Leserstimmen zu
Die Reformation

Dietmar Pieper, Eva-Maria Schnurr

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Es war eine Zeit des Umbruchs, in der vieles, was bisher selbstverständlich schien, in Frage gestellt wurde. Die Zeit der Reformation ist weit weg, aber dennoch sind uns die Ängste, die die Menschen vor 500 Jahren bewegten, seltsam vertraut. Martin Luther, ein unbekannter Mönch, wagt das Unfassbare: er legt sich mit Kaiser und Papst an und schafft eine neue Konfession, die bald europaweit Anhänger finden wird. Dabei ging es Luther gar nicht darum, die Kirche zu spalten. "Reformation heißt wörtlich genommen, Rückformung, also Wiederherstellung. Schon das Wort zeigt, dass es Luther nicht um den kühnen Blick nach vorne ging, sondern um die Rückkehr zu einem ursprünglichen, vermeintlich besseren Zustand", heißt es in dem Buch "Die Reformation - Aufstand gegen Kaiser und Papst", das verschiedene Spiegel-Artikel zusammenfasst. Das hat den Vorteil, dass das Thema Reformation von unterschiedlich langen Beiträgen beleuchtet wird. Weil die Artikel von unterschiedlichen Autoren stammen, variieren Stil und Qualität. Für eine Einführung in das Thema und in das bevorstehende Lutherjahr 2017 ist das Buch dennoch gut geeignet.

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„Die Reformation – Aufstand gegen Kaiser und Papst“ Dietmar Pieper und Eva-Maria Schnurr (Hg.). Neuerscheinung SPIEGEL Buchverlag Ja, es sind Persönlichkeiten, die historische Ereignisse prägen und die in der Geschichte, der Erzählung „wie es war“ einen wichtigen Platz von Erinnerung und Gedächtnis einnehmen. Wir orientieren uns daran in Prozessen von Identität und sozialer Rollenakzentuierung. Wie im Film kennt auch die Geschichte ein „Drehbuch“, in der sich Protagonisten gegenüberstehen und Wegmarken der Zeit setzen, die sie selbst weit überdauern und deren Form und Interpretation sie nicht mehr beeinflussen können. „Die Geschichte nimmt ihren Lauf“ – und in ihrer Beschreibung ist es nicht anders. Reformation – 500 Jahre. Ein langer Weg des Gestaltens und Erzählens von Lebenswegen und großen Entscheidungen… Am vorderen Buchcover sind drei wesentliche Protagonisten der Zeit – Kaiser Karl V, Martin Luther und Papst Leo X – zu sehen. Auf der Rückseite ist Katharina von Bora, die Frau Luthers zu sehen. Wenn wir das Cover klappen, so ruht Katharina Bora gleichsam still kraftgebend neben dem von Kaiser und Papst streng in den Blick genommen Ehemann. Ein gewolltes Sujet? In jedem Fall drückt es die persönliche Bedeutung der Partnerschaft für Luther wie auch in seinem theologischen Denken aus. Glaube und Welt befruchten sich, öffnen Wege und den Himmel – eine Botschaft der Reformation. Neben dieser interessanten Bildcollage am Cover bietet das Buch selbst bewährte SPIEGEL Qualität der historischen Aufbereitung wie zeitgenössischen Fragestellung in breiter gesellschaftspolitischer Faktenrecherche wie auch in Interviews (etwa mit Margot Käßmann, ehemalige Ratsvorsitzende der EKD). Anschaulich werden Personen, Schlüsseldaten und gesellschaftliche Wechselwirkungen erläutert. Die Neuerscheinung im SPIEGEL Verlag widmet sich also bewährt kompetent dem großen Gedenkjahr 2017 und den Zusammenhängen von Faktizität, Tradition, Interpretation und Wirkung der 500jährigen Wiederkehr der Veröffentlichung von Luthers Thesen in Wittenberg, die gleichsam als Symbol einer breiten kirchlichen wie gesellschaftlichen Emanzipationsbewegung zu sehen ist. Ein interessanter historischer Reiseführer durch das Gedenkjahr 2017. Walter Pobaschnig, Wien 9_2016 https://literaturoutdoors.wordpress.com https://literaturoutdoors.wordpress.com/Rezensionen

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