufgebauter Psychothriller, gepaart mit sympathische Protagonisten und einen überragenden Ende. 5 Sterne und meine absolute Empfehlung.

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INHALT Psychologie Joe O’Loughlin wird nach Sommerset gerufen: Zwei Frauen, Mutter und Tochter, wurden ermordet. Als eine weitere Leiche mit einem auf der Stirn eingeritzten “A” auftaucht und immer mehr Polizeiberichten von Überfallopfern auftauchen, die keine Anzeige erstatten wollen, wir O’Loughlin klar, dass der Täter verstört und gefährlich ist. Er wird wieder zuschlagen und vor niemanden halt machen, auch nicht vor O’Loughlins Familie… FAZIT Michael Robotham ist ein Könner in seinem Metier. Mit “Der Schlafmacher” hat er die Reihe um Psychologe Joe O’Loughlin fortgesetzt (trotzdem eigenständig les- /hörbar) und zu einem neuen Höhepunkt geführt. Zum Aufbau der mitreißenden Spannungskurze wechselt Robotham zwischen den Perspektiven von Joe O’Loughlin und dem Täter. Neben den analytischen Gedankengängen des sitzengelassenen Familienvaters erlebt der Leser so auch die kranke Wahrnehmung des Täters, ohne dabei dessen Identität erraten zu können. Bis zu Ende haben mich die Hochspannung, der Gruselfaktor, die Geschehnisse und der Nervenkitzel gepackt und zeitweise für Gänsehaut gesorgt. Aber Autor Michael Robotham beherrscht nicht nur das Genre Psychothriller wie ein Könner, auch die Gestaltung und Entwicklung seiner Charaktere sind gut ausgearbeitet und dargestellt. So bekommt Joe O’Loughlins Privatleben in diesem Buch viel Platz. Rein inhaltlich gibt es für “Der Schlafmacher” von Michael Robotham von mir die volle Punktzahl. Der Psychothriller erfüllt meine Kriterien an ein Meisterwerk seines Genres. Allerdings… ja, allerdings hat mir die gekürzte Fassung des Hörbuchs nicht so gut gefallen, wie der Inhalt. Das war mein erstes Hörbuch und offensichtlich bin ich bei diesem Medium nicht ganz zu Hause. Ich fand schade, dass die Fassung gekürzt war. Außerdem haben mir beide Sprecher nicht wirklich gefallen, sondern an manchen Stellen in ihrer Betonung oder Dramatisierung übertrieben. Aber ich gebe das Medium noch nicht auf. Andere Sprecher können hier womöglich wunder bewirken. Kurz: “Der Schlafmacher” von Michael Robotham ist eine uneingeschränkte Empfehlung für Fans spannender Thriller, auch an die, die vorherigen Fälle von Joe O’Loughlins noch nicht kennen. Denn die Bücher können unabhängig von einander gelesen werden. Wer also Spannung und Nervenkitzel mag, ist bei dem aktuellen Werk (vorzugsweise als Buch) von Michael Robotham gut aufgehoben.

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In einem abgelegenen Bauernhaus in Summerset geschieht ein grausiger Doppelmord, als Mutter und Tochter auf brutale Art das Leben genommen wird. Da Ermittler Ronnie Cray keine wirklich heiße Spur findet, zieht er den Psychologen Joe O'Loughlin zu Rate, der sich sofort mit einer ganzen Reihe von potenziellen Mördern konfrontiert sieht. Erst eine weitere Leiche bringt ihn auf die richtige Spur... Der australische Autor Michael Robotham hat mit „Der Schlafmacher“ seinen bereits zehnten Roman um den ermittelnden Psychologen Joe O'Loughlin veröffentlicht, der mittlerweile eine treue Lesegemeinschaft hat. Für mich ist es der erste Band, den ich gelesen habe, und dieser konnte mich völlig fesseln. Da sind sehr ausgefeilte Charaktere, die sich auch während dieses Bandes weiterentwickeln, eine sanft eingebaute Rahmenhandlung um das Privatleben der Hauptfigur, und eben ein hochspannender und fesselnder Plot, der gleich mit einem Knall startet. Der Leser bekommt hier einen ersten Eindruck vom Mörder, ein paar Informationsfetzen, die einen auf dem Weg zur Auflösung stetig begleiten und diese schlussendlich auch sehr plausibel erscheinen lässt. Bis dahin baut der Autor eine sehr dichte Stimmung auf, hält durch immer weitere Indizien und Wendungen die Aufmerksamkeit des Lesers sehr hoch und verknüpft einige Handlungsstränge sehr sinnvoll und dynamisch miteinander. Bis zum Schluss ist nicht klar, was hinter den Morden steckt, erst dann wird mit einer Wucht, die mich völlig beeindruckt hat, aufgedröselt – und sehr unkonventionell geendet. Der Sprachstil ist dabei sehr lebendig gehalten, die kurzen, prägnanten Sätze lassen die Handlung wie einen Kinofilm vor dem inneren Auge entstehen. Alles wirkt greifbar, authentisch und in sich sehr stimmig. Mir gefällt auch die Zusammenstellung der Charaktere, die sich gut ergänzen, wobei einem O'Loughlin mit seiner sympathischen Art schnell ans Herz wächst. „Der Schlafmacher“ ist ein sehr eindringlicher Psychothriller, der es nicht nötig hat, mit exzessiver Gewalt oder aufgesetzter Action zu arbeiten. Vielmehr strickt er eine sehr feinsinnige Handlung, die immer wieder überraschen kann. Die sich immer weiter steigernde Spannung lässt den Leser kaum zur Ruhe kommen, ich habe durchgängig auf die weiteren Ereignisse hingefiebert. Ein richtig gutes Buch ist für mich, wenn es mich auch nach dem Beiseitelegen beschäftigt – und das hat „Der Schlafmacher“ bei mir geschafft.

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In seinem 10. Fall wird Joe O’Laughlin wieder auf die Suche nach einem brutalen Mörder geschickt. Lange Zeit tappt der erfahrene Psychologe selber im Dunkeln, stellt viele Fragen, begibt sich auf falsche Spuren. Als seine Töchter in höchste Gefahr geraten wird die Zeit knapp. Allmählich lichtet sich alles und O’Laughlin gelingt es den Täter zu entlarven. Michael Robotham zählt für mich zu den besten Autoren dieses Genres. Mit Joe O’Laughlin hat er eine Figur erschaffen, die sehr menschlich und sympathisch ist. Man fühlt mit ihm, man leidet mit ihm. Seine privaten Schicksalsschläge gehen einem nah und man wünscht ihm nur das Beste. Normalerweise brauche ich ja nicht unbedingt ein “zu viel” an Privatleben. Bei dem Psychologen passt es aber und ergibt jedes mal ein Rundes Ganzes. Gut finde ich auch, dass man die vorherigen Bände nicht unbedingt alle kennen muss um mit Joe O’Laughlin und seiner privaten Situation klar zukommen. Der Autor gibt immer genügend Hinweise um sich auch als Nichtkenner zurecht zu finden. Der Roman ist als Hörbuch super gut umgesetzt. Mit den beiden Stimmen – die sich zu Beginn zwar recht ähnlich sind, man hört dann aber doch Unterschiede – hat man als Zuhörer einen extrem guten Spannungsaufbau. Zwischenzeitlich plätschert der Handlungsablauf auch mal vor sich hin. Auch wenn man an einem bestimmten Punkt denkt, jetzt weiß man über den Täter bescheid, ist das doch noch nicht gewiss. Die letzte Erkenntnis zieht sich dann noch auf spannende Art in die Länge. Mein Fazit: Wieder einmal ein wohl durchdachter Psychothriller mit Joe O’Laughlin und alten Bekannten. Die beteiligten Personen sind gut ausgearbeitet und überschaubar. Spuren werden gestreut und wieder zerstreut. Stimmlich gut und Abwechslungsreich gemacht.

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Kurzbeschreibung: Ein abgelegenes Bauernhaus in Somerset wird zum Schauplatz eines brutalen Mordes: Zwei Frauen, Mutter und Tochter, werden eines Nachts von einem skrupellosen Mörder hingerichtet. Doch trotz gründlicher Untersuchungen steht die Polizei vor einem Rätsel. Chief Superintendent Ronnie Cray bittet daher den erfahrenen Psychologen Joe O’Loughlin um Hilfe, der gleich mit mehreren verdächtigen Personen konfrontiert ist. Motive hätten sie alle, der betrogene Exmann genauso wie die zahlreichen Liebhaber. Spätestens aber, als eine weitere Leiche gefunden wird, auf deren Stirn der Buchstabe „A“ eingeritzt ist, weiß O’Loughlin, dass er es mit einem verstörten und gefährlichen Täter zu tun hat. Jemand, der sich rächen will, für etwas, das ihm einst angetan wurde. Jemand, der vor niemandem haltmacht, auch nicht vor O’Loughlins Familie … Meinung: Ich muss ja sagen, dass ich bisher noch kein Buch von Michael Robotham gelesen habe und ich dementsprechend nun mit diesem 10. Teil in die Reihe eingestiegen bin. Jedoch wäre mir das von der Handlung her gar nicht aufgefallen. Der Einstieg ist so, wie man es von einem guten Thriller erwartet und auch in Bezug auf die Figuren und ihre Beziehungen zueinander gibt der Autor genügend Hinweise und Erklärungen, sodass mir kein Vorwissen gefehlt hat. Wie gesagt, ist der Einstieg in die Geschichte gut gewählt und macht auch gleich neugierig auf den weiteren Verlauf. Einerseits natürlich, wer hinten den grausamen Morden steckt, aber auch was es mit dem anderen Psychologen auf sich hat und ebenso wie es sich in Joe's Privatleben entwickelt. Denn, in diesem Thriller gibt es auch relativ viele Einblicke ins Privatleben des Psychologen, welches sich im Verlauf der Handlung auch deutlich weiterentwickelt. Eigentlich mag ich das bei Thrillern oft nicht so gerne, aber hier fand ich die Szenen gut gewählt und zum Teil auch passend in die Ermittlungen integriert. Das mag auch daran liegen, dass die Ermittlungen im Mittelteil doch ziemlich auf der Stelle treten und es da nicht wirklich vorwärts geht. Zwar gibt es viele Verdächtige und Ideen, aber wenig davon ist wirklich konkret oder auch selten extrem spannend. Es plätschert ein bisschen vor sich hin, bis dann irgendwann gegen Ende endlich wieder deutliche Dramatik aufkommt. Das letzte Drittel hat dann wieder alles, was man braucht und bietet vor allem sehr viel Spannung. Auch hier werden nochmal einige falsche Fährten gelegt und die Auflösung des Ganzen war nicht vorhersehbar. Ebenso ist das vorläufige Ende in Joes Privatleben ist nochmal richtig bewegend und ich hatte das so nicht erwartet. Erzählt wird die ganze Geschichte aus zwei Perspektiven. Zum einen gibt es die Hauptsicht von Joe und zwischenzeitlich noch kurze, eingestreute Kapitel aus der Sicht des unbekannten Täters, in denen man seine Hintergründe kennenlernt und nach und nach auch mehr von ihm preisgegeben wird. Jedoch sind die Hinweise so gut gewählt, dass ich trotzdem nicht mit diesem Täter gerechnet hatte. Im Hörbuch werden diese verschiedenen Perspektiven auch von zwei verschiedenen Sprechern erzählt. Diese Abwechslung hat mir gut gefallen, da so der Wechsel sofort deutlich wird. Generell machen beide Sprecher einen sehr guten Job und haben auch eine angenehme Stimme. Fazit: Eigentlich ein guter und interessanter Thriller, der aber im Mittelteil ein bisschen zu sehr vor sich hinplätschert. Das Ende kann aber wieder überzeugen und schockieren und ich vergebe sehr gute 3,5 Sterne.

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Viele Teile von Romanserien werden mit dem Schlagwort "persönlichster Fall" der jeweiligen Hauptfigur beworben. Dieses Etikett ist bei der Reihe um den an Parkinson erkrankten Psychologen Joseph "Joe" O'Loughlin nicht vonnöten, hier ist jeder Fall persönlich. Von der Polizei als Berater engagiert, gerät er oft selbst ins Visier des aktuellen Gegenspielers. Diesmal findet der persönliche Bezug jedoch in anderer, weitaus tiefergehender Weise statt, was dem Roman seine Einzigartigkeit verleiht. Aber der Reihe nach: Einmal mehr fungieren Joe und der pensionierte Polizist Vincent Ruiz als ein komplementäres, einander ergänzendes Team. Während ersterer mit beinahe sokratischen Fragen sein Gegenüber im Innersten erschüttert, stellt Ruiz eine britische Version des Josef Matua dar, einen Mann für's Grobe, der die Sprache der Straße spricht. Unter der rauhen Schale schlägt ein Herz aus freundschaftlicher Aufopferung. Für sich alleine entdeckt jeder der beiden mit seiner individuellen Herangehensweise Aspekte des Falles, die dem anderen verborgen blieben. Gemeinsam auftretend spielen sie einander geschickt die Bälle zu und perfektionieren das "Good cop - Bad cop"-Spiel, das immer wieder funktioniert, obwohl es jeder genau kennt. Insbesondere O'Loughlin wächst im rhetorischen Ringkampf über sich hinaus. Seine Gegner beziehen ihr Selbstbewußtsein aus körperlicher und verschanzen sich hinter Reichtum und sozialem Status verschanzt, doch wie in einer raffinierten Kampftechnik weiß der Psychologe deren Stärke gegen sie selbst zu wenden. Er wartet ab, beobachtet aufmerksam, läßt sie ins Leere laufen. Schließlich setzt er ihr Auftreten, persönliche Gegenstände, mit denen sie ihre vertraute Umgebung gestalten, jede kleinste Regung zu einem Persönlichkeitsbild zusammen, das sie auf eine Weise aus dem Gleichgewicht bringt, die dem nach Gerechtigkeit dürstenden Leser ein Lächeln auf die Lippen zaubert. Wenn es heißt, daß die Feder dem Schwert überlegen ist, verfügt Joe O'Loughlin über ein bunt gefiedertes Arsenal praktischer Psychologie. Tatsächlich liegt der Schwerpunkt diesmal ganz auf dieser Figur, sodaß Freunde von Vincent Ruiz, die "Der Insider" genossen haben, sich wohl wieder auf den folgenden Band freuen müssen. Joe O'Loughlin hadert diesmal in besonderer Weise mit Symptomen seines fortschreitenden Alters. Seine Tochter muß sich auf der Universität für ein Studium entscheiden, ist somit vollauf damit beschäftigt, in ihre Rolle als Erwachsene hineinzuwachsen. Mit einem ehemaligen Studenten namens Milo Coleman erwächst ihm in fachlicher Hinsicht ein unerwünschter Rivale. Er nennt sich selbst "Mindhunter" und betreibt das Profiling als eine Show, bei der er vermeint, vom akademischen Feldherrenhügel aus eine Armee aus Ermittlern befehligen zu können. Dabei geht es ihm weniger um die Bekämpfung des Verbrechens als vielmehr um den eigenen Ruhm. Bei jeder Gelegenheit läßt er daher auch durchklingen, wie sehr er Joe für ein Auslaufmodell seines Standes hält. Dessen Sorgen sind hingegen weitaus ernsterer Natur. Als sich mit seiner geschiedenen Frau Julianne eine Versöhnung abzeichnet, werden sie mit einer erschütternden Diagnose konfrontiert: Brustkrebs. Das verzweifelte Suchen nach Hoffnung verleiht ihrer Beziehung eine nie gekannte Tiefe, das ins Bewußtsein gehämmerte Wissen um die Endlichkeit läßt sie jeden Moment auskosten. Sie suchen Zuflucht in der gemeinsamen Erinnerung, vermeiden es so lange, die Zukunft anzusprechen, bis es sich nicht mehr vermeiden läßt, wenden all ihre Kraft auf, den jeweils anderen zu stützen. Die Mörderjagd muß pausieren, die persönliche Katastrophe sprengt die Geschichte. In einem Gespräch Joes mit seiner Tochter liegen die Nerven beider blank. Beide suchen sie einen nicht existierenden Schuldigen, beide verbeißen sich in der Verzweiflung im anderen, bis sie erkennen, daß sie die Situation nur gemeinsam bewältigen können. Joe schließlich weiß seine Wut konstruktiv zu kanalisieren, indem er seine Energie auf die Lösung des Falles konzentriert. Damit greift der Autor den roten Faden wieder auf und überrascht mit einer Wendung, die dem Leser alle Bewunderung abringt. Das Hörbuch wird routiniert von Johannes Steck vorgetragen, der in kauzig-sprödem Tonfall die Hauptfigur so genau trifft, daß man vermeint, sich jederzeit mit ihr unterhalten zu können. Ihm zur Seite schlüpft Stefan Merki furchteinflößend-verschlagen in kurzen Passagen in die Rolle des Täters. [Persönliches Fazit] Obwohl der Roman auch isoliert keine Verständnisprobleme bereitet, ist er eindeutig als Teil einer fortgeschrittenen Serie konzipiert. Wer also Joe O'Loughlin bereits kennt, wird ob Robothams eindringlicher Erzählweise mit ihm triumphieren und leiden.

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