Leserstimmen zu
Im Visier

Lee Child

Die-Jack-Reacher-Romane (19)

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Spektakulär bis zum Schluss

Von: Michael Lausberg aus Doveren

28.09.2018

Der eigenwillige Ermittler Jack Reacher wird per Zeitungsannonce von dem Geheimdienstchef Tom O’Day mit einem heiklen Auftrag betreut. Ein kürzlich gescheiterter Attentatsversuch auf den französischen Präsidenten eines geschulten Scharfschützen ist der Hintergrund davon. Reacher soll den Täter ausfindig machen und ihn zur Strecke bringen. Auf der Liste der möglichen Täter steht der ehemalige Scharfschütze der US-Army, John Kott, den Reacher schon in einem früheren Fall dingfest machte. Kott ist mittlerweile wieder freigelassen worden und könnte die Gelegenheit gehabt haben, den Anschlag begangen zu haben. Zusammen mit der hübschen Agentin Casey Nice ermittelt Reacher, bis er aufgrund internationaler Hilfe den Tipp erhält, dass sich Kott in London aufhalten soll. Reacher und Nice eilen dorthin und schaffen es tatsächlich, Kott ausfindig zu machen und zu verhaften. Damit scheint der Fall abgeschlossen, aber schnell wird klar, dass im Hintergrund noch einige Überraschungen warten, die auch Jack Reachers Person und den eigentlichen Fall betreffen. Mehr soll an dieser Stelle nicht verraten werden. An den verschiedensten Schauplätzen in Europa (Paris und London) ermittelt Reacher, die Bedeutung des Falls hat weltpolitische Dimensionen. Neben seinen früheren Ermittlungen gegen Kott erfahren die Leser in diesem Band dieses Mal mehr aus dem reichen Privatleben Reachers. Der Fall erfährt eine ungeahnte Wendung, baut deshalb viel an Spannung auf und ist spektakulär bis zum Schluss. Dabei steht nicht nur Reacher selbst, sondern auch Casey Nice im Mittelpunkt.

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Jack Reacher ist auf dem Weg nach Seattle. In einem Bus. Von Langeweile geplagt, greift er nach einer Armypostille, die jemand auf einem Sitz liegengelassen hat und findet darin eine an ihn gerichtete Kleinanzeige, in der er zur Kontaktaufnahme aufgefordert wird. Der französische Präsident ist nur knapp dem Anschlag eines Snipers entgangen. Aber was hat Reacher damit zu tun? Nun, da auch er ein ausgebildeter Scharfschütze ist, kann er die Verdächtigen beurteilen. Und zu allem Überfluss ist unter ihnen auch ein alter Bekannter, John Kott, den er vor Jahren verhaftet hat und der mittlerweile wieder auf freiem Fuß ist. Und man kann davon ausgehen, dass der Attentäter den französischen Präsidenten noch immer im Visier hat. Die nächste gute Gelegenheit würde der G8-Gipfel in London bieten. Schnelles Handeln ist angezeigt. Und so macht sich Reacher mit der noch recht unerfahrenen CIA-Agentin Casey Nice auf den Weg, um seine Mission zu erfüllen. „Im Visier“, Band 19 der Reihe, verlegt Lee Child den Schwerpunkt der Handlung nach Europa, England und Frankreich. Quasi ein Heimspiel für ihn, den gebürtigen Engländer und Teilzeit-Franzosen. Aber eigentlich ist der Handlungsort ja auch egal. Und auch in Europa funktioniert die Reacher-Story einwandfrei, da Child nicht auf die aus den Vorgängern bewährten Zutaten verzichtet. Ein Mann auf einer Mission, eine hübsche Frau an seiner Seite, zahlreiche Bösewichte, die dem Protagonisten und seiner Begleitung an die Wäsche wollen, Schießereien, Prügeleien, ein Plot, der konsequent auf den Showdown hin ausgerichtet ist - wo Reacher draufsteht, ist Reacher drin. Man liebt ihn, oder man hasst ihn. Philosophischen Tiefgang sucht man hier vergebens, dafür bekommt man eine unterhaltsame Superman-Geschichte geboten. Und nichts anderes habe ich erwartet.

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„Ich war ein Regel-drei-Typ. Niemals verlieren. Damit war ich immer gut gefahren.“ Trocken, pragmatisch, effektiv und militärisch knapp, ein typischer Reacher Spruch. Dabei ist sein Denken weit weniger einfach strukturiert und er sehr wohl fähig, zu differenzieren und empfänglich für Feinheiten der Körpersprache, Mimik und Gestik seiner Mitmenschen. Mit Band 19 füttert Lee Child die Jack Reacher Fans weiter an. Die Geschichte um den ehemaligen Militär Polizisten der seit seinem Austritt ein Outlaw Leben nach seinen eigenen Gesetzen führt, permanent on the road à la: wherever he layed his hat was his home [Papa was a rolling stone] – wobei er, deutlich geprägt durch seine Kindheit auf Armystützpunkten weder eine Heimat hat noch ein Heim sucht – hat auch im xxten Band noch Biss. Stählerne Macho Attitude, die hartem Drill entsprungen ist formte seinen charismatischen Charakter. 😉 Gepaart mit ausreichend Selbstbewusstsein um mit emanzipierten Frauen keinerlei Probleme, sondern in Glücksfällen Spaß, sonst Achtung zu haben. Immer höflich und mit guten Manieren ausgestattet zieht Reacher durch das Land der unbegrenzten Möglichkeiten. Ihn bei seinen, meist nicht selbst gewünschten, Abenteuern begleiten zu dürfen ist eine wahre Freude für Menschen die wissen, dass das Gute nicht immer nur von guten Absichten genährt gewinnen kann, sondern ab und an einen kräftigen Stups nicht immer völlig legaler Eigeninitiative benötigt. Hier kommt Reacher ins Spiel. Retter der Witwen und Waisen, Helfer der Schwachen ein moderner Robin Hood mit altmodischem Wertesystem. „[…] und eine Tafel, auf der mit Kreide Dinge angeschrieben waren, von denen neunzig Prozent nicht in einen Kaffee gehörten: Milchprodukte in verschiedenen Geschmacksrichtungen und Temperaturen, seltsame Aromen auf Nussbasis und weitere Verunreinigungen. Ich bestellte die Hausmarke, schwarz ohne Zucker in einem mittelgroßen Becher […]“ Diesmal beginnt das Abenteuer mit einer Annonce in einer Militärzeitschrift, in der Rick Shoemaker Reacher um Kontaktaufnahme bittet. Aufgrund eines ungeschriebenen Ehrenkodex meldet er sich und schwupps … ist er auf dem Weg zum ebenso verrufenen wie legendären Tom O’Day, Infanteriegeneral zuständig für’s nicht für die Öffentlichkeit bestimmte Grobe. O‘ Day braucht Reachers Spürnase um irgendwo auf der Welt einen Scharfschützen zu finden dem es möglich war auf eintausenddreihundert Meter den französischen Präsidenten wegzupusten, hätte dieser nicht hinter einer neuentwickelten kugelsicheren Glasscheibe gestanden, die den Mord vereitelte. Weshalb, warum, niemand weiß, wer dahintersteckt und die Geheimdienste überschlagen sich bereits. Reacher und einen der potentiellen Attentäter verbindet eine gemeinsame Geschichte und so macht er sich auf die Suche. Ein Spürhund, dem seine Vergangenheit im Nacken sitzt. Lee Childs Thriller um den unkonventionellen Held wider Willen haben sich mittlerweile eine begeisterte Fangemeinde erobert. Niveau und trockener Humor sowie gesellschaftskritische Betrachtungen und Militärinterna aus den USA halten das Niveau hoch. Im Visier ist der neunzehnte Band, hier (ohne Gewe[ä]hr) die vermutlich korrekte Reihenfolge: Größenwahn Ausgeliefert Sein wahres Gesicht Zeit der Rache In letzter Sekunde Tödliche Absicht Der Janusmann Die Abschussliste Sniper Way Out Trouble Outlaw Underground 61 Stunden Wespennest Der letzte Befehl Der Anhalter Die Gejagten Im Visier Make Me (bisher nur auf Englisch) Night School (dito) Diese macht Sinn, man kann aber auch querbeet lesen wie ich es getan habe und nach dem ersten ausgeliehen Band vom Reacher Sog gepackt war. Wer gute Thriller und pragmatische Schlägertypen mit Anstand mag liest hier richtig.

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Kurze Zusammenfassung: Über eine Armeezeitung erhält Jack Reacher seinen nächsten Auftrag. Anders hätte er von dem Auftraggeber auch nicht erreicht werden können, denn eigentlich möchte Jack nicht für ihn arbeiten, aber im Visier ist ein alter Bekannter von Reacher. John Kott, ist ein begnadeter Scharfschütze und Kott hat noch eine Rechnung mit Reacher offen. Vor vielen Jahren war Reacher als Militärpolizist für Kotts Verhaftung verantwortlich und Reacher weiß genau wozu Kott fähig ist. John Kott hat ein misslungenes Attentat auf den französischen Präsidenten hinter sich und der nächste Versuch wird auf dem G8 Gipfel in London stattfinden. Jack Reacher soll dieses Attentat verhindern. Gemeinsam mit einer jungen CIA Agentin macht er sich auf die Jagd nach Kott .... Fazit: Lee Child hat schon eine tolle Schreibe - bildhaft, lebendig und spannend. Mit Jack Reacher hat er eine Figur geschaffen, die fast einzigartig ist. Einen Militärhelden, der sich fast komplett aus dem System verabschiedet hat, ordentlich zuschlagen kann und eine ganze Menge Schrullen hat. Reacher macht mit seiner hohen Moral aber all seine Mängel wieder wett und der Leser weiß: Reacher hat immer recht und ist immer auf der guten Seite. Jack ist so weit es geht immer anonym unterwegs, reist in Überlandbussen, schläft in billigen Motels und häuft keinen Ballast an. So braucht er auch keinen Koffer, er wirft seine getragenen Sachen einfach fort und kauft sich neue Kleidung. Mich macht das immer ganz fertig und diese Lebensweise übt einen eigenartigen Magnetismus auf mich aus. Vielleicht bin ich deshalb so ein großer Fan von Reacher, er ist so ganz anders als ich. So beamt mich Lee Child in eine ganz fremde Welt und ich kann den schnöden Alltag eine Zeit lang vollkommen ausschließen. Ich mag das. Dies ist der 19 Band mit Jack Reacher als Hauptfigur, allerdings sind alle Bücher in sich geschlossen und man muss nicht die ganze Reihe lesen um die Figur Reacher zu verstehen. Gelegentlich wird Bezug auf Vergangenes genommen, aber die Informationen sind nicht wirklich so relevant, dass man unbedingt einen Vorgängerband lesen müsste um die Zusammenhänge zu verstehen. In diesem Roman wird Reacher mit einer anderen Lebensweise konfrontiert. Nach Europa kommt man nicht mit einem Überlandbus und auch die Hotels in die er eingebucht wird, sind um Klassen anders als seine üblichen Übernachtungsmöglichkeiten. Mich hat Reachers Umgang mit diesen neuen Bedingungen sehr amüsiert, also auch nach 18 Bänden hat Lee Child noch eine Überraschung gut, was die Persönlichkeit von Jack Reacher betrifft. Insgesamt ist dies wieder ein guter Held/Antiheld-Roman mit einem ordentlichen Spannungsbogen und einem sehr ansprechenden Schreibstil.

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Als Jack Reacher in einer Armee-Zeitung einen Aufruf liest, meldet er sich bei dem Auftraggeber. Dieser hat eine besondere Aufgabe für Reacher, denn es hat auf den französischen Präsidenten einen Anschlag durch einen Scharfschützen gegeben. Reacher soll nun den Scharfschützen ausfindig machen, der vermutlich ein ehemaliger Soldat ist, den Reacher vor 16 Jahren ins Gefängnis gebracht hat. Dabei erhält er Unterstützung von einer CIA-Agentin, die noch grün hinter den Ohren ist. Kann Reacher den Täter aufspüren oder ist er selbst im Visier des Attentäters? Der Schriftsteller Lee Child hat Jack Reacher zu einer Legende gemacht. Mit dem Werk „Im Visier“ erzählt er das bereits 19. Abenteuer des ehemaligen Militär-Polizisten. Die Bücher beinhalten allerdings alle eine in sich abgeschlossene Handlung, weshalb jeder Band auch unabhängig von den anderen Werken gelesen werden kann. Jack Reacher ist der Held dieser Erzählung, seine Figur ist der Dreh- und Angelpunkt in der Handlung. Seine Gedankengänge beschreiben die teilweise spannenden, aber auch taktischen Ideen des Autors, weshalb es selten langweilig wird. Stets hat Lee Child ein paar Anekdoten parat, die den Leser begeistern und den Charakter Jack Reacher verdeutlichen. Wer nicht auf den verbrauchten Militär-Polizisten-Typen steht, sollte hier wohl die Finger von lassen, denn Jack Reacher ist eine Person, die der Leser entweder liebt oder hasst. Er ist charismatisch, authentisch und etwas geheimnisvoll. Seine früheren Erlebnisse tauchen immer wieder auf und beleben die Handlung durch aufregende Gedankensprünge und ein wenig Wortwitz. Die Handlung selbst ist wie gewöhnlich strukturiert und gut durchdacht aufgebaut worden. Nichts wird dem Zufall überlassen und Jack Reacher erkennt die meisten Dinge bereits, bevor der Leser es auch nur erahnt. Dadurch wird ein guter Spannungsbogen erzeugt, der mitreißt und an die Seiten fesselt. Ansonsten bietet das Buch durchweg gute Ideen, die für Aufregung und Dramatik sorgen. Ein schwacher Jack Reacher! Mein persönliches Fazit: Ich bin ein großer Jack Reacher-Fan, weshalb es mir auch so schwerfällt, das zu zugeben. Doch leider hat mich das Werk nicht ganz überzeugt. Es ist um Längen nicht so gut wie seine Vorgänger. Vielleicht liegt es an der Zusammenarbeit mit den anderen Geheimdiensten, vielleicht auch an den zusätzlichen Charakteren, die das Werk für mich eher mittelmäßig wirken ließ. Hier fehlte einfach das Besondere. Wenn mir auch die Agentin gut gefiel, passte es nicht ganz zusammen. Die Dynamik hat mich nicht mitgerissen, sondern während des Lesens eher ermüdet. Manchmal hingegen hat mich die Erzählung auch begeistert, weshalb ich mich dann gut und lebendig unterhalten gefühlt habe. Besonders der bildliche Erzählstil machen es einfach, sich auf die Erlebnisse Jack Reachers einzulassen. Zusätzlich ist die Figur inzwischen Kult, weshalb ich seine Abenteuer auf jeden Fall weiterverfolgen werde. Doch insgeheim hoffe ich doch, dass der nächste Band wieder etwas spannender und seinem Charakter entsprechend passender wird.

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