Leserstimmen zu
Francis Plugs Handbuch für Autoren

Paul Ewen

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Ein Roman über ein Buch, oder besser gesagt, über den Mann der es schreiben wird. Ein Ratgeber soll es werden: für Schriftsteller, die ein Buch auf den Markt gebracht haben und plötzlich Interviews geben sollen, Lesungen halten und Signierstunden absitzen müssen. Wie man sich da verhält, wie man sich anzieht, was man sagt - Francis Plug möchte es den Autoren etwas leichter machen. Nun ist er selbst (noch) kein erfolgreicher Autor, kann also nicht aus Erfahrung berichten, aber er geht auf die Lesungen von Booker-Preisträgern und analysiert deren Vorgehensweise, um daraus sein Handbuch zusammenzusetzen. An sich könnte aus dem Werk was werden. Wenn da nicht der Autor wäre: Francis Plug, Gärtner von Beruf, Säufer aus Leidenschaft, der in seiner Arbeitskleidung und nach Schweiß (manchmal auch nach Schlimmerem) stinkend zu den Lesungen geht. Dort widmet er dem Weinstand mehr Aufmerksamkeit als den berühmten Schriftstellern, und später bei der Signierstunde stellt er ihnen die abwegigsten Fragen. Zum laut Loslachen, aber eigentlich, wenn man darüber nachdenkt, eine tragische Figur. Paul Ewen macht es seinen Lesern leicht, hinter die Augen von Francis Plug zu schlüpfen (dort ist viel Platz, das Hirn ist weggesoffen) und die Welt aus seiner Perspektive zu betrachten, bei der man gelegentlich nicht weiß, was Wahrheit ist und was Delirium. Belustigend ist es allemal, wie wenig es Francis Plug zum Beispiel kümmert, als er wegen Mietrückstands aus seiner Wohnung fliegt. Am Anfang scheint sich das Buch im Kreis zu drehen: Francis Plug geht auf eine Veranstaltung, trinkt, kommentiert im Geist den berühmten Schriftsteller auf der Bühne, macht sich Notizen für den Ratgeber, trinkt weiter und geht zur Signierstunde. Dort wundert sich der berühmte Schriftsteller über Francis' Nachnamen. ("Plug? Plug wie --- plug?") Und nach einem kurzen Zwischenspiel weiter zur nächsten Lesung. Beim ersten Mal lacht man. Beim zweiten Mal schmunzelt man. Irgendwann kennt man den Ablauf. Dennoch: Die Zwischenspiele werden länger, und langsam merkt man, dass die Handlung nicht kreist, sondern in einer immer engeren Spirale dem großen Finale zustrebt: der Booker-Preisverleihung. "Francis Plugs Handbuch für Autoren" erschien 2014 bei Penguin NZ unter dem Titel "Francis Plug: How to be a Public Author". Übersetzt hat es Marcus Ingendaay für Manhattan. Ich danke dem Verlag für ein Rezensionsexemplar.

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