Leserstimmen zu
Der Spalt

Peter Clines

(2)
(1)
(1)
(1)
(0)

Die Dinge, die sie wissen. Die Dinge, die sie nicht wissen. Und die Dinge, von denen sie nicht wissen, dass sie sie nicht wissen. Geht es euch auch manchmal so, dass ihr das Glück habt, völlig erwartungslos an ein Buch heranzugehen, und dann davon überrumpelt werdet, wie gut es eigentlich ist? So ging es mir mit dem Sci-Fi Thriller Der Spalt. Ich hatte keine Erwartungen und eigentlich nicht mal richtig Lust auf das Genre, gerade aber nichts Besseres zur Hand. Ich fing an und zu lesen - zack! - ehe ich mich versah, hatte es mich völlig gepackt. Protagonist ist Leland "Mike" Erikson, ein Genie mit einem IQ von über 180 und einem perfekten fotografischen Gedächtnis. Statt sein Potenzial zu nutzen, arbeitet er lieber als Lehrer für englische Literatur an einer High School. Sein Freund Reggie Magnus, der für die Regierung arbeitet, versucht schon seit einiger Zeit, Mike für eines seiner Projekte anzuheuern. Bislang hat Mike immer abgelehnt, doch bei dem aktuellen Projekt hat er keine Chance, Nein zu sagen. Es geht um Portalreisen. Das Alberquerque-Portal scheint zu funktionieren, seit drei Jahren testen die Wissenschaftler es, ohne Fehler entdecken zu können. Aber wenn es doch so reibungslos funktioniert, wieso brauchen sie noch immer Forschungsgelder, statt sofort an die Öffentlichkeit zu gehen? Genau das soll Mike herausfinden. Der Spalt beginnt als eine Art Krimi/Psychothriller. Einer der Probanden, Ben Miles, hat nach einem Durchgang durch das Portal den Verstand verloren und seine eigene Frau nicht wieder erkannt. Der Projektleiter des Alberquerque-Portals streitet alle Zusammenhänge ab. Mikes Aufgabe ist es, herauszufinden, was die Wissenschaftler verbergen. Denn irgendetwas scheint gewaltig schief zu laufen. Ab dem letzten Drittel entwickelt sich Der Spalt zu etwas anderem, futuristischem, apokalyptischem. Die Geheimnisse kommen ans Licht, Menschen sterben und plötzlich ist das Alberquerque-Portal kein wissenschaftliches Wunder mehr, sondern eine schreckliche Bedrohung. Die Art, wie Mike Erikson ermittelt, erinnert tatsächlich an Sherlock Holmes. Er kann alles abrufen, was er jemals gesehen oder gelesen oder gehört hat. Die imaginären Ameisen in seinem Kopf katalogisieren alle Informationen, sodass der spätere Zugriff auf sie leichter fällt. Genau diese Auffassungsgabe ermöglicht ihm auch, herauszufinden, was beim Portal zu furchtbar schief läuft. Und warum die anderen Wissenschaftler das nicht zu bemerken scheinen. Er sieht die Dinge, von denen die anderen nicht wissen, dass sie sie nicht wissen.

Lesen Sie weiter

Ok. Das Buch fetzt. Hirn aus und mitten hindurch. Gut, jetzt ein wenig ausführlicher: Peter Clines versteht sich darauf, eine Geschichte rasant und spannend und durchaus gewitzt zu erzählen. Das ist schon mal eine hervorragende Voraussetzung. Er ist auch überaus fantasievoll und was er seinen Lesern hier vorsetzt, ist haarsträubend, skurril, faszinierend, Wissenschaft im Hollywood-Stil. Der Spalt macht wirklich viel Spaß. Clines schießt jeden Versuch einer ernsten Kritik – die das Buch nur zerfetzen kann – von vornherein ab, indem er seine Wissenschaftler erklären lässt, dass das, was passiert, wissenschaftlich unmöglich ist, obwohl es passiert. Das ist eine absurde Logik, die der Idee des Romans absolut gerecht wird. Sagen wir so: Der Spalt ist eine Episode der Akte-X, damals, als sie noch hervorragend war, gepaart mit The One, der SF-Action-Reißer mit Jet Li. Grundidee und Ausführung – Der Spalt ist das Bastardkind der beiden. Und es ist ein fröhliches, gut gelauntes Kind, mit dem man sich blendend unterhält – auf kindlichem Niveau. Mit sehr vielen Zitaten und Verweisen auf Filme und Pop-Kultur. Das macht gute Laune. Clines legt es nicht im Ansatz darauf an, irgendwie näher auf die Wissenschaft – erfunden oder nicht – einzugehen. Er hat einen überaus sympathischen Helden, einen widerspenstigen Love-Interest, den üblichen Mad Scientist, den Vorgesetzten aus dem Bilderbuch, ein paar Wissenschaftler und Soldaten als Kanonenfutter – ein echts, pures, unverfälschtes Filmrezept, gekonnt geschüttelt und eingeschenkt. Der Roman ist echt dazu gedacht, verfilmt zu werden. Nicht zu komplex, rasant, flapsige Dialoge auf dem Niveau von Roland Emmerich Filmen (Independence Day, 2012 usw…), ordentlich Kawumm – so richtig das Patentrezept für den Sommerblockbuster. Nun, bis auf den schrägen Protagonisten ist keine der Figuren wirklich ausgearbeitet, es sind mehr oder minder Statisten und Stichwortgeber für den Helden. Bei Sasha ist das etwas bedauerlich, da wäre eine interessanter Charakterkopf drinnen gewesen, Jamie ist aufgrund der Natur des Buches irritierend und deshalb interessant. Der Rest ist einfach da und fällt nicht sonderlich auf. Klingt das niedermachend und negativ? Ist es absolut nicht, keinesfalls. Dazu ist das Buch viel zu vergnüglich. Klar, das Gehirn gibt man am Impressum ab, ehe man die erste Seite aufschlägt, aber meine Güte, Peter Clines WILL gar nichts anderes als seinen Lesern ein paar vergnügliche Stunden zu bescheren. Und das mit der Unterhaltung schafft das Buch mit Bravour. Der Spalt ist befriedigende, leichte Unterhaltung ohne tiefen Anspruch. Nimmt man das Buch so an, wird man bestens bedient. Kurz gesagt: -- rasant und unterhaltsam -- haarsträubend und skurril -- vergnüglich und stimmig Fazit: Als pure Unterhaltung sehr befriedigend

Lesen Sie weiter

Lange kein so spannendes Buch mehr gelesen ! Inhalt: Mike hat ein fotografisches Gedächtnis und einen IQ von über 180. Aber weil er es satt hat, anders behandelt zu werden, beschließt er schon sehr früh, seinem IQ den Rücken zu kehren, und lebt ein beschauliches Leben als Englischlehrer an einer Schule. Sein Freund Reggie, der für die Regierung arbeitet, tritt seit Jahren immer wieder an ihn heran um ihn für Projekte abzuwerben, und immer hat Mike abgesagt. Doch diesmal ist es anders. Mike soll für ihn ein geheimes Projekt überprüfen. Alles läuft scheinbar perfekt, doch trotzdem hat Reggie ein ungutes Gefühl bei der ganzen Sache. Von dem Projekt gibt es keinerlei Unterlagen, da das Forschungsteam sich weigert, diese herauszugeben. Nachdem jahrelange Versuche, die Teleportation zu bewerkstelligen, fehlschlugen, ist es nun gelungen, den Raum so zu manipulieren, dass die Überbrückung einer längeren Strecke ohne Zerlegung des zu transportierenden Körpers möglich ist. In zwei Hallen auf einem abgesperrten Regierungsgelände wurden entsprechende Tore gebaut und bereits mehrere Dutzend Tests mit Menschen und Tieren angeblich fehlerfrei durchgeführt. Trotzdem traut man sich noch nicht an die Öffentlichkeit. Um zu verhindern, dass weitere Forschungsgelder gestrichen werden, soll Mike nun alles auf Herz und Nieren prüfen und bestätigen, dass alles seine Ordnung hat. Doch als Mike vor Ort ist und anfängt, alle Papiere und Unterlagen zu sichten und mit den beteiligten Wissenschaftlern zu sprechen, ergeben sich immer mehr Ungereimtheiten. Als er bei einem Testlauf dabei ist, nehmen unglaubliche Ereignisse ihren Lauf - Personen verändern sich und doch wieder nicht, seltsame Phänomene treten rund um die Tore auf, doch Mike ist schon so von dem Projekt eingenommen, dass er nun selbst alles daran setzt, um den Rätseln auf die Spur zu kommen, vor denen auch die Wissenschaftler stehen. Mike deckt dabei Tatsachen auf, auf die keiner in seinen wildesten Träumen gekommen wäre ... Zum Buch: Es ist mir schon lange nicht mehr passiert, dass ich ein Buch dieser Kategorie quasi an einem Abend durchgelesen habe ( ca. 500 Seiten ). Die Handlung ist von Anfang an so gut lesbar und spannend, das man das Buch nicht mehr aus der Hand legen kann. Um keinen falschen Eindruck zu erwecken bei der Beschreibung: Man mag zwischendurch denken, man sei in einer geschriebenen Version von Stargate gelandet, aber das ist absolut nicht der Fall. Da ich persönlich schon immer von den Themen der theoretischen Physik und den Dimensionstheorien begeistert war - auch wenn mir das natürlich im Detail zu hoch ist - war das Buch für mich absolut faszinierend. Leider kann ich ja hier noch nicht so viel verraten, um die Spannung nicht rauszunehmen, aber soviel sei gesagt: In dem Roman gibt es einige Male Wendungen in der Handlung, die man Null Komma Null erwartet und beim besten Willen NICHT vorhersehen kann. Dadurch treten auch immer wieder neue Seiten und Möglichkeiten in der Geschichte auf, um diese weiterzuspinnen. Es kommt wohl auf die Einstellung an, für manche ist es sicher zu abgehoben, da wir hier im späteren Verlauf Parallelwelten und sehr seltsamen Lebewesen begegnen, aber wenn man an die Dinge glaubt, für die es heute noch keine Beweise gibt, ist dieses Buch ein gefundenes Fressen. Also für alle Liebhaber von Akte X, Fringe etc. auf jeden Fall! Egal wie man zum Thema steht, das Buch ist super einfach und kurzweilig geschrieben, die Hauptfiguren nachvollziehbar und lebendig, somit leichte Lektüre. Man wird wirklich auf KEINER Seite vom Haken gelassen, die Spannung bleibt vom Anfang bis zur letzten Seite auf hohem Niveau. Ich fand es super und gebe volle Punktzahl. Hoffentlich gibt es bald noch mehr vom Autor in diese Richtung.

Lesen Sie weiter

Kritikfähigkeit abschalten

Von: Chiron McAnndra aus DE

22.03.2016

Der Plot des Buches ist echt bestechend - ich war auf eine tolle Story gespannt - und wurde ziemlich enttäuscht. Der Stil ist zwar spannend und flüssig geschrieben, aber inhaltlich wirkt das Buch sehr stark wie eine der vielen TV-Serien, bei denen die Glaubwürdigkeit der Handlung dem Edikt derjenigen geopfert wird, die aus einer Serie mit möglichst wenig Aufwand möglichst viele Folgen rausleiern wollen (und sie dadurch nicht selten vorzeitig an die Wand fahren). Es wird von intelligenten Wissenschaftlern geredet - und doch verhalten die sich so, als wüssten sie nichts mit dem Begriff "Wissenschaft" anzufangen. Die banalsten Grundlagen logischen Denkens sind ihnen fremd - stattdessen verhalten sie sich wie eine Horde verschwörungstheoretisierender Politiker, denen der eigene Status mehr bedeutet als das, woran sie arbeiten. Diese Leute wirken einfach nicht echt - sie sind keine glaubhaften Wissenschaftler, sondern man hat ihnen die Rolle des Wissenschaftlers übergestülpt, weil das eben derzeit (seit CSI & Co) en vogue ist - von ihrem Fach verstehen sie jedoch kaum mehr als Doc Emmet Brown. Und daran kann auch die übertriebene Fülle an flachsig-verbalem Geplänkel nicht vorbeitäuschen. Für Leser, die ihre Kritikfähigkeit abschalten oder wenigstens dramatisch reduzieren können (oder für die "Xena" eine ausreichende Quelle für die Geschichte des Abendlandes darstellt), dürfte das Buch durchaus seinen Reiz haben.

Lesen Sie weiter

Der Spalt

Von: gosureviews

05.02.2016

3,5* "Der Spalt" war das erste Buch, dass ich von Peter Clines gelesen habe und leider konnte er mich nicht wirklich überzeugen. Es dauert sehr lange (bis ca. 55%) bis die Handlung einmal richtig ins Rollen kommt. Die Situation ist so schnell durchschaubar für den Leser, dass es teilweise nervt, dass die Charaktere so schwer von Begriff sind. Gerade weil am Anfang die Mitglieder des Portals eine Geek- Anspielungen nach der anderen zum guten lässt, fehlt es ihnen irgendwie an Fantasie, das wahre Problem zu erkennen und müssen erst von unserem Hauptcharakter Mike darauf hingewiesen werden. Der Schreibstil von Clines macht es jedoch sehr einfach das Buch in einem guten Fluss durchzulesen, ein richtiger Pageturner. Er schafft es geschickt, mit kurzen Kapiteln den Leser bei der Stange zu halten. Besonders hat mir dabei gefallen, wie er von einem Science-Fiction-Roman, der leicht verständlich ist und ohne viele wissenschaftlich detaillierten Hintergründe auskommt (obwohl es sich hier um ein komplexe Themen wie Quantentheorie und Multiversen geht), zu einem SF-Horror Roman übergeht. Bei den Charakteren überzeugt eigentlich nur der gut ausgearbeitete Hauptcharakter Mike Erikson, der schon fast wie ein Superheld, mit seinen außerordentlichen Fähigkeiten wirkt. Da er von keinem wissenschaftlichen Hintergrund kommt, sondern ein Highschool Lehrer ist,trägt seine Sicht auf die Dinge auch zum besserenVerständnis bei. Die restlichen Charaktere bekommen einfach zu wenig Zeit um entsprechende Tiefe zu erhalten. Sascha hätte es auch gut getan, ihr Fluchvokabular um einige Wörter zu erweitern J Fazit: Ein recht unterhaltsamer Science-Fiction/Horror Roman, der etwas an Anlaufzeit braucht, aber dann zum Pageturner wird. Gute Unterhaltung für Zwischendurch. - See more at: http://gosureviews.blogspot.de/2016/02/der-spalt-von-peter-clines.html#sthash.eCKMyLvb.dpuf

Lesen Sie weiter