Leserstimmen zu
Astrid Lindgren. Ihr Leben

Jens Andersen

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"Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar." Das Zitat ist fast so bekannt, wie seine Verfasserin. Astrid Lindgren, die bekannte Kinderbuchautorin, Heldin einer jeden Kindheit, Tagebuchschreiberin und leidenschaftliche Brieffreundin. Wer ist die Person hinter der Ikone? Dieser Frage nähert sich Jens Andersen, Biograph so mancher skandinavischer Schriftstellergröße, 2017 in seinem Buch: "Astrid Lindgren. Ihr Leben" und durchwühlt dabei Archive, um das Werk mit zahlreichen Zitaten und Fotos auszustatten. Die Verbindung, die er von der ersten Seite an, zwischen der privaten und der öffentlichen Person Lindgrens versucht herzustellen, scheint an mancher Stelle doch ein wenig zu übereifrig, wenngleich nie unsensibel. Anfangs wird eine stürmiche Jugendliche porträtiert, die schon früh gegen das ländliche Leben rebelliert, ohne ihre Arbeit in der Familie und auf dem Feld zu missachten. Der Wunsch Journalistin zu werden, verschwand aber nie aus ihrem Kopf und so wurde sie schon sehr früh als Volontärin in der größten Zeitung der Kleinstadt angestellt. Ausführlich berichtet Jens Andersen über ihre jungen Jahre, den Lebensgeist der neuen Generation, von einer neuen Zeit - schlicht, von der schwedischen Lebens- und Kulturgeschichte des anfänglichen 20. Jahrhunderts und gleitet dabei oft genug in Einzelheiten ab, die Lindgren ein Leben lang zu verbergen versuchte. Dass der Höhepunkt des Buches einen Skandal bereithält, überrascht kaum. Die achtzehnjährige Lindgrens flüchtet überstürzt nach Stockholm. Mit einem unehelichen Kind unter dem Herzen, - der Vater, ein Mann in Scheidung und Verleger der Zeitung, für die sie arbeitete. Die Motive der mutterlosen Kinder in ihren Büchern, das Engagement für Frauen- und Kinderrechte, werden nun vorschnell auf die Situation der jungen Lindgren zurückgeführt. Sie eigenen sich hervorragend, um die Verbindung zwischen der jungen Frau herzustellen, die schon zu früh erwachsen werden musste und ihr Kind über drei Jahre lang bei einer dänischen Pflegefamilie lassen musste. Schnell gleitet der Autor in Interpretationen über die Gefühlwelt der Autorin ab, schafft es aber gleichzeitig nicht, die Person Astrid Lindgren näher zu bringen. Vielmehr ist von lebenslangen Schuldgefühlen die Rede, von Ersatzhandlungen, die in den Geschichten Lindgrens auftauchen, um das zu verarbeiten, was in der Realität nicht zu verarbeiten war. Es kommt 1931 zur Heirat, schnell darauf zur Geburt des zweiten Kindes Karin. Das Leben als Hausfrau und Mutter wird erzählt, aber im Gegensatz zum restlichen Leben fast stiefmütterlich behandelt. Vielmehr rücken die Gedanken zur politischen Lage und der spätere Krieg in den Vordergrund. Andersen bezieht sich hier auf die kürzlich erschienenen Tagebücher und setzt auch hier wieder hauptsächlich auf die Suche nach Motiven in Lindgrens Werk. Dass Pippi Langstrumpf im direkten Zusammenhang zum 2. Weltkrieg entstanden ist, ist obligatorisch. Nur folgerichtig erscheint Andersens Darlegung des weiteren Werdegangs Lindgrens. Sie wird Chefredakteurin bei dem Verlag, in dem auch ihr Gesamtwerk erschien. Der Weg dorthin erscheint in diesem Buch wie eine nicht enden wollende Odyssee. Schließlich wird sie politisches Sprachrohr gegen Ungerechtigkeit und Verletzung der Kinderrechte. Andersen bezieht sich dabei fast ausschließlich auf die Rolle in Schweden und bleibt seinem Ziel, neben der Geschichte Astrid Lindgrens auch die schwedische Literatur- Verlags- und Lebenswelt aufzuzeigen, treu. Kann dies ein Punkt für Kritik sein, so stellt das zwanghafte interpretieren von Astrid Lindgrens Gefühlswelt bezogen auf ihr Werk, den zweiten und somit bedeutenderen Punkt für Kritik dar. Wobei die Tatsache nicht außen vorgelassen werden darf, dass dies der heutige Duktus der Biografien sein muss, bei dem Jens Andersen es allerdings sehr gut schafft, weder indiskret noch unsensibel, wenngleich aber übermotiviert und vorschnell vorzugehen. Er schafft einen neuen Blick auf Astrid Lindgren, auch wenn bei aller Motivik eines auf der Reise durch ihr Leben verloren geht: Ihre Persönlichkeit , und damit vor allem der Reiz, den ihre Bücher ausmachen. Die eingestaubten Kinderbücher werden allerdings schon während oder spätenstens nach der Lektüre der Biografie aus den Regalen geholt. Vielleicht mit dem Ziel, Parallelen zwischen Figuren und Biografie zu ziehen. Eine Vorgehensweise, die aber spätestens auf der zweiten Seite wieder vergessen ist, sind die Abenteuer Pippi Langstrumpfs doch spannender; ob nun Verweis auf Ideologie, Gewalt und Macht im 2. Weltkrieg, oder nicht. Pantheon 2017, 448 Seiten, 18,00€

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Ich bin auf der Suche nach einer Biografie von Astrid Lindgren auf dieses Buch gestoßen und war begeistert. Das Cover ist sehr schlicht gehalten und zeigt doch diese beeindruckende Person am besten. Der Schreibstil hat mir sehr gut gefallen. Ich hätte mir ab und zu gewünscht, dass manche Abschnitte vom Leben Astrid Lindgrens weiter ausgeführt werden. Allerdings bekommt man auch so viel Hintergrundwissen mit an die Hand. Nicht umsonst habe ich mich schon lange gefragt, warum das Schwein von Lotta Teddy heißt. Dieses Buch liefert nicht nur zu dieser Frage Antworten, sondern zu fast allen Büchern. Ich fand es sehr interessant so viel über das Leben von Astrid Lindgren zu erfahren. Was sie alles schon erleben musste und wie sie damit umgegangen ist. Sie war eine sehr beeindruckende Person und dieses Buch zeigt dies sehr gut. Mich hat das Buch vollkommen begeistert und beeindruckt. Ich vergebe verdiente 5 Sterne.

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Eine beeindruckende Biografie einer noch beeindruckenderen Frau. Astrid Lindgren ist für viele ein Begriff. Sofort denken wir an Pippi Langstrumpf, die Kinder von Bullerbü, die Kinder aus der Krachmacherstraße und noch so viele mehr. Aber wer war die Autorin hinten den wundervollen Kindergeschichten? In diesem Buch erfahren wir so viel wie noch in keinem anderen Buch über sie. Sehr umfassend, gut recherchiert und mit vielen Bildern und Briefausschnitten lässt uns der Autor auf Astrid Lindgrens Leben zurückblicken. Dem Autoren ist es gelungen das Leben von Astrid Lindgren respektvoll zu porträtieren. Ich war von Beginn an sehr gefesselt und doch konnte ich das Buch nicht in einem Rutsch lesen was zum einen mit der Ausführlichkeit des Buches zu tun hatte, aber auch mit meiner Stimmung beim lesen. Ich musste nicht selten innehalten, das Buch schließen und mich fragen wie manche Menschen es schaffen aus einem Unglück etwas positives zu machen und dieses weiterzugeben. Wie bestimmt mittlerweile die Meisten wissen, ist, dass Astrid früh, ungewollt schwanger wurde. Noch dazu unverheiratet, was in der damaligen Zeit absolut verpönt war. Die ersten Jahre lebte ihr Sohn bei einer Pflegemutter und nicht bei Astrid selbst. Auch hat sie den Krieg aus der Ferne miterlebt, und kam in nahen Kontakt mit Korrespondenzen der Menschen damals, deren Hauptthema natürlich auch der Krieg war. In ihren Büchern verarbeitete Astrid Lindgren Erlebtes und ihre Schuldgefühle. Sie blickte so viel tiefer in Kinderseelen, weil sie einst miterlebte, wie zerbrechlich sie doch sind, und sogar wusste, das sie dafür verantwortlich war. Wir sehen in diesem Buch nicht nur die Autorin, sondern die Frau und Mutter Astrid Lindgren. Eine beeindruckende Frau die so viel früher als die meisten anderen die Kinder gesehen hat, wie sie sind und was sie brauchen. "...er weinte leise. Ganz leise, als würde er einsehen, dass es nichts nützte.... Dieses Weinen weint noch immer in mir und wird es alle Tage tun. Vielleicht liegt es an diesem Weinen, dass ich mich in allen Dingen so entschieden für die Seite des Kindes einsetze... Es fällt ihnen überhaupt nicht leicht sich anzupassen, selbst wenn es so aussieht. See resignieren einfach vor der Übermacht." Eine absolute Herzensempfehlung von mir, für dieses Buch.

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Wer kennt bitte nicht Astrid Lindgren und wer wollte nicht mit Pipi Langstrumpf, Karlsson vom Dach, oder den Bullerbü Kindern befreundet sein?! Astrid Lindgren hat unsere Kinderwelt verzaubert und daraus noch etwas mehr gemacht, noch heute lesen wir gerne diese Geschichten, oder schauen uns die Filme an um in Erinnerung zu schwelgen. Ich möchte diese Rezension nicht richtig bewerten, denn Astrid Lindgren hat unsere Welt schöner gemacht. Was ich sagen kann ist, dass ich die Aufmachung von dem Buch sehr einfallsreich und sehr gelungen finde. Diese Biographie lässt sich super leicht von der Hand lesen. So erfahren wir noch mehr von unserer Lieblingskinderautorin und können auch viele Bilder bewundern. Man merkt das Jens Anderson sich sehr viel Mühe für dieses Buch gegeben hat und das rechne ich ihn hoch an. Ich kann euch dieses Buch nur empfehlen, da man es auch mal zwischen drinnen lesen kann und man es nicht an einem Stück lesen muss.

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Manchmal packt mich die Lust auf eine Biografie. Wenn ich Pech habe, ist diese dann öde und trocken geschrieben und die Lust damit erst einmal wieder begraben. Wenn ich Glück habe, geraten mir Biografien wie die von Astrid Lindgren in die Finger. Jens Andersen macht alles richtig. Wenn man seine Arbeit schmälern möchte, könnte man sagen: Über Astrid Lindgren und ihr Leben lassen sich nur gute Dinge schreiben. Die Frau war so interessant und hat ein Leben geführt, dass nach 100 Biografien schreit. Es wurde doch schon alles gesagt. Ich glaube Biografien leben nicht von der Person, von der sie handeln. Sie leben von den Personen, die sie schreiben. Dem Autor ist es nicht nur gelungen eine außergewöhnliche Frau und Persönlichkeit zu porträtieren. Er gewährt seinen Lesern einen exklusiven Blick hinter die Kulissen von Lindgren. Dieses Mal geht es nicht nur um ihre Kindheit in Smaland oder ihre Arbeit als Autorin. Vielmehr geht es um ganz persönliche Dinge. Lindgrens frühe Schwangerschaft und die Bürde, zu einer denkbar unpassenden Zeit ein uneheliches Kind auszutragen. Ein Buch, das nicht nur für Fans der Lindgren-Bücher und ihrer Autorin lesenswert erscheint. Auch Leser guter Biografien kommen voll auf ihre Kosten. Fazit Über Astrid Lindgren wurde gefühlt schon alles erzählt, was es zu erzählen gibt. Jens Andersen stellt die Autorin in einem anderen, privateren Rahmen dar und gewährt dem Leser damit einen gänzlich ungeschönten Blick hinter die Kulissen.

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Meine Meinung: Gibt es eigentlich jemanden, der Astrid Lindgren nicht kennt? Gibt es eigentlich jemanden, der ihre Bücher nicht kennt? Als kleines Kind lernte ich schon die Kinder von Bullerbü kennen und später in der Schule hat unsere Lehrerin uns etwas von Pippi Langstrumpf vorgelesen. Ich will hier nicht aufzählen, welche Bücher mir vorgelesen wurden, welche ich gelesen habe und welche ich später meinen Kindern vorgelesen habe. Von den Filmen ganz zu schweigen. Als Kind wusste ich natürlich noch nicht, welch tolle Frau Astrid Lindgren ist, erst später habe ich ein bisschen über sie erfahren und deshalb freute ich mich jetzt ganz besonders, als ich die Gelegenheit bekam das Buch über ihr Leben zu lesen. Ich bin begeistert und verblüfft, was sie im Leben alles gemeistert und auch erlebt hat. Als sie die ersten Bücher schrieb, war sie ja noch jung und es war eine andere Zeit als heute. Zurück liegend betrachtet war es ganz schön mutig von ihr. Der Autor hat nicht nur ausführlich über ihr Leben geschrieben, sehr interessant finde ich auch die ganzen Bilder, die mir einiges vermitteln. Fazit: Wer neugierig ist und wesentlich mehr über Astrid Lindgren erfahren möchte, sollte dieses Buch lesen. Es berichtet ja auch nicht nur über ihr Leben sondern auch vom damaligen Alltag und wie sie mit allem klar gekommen ist.

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Das Cover ist ein simples Portrait von Astrid Lindgren, so wie man sie kennt. Innerhalb des Buches aber bekommt man nicht nur ihre Bewegende Lebensgeschichte nahegelegt, sondern diese wird mit Fotografien unterstützt. Ich wollte Anfangen vielfältiger zu Lesen und daher habe ich unter anderem zu diese Biographie gegriffen. Jedoch hätte ich nie gedacht, dass sie mich wirklich so gut unterhält und so interessant ist, dass ich es kaum erwarten kann weiterzulesen. Ich denke wie viele andere auch bin ich bin Astrid Lindgrens Büchern aufgewachsen, zwar nicht mit allen aber Madita, Astrid Lindgrens Märchen, die Pippi Langstrumpf Bücher und vor allem Rasmus und der Landstreicher und Ronja Räubertochter haben meine Kindheit unglaublich bereichert. Nun musste ich beim lesen dieses Buches aber feststellen, dass ich so gut wie gar nichts über die Autorin selbst wusste. Nicht nur wird dem Leser nahegebracht, wie schwierig es für Astrid am Anfang war in als Autorin, aber man begleitet sie so ein bisschen durch die Entstehungsprozesse der einzelnen Werke. Jens Andersen schafft es Astrids Leben in diesem Buch anschaulich, aber auch kompakt wiederzugeben und uns ausführlich ich die Welt der Autorin mitzunehmen. Diese Biographie hat mir wirklich die Augen geöffnet, und gezeigt, dass hinter den Autoren unserer Lieblingsbücher selber Menschen mit einer Geschichte stehen, ich glaube das geht viel verloren. Besonders interessant fand ich, dass Astrid auch eine starke Rolle in der Politik eingenommen hat und sich nicht in die „typische“ Frauenrolle hat zwängen lassen. Sie scheint ihrer Zeit immer voraus gewesen zu sein und war eine derartige „Powerfrau“ wie ich es mir nie hätte erträumen können. Auch hat mich diese Biographie dazu angeregt, sowohl ihre anderen Werke als auch die, die ich schon kenne, noch einmal zu lesen. Aber nun werde ich die Geschichten mit anderen Augen sehen, mit dem Hintergrundwissen, auch rund um politische Angelegenheiten, werden mir hoffentlich viele der Nachrichten in dem Buch besser erreichen. Jedem der ein Fan ihrer Bücher ist, empfehle ich oder besser noch rate ich, sich auch noch mehr mit ihr als Person auseinander zusetzten. Es handelt sich hier wirklich um eine Frau die unser aller Vorbild sein sollte. Ich bin rund um begeistert, von Astrid Lindgren, von Jens Andersens Biographie, meiner Meinung nach ein echt wichtiges, unterhaltsames Buch, welches in mehr Bücherregalen zuhause sein sollte. 5/5 Sterne.

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Biographien gehören nicht unbedingt zu meinen bevorzugten Genre‘s, da mir viele immer als viel zu trocken erscheinen. Die weltbekannte schwedische Autorin Astrid Lindgren interessierte mich schon lange Zeit und als mir diese Biographie von Jens Andersen ins Hause flatterte, griff ich gerne zu. Für mich, die Astrid Lindgren nur von einigen wenigen Büchern her kennt, war es eine sehr interessante Lektüre. Man merkt dem Buch an, das der Autor Jens Andersen viel Zeit für seinen Recherchen zum Buch aufgewendet hat. Man merkt, dass er sich sehr mit dem Thema Astrid Lindgren beschäftigt hat. Denn in meinen Augen geht er sehr respektvoll und keineswegs reißerisch mit dem Menschen, seinen Ängsten und seinen Gefühlen um. Gerade bei dem doch sehr bewegenden Thema, dass sie ihren unehelichen Sohn bei Pflegeeltern gelassen hat – gerade bei den Schuldgefühlen die sie da hat: er verurteilt nicht, er erzählt. Was mir ausgesprochen gut gefallen hat war das umfangreiche Bildmaterial, welches im Buch zu finden ist. Die vielen Zitate, Briefauszüge und Tagebuchauszüge aus ihrer Feder, die nicht spekulieren liesen sondern Fakten schafften. Für mich erweckte die 2002 verstorbene Autorin durch dieses Buch wieder zum Leben und ich habe es sehr genossen, ihr Leben durch die Augen von Jens Andersen zu betrachten. Es ist ein Buch, das man über einen längeren Zeitraum hinweg liest, lesen muss. Nicht weil man sich zwingen muss weiterzulesen oder weil es langweilig ist. Sondern weil es so viele Fakten und Informationen enthält, die man erst einmal verarbeiten muss. Meine Wertung für diese Biographie: 4 ½ von 5 Sternen.

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