Leserstimmen zu
Die Mission

Ann Leckie

Die Maschinen - Universum (2)

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Mit „Die Mission“, dem zweiten Band der Reihe „Die Maschinen – Universum“ von Ann Leckie, geht die Story rund um Breq, Seivarden, Anaander Mianaai und die Radch weiter. Der erste Band („Die Maschinen“) hatte mich hundertprozentig begeistern und faszinieren können. Die Fortsetzung ist definitiv auch sehr spannend und interessant – ich fand den ersten Band allerdings ein Stückchen besser. Aber „Die Mission“ bietet trotzdem vieles, was ich an dieser Reihe wundervoll finde – nämlich nochmal einen näheren Blick auf künstliche Intelligenzen, einen detailreichen, tiefgründigen und nachvollziehbaren Aufbau, eine Story, die zum Nachdenken anregt, einem richtig guten Schreibstil (einerseits recht nüchtern, andererseits sehr gefühlvoll, wenn auch unterdrückt) und Charaktere, die ich absolut lieb gewonnen habe. Die Einheit war ihre Stärke. Wird der Zwiespalt ihr Untergang sein? „Sie sind eine der sehr wenigen Personen, denen ich begegnet bin, die sich wirklich nicht vor den Konsequenzen fürchten, mich zu verärgern. Und bei niemandem dieser sehr wenigen ist die…Ähnlichkeit des Hintergrunds gegeben, den Sie und ich haben.“ (S. 11 des eBooks „Die Mission“ von Ann Leckie, Heyne Verlag) In „Die Mission“ ist nicht nur Anaander Mianaai, die Herrin der Radch, selbst in zwei Teile gespalten, sondern die gesamten Radchaai scheinen sich auf die eine oder andere Seite zu stellen. Bei diesem Konflikt, in welchen Mianaai mit sich selbst im Streit ist, geht es darum, wie die „Politik“ der Radch weiter gehen wird. Seit Jahrhunderten hatten die technisch hoch entwickelten Radch ihr Territorium mit grausamen Annexionen von anderen Welten erweitert. Dafür haben sie Raumschiffe und Hilfseinheiten benötigt, gesteuert von einer KI. Während die eine Seite so weitermachen möchte, ist die andere Seite eher für den friedlicheren Weg, bei dem mit anderen Welten Verträge geschlossen werden, statt diese zu annektieren, keine Gebietserweiterungen mehr, Hilfseinheiten werden durch Soldaten ersetzt. Diese radikale Änderung einer Grundlage, auf die sich die Radch aufgebaut hat und durch welche sie übermächtig geworden ist, stößt nicht bei der gesamten Bevölkerung auf Akzeptanz oder Wohlwollen. Einige möchten weiterhin Annexionen und Hilfseinheiten, wofür sie sogar morgen würden. Breq wird von Anaander Mianaai, der Herrin der Radch, zur Flottenkapitänin des Raumschiffes „Gnade der Kalr“ ernannt und Seivarden zum ersten Offizier. Ihre Mission und die ihres Raumschiffes und der Besatzung ist es, im Athoek-System für Sicherheit und Stabilität zu sorgen. Nicht alle Teile des Territoriums wissen von dem Zwiespalt, aber wenn sich das ändert und jeder sich für eine Seite entscheidet, könnten Unruhen ausbrechen. Wobei noch nicht mal sicher ist, ob es nicht vielleicht noch mehr Fraktionen von Anaander mit unterschiedlichen Meinungen und hinterhältigen Plänen gibt. Außerdem warten noch ganz andere heftige und gefährliche Probleme auf Breq. Das allgegenwärtige Problem „Es war sehr, sehr schrecklich, einem Schiff die Hilfseinheiten zu nehmen. Einer Hilfseinheit das Schiff zu nehmen. Aber vielleicht nicht so schrecklich wie der Mord an Menschen, um diese Hilfseinheiten zu schaffen. Aber trotzdem war es etwas Schreckliches.“ (S. 130 des eBooks „Die Mission“ von Ann Leckie, Heyne Verlag) „Die Mission“ beschäftigt sich zu einem großen Teil mit der Gegenüberstellung der radikalen Variante „Annexionen und Hilfseinheiten“ und der gemäßigten Variante „Verträge und Soldaten“, wobei u.a. Schwierigkeiten auftauchen, die aus früheren Annexionen folgen. Auch Breq befindet sich in einer unangenehmen Situation, mit der sie klarkommen muss. Früher steuerte ihre KI ein riesiges Raumschiff und Tausende von Hilfseinheiten – nun nur noch eine einzige Person. Damit fertig zu werden, ist nicht gerade einfach, weil ihr so vieles fehlt, was sie dadurch früher hatte, sodass sie trotz ihrer Einstellung gegen Hilfseinheiten hin und wieder sehnsüchtig an die vergangene Zeit zurückdenkt. Die Geschichte wird zwar aus der Sicht von Breq erzählt, aber Ann Leckie hat sich eine wirklich faszinierende Möglichkeit einfallen lassen dem Leser Szenen zu zeigen, die nicht in Breqs Anwesenheit stattfinden. Es ist so eine Art Verbundenheit zwischen Breq und ihrem neuen Raumschiff. Hier gibt es nicht nur ein Wiedersehen mit Breq und Seivarden, sondern es kommen noch einige Charaktere dazu, die mir ebenso sehr sympathisch geworden sind, so z.B. Tisarwat mit ihren fliederfarbenen Augen und Basnaaid, die Schwester von Leutnantin Awn. Ann Leckies Schreibstil ist wie gewohnt großartig und – trotz der scheinbar emotionslosen logischen Kühle – dramatisch. Wie beim ersten Teil wird nicht auf actionreiche Szenen gesetzt, sondern auf Details, einem langsamen und immer bedrohlicheren Showdown. Mir hat es jedenfalls gefallen und ich bin auf den 3. Band gespannt. Fazit: Spannend und wieder sehr faszinierend, auch wenn ich den 1. Band ein Stückchen besser fand. In der Fortsetzung werden schon bestehende Probleme weiter bearbeitet, aber es kommt noch allerhand dazu. Alles wird detailreich und gemäßigt aufgebaut und erzählt, spitzt sich gegen Ende immer mehr zu. Breq ist einfach genial und kann zusammen mit allen anderen Charakteren mit Tiefe und Überraschungen punkten. Ich freue mich schon auf den 3. Band. Wie wird das alles enden?

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Nachdem ich den ersten Teil der Radch-Reihe, “Die Maschinen”, verschlungen habe, habe ich mich natürlich wahnsinnig gefreut, als der zweite Band, “Die Mission” erschienen ist. Ich war wirklich glücklich, alle meine liebgewonnen Charaktere aus dem ersten Band - allen voran Breq und Seivarden - wiederzutreffen, mochte aber auch die im zweiten Band neu hinzukommenden Charaktere sehr gerne. Vor allem Tisarwart hat es mir hier angetan, sie habe ich wirklich lieb gewonnen. Die Geschichte ist dieses Mal fast noch spannender als im ersten Band. Ich konnte das Buch kaum mehr als aus der Hand legen und habe Seite um Seite mit Breq mitgefiebert. Immer noch gibt es so viele undurchsichtige Dinge, so viele Verschwörungen und Geheimnisse, vor allem was Anaander Mianaai betrifft, und es macht einfach nur Spaß, diese nach und nach zu durchschauen. Auch die dargestellte Welt war wieder sehr spannend, ich habe mich gefreut, dass das Volk der Presger etwas genauer beleuchtet wurde und ich mochte es, wie neue Dinge - wie zum Beispiel die unheimlich interessanten Trauer-Rituale der Radchaai oder das Thema mentale Gesundheit - angesprochen und ausgeführt werden. Überhaupt ist das natürlich wieder die größte Stärke der Reihe - man wird hier wirklich zum Nachdenken über allerlei unterschiedliche Themen gebracht, ohne dass es dabei langweilig oder zu theoretisch wird. Das ist Science-Fiction, wie sie sein soll! Ich freue mich schon sehr auf den dritten Band und kann gar nicht erwarten, wie es mit Breq und Co. weitergeht! Ich habe Die Mission als kostenloses Rezensionsexemplar erhalten. Vielen Dank dafür an den Heyne-Verlag!

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Was für ein gewaltiges, bombastisches Epos diese Trilogie doch ist. Selbst die in dem Roman vorherrschende Beschränkung auf eine überschaubare Anzahl von Schauplätzen ändert nichts an der epochalen Größe der Geschichte. Wie Luft ins Vakuum wird der Leser in das komplexe, unübersichtliche, von archaisch anmutenden Riten beherrschte Universum gezogen, das von Breq durchstreift wird, auf einer Mission, die … tja. Was ist eigentlich ihre Mission? Das werden wir vermutlich – hoffentlich – im finalen dritten Band feststellen. Die Mission ist eigentlich eine Art Verschwörungsthriller, der exotische Schauplätze und bizarre Riten benutzt, um seine Geschichte zu erzählen. Die Unklarheit, ob nun eine Person weiblich oder männlich ist, die setzt sich auch hier fort – in der Eindeutschung durch die Benennung aller handelnden Figuren als weiblich. Was im ersten Buch noch etwas gewöhnungsbedürftig war, ist jetzt eine Selbstverständlichkeit. Zwar nimmt dieser Umstand etwas vom Reiz, andererseits ist es damit Leckie auch gelungen, eine erzählerische Eigenwilligkeit zu etablieren, die kaum „breitentauglich“ erscheint. Aber siehe da, es geht wunderbar. Streckenweise hat man das Gefühl, Leckie hat ihrem Detailwahn ein wenig zu sehr nachgegeben, wo sie eigentlich bei aller Komplexität doch recht nüchtern ist und Dinge gern im unklaren lässt, die nicht von unmittelbarer Bedeutung für die Geschichte sind. Hier scheint es anders und das irritiert durchaus. Aber bei all der Sorgfalt und den Überlegungen, die Ann Leckie in das Buch gesteckt hat, gehe ich davon aus, dass die Detail-Passagen in der Folge noch ihre Berechtigung erfahren werden. Die Mission kommt im Grunde mit einem Minimum an Handlung aus, ist niemals langweilig oder lang. Das Buch fesselt durch seine Konflikte und Dramen, die den einzelnen Charakteren entspringen und dabei tiefe Einblicke in diese seltsame Kultur der Radch gewähren. Die von außen kommende Action ist auf Effekt angelegt und setzt gekonnt die nötigen Akzente um die Thriller-Motive mitzutragen. Unterm Strich hat mich das Buch in den Bann gezogen und ich habe es mit großem Vergnügen gelesen, bin sehr angetan davon und freue mich schon jetzt auf den dritten Roman. Die Mission ist eine kreative, originelle Space Opera, ausgezeichnete Science Fiction mit einzigartigen Charakteren, Riten, Schauplätzen. Hut ab vor dem Reichtum dieser Trilogie. Kurz gesagt: - bombastisch - spannend - clever Fazit: hervorragend!

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Die Mission

Von: gosureviews

03.04.2016

Nach dem großen Hype um das erste Buch „Die Maschinen“ von Ann Leckie ist nun der zweite Teil mit „Mission“ auf Deutsch erschienen. Wenn ich auf mein Review zum ersten Buch zurückschaue, war ich nicht gerade umgehauen, aber dennoch hatten mir die neuen Ansätze die Leckie dort versucht hatte gefallen und ich wollte auf jeden Fall den zweiten Teil lesen und mir die weitere Geschichte rund um Breq angucken. Und so fängt Mission auch schon kurz nach dem Ende von Buch eins an. Setzt den charakteristischen Stil des ersten Buches jedoch nur bedingt fort. Es ist ein etwas anderes Buch, aber anders muss ja nicht unbedingt schlecht sein und kann der Geschichte durchaus frische verleihen. Auch ist es schwer eine Fortsetzung zu einem so erfolgreichen, mit Preisen überhäuften ersten Band zu schreiben. Haben sich diese Änderungen ausgezahlt? Ich bin da ein bisschen Zwiegestalten. Auf der einen Seite, war die größte Herausforderung im ersten Buch die Art der Erzählperspektive. Breq war einer von tausenden Körpern einer Maschienenintelligenz und der daraus erfolgende Allwissende Effekt war teilweise verwirrend und ablenkend. Jetzt liegt allerdings nur noch ein einziger Geist in einem Einzelnen Körper vor, was das Ganze etwas leichter nach zu vollziehen macht. Auch springen wir zeitlich nicht mehr hin und her, sondern folgen einer gradlinigen Erzählung. Für mich eine klare Verbesserung in der Verständlichkeit gegenüber dem ersten Roman. Diese Änderungen führen jedoch dazu, dass auch der Rahmen der Handlung sich um Einiges verkleinert. Was anfangs noch nach einer riesigen Space-Oper aussah, ist nun auf eine viel kleinere Science-Fiction Geschichte geschmolzen. „Mission“ liest sich dabei eher wie eine Charakterstudie, die einen tieferen Einblick in die, nun auf eine Person beschränkten, Person von Breq gewährt und damit natürlich eine sehr ausgiebige Entwicklung durchläuft, was dazu führt, dass das Tempo gegenüber dem ersten Buche um einiges einsackt und fast keine Action stattfindet. Man hat auch das Gefühl, dass die Handlung in diesem Teil nur wenig mit der Gesamthandlung zu tun hat und nur dazu dient etwas mehr Tiefe in die Charaktere zu bekommen. Ich habe durchaus nichts gegen dieses langsamere Tempo einzulegen, aber dass hier keine Zweckmäßigkeit gibt enttäuscht schon, gerade nach dem fantastischen Ende des ersten Buches. Fazit: Großes erwartet, kleines bekommen. Vielleicht wird Band drei besser.

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In überzeugender Weise verwebt Anne Leckie auch in diesem zweiten Band ihrer Reihe um das ehemalige „Schiff“ und die aktuell nurmehr als Einzelperson, dafür aber als „Flottenkapitänin“, ihren Dienst versehende KI Breq. Eins (und im physischen Wesen immer noch), nichts anderes als eine „Hilfseinheit“, ein versklavter Mensch, der eingefroren liegt und wartet, bis sie als Soldatin gebraucht wird, ein Schiff gewesen mit einem gleichzeitigen Bewusstsein und Zugang zu den Sinnen tausender Hilfseinheiten, hat sie vor allem erlebt, wie hart, grausam und auf sich selbst bezogen die aktuelle Herrscherin des seit tausenden von Jahren existierenden Raddchaai-Reiches zu handeln bereit ist. Mit einem Überblick über die „Gesamtlage“ der sicher nicht vollständig ist, soweit, wie das Reich verzweigt ist, der aber viel mehr sieht und weiß als einzelne Personen in diesem Reich. Und sei es auch eine KI, die immer noch in engster Form mit ihrem jetzigen Schiff verbunden ist. Und dennoch isoliert in einem Körper. Wobei „die Herrscherin“ als Bezeichnung nicht ganz nicht zutrifft. Um der Ausdehnung des Reiches zu begegnen und dies weiter zu kontrollieren, hat sich Radchaander Minaai hundert, tausendfach aufgespalten, sich geklont. Nicht immer mit gewünschtem Erfolg, denn so manche der Klone führen ganz eigene Gedanken und Wege im Schild. Bürgerkrieg liegt in der Luft. All dies jedoch bietet nur den äußeren Rahmen, kennzeichnet das kreative Universum, dass Leckie in dieser Reihe geschaffen hat. Auch wenn die Fänge der Herrscherin bis in eine junge Leuntantin hineinreichen, auch wenn die „neue Lage“ der Abschaffung von Hilfseinheiten Veränderungen mit sich bringt, im Kern zunächst hat Breq einen klaren Auftrag. Einen Planeten, der einer der größten Teeerzeuger (eine Art Grundnahrungsmittel im Reich) des Universums ist, zu kontrollieren. Irgendwas ist da nicht in Ordnung, was immer dies auch sein mag. Wie in einer Art Kammerspiel nun vollzieht sich der größte Teil der Handlung des Romans auf einer Weltraumstation um den Planeten herum, für ein kurzes Intermezzo auch auf dem Planeten. Wobei Breq in ihrer kühlen, klaren , Liedersammelnden Art zwischen den Fronten sich bewegt, stringent ihren Weg zur Aufklärung geht. Zur Not auch gegen eine andre Flottenkapitänin oder gegen die wichtigste Plantagenbesitzerin des Planeten. Dies alles lässt Leckie sich ereignen in einer ganz besonderen, schwer zu beschreibenden, schwer zu fassenden, immer ein Stück geheimnisvollen Atmosphäre von kaum sichtbaren persönlichen Betroffenheit und Haltungen, von kurzen, komplexen Handbewegungen, von der Erinnerung an eine tiefe Schuld Breq´s, von verdeckten Motiven und einem sozialen System, dass vielfach von Ritualen und Symbolen bewegt wird (fast wie das traditionelle Japan). Gerade aufgrund der geheimnsivollen, befremdlichen Atmosphäre, bei der es in der Sprache schon schwerfällt, die Geschlechter zuordnen zu können, (überwiegend glaubt man, nur Frauen spielen eine Rolle, da es Usus geworden ist, seit Jahrhunderten, nurmehr weibliche Pronomen zu verwenden. Und doch gibt es Männer, aber wer da wer ist bildet schon im Rahmen der Mannschaft der „Gnade der Kerl“ (Breq´s Schiff) ein interessantes Rätselraten, gerade im Blick auf die durchaus vorhandene Offenheit der Personen im Buch für Verliebtheiten). Das zudem die Ereignisse auch einer dem Leser verborgenen roten Linie folgen, das wie im Krimi ein „Fall“ aufzuklären ist, dass es einen „Thriller-Showdown“ geben wird , all das erhöht den Reiz dieses ganz besonderen Leseerlebnisses, mit dem Anne Leckie eine ganz eigene, originäre und kreative Science Fiction Welt gelungen ist.

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„Die Maschinen“ der erste Teil aus dem Maschinen-Universum sorgte für Aufsehen, als dieser den HUGO-Award und einige weiter SF Auszeichnungen, in 2014/2015, gewonnen hatte. Scheinbar unerwartet und somit Grund genug das erschaffene Universum mit weiteren Leben zu erfüllen. Somit ist es Zeit die Nase zwischen die Buchdeckel zu stecken und zu schauen ob der zweite Teil da weitermacht wo der erste endete. Klappentext: Über Tausende von Sternsystemen erstreckt sich das mächtige Imperium der Radchaai – doch es ist in sich gespalten und steht kurz vor einem Bürgerkrieg. Breq, die Maschinenintelligenz des interstellaren Kriegsschiffs Gerechtigkeit der Torren, ist die Einzige, die den Zerfall noch aufhalten kann. Das Schiff wurde vor Jahrhunderten vollständig zerstört, und nur Breq, die Maschinenintelligenz im Körper einer Frau, hat überlebt. Nun wird sie von Anaander Mianaai, der totalitären Herrscherin der Radch, formell adoptiert, zur Flottenkapitänin ernannt und ins Athoek-System beordert. Dort haben die Gegner der Herrscherin zwei Tore für den interstellaren Schiffsverkehr zerstört und das System von seiner Versorgung abgeschnitten. Über Jahrtausende hinweg haben die Radch riesige Bereiche der Galaxis annektiert und sich viele Feinde gemacht. Vor allem aber wird das Reich der Radch aus seinem Inneren bedroht, denn seine Herrscherin Anaander Mianaai ist in Tausende von geklonten Körpern gespalten. Jetzt ist ein heimtückischer Kampf zwischen zwei Fraktionen ihrer multiplen Existenz ausgebrochen, der das ganze Imperium bedroht – und es gibt nur eine Person, die Anaander Mianaai mehr fürchtet als sich selbst: Breq … Zum Inhalt: Breq, die Künstliche Schiffsintelligenz aus „Die Maschinen“ hat ihre Lebenshülle gezwungermaßen gewechselt und steckt nun in einer beklemmenden, für sich kleinen, humanoiden Form. Sie hat zwar noch ihr, über ihre Dienstzeit, erlangtes Wissen und auch einige ihrer Schifferrungenschaften, aber ihr derzeitiger Zustand ist eine Qual und sie kann diesen einfach nicht akzeptieren, wobei sie es einfach hinnimmt, denn es ist der einzige Weg nicht zu enden. Da Breq mit Herrscherin Mianaai Probleme hat, wird sie in ein anderes Systems versetzt. Als ob dies noch nicht genug nach Strafe erscheint, erhält sie auch nicht ihr Wunschschiffscrew, sondern mehr oder minder eine Frischlingscrew, welche mit alten Hasen, die in letzter Zeit rebelliert hatten, gespickt ist. Diese sorgt bei Breq direkt für einigen Unmut, welchen sie auch aufgrund ihrer Geschichte, direkt und ohne Umschweife, an einigen Untergebenen auslässt. Als Breq und deren Crew im Zielsystem ankommt, geraten diese schnell zwischen die Fronten von Bürgerkrieg und den begleitenden politischen Intrigen. Der Sumpf ist so tief, das Breq dermaßen in einen Strudel gerissen wird, der seines gleichen sucht und welcher sie von ihren eigenen Problem ablenkt, bzw. sie von ihrem eigen Zielen, entfernt. Mehr kann man fast nicht schreiben ohne euch zu Spoilern. Meine Meinung: Ann Leckie hat mit „Die Maschinen“, dem ersten Band dieser Trilogie, für Aufsehen gesorgt und dies nicht nur durchs Absahnen der ganzen Preise und Auszeichnung. Somit war ich schon auf die hier vorliegende Fortsetzung sehr gespannt. Allerdings steckte ich, fast so schnell wie Breq, in einer Space Opera, die an Beschleunigung vermissen ließ und das lag nicht nur an der fehlenden Storyentwicklung sondern auch an der doch für dieses Genre unüblichen „femininen“ Sprache, die auch bei der Übersetzung gnadenlos durchgezogen wird, was für die Übersetzung spricht, aber etwas Eingroovezeit verlangt. Allerdings besticht Ann Leckie in diesem Werk erneut durch einen Minimalismus, welcher seines gleichen sucht, leider wird dieser nicht konsequent durchgezogen und so verliert sie sich in mancher Detailtiefe, die der Storyweiterführung einfach nicht dienlich sind. Wenn man dann aber weiß wie man diesen Detailwahn zu nehmen hat, wirkt der andereseits gebotene Minimalismus fürs Kopfkino ehr belebend. So entwickelten sich bei mir direkt einige Sidekicks, eigne Storyideen und Charakterzeichnungen. Wer also mal was abseits vom Üblichen lesen möchte, ist hier genau richtig. Wer aber nicht auf Experimente steht sollte lieber auf andere Bücher zurpckgreifen. Meine Wertung: 3,75 von 5 Schiffscomputer

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