Leserstimmen zu
Saving Grace - Bis dein Tod uns scheidet

B.A. Paris

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Inhalt: Grace sieht Jack das erste Mal in einem Park. Er ist gutaussehend, aber scheint sich nicht wirklich für sie zu interessieren. Als sie eine Woche später wieder mit ihrer Schwester, die am Down-Syndrom leidet, in dem Park ist, passiert etwas seltsames. Millie, Grace´ Schwester, springt von der Bank auf und fängt an zu tanzen. Sie hat gerade Walzer gelernt und tut so, als habe sie einen Partner im Arm und tanzt. Andere Leute um sie herum fangen an zu flüstern und am liebsten hätte Grace Millie zurück geholt, doch da steht der gutaussehende Mann, Jack, von seiner Bank auf und bittet Millie um einen Tanz. Diese Geste lässt das Herz von Grace schmelzen und auch von Millie. Daraufhin beginnt die Geschichte von Jack und Grace. Er macht ihr einen Antrag, und möchte aber, dass sie, sobald sie verheiratet sind, mit dem Job aufhört. Sie soll nur für ihn da sein, wenn er von einem schweren Tag vor Gericht heim kommt, soll sie auf ihn warten. Grace stimmt dem zu und kündigt ihren Job bei Harrods. Ihr ist alles recht, solange sie für Millie sorgen kann. Ich hatte ja erst so meine Zweifel, ob mich dieses Buch wirklich mitreißen würde. Zuviel habe ich schon gelesen, was als Psycho-Thriller deklariert wurde, und bei denen ich nicht wirklich mitgerissen wurde. Doch ich muss sagen, dieses Buch hat mich wirklich gepackt. Ich bin gestern Abend damit angefangen und habe es jetzt durch. Ich musste mich dazu zwingen, gestern aufzuhören. Und kaum hatte ich meinen Reader ausgemacht, ging mein Gedankenkarussell los. Wie wird es weiter gehen? Wie verhält sich Grace? Wie verhält sich Jack? Erzählt wird aus der Sicht von Grace, einmal in der Gegenwart und einmal in der Vergangenheit. Die Kapitel wechseln sich immer ab, so das man der Handlung sehr gut folgen kann. Die beiden Hauptcharaktere, Jack und Grace, sind meines Erachtens nach sehr gut herausgearbeitet worden. Die Autorin hat es verstanden, ihnen eine gewisse Tiefe zu verleihen, dass sie authentisch wirken. Ich möchte jetzt aber nicht näher auf Jack und Grace eingehen, aus Angst, zuviel zu verraten. Der Schreibstil ist recht einfach, aber flott. Die Kapitel sind nicht zu lang gehalten, aber auch nicht zu kurz. Und wahrscheinlich war es genau das, was mich so flott hat lesen lassen, oder einfach der Wille, heraus zu finden, wie es weiter geht, wie die Geschichte von Jack und Grace endet. Schade finde ich, dass man den englischen Titel nicht einfach übersetzt hat, statt da etwas eigenes raus zu machen. "Behind closed Doors" sagt eigentlich alles. Ich würde kaputt gehen, wenn ich in einem solchen Haus leben möchte. Und auch hier laufe ich Gefahr, zuviel zu verraten. Mein Fazit: Ein Psycho-Thriller, der noch lange nachwirkt. Die Story war sehr gut durchdacht und das Ende schlüssig. Die Spannung wurde durchweg gehalten. 5 Sterne vergebe ich! Ich bedanke mich herzlich beim Blanvalet-Verlag und beim Bloggerportal, dass ich dieses Buch lesen und rezensieren durfte.

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Drum prüfe, wer sich ewig bindet, ob sich das Herz zum Herzen findet, Der Wahn ist kurz, die Reu' ist lang. Friedrich Schiller Ich gebe zu, der Bereich Thriller gehört nicht zu meinem unbedingt bevorzugten Genre. Geht es allerdings um die menschliche Psyche, werde ich hellhörig. Wie viel schlimmer sind Angstschauder, wenn sie nicht von Blutspritzern stammen, sondern von den Abgründen, in die eine menschliche Seele fallen kann? Die Champagnerflasche stößt leicht gegen die marmorne Arbeitsplatte, und das Geräusch lässt mich zusammenzucken. Ich sehe zu Jack hinüber und hoffe, dass er nicht gemerkt hat, wie nervös ich bin. Er ertappt mich dabei, dass ich ihn beobachte, und lächelt. "Perfekt", sagt er leise. (S.5) Die Geschichte wird in zwei Zeitsträngen erzählt. Gegenwart und Vergangenheit, die sich allmählich zu einem Ganzen vereinen. Das perfide daran ist, dass man Grace' Gegenwart kennt; man weiß, dass sie von ihrem Ehemann psychisch gebrochen wird, dass er sie eingesperrt hält und das er ihr tagelang das Essen verweigert. All das erlebt man in der Gegenwart mit ihr. Und dann gibt es diese Rückblicke. Wie sie sich kennengelernt haben, wie er ein strahlendes Beispiel an Perfektion in Menschengestalt abgibt. Wie er sich rührend um Grace' Schwester Millie, die am Down-Syndrom leidet, kümmert und sie zu sich holen will, sobald diese aus ihrem Internat muss. "Sieh dir alles genau an", knurrte er. "Millie wird die Atmosphäre hoffentlich so genießen wie ich, denn dies ist der Raum, in dem sie leben wird - nicht in dem hübschen gelben Schlafzimmer im ersten Stock." (S.231) Man erlebt, wie sie versucht, immer und immer wieder zu fliehen, ihn zu überlisten. Wie sie immer wieder scheitert und dafür büßen muss. Nicht rein körperlich. Dieses Buch kommt völlig ohne körperliche Verletzungen und Blutvergießen aus. Es ist viel subtiler, wie Jack seine Frau psychisch so destabilisiert, dass sie bald keinen Kampfwillen mehr zeigt. Wie er sie so unter Kontrolle hat, dass sie selbst in der Gegenwart von anderen, von Fremden wie Freunden, die liebende Ehefrau mimt, um sich und ihre Schwester vor ihrem grausamen Schicksal zu schützen. Gibt es überhaupt ein Entrinnen? Schließlich ist Jack perfekt. Alles ist perfekt. Er hat alles perfekt arrangiert und durchdacht, er ist ihr immer mindestens einen Schritt voraus. Und das muss Grace lernen. Und sich seinen Perfektionismus aneignen, wenn sie jemals aus dieser Hölle entfliehen will. Da die Geschichte von diesem Unwissen lebt, wäre es unfair, an dieser Stelle Weiteres zu verraten. Ich kann nur sagen, dass ich mich extrem in Grace' Lage versetzen konnte. Fiel mir etwas ein, wie sie es schaffen könnte, tat sie genau das auf den nächsten Seiten - und scheiterte. Ich bekam das Gefühl, dass Jacks Hand auch schwer auf meiner Schulter lastete, dass er ständig meinen Ellenbogen festhielt, damit ich nicht entfliehen konnte. Und immer wieder stellt man sich die Frage: Was steckt in den Menschen, die wir meinen zu kennen? Hätte man solches vorher erkennen können? Wie oft finden wir Entschuldigungen für das merkwürdige Verhalten unserer Partner, unserer Mitmenschen? Wie oft missachten wir die Warnsignale, weil wir glücklich sein wollen? Weil wir uns nicht vorstellen können, welch Bestien in Menschengestalt unter uns weilen? Und die vielleicht entscheidendste Frage: Wie aufmerksam sind wir bei unseren Freunden? Hinterfragen wir, ob sie wirklich glücklich sind? Wollen wir das wirklich wissen? Oder reicht uns die äußere Fassade, wollen wir nicht in Dinge hineingezogen werden, die uns vermeintlich nichts angehen? Fazit Lest dieses Buch und dann stellt und beantwortet euch selbst diese Fragen.

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Wie oft sind wir wohl schon an einen Psychopathen geraten, ohne es zu wissen, sei es auch nur im Freundeskreis? Diese Art Mensch scheint sich wohl gut tarnen zu können was das soziale Umfeld angeht. Auch Grace ergeht es nicht anders, sie fällt total auf einen herein und muss nun einen gewagten Ausweg finden... Grace und Jack Angel gelten als das perfekte Paar schlechthin. Grace ist warmherzig, liebevoll und bildhübsch. Jack dagegen ist gutaussehend, charmant und arbeitet als Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Sollte man solcher Perfektion trauen? Warum kann z.B. Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch nie zu? Warum haben die zwei so ein schönes Haus, welches aber von einem Riesenzaun überschattet wird? Wenn man Grace danach fragen will, stellt man aber gleich fest, dass sie nie allein ist - immer ist Jack dabei. Und das wirklich immer... Grace hat einen super Job bei Harrods, eine kleine Schwester, die zwar behindert ist, die sie aber über alles liebt, da fehlt nur noch der Mann. Auch der kommt eines Tages - in Form von Jack. Er spricht sie im Park an, als sie dort mit ihrer Schwester Millie verweilt. Grad weil er so auf Millie eingeht, ist sie so überzeugt von ihm. Er liest ihr jeden Wunsch von den Lippen ab und ist auch mehr als zuvorkommend - bis zur Hochzeit ein halbes Jahr später, da zeigt er sein wahres Gesicht, von heute auf morgen. Ab hier hat das schöne Leben für Grace ein Ende, sie findet sich in einem Alptraum wieder. So sehr man gerne sagen möchte, Grace ist naiv an die Sache gegangen - das ist sie nicht. Jack hat sich derartig gut getarnt, das wäre niemandem aufgefallen. Dass er als Anwalt für misshandelte Frauen agiert, spricht ja noch mehr für ihn. Die ganze Zeit rätselt man, wie Grace hier wohl wieder herausfindet. Auch ihre Schwester Millie, die glücklicherweise noch (Betonung auf noch) in einem Internat lebt, wittert die Boshaftigkeit Jacks. Sonst vermag es keiner wahrhaben zu wollen, dass Grace gefangen ist. Sie ist eine schlaue Person, der einfach nur die Möglichkeiten fehlen, reissaus zu nehmen, da Jack ihr alles genommen hat. Die Autorin hat mit ihrem Debüt eine düstere Stimmung geschaffen, eine die einem eine gewaltige Gänsehaut überjagt. Denn was, wenn wir auch an solche Menschen geraten ohne es zu merken? Diese Frage stellte sich mir oftmals beim Lesen - ein Pokerface aufsetzen ist nicht so schwer und wenn man das ganze Leben als Lüge lebt, noch weniger. Die Spannung ist hier auf jeden Fall gegeben, wer aber einen blutigen Thriller erwartet, ist hier an der falschen Adresse. Dieser Thriller spielt mit der Psyche des Lesers und nistet sich genau dort ein, wo die Angst sitzt - auch um diese geht es hierin! Gefangen von der Story liest und liest man und es wird immer beklemmender. Man versteht Grace und man versteht sie nicht, was man aber versteht, ist, dass sie in einer auswegslosen Situation ist. Das Ende ist eigenlich das, was man erwaretet hat und doch so anders, gut gemeistert und herausgearbeitet. Man merkt, dass sie sich Gedanken gemacht hat und nicht einfach nur alles heruntergeleiert hat. Ich kann das Buch bedenkenlos weiterempfehlen - wer es allerdings nur blutig mag, wird hier nicht belohnt. Ich bin gespannt auf weitere Bücher der Autorin!

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Man könnte vermuten, dass die Geschichte in die gleiche Richtung wie Gone Girl tendiert, aber das ist hier nicht der Fall. Im Laufe der Geschichte wechselt man sehr angenehm zwischen verschieden Zeitverläufen. Ich konnte die Beklemmung, Verzweiflung, ja schon fast Erstarrtheit der Hauptfigur gut nachempfinden. Ihre Angst ging auf mich über und das macht für mich einen guten Psychothriller aus! Ich habe mich wirklich gefragt, ob sowas tatsächlich so passieren kann und wie ich reagieren würde in manchen Situationen. Es regt auf jeden Fall zum Nachdenken an. Ich habe mich teilweise sogar dabei erwischt, wie ich mir Auswege für die Hauptfigur überlegt habe. Ich war durchweg gefesselt von der Story!

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Ich tendiere fast ein bisschen zu 5 Sternen, weil es echt super spannend war und sehr fesselnd. Allerdings hat es für mich anfangs doch etwas gebraucht, um in Schwung zu kommen ... Ich muss zugeben, dass ich zu Beginn, also bei den ersten rund 100 Seiten, noch etwas gelangweilt war. Man lernt Grace kennen, Grace und ihren Mann Jack. Man bemerkt sofort die feinen Nuancen, die das Paar seltsam erscheinen lassen. Zu perfekt, zu harmonisch und man weiß sofort, dass da etwas nicht stimmt. Grace erzählt aus der Ich Perspektive abwechselnd in der Gegenwart und in der Vergangenheit. Die ganzen Erinnerungen, wie sie Jack kennengelernt hat, fand ich etwas mühsam, denn die Kurzfassung erfährt man eigentlich schon auf den ersten Seiten. Das alles nochmal durchzukauen fand ich nicht nötig, auch wenn die Autorin versucht, hier genau zu zeigen, wie Grace in die Falle tappen konnte. Dann zieht die Spannung aber an und da hat sich B. A. Paris wirklich ein sehr perfides Spiel ausgedacht. Immer größere Abgründe tun sich auf und ich war mir auch nicht sicher, wie das ganze wohl enden wird; denn es gibt Tendenzen in beide Richtungen. Die Protagonisten sind ja schon um die 40 und deshalb kam mir Grace Verhalten ehrlich gesagt etwas seltsam vor. Auch wenn ich mich nach einem Mann, einer Familie sehne und Angst habe, ich krieg keinen mehr ab, bin ich doch nicht so blauäugig! Da hätte ihr einiges am Anfang ihrer Beziehung auffallen müssen - aber manchmal lässt man sich wohl gerne blenden. Allerdings entwickelt sie dann doch einen ziemlichen Kampfgeist und sehr lieb gewonnen hab ich auch ihre Schwester Millie! Jack selbst, ein Psychopath schlechthin ... der spielt seine Rolle schon sehr perfekt. Er war mir ein bisschen zu glatt, aber das hat einfach super in die Geschichte gepasst und ich möchte nicht wissen, wie viele solcher Gruselgestalten tatsächlich unbemerkt durch die Welt laufen ... Die Freunde von Grace und Jack - oberflächliche Leute aus der Oberschicht die gerne Dinnerpartys geben, sind jetzt nicht so meine Welt und ich konnte mich da auch gar nicht so einfinden in diese Gesellschaft. Vor allem natürlich, da es ja keiner zu merken scheint. Bis eine neue Familie in der Nachbarschaft auftaucht; diesen Zug fand ich im Endeffekt ziemlich genial gemacht. Der Anfang war also etwas mau mit viel Beziehungsgerede, dass langsam aber stetig auf die subtilen und mehr als grausamen Psychospielchen eingestimmt hat. Dann aber wie gesagt extrem spannend und steigerte sich auch bis zum Schluss. Nur zwischendurch gabs ab und an Passagen, die mir ein bisschen das Tempo rausgenommen haben. Für Thriller Liebhaber auf jeden Fall zu empfehlen!

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Saving Grace

Von: Merendina

27.02.2017

Sehr gerne höre ich ab und zu auch mal ein Hörspiel. Deswegen war ich sehr auf die MP3-CD von B. A. Paris gespannt. Die Autorin kannte ich bisher noch nicht und auch die Sprecherin des Hörspiels, Christiane Marx, war mir bisher nicht bekannt. Das Cover gefällt mir gut und es passt auch gut zur Thematik des Thrillers. Man sieht einen Teil einer weiß gestrichenen Tür. An der Türklinke hängen kopfüber vier halb verwelkte Rosen. Der Titel ist in roter Schrift auf das Cover gedruckt. Schon nach wenigen Minuten ist man mitten in der Geschichte, die wahnsinnig spannend ist. Ich hätte die CD am liebsten ohne Unterbrechung gehört, denn sie zog mich sofort in ihren Bann. Auch die Stimme der Sprecherin fand ich sehr angenehm. Die CD hat eine Gesamtspielzeit von 7 Stunden und 20 Minuten. Auch wenn es sich um eine gekürzte Lesung handelt, fand ich mich bestens mit den verschiedenen Personen und Handlungsorten zurecht. Spannung wird schon recht bald aufgebaut und kommt auch bei der gekürzten Fassung nicht zu kurz. Es sind ja immerhin noch über 7 Stunden Hörzeit… Schon bald wusste ich, dass etwas mit dem scheinbar so perfekten Paar Grace und Jack Angel nicht stimmte. Grace ist eine bildhübsche und sehr liebevolle Frau. Ihr Mann Jack ist ein angesehener Anwalt, der sich für die Rechte misshandelter Frauen einsetzt. Die beiden wirken nach außen wie ein total harmonisches Paar, doch Grace scheint nie wirklich allein zu sein. Jack ist immer bei ihr. Nach der Heirat mit Jack verbringt Grace wunderschöne Flitterwochen. Jack ist auch bereit, Graces behinderte Schwester bei sich aufzunehmen, sobald diese volljährig ist. Doch schon bald nach den Flitterwochen wird klar, wer Jack wirklich ist… Ein Psychopath, der seine Frau ständig kontrolliert und der sie ständig beobachtet. Grace lebt eigentlich wie eine Gefangene in einem goldenen Käfig und muss für Außenstehende eine perfekte, glückliche Ehefrau spielen. Warum sie das alles tut und wieso sie nicht flieht, kann ich hier nicht erzählen. Nur so viel: Jacks eigentliches Ziel ist Millie, Graces Schwester…. Ein wirklich fesselndes Hörspiel. Oft einfach unglaublich und von der ersten bis zur letzten Minute wahsinnig spannend. Ich kann dieses Hörspiel allen Thrillerfans bestens empfehlen und werde es mir sicherlich noch einmal anhören. Diesem überaus fesselnden Hörspiel gebe ich volle Punktzahl: fünf Sternchen!

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Beim Stöbern auf der Randomhouse-Homepage bin ich über Saving Grace gestolpert. Der Klappentext hat sich wirklich gut angehört, denn er machte richtig Lust auf einen wirklich grausamen Bösewicht. Da stiegen die Erwartungen natürlich dementsprechend. Außerdem war ich neugierig, wie es B.A. Paris in ihrem Debutroman fertig gebracht hat, die Gefangenschaft der eigenen Ehefrau realistisch hinzubekommen. Der Inhalt Niemand glaubt dir. Niemand hilft dir. Du gehörst ihm … Grace und Jack Angel sind das perfekte Paar. Die dreiunddreißigjährige Grace ist warmherzig, liebevoll, bildhübsch. Jack sieht gut aus, ist charmant und kämpft als renommierter Anwalt für die Rechte misshandelter Frauen. Aber sollte man Perfektion jemals trauen? Warum zum Beispiel kann Grace auf Dinnerpartys so viel essen und nimmt doch niemals zu? Warum umgibt ein hoher Zaun Jacks und Graces wunderschönes Haus? Doch wenn man Grace danach fragen möchte, stellt man fest, dass sie nie allein ist. Denn Jack ist immer – wirklich immer – an ihrer Seite … [ Quelle: Blanvalet ] Meine Meinung Grace hat so ein Glück. Sie hat einen liebevollen Mann gefunden, der sie nicht nur in luxuriöse Urlaube führt und ihr ein wunderschönes Haus genau nach ihren Wünschen gebaut hat. Das Tüpfelchen auf dem i ist Jacks Verständnis für Graces Wunsch, ihre behinderte Schwester mit 18 Jahren bei ihnen aufzunehmen. Millie hat das Down-Syndrom und lebt momentan noch in einem Internat. Doch sobald sie volljährig wird muss sie dort raus. Graces vorherigen Beziehungen sind an dem Wunsch von Grace, ihre Schwester bei sich aufzunehmen, allesamt in die Brüche gegangen. Nach außen hin führt das Ehepaar also ein perfektes Leben. Und Jack legt auch größten Wert darauf, diesen Anschein aufrecht zu erhalten. Denn in Wahrheit stellt sich die Sache ganz anders dar. Jack zieht seine größte Befriedigung aus der Angst anderer Menschen. Grace wird von ihm in Wirklichkeit gefangen gehalten, hat die perfekte Ehefrau zu spielen und dient ihm lediglich als Mittel zu Zweck. Denn Jacks wahres Ziel ist Millie… Man steigt an einem Abend in die Geschichte ein, an dem das Ehepaar ein Dinner für Freunde gibt. Es wird gegessen, gelacht und geredet. Doch bereits von der ersten Seite an hat man ein richtig ungutes Gefühl. Der Abend wirkt oberflächlich betrachtet eigentlich ganz normal. Drei Ehepaare, die gemeinsam zu Abend essen. Doch Grace scheint ständig unter Strom zu stehen. Warum ist es ihr so wichtig, dass das Essen perfekt ist und die Tischgespräche nicht ins Stocken geraten? Und ist es nicht komisch, dass Jack seiner Ehefrau überall hinfolgt? Obwohl es nie direkt angesprochen wird, merkt man zu Anfang sofort die Angst, die Grace vor ihrem Ehemann hat. Die Autorin hat es fabelhaft hinbekommen, direkt von der ersten Seite an dem Leser ein gewisses Unbehagen zu vermitteln. Man merkt, da stimmt etwas nicht, aber es ist einfach noch nicht greifbar. Nach und nach erzählt Grace ihre Geschichte. Und wenn man dachte, dass der Schrecken nachlässt, wenn man ihm einen Namen geben kann, der täuscht. Eine Beschreibung der Charaktere ist bei diesem Buch stellenweise gar nicht ganz einfach. Grace und Millie sind da noch der einfachere Part. Gerade Grace hätte meinem Geschmack nach ein wenig mehr Tiefe vertragen. Je weiter das Buch voran schritt, desto mehr hatte ich das Gefühl, als wäre sie durch jede andere Frau austauschbar. Man erfährt nur wenig über sie und ihre Vorlieben, Leidenschaften und Bedürfnisse. Das fand ich etwas schade, da man zwar auch so schon sehr mit ihr leidet, doch wäre man ihr näher gewesen, hätte B.A. Paris bestimmt noch eine Schippe drauflegen können. Jack dagegen lernt man eigentlich sehr gut kennen. Wobei auch hier relativiert werden muss. Seine Motive werden enthüllt und trotzdem hat man natürlich Schwierigkeiten, diese zu verstehen. Die einfachste Erklärung ist wahrscheinlich, dass er vom Grund seines Wesens böse ist. Er hat Freude daran, anderen Menschen Angst zu machen und weidet sich an deren Grauen. Auch wenn die Motivation von Jack recht einfach gestrickt ist, hat dies der Story keinen Abbruch getan. Es geht primär nicht darum, was einen Menschen zu diesem Handeln treibt, sondern vielmehr darum, wie Grace ihre Gefangenschaft erlebt und wie sie versucht, daraus zu entkommen. Das führt dazu, dass der Spannungsbogen durch das ganze Buch hinweg unglaublich gut aufgebaut war. Gut gelungen war auch die Erzählweise. Grace berichtet aus der Ich-Perspektive und springt dabei zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Die beiden Zeitstränge nähern sich immer mehr aneinander an und man arbeitet sich langsam aber sich dem Showdown zu. Doch das Ende hat mich dann ein kleines bisschen enttäuscht. Das Ganze kam mir etwas zu überstürzt vor. Da hätte man durchaus noch etwas Spielraum gehabt. Mein Fazit Mit dem vorliegenden Buch ist B.A. Paris wirklich ein gelungenes Debut geglückt. Das Buch fällt definitv ins Thriller-Genre, setzt sich dort aber von Konkurrenzbüchern deutlich ab. Die Autorin schafft es auf Anhieb, ihre Leser in ihren Bann zu ziehen. Dabei besticht der Aufbau durch schlichte Einfachheit. Drei Charaktere, um die sich die Story dreht, während Nebencharaktere so gut wie nicht präsent sind. Alles in allem ein richtig gutes Buch!

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Beklemmend

Von: Lesetante

10.02.2017

Am Anfang hatte ich Probleme, mich auf die Stimme von Christiane Marx einzulassen. Aber nach einer halben Stunde hatte sich das Fremdeln gegeben und ich war in der Geschichte drin. Diese wird aus der Sicht der gefangenen Protagonistin Grace erzählt und wechselt zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Dazwischen liegen ca. 15 Monate und es geht mit dem Kennenlernen der Protagonisten los. Das Drama entwickelt sich dadurch sehr langsam aber stetig und genauso nimmt die Bedrückung zu. Habe ich zuerst verständnislos den Kopf über Grace geschüttelt, wurde mir zunehmend bewusst, dass sie alles andere getan hat, als sich ihrem Schicksal zu ergeben. Die Sprecherin macht einen guten Job, sie hat eine angenehme Stimme, die sehr empathisch mit der Protagonisten umgeht. Dadurch bekommt die Geschichte eine Emotionalität, die sehr gut passt, denn das Opfer ist eine Frau, die leise gegen ihr Schicksal kämpft und jede Strafe auf sich nimmt, um ihre Schwester zu schützen. Sie manipuliert ihren psychopathischen Mann vorsichtig, weil sie im Laufe der Zeit durch viele Beobachtungen gelernt hat ihn zu lesen. Mir gefällt das Hörbuch sehr gut, auch wenn ich es manchmal etwas langatmig finde. Die Spannung entwickelt sich gut, die Protagonisten entfalten sich im Guten wie auch im Bösen und als Zuhörerin war ich gut unterhalten.

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