Leserstimmen zu
Astrid Lindgren. Ihr Leben

Jens Andersen

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Jens Andersen blickt in dieser ersten umfassenden Biografie nach Astrid Lindgrens Tod hinter die Fassade des weltweiten Erfolgt und erzählt ihr Leben neu. Ein einfühlsam-respektvolles Buch, das uns den Menschen Astrid Lindgren zeigt, die bekannteste Geschichtenerzählerin der Welt, eine bedeutende politische Autorin und Kämpferin für Menschenrechte. Mit diesem Buch hat Jens Andersen eine sehr ausführliche und gut recherchierte Biografie zu Astrid Lindgren verfasst. Wenn er von Situationen aus ihrem Leben berichtet, verknüpft er diese auch mit der politischen Lage im Land, der allgemeinen Situation vor Ort oder dem generellen Geschehen. Es werden Fakten aus dem Leben Astrid Lindgrens beschrieben, die dem Leser ein Gefühl für Sie vermitteln. Leider empfand ich genau dies als zu emotionslos. Zwischenzeitlich, hatte ich das Gefühl, Astrid Lindgren wäre eine durchweg traurige Frau gewesen. Vielleicht liegt das nur an der Übersetzung in die Deutsche Sprache, denn das was man liest, passt schlicht weg nicht mit der Stimmung die der Text übermittelt, zusammen. Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass jemand der so quirlige und lebendige Geschichten schreibt, vollkommen traurig, ja fast schon depressiv ist. Denn genau dieses Gefühl hat der so emotionslose Schreibstil mir vermittelt. Außerdem fand ich auch sehr schade, dass einiges für einen deutschen Leser einfach noch zu „Schwedisch“ war. Viele Worte, Zitate, Formulierungen und ähnliches blieben im Schwedischen, wurden zwar in Klammern übersetzt, was meinen Lesefluss dennoch deutlich gehemmt hat. Mir wurde dieses Buch bereits vor einer Weile zur Verfügung gestellt, aber ich hatte einfach ein weniger statisches Buch erwartet, weswegen es auch längere Zeit liegen geblieben ist. Es ist auf jeden Fall sehr ausführlich und mit viel Liebe zum Detail verfasst. Leider fehlte mir beim Lesen die persönliche Note. Ich fand Astrid Lindgren in den Seiten des Buches wenig greifbar. Ihr Leben und ihre Geschichte sind ausführlich dargestellt, weiter in die Tiefe dringt das Buch jedoch nicht. Sicherlich liegt dass auch an dem Veröffentlichungszeitpunkt. Jens Andersen hat dieses Buch lange nach dem Tod der Schriftstellerin herausgebracht. Definitiv ist dem eine wirklich lange und intensive Recherchephase voraus gegangen. Diese spiegelt sich jedoch nur in Fakten wieder und beschreibt weniger die Gefühlslage der Autorin. Ich hätte gerne mehr über das Innerste und die Gedanken gelesen. Auch wenn der Autor hier nur Mutmaßungen angestellt hätte, die er lose an seinem Recherche Material hätte verknüpfen können, wäre es doch ein tieferer Einblick in die Persönlichkeit Astrid Lindgrens gewesen. Ich hätte mir hier, auch wenn man es nicht belegen konnte, ein paar Denkanstöße zum Gefühlsleben der Autorin gewünscht. Dennoch erfährt man das gesamte Leben der Schriftstellerin in sehr detailreichen Fakten. Auch die Verknüpfungen mit dem damaligen Weltgeschehen bieten dem Leser ein umfangreiches Bild. Fazit Trotz der negativen Punkte, ist dieses Buch interessant und umfangreich Informativ. Bewertung Daher gebe ich dem Buch „Astrid Lindgren – Ihr Leben“ 3/5 Sterne.

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"Lass dich nicht unterkriegen, sei frech und wild und wunderbar." Das Zitat ist fast so bekannt, wie seine Verfasserin. Astrid Lindgren, die bekannte Kinderbuchautorin, Heldin einer jeden Kindheit, Tagebuchschreiberin und leidenschaftliche Brieffreundin. Wer ist die Person hinter der Ikone? Dieser Frage nähert sich Jens Andersen, Biograph so mancher skandinavischer Schriftstellergröße, 2017 in seinem Buch: "Astrid Lindgren. Ihr Leben" und durchwühlt dabei Archive, um das Werk mit zahlreichen Zitaten und Fotos auszustatten. Die Verbindung, die er von der ersten Seite an, zwischen der privaten und der öffentlichen Person Lindgrens versucht herzustellen, scheint an mancher Stelle doch ein wenig zu übereifrig, wenngleich nie unsensibel. Anfangs wird eine stürmiche Jugendliche porträtiert, die schon früh gegen das ländliche Leben rebelliert, ohne ihre Arbeit in der Familie und auf dem Feld zu missachten. Der Wunsch Journalistin zu werden, verschwand aber nie aus ihrem Kopf und so wurde sie schon sehr früh als Volontärin in der größten Zeitung der Kleinstadt angestellt. Ausführlich berichtet Jens Andersen über ihre jungen Jahre, den Lebensgeist der neuen Generation, von einer neuen Zeit - schlicht, von der schwedischen Lebens- und Kulturgeschichte des anfänglichen 20. Jahrhunderts und gleitet dabei oft genug in Einzelheiten ab, die Lindgren ein Leben lang zu verbergen versuchte. Dass der Höhepunkt des Buches einen Skandal bereithält, überrascht kaum. Die achtzehnjährige Lindgrens flüchtet überstürzt nach Stockholm. Mit einem unehelichen Kind unter dem Herzen, - der Vater, ein Mann in Scheidung und Verleger der Zeitung, für die sie arbeitete. Die Motive der mutterlosen Kinder in ihren Büchern, das Engagement für Frauen- und Kinderrechte, werden nun vorschnell auf die Situation der jungen Lindgren zurückgeführt. Sie eigenen sich hervorragend, um die Verbindung zwischen der jungen Frau herzustellen, die schon zu früh erwachsen werden musste und ihr Kind über drei Jahre lang bei einer dänischen Pflegefamilie lassen musste. Schnell gleitet der Autor in Interpretationen über die Gefühlwelt der Autorin ab, schafft es aber gleichzeitig nicht, die Person Astrid Lindgren näher zu bringen. Vielmehr ist von lebenslangen Schuldgefühlen die Rede, von Ersatzhandlungen, die in den Geschichten Lindgrens auftauchen, um das zu verarbeiten, was in der Realität nicht zu verarbeiten war. Es kommt 1931 zur Heirat, schnell darauf zur Geburt des zweiten Kindes Karin. Das Leben als Hausfrau und Mutter wird erzählt, aber im Gegensatz zum restlichen Leben fast stiefmütterlich behandelt. Vielmehr rücken die Gedanken zur politischen Lage und der spätere Krieg in den Vordergrund. Andersen bezieht sich hier auf die kürzlich erschienenen Tagebücher und setzt auch hier wieder hauptsächlich auf die Suche nach Motiven in Lindgrens Werk. Dass Pippi Langstrumpf im direkten Zusammenhang zum 2. Weltkrieg entstanden ist, ist obligatorisch. Nur folgerichtig erscheint Andersens Darlegung des weiteren Werdegangs Lindgrens. Sie wird Chefredakteurin bei dem Verlag, in dem auch ihr Gesamtwerk erschien. Der Weg dorthin erscheint in diesem Buch wie eine nicht enden wollende Odyssee. Schließlich wird sie politisches Sprachrohr gegen Ungerechtigkeit und Verletzung der Kinderrechte. Andersen bezieht sich dabei fast ausschließlich auf die Rolle in Schweden und bleibt seinem Ziel, neben der Geschichte Astrid Lindgrens auch die schwedische Literatur- Verlags- und Lebenswelt aufzuzeigen, treu. Kann dies ein Punkt für Kritik sein, so stellt das zwanghafte interpretieren von Astrid Lindgrens Gefühlswelt bezogen auf ihr Werk, den zweiten und somit bedeutenderen Punkt für Kritik dar. Wobei die Tatsache nicht außen vorgelassen werden darf, dass dies der heutige Duktus der Biografien sein muss, bei dem Jens Andersen es allerdings sehr gut schafft, weder indiskret noch unsensibel, wenngleich aber übermotiviert und vorschnell vorzugehen. Er schafft einen neuen Blick auf Astrid Lindgren, auch wenn bei aller Motivik eines auf der Reise durch ihr Leben verloren geht: Ihre Persönlichkeit , und damit vor allem der Reiz, den ihre Bücher ausmachen. Die eingestaubten Kinderbücher werden allerdings schon während oder spätenstens nach der Lektüre der Biografie aus den Regalen geholt. Vielleicht mit dem Ziel, Parallelen zwischen Figuren und Biografie zu ziehen. Eine Vorgehensweise, die aber spätestens auf der zweiten Seite wieder vergessen ist, sind die Abenteuer Pippi Langstrumpfs doch spannender; ob nun Verweis auf Ideologie, Gewalt und Macht im 2. Weltkrieg, oder nicht. Pantheon 2017, 448 Seiten, 18,00€

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Astrid Lindgren – Ihr Leben Jens Andersen Das Buch ist eine Biografie über Astrid Lindgrens Leben, weshalb ich statt einer Inhaltsangabe, kurz etwas über den Autor, Jens Andersen, anfügen möchte. Jens Andersen, geboren 1955, hat sein Studium der Nordistik an der Universität von Kopenhagen mit einer Promotion abgeschlossen, arbeitete viele Jahre als Literaturkritiker für große dänische Zeitungen und lebt nun als Schriftsteller in Kopenhagen. 2005 erschien auf Deutsch sein viel beachtetes Buch "Hans Christian Andersen", für das er mehrfach ausgezeichnet wurde. "Astrid Lindgren. Ihr Leben" wurde in Dänemark 2015 zum "Sachbuch des Jahres" gekürt und erhielt den renommierten Politikens Literaturpreis; das Buch wurde in Dänemark und Schweden zum Bestseller. Das Buch habe ich über das Bloggerportal vom DVA Verlag als Rezensionsexemplar bekommen, darüber habe ich mich wirklich sehr gefreut. Dankeschön für diese Möglichkeit. Ich habe das Buch mit wenig Erwartungen begonnen, was ja meistens immer gut ist. Das Buch ist sehr ausführlich recherchiert und bis ins kleinste Detail beschrieben. Jens Andersen hat in unveröffentlichten Quellen recherchiert, weshalb man sehr viel Neues über Astrid Lindgren erfährt. Einziges Manko, meiner Meinung nach, ist der Schreibstil. Er schweift mir oft zu sehr ab, weshalb ich manchmal nachlesen musste, wie wir zu diesem Punkt gekommen sind, das beeinträchtigt den Lesefluss und hat mich des Öfteren gestört. Außerdem fand ich es oft sehr hochgestochen geschrieben, so als würde man einen sehr alten Klassiker lesen. Grade für eine Biografie über Astrid Lindgren, die immer Jung und Spritzig war, hätte ich mir das anders gewünscht. Was aber nur meine Meinung ist. Astrid Lindgren fand ich immer schon sehr beeindruckend und wie so viele andere Kinder, habe ich ihre Geschichten geliebt. Umso mehr erstaunte mich, das Astrid Lindgren sehr viel über Einsamkeit und Trauer wusste. Außerdem plagten sie immer wieder Schuldgefühle, weil sie ihren unehelichen Sohn bei Pflegeeltern unterbringen musste. Abgesehen davon fand ich toll, dass Astrid Lindgren immer schon eine fortschrittlich denkende Frau war. Im Buch erfährt man beispielsweise was es mit ihrer Kurzhaarfrisur auf sich hatte, oder dass sie eine von wenigen Frauen in der damals Männer dominierten Journalsitenbranche war. Man erfährt viel über ihre frühe Schwangerschaft und die damit auftretenden Probleme zum Beispiel mit Ihren Eltern. Doch vielleicht oder sogar ganz sicher deswegen, hat sie das alles zu der Frau gemacht die wir kannten. Eine Heldin des Alltags für Jung und Alt, eine Aktivistin die für Frauenrechte einstand, eine Tierschützerin und zu alledem auch eine Mutter und Ehefrau. Astrid Lindgren ist nach diesem Buch nicht nur mehr meine Heldin, sie ist auch ein Vorbild. Sie machte Mut zu sich selbst zu stehen und dass man sich als Frau in einer Männerdominierten Welt nicht unterkriegen lassen soll. Danke Jens Andersen für ein so tolles und berührendes Buch. Zum Buch selbst: Im Buch findet man sehr viele und schöne Bilder von Astrid Lindgren, ihrer Familie und Freunde. Ganz vorne weg ein sehr schönes, stimmungsvolles Bild von Astrid selbst. Das Bild zeigt sie in einer Denkerpose, das Gesicht auf drei Finger gestützt, ihr Blick schweift in die Ferne, vielleicht schon zum nächsten Abenteuer? Die Vielen Bilder im Buch und Zitate von Astrid Lindgren selber, lassen Astrid zum Leben erwecken. Hin und wieder hat man das Gefühl, sie würde vor einem Sitzen und einem alles selbst erzählen. Fazit: Ein sehr ausführlich Recherchiertes Buch, das sehr viel Neues über DIE Astrid Lindgren erzählt. Ihre Kindheit wurde leider nicht so ausführlich beschrieben, aber es wurde auch auf niemanden vergessen. Der einzige Punkt der mich störte war, wie oben beschrieben, der Schreibstil des Autors, aber dieses Empfinden ist ja immer Subjektiv. Ich würde es jedem empfehlen, der mehr über die Autorin erfahren möchte, die so vielen Kindern ein Lächeln ins Gesicht zauberte. Eine beeindruckende Frau mit einem beeindruckenden Leben.

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Das Cover finde ich in der Farbgebung und der Abbildung für eine Biografie sehr passend und stimmig. Die Haptik ist sehr angenehm und ebenfalls stimmig zum Gesamteindruck. Dem Schreibstil konnte ich leider nicht allzuviel abgewinnen. Es wirkt für mich wie eine Aneinanderreihung von Geschehnissen. Daher war zwar das Ganze aus Interesse an der beschriebenen Person Astrid Lindgren in Ordnung aber ich konnte mich nicht im Geschehen vertiefen, wie ich das bei guten Büchern durchaus kann. Bei der Recherchearbeit hatte ich immer wieder das Gefühl, dass einige Sequenzen sehr intensiv recherchiert wurden. Da war die Erzählung dann teilweise sogar bis ins allerkleinste Detail erwähnt und wirkte sehr langatmig. Bei anderen Teilen war entweder kein Material aufzutreiben oder es wurde zu wenig recherchiert, denn oftmals wurden zwar Themen angedeutet, jedoch nicht näher darauf eingegangen. Das Bildmaterial finde ich durchaus gelungen und es lockert die "Aneinanderreihung" dann doch etwas auf und macht das Leben der Astrid Lindgren etwas anschaulicher. Mein Fazit: eine Biografie, die vom Schreibstil und von der Recherche durchaus Luft nach oben hat

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