Leserstimmen zu
Und mittendrin ich

Ami Polonsky

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Wie ihr euch sicher schon denken könnt, bin ich nicht sehr begeistert von diesem Buch. Ich habe mich entschieden es zu lesen, weil mich der Klappentext neugierig gemacht hat. Ich bin kein Experte was Geschlechtsidentität angeht, daher hatte ich erhofft neue Einblicke zu bekommen. Doch leider war dies nicht wirklich der Fall. Es wird zwar schnell klar, dass Grayson sich in seiner Haut unwohl fühlt. Er zeichnet „Prinzessinnen“ in seine Hefte und stellt sich vor, sein Pulli wäre ein Kleid. Allerdings wird seinen Gefühlen nicht wirklich Ausdruck verliehen. Ich habe keine Vorstellung von dem, was er denkt oder empfindet. Und das ist schade, weil es meiner Meinung nach wichtig ist, andere Sicht- und Lebensweisen kennenzulernen, um die Person dahinter zu verstehen. Außerdem habe ich manchmal den Eindruck gehabt, dass Grayson sich nur als Mädchen „verkleiden“ will, da die Weiblichkeit fast ausschließlich durch Anziehsachen ausgedrückt wird. Die Ernsthaftigkeit und Glaubwürdigkeit gehen dadurch verloren. Ebenso durch die Mitschüler. Meiner Meinung nach verstehen sie nicht wirklich was in Grayson vorgeht. Was ich ebenfalls vermisst habe, sind einerseits Finns Beweggründe, Grayson die weibliche Hauptrolle zu geben. Hat er es nur getan, weil Grayson der Beste war, oder weil er Grayson in seinen Gefühlen unterstützen wollte? Und andererseits die Debatte ob diese Entscheidung richtig oder falsch war. Ich hätte mir gewünscht, dass Polonsky mehr auf die Normen und Ansichten der Gesellschaft eingegangen wäre, um zu verdeutlichen, wie schwer es ist sein „wahres Ich“ auszuleben. Es gibt zwei Szenen, in denen das angedeutet wird. Zum einen, wenn Grayson sich Mädchenanziehsachen kauft und er sich an der Kasse rechtfertigt, dass seine Schwester Geburtstag hat, zum anderen in den Szenen mit Graysons Tante. Die kommt nämlich auch nicht damit klar. So, zum Schluss, ist da noch das äußert unbefriedigende, offene Ende. Nachdem Grayson auf der Toilette war, betritt er das Klassenzimmer – in Mädchenklamotten. Das war´s, obwohl hier die Geschichte doch eigentlich erst so richtig in Fahrt kommt. Wie reagieren die Mitschüler? Ist das eine Ausnahme oder trägt er ab jetzt immer Mädchensachen? Wie kommt seine Tante damit klar? Wie geht es weiter? All das bleibt unbeantwortet. Mein Fazit: Ich bin enttäuscht, möchte euch aber nicht reinreden. Wenn ihr es lesen wollt, gerne. Vielleicht kann euch die Geschichte von Grayson ja begeistern.

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„Und mittendrin ich“ zu rezensieren fällt mir nicht leid. Wieso? Es geht um Grayson, die ein 11 Jahre altes Trans Mädchen ist, die ihre Eltern in einem Autounfall verloren hat. Grayson gesteht sich erst im laufe des Buches ein, dass sie ein Mädchen ist und wird immer mit ihrem „männlichen Namen“ angesprochen. Außerdem wird im gesamten Buch (ausgenommen der letzten Seiten) mit männlichen Pronomen von ihr gesprochen. In George von Alex Gino folgen wir ebenfalls einem transgender Mädchen, die hauptsächlich bei ihrem gebürtigen Namen George genannt wird, allerdings ist es hier so, dass George während des gesamtem Buchs mit weiblichen Pronomen angesprochen wird. Alles Leser*innen wird so deutlich, dass es sich bei George um ein Mädchen handelt. Bei Grayson und „Und mittendrin ich“ ist das nicht unbedingt der Fall. Viele Rezensionen sprechen von Grayson als „er“, was einfach nicht richtig ist, wenn es sich um ein (trans) Mädchen handelt. Ich habe zu Beginn gesagt, dass es nicht einfach für mich ist das Buch zu rezensieren. Das liegt vor allem daran, dass ich während des Lesens viel Freunde mit dem Buch hatte und es mir gut gefallen hat. Ich mochte Grayson und fand, dass man seine Geschichte gut nachvollziehen konnte - wie schön, das es auf dem deutschen Buchmarkt inzwischen Bücher über Kinder gibt, die transgender sind! Erst im Nachhinein habe ich durch kritisches reflektieren und das Lesen von anderen Rezensionen gemerkt, dass das Buch in vielen Aspekten problematisch ist. Die Autorin Ami Polonsky ist eine cis Frau (also nicht selbst transgender) und ich habe das Gefühl, dass authentische, gute trans Stories so gut wie nur von Personen geschrieben werden, die selbst Trans sind. Einige Probleme mit der Story: - Grayson leidet während der gesamten Geschichte. Sie hat ihre Eltern verloren und wird von ihrer neuen Familie oft schlecht behandelt oder nicht verstanden. Sie wird in der Schule gemobbt und verliert ihre einzige Freundin, als sie sie selbst sein will. Die Tatsache, dass sie eine weibliche Person im Theater spielen will, sorgt dafür, dass ihr Lieblingslehrer entlassen wird. Sie wird körperlich verletzt dafür, dass sie trans ist und so weiter und so weiter. Das ist zunächst nichts schlechtes und sicher etwas, was in der Realität oft so vorkommt. Aber es kann das Gefühl vermitteln, dass es Trans Menschen nie wirklich gut gehen wird. Zugleich sorgt es dafür, dass der Leser Mitleid mit Grayson entwickelt und es quasi letztendlich deshalb okay findet, dass sie ein Mädchen ist. - Es kommt manchmal so rüber, als würde Grayson sich nur gerne als Mädchen „verkleiden“ wollen. Das liegt daran, dass sich ihre Weiblichkeit fast nur über typische weibliche Klamotten und Farben definiert. Sie will gerne ein Kleid tragen und eine weibliche Rolle im Schultheater spielen. Aber über ihre wahre Gefühlswelt erfahren wir wenig. - Die Pronomen sind mit das größte Problem. Alles in allem tue ich mich dennoch schwer damit, eine schlechte Rezension zu hinterlassen, weil ich denke dass das Thema so ein wichtiges ist. Es kann Kindern sicher dabei helfen, (mehr) über die Thematik zu lernen und ich würde nicht mal sagen, dass es ein total schlechtes Buch dafür ist. Es könnte nur noch so viel besser sein! Fazit: Ich vergeben zwischen 2-3 Sternen ✨

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Wow - wo soll ich anfangen? Neugierig gemacht hat mich der Titel - als ich dann den Klappentext gelesen habe war klar, das mich dieses Buch brennend interessiert. Das Cover ist gelungen und gefällt mir als absolutes Coveropfer sehr gut. :) Der Schreibstil ist besonders. Und sehr, sehr angenehm. Die ganze Atmosphäre ist ruhig, es schwingt von der ersten Seite an immer eine leichte Melancholie mit. Insgesamt handelt es sich um eine leise, einfühlsam erzählte Geschichte zu einem unfassbar wichtigen Thema, die mitreißt und nachdenklich stimmt. Dieses Debut ist mehr als gelungen, es ist toll, dass das Thema Transgender in einem Jugendbuch behandelt wird. Sicherlich polarisiert diese Thematik, ich finde es aber sehr wichtig, offen zu sein und sich mit ihr auseinander zu setzen. Grayson war mir von der ersten Begegnung an sympathisch. Ich konnte sofort mit ihm mitempfinden. Es fiel mir leicht mir vorzustellen, wie es sein muss, gezwungen zu sein, jahrelang zu schauspielern. Und damit meine ich nicht im positiven Sinne - über Jahre hinweg weiß Grayson, das er eigentlich ein Mädchen ist, dies aber nicht ausleben kann bzw. darf. Seine Angst diesbezüglich ist greifbar. Umso schöner war es dann zu lesen, das es Menschen gibt, die sich für "ihn" einsetzen. Die "ihn" dazu ermutigen, zu seinen Empfindungen zu stehen. Die Wandlung, die Grayson durchmacht ist fulminant! Es war so toll zu lesen, wie "er" sich entwickelt, über sich selbst hinaus wächst. Natürlich werden hier auch viele Vorurteile aufgegriffen - so wird sehr deutlich, wie pikant diese Thematik ist und wie viele Menschen dort draußen gar nicht nachvollziehen können und wollen, das es zwischen schwarz und weiß auch grau gibt. Es ist ja oftmals das Unbekannte, was erst einmal Angst macht und entsprechend behandelt wird. Ich bin aber sehr zuversichtlich, das die gesellschaftliche Akzeptanz in Zukunft weiter zunehmen wird. Insgesamt ein sehr empfehlenswertes Buch, welches eben mal ein ganz anderes Thema behandelt. Unbedingt lesen!

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Inhalt „Sie werden beim Mittagessen über mich reden, über den Jungen, der einen Rock anprobiert hat – einen wunderwunderschönen Rock. Der Tratsch wird sich ausbreiten, wie eine ansteckende Krankheit und alle werden sich auf mich stürzen.“ Grayson ist in der sechsten Klasse und hat nicht viele Freunde. Seine Eltern sind bei einem Autounfall ums Leben gekommen und seitdem lebt er bei seinem Onkel, welcher ihn aufgenommen hat wie seinen eigenen Sohn. Nur Grayson hat ein Geheimnis, das er nicht teilen möchte. Er zeichnet kleine Prinzessinnen neben seine Notizen, aber auf eine Weise auf die nur er sie erkennt. Er bindet sich seinen Pullover um die Hüften, weil er lieber Röcke tragen würde als Hosen. Im großen und ganzen hatte er schon immer Schwierigkeiten sich mit seinen Mitschülern anzufreunden, da ihn einfach niemand verstand und auch danach, dem war er sich sicher, würde ihn immer noch niemand verstehen. Also hielt er sich gekonnt im Hintergrund und versuchte, so wenig Aufmerksamkeit wie nur möglich zu erregen.   Meinung Normalerweise bin ich so junge Protagonisten nicht gewöhnt, jedoch machte es in diesem Fall die ganze Situation sehr viel realistischer und sehr viel glaubwürdiger. Außerdem bekam man hierbei das knall harte Leben und keine Schönmalerei. Die Autorin legte keinen Wert darauf, ihren Lesern eine Welt zu vermitteln, die es nicht gibt, sondern zeigte konsequent, dass das Leben für diese Menschen nicht leicht ist. Und das soll sich verdammt nochmal ändern. Diese Menschen können nichts dafür, dass sie in der falschen Haut stecken und ihre Gefühle nicht zu ihrem Körper passen. Selber kann ich auch nur als Außenstehende berichten, da ich selber nicht davon betroffen bin, jedoch existieren auch in meinem Bekanntenkreis Leute, die mit solchen Sachen zu kämpfen haben. Also bitte nehmt ein wenig Rücksicht, denn am Ende des Tages kann weder ich, noch sonst ein Außenstehender beurteilen, wie es diesen Leuten eigentlich geht. Sie sind nicht weniger Wert als wir und wer anders denkt, muss sich bitte etwas Zeit nehmen und sich mit diesem Thema befassen.   

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„Und mittendrin ich“ von Ami Polonsky erhält von mir 4,5 von 5 Herzen. Der 12-jährige Schüler Grayson ist ein Vorbild! Wie muss sich ein Mensch fühlen, der sein "Wahres Ich" nicht ausleben kann? Durch die einfühlsame Sicht des Hauptprotagonisten erhalten wir einen interessanten Einblick in die chaotische Welt eines Jugendlichen, der ein Zeichen gegen die Intoleranz der Gesellschaft setzt und seine Träume verfolgt: ein Mädchen zu sein. Ein sehr wertvolles Jugendbuch mit vielen emotionalen Höhen und Tiefen, das definitiv unter die Haut geht! Großartig! Story ♥♥♥♥/5 Charaktere ♥♥♥♥♥/5 Gefühle ♥♥♥♥/5 Spannung ♥♥♥♥/5 Schreibstil ♥♥♥♥♥/5 Ende ♥♥♥♥/5 Wie muss sich ein Mensch fühlen, der sein „Wahres Ich“ nicht ausleben kann? In „Und mittendrin ich“ lernen wir den 12-jährigen Schüler Grayson kennen. Der liebe Grayson scheint auf den ersten Blick ein ganz normaler Junge zu sein, aber sein Innenleben ist aufgewühlt, verwirrt, einsam und traurig – selbst Grayson merkt, dass er sich anders als andere Kinder in seinem Alter verhält: Er meidet Menschen und zieht sich während der Pausen in der Schulbibliothek zurück; er ist über alle Maßen schüchtern und ruhig; aber vor allem schaut er morgens in den Spiegel und wünscht sich aus tiefstem Herzen lange Haare, einen farbenfrohen, welligen Rock und Spangen in den Haaren zu tragen. Doch den Mut zu finden, sich so zu zeigen, wie er sich sieht, hat der liebe Grayson nicht… Doch dann kommt eine neue liebenswerte Mitschülerin in die Klasse und freundet sich mit ihm an; ein engagierter Lehrer stellt ihn auf die Probe; seine Familie wird langsam aufmerksamer und Grayson sieht vielleicht eine Chance, dass seine Träume nicht nur Träume bleiben werden! Ein unglaublich fesselndes und interessantes Thema: Geschlechtsidentität, Geschlechterrollen, Transsexualität, Transvestitismus sowie die Toleranz und Intoleranz der Gesellschaft. Ich habe ein aufwühlendes Thema erwartet, aber nicht mit dieser wundervollen, ergreifenden und berührenden Jugendbuchgeschichte gerechnet, die definitiv unter die Haut geht. Wir als Leser erhalten über 280 Seiten lang einen Einblick in Graysons unverfälschtes und äußerst authentisches Leben und erleben mit ihm zusammen alle emotionalen Aufs und Abs, von denen ich persönlich zutiefst gerührt war. Neben der Fokussierung des Hauptprotagonisten lernen wir das Umfeld näher kennen – seinen Lehrer, die Mitschüler, seine neue Freundin, die Erziehungsberichtigten und seine „Geschwister“. Dabei ist es sehr interessant zu erfahren, wer Grayson auf seinem Weg unterstützt und wer Steine in den Weg legen möchte. Für mich als Leserin, die ausreichend aufgeklärt wurde und tolerant ist, hat das Lesen viel Spaß gemacht, da ich die Message des Buches verstanden habe und großartig finde. Daher ist "Und mitten drin ich" insofern eine wertvolle Geschichte, weil sie in ein einem Jugendbuch sensibel verpackt und für wirklich jedes Alter zugänglich gemacht wurde. Ich kann es jedem nur ans Herz legen, der eine Geschichte lesen möchte, die lehrreich sowie gesellschaftlich wertvoll ist und für kurze Zeit in eine andere "betroffene" Haut schlüpfen möchte. "Tut mir leid", erwidert sie. "Es ist nur...Grayson, ich mache mir Sorgen um dich. Wieso willst du dich auf etwas einlassen, dass dir nichts als Spott einbringen wird? Kinder können sehr grausam sein, besonders in deinem Alter." - S. 136 Der Schreibstil von Ami Polonsky ist flüssig, unkompliziert und angenehm zu lesen – bzw. wird es äußerst unangenehm, wenn wir die Intoleranz der Gesellschaft zu spüren bekommen. Wir erleben die Geschichte aus Graysons Sicht (Ich-Perspektive) und lernen insbesondere sein aufgeführtes Innenleben – Wünsche, Sehnsüchte und Träume – auf einer sehr persönlichen Art und Weise kennen. Als Leser, der mit Grayson sowohl Erfolge feiert und Niederlagen einsteckt, wird man diesen unglaublich tollen jungen Menschen schnell ins Herz schließen! Plötzlich Gewalt und Empörung von anderen Menschen im Umfeld zu erhalten – ob verbal beleidigend, provozierend oder sogar körperlich – hat mich zutiefst schockiert und sehr mitgerissen. Ihr merkt, das Buch hat mich durch und durch in den Bann gezogen und durch den emotionalen und etwas kindlichen Stil durch Graysons Sicht, hat es sich wirklich so angefühlt, als wäre man Graysons unsichtbarer Begleiter, der ihm auf die Schulter klopft und ihm zu seinem „Ziel“ führt. Großartig! Bitte mehr davon!

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Als ich mir den Klappentext von „Und mittendrin ich“ das erste Mal durchlas, wusste ich einfach sofort, dass ich diesen Jugendroman unbedingt lesen muss. Das Cover, muss ich gestehen, ist nicht so mein Fall und obwohl ich das absolute Coveropfer bin, habe ich das Buch dennoch nur zu gerne bei mir einziehen lassen. Hier war ich mir sehr sicher, dass mich mein erstes Werk von Ami Polonsky hellauf begeistern wird! Der 12-jährige Grayson hat sich schon als kleines Kind in Kleider und Röcken am wohlsten geführt. Er zeichnet gerne Prinzessinnen und würde seine langen blonden Haare am liebsten mit Spangen zurücknehmen. Vor seinem Onkel, seiner Tante und seinen beiden Cousins, bei denen er seit dem frühen Unfalltod seiner Eltern lebt, hält er diese Wünsche aber geheim, zu groß ist seine Sorge, dass sie ihn nicht verstehen würden. Grayson spürt, dass er anders ist. Er möchte viel lieber ein Mädchen sein. Immer stärker wird dieser Wunsch in ihm, immer mehr verliert er sich in seinen Träumen. Irgendwann lässt sich diese große Sehnsucht in ihm einfach nicht mehr geheim halten. Als er an seiner Schule endlich das erste Mal eine Freundin findet und merkt, wie einsam er die ganzen Jahre über war, beschließt er, etwas an seinem Leben zu ändern. Ob es Grayson wohl gelingen wird, endlich der Mensch zu sein, der sie wirklich sein möchte? Mir hat „Und mittendrin ich“ unglaublich gut gefallen, sogar besser, als von mir erwartet! Ich lag mit meiner Vermutung, dass das Buch ganz genau das Richtige für mich sein wird, also absolut richtig. Ami Polonsky ist mit ihrem Debüt in der Jugendliteratur ein so wundervolles Buch gelungen, welches auf eine zutiefst berührende, einfühlsame und herzerwärmend schöne Weise das wichtige Thema Transgender behandelt. Wie Graysons Fühlen, Denken und Handeln beschrieben wird, ist einfach Wahnsinn! Ich konnte mich wunderbar in „ihn“ hineinversetzen und habe „ihn“ vom ersten Moment an unheimlich lieb gewonnen. Die Beschreibungen über Graysons Leben sind wunderschön und traurig zugleich. Ich musste hier beim Lesen öfters schwer schlucken und habe so mit Grayson mitgefühlt. Ihr könnt euch vermutlich denken, dass viele in Graysons Umfeld es nicht gut aufnehmen, dass „er“ lieber ein Mädchen sein möchte. Mich hat es stellenweise so wütend gemacht, wie manche „ihn“ behandeln. Gerade Kinder können so grausam sein. Gemeine Bemerkungen, Mobbingattacken – Grayson wird davon leider nicht verschont bleiben. Ami Polonsky beschreibt all das absolut authentisch und realistisch. Ich weiß jetzt schon, dass mir dieses Buch noch sehr lange sehr gut im Gedächtnis bleiben wird. Mich hat die Story einfach zutiefst beeindruckt und auf die reinste emotionale Achterbahnfahrt der Gefühle mitgenommen. Obwohl die Handlung sehr ruhig ist, konnte sie mich dennoch von den ersten Seiten an mitreißen und bis zum Schluss fesseln. Ich habe das Buch innerhalb eines Tages durchgelesen und war am Ende richtig traurig, dass ich mich so schnell wieder von Grayson verabschieden musste. Ich gehe hier schon davon aus, dass es sich um einen Einzelband handelt, obwohl das Buch recht offen endet. Über das Ende musste ich ehrlich gesagt auch erst ein bisschen nachdenken. Zuerst war ich irgendwie nicht so zufrieden damit, weil es so ein paar Fragen unbeantwortet lässt. Mittlerweile aber habe ich mich doch damit angefreundet. Ich finde dieses Buch einfach nur perfekt und hoffe so sehr, dass es die Aufmerksamkeit erhalten wird, die es verdient! Erfahren tun wir hier alles aus Graysons Sicht in der Ich-Perspektive. Mit „ihm“ ist Ami Polonsky ein einzigartiger Charakter gelungen. Grayson hat eine enorme Fantasie, „er“ beobachtet seine Mitmenschen ganz genau und hat früh gelernt, sich unsichtbar zu machen. Grayson ist wirklich etwas ganz besonderes, man gar nicht anders, man muss „ihn“ einfach sofort ins Herz schließen. Die anderen Charaktere wurden ebenfalls allesamt erstklassig ausgearbeitet. Sympathisch waren mir allerdings definitiv nicht alle; wie oben bereits erwähnt, gibt es in Graysons Leben leider so einige Menschen, die nicht damit klarkommen, dass „er“ so anders ist und „ihn“ deswegen übel hänseln. Wen ich zum Beispiel richtig doof und gemein fand, war Graysons Cousin Jack. Und auf einige „seiner“ Mitschüler habe ich beim Lesen auch eine richtige Wut entwickelt. Es ist einfach so schlimm und ungerecht, dass manche Menschen nicht so sein dürfen, wie sie sein wollen, ohne deswegen verurteilt zu werden. Zum Glück wird Grayson aber auch Menschen an „seiner“ Seite haben, die „ihn“ verstehen und unterstützen. Mitschüler, Lehrer, sein Onkel – diese Momente, wenn Grayson Zuspruch erhält, haben mich so glücklich gemacht! Womit ich hier gar nicht gerechnet habe, ist, dass das Thema Theater eine sehr große Rolle in der Geschichte spielen wird. Hat mir total gut gefallen, ich liebe Bücher, die vom Theaterspielen handeln. Grayson entschließt sich recht früh im Buch dazu, an der Theater AG teilzunehmen. Diese wird demnächst das Stück Die Sage der Persephone proben und Grayson wird eine der Hauptrollen spielen. Welche das ist, verrate ich hier allerdings nicht. Ich kann nur sagen, lest dieses Buch! Es erzählt eine so tolle Geschichte über das Anderssein, über Familie, Freundschaft und Mut, über Selbstfindung, Vorurteile, Mobbing und Hoffnung. Wenn ihr gerne Bücher lest, die euch berühren und zum Nachdenken anregen, euch überraschen und mitfiebern lassen, euch traurig und glücklich zugleich machen, dann werdet ihr „Und mittendrin ich“ ganz bestimmt genauso sehr lieben wie ich. Fazit: Was für ein wundervolles Buch! „Und mittendrin ich“ erzählt auf eine gefühlvolle, authentische, warmherzige und zutiefst berührende Weise eine ganz besondere Geschichte über viele wichtige Themen wie Freundschaft, Mut, Selbstfindung, Hoffnung und den Glauben an sich selbst. Mich hat Graysons Geschichte sehr bewegt und nachdenklich gestimmt. Sie hat mich Wut, Trauer und Freude empfinden lassen und mir die allerschönsten Lesestunden beschert. Ich kann das Buch jedem nur ans Herz legen. „Und mittendrin ich“ hat es so verdient, von ganz vielen Menschen gelesen und geliebt zu werden! Von mir gibt es volle 5 von 5 Sternen!

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