Leserstimmen zu
R.I.P.

Yrsa Sigurdardóttir

Kommissar Huldar und Psychologin Freyja (3)

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MEIN Fazit: Eine 16-Jährige wird in einem Kino ermordet. Der Täter filmt ihre letzten Minuten und versendet die Videos mit Snapchat an ihre Freunde. Kommissar Huldar und das Team ermitteln, denn es bleibt nicht bei der einen Toten. Kinderpsychologin Freya wird ebenfalls in den Fall eingebunden, um Huldar bei den Befragungen der Freundinnen des Mädchens zu helfen. Sie scheinen etwas zu verbergen... Huldar leidet immer noch darunter, von seinen Kollegen geschnitten zu werden und nicht mehr in vorderster Reihe in der Mordkommission zu sein. Er bekommt immer nur noch das zugeteilt, zu dem andere keine Lust haben. Seine ehemalige Kollegin Erla ist nun seine Chefin. Sie lässt ihn bei jeder Gelegenheit spüren, dass sie auf ihn nicht gut zu sprechen ist, nachdem sie wegen sexueller Belästigung Schwierigkeiten hatte. Ich hatte bereits die Vorgängerbände aus der Reihe gelesen, man kann dieses Buch aber durchaus auch lesen, ohne die vorangegangenen Bände zu kennen. Der Schreibstil der Autorin ist mitreißend und sie versteht es, die Figuren mit ihren unterschiedlichen Charakteren zum Leben zu erwecken. Ich fand es z.B. sehr unterhaltsam, wie die Autorin Huldar darstellt, einen Kommissar mit Ecken und Kanten, nikotinsüchtig, grantig, aber wenn er sich in etwas verbissen hat, genial. Sein Verhältnis zu Freya ist schwierig, da hat er nach einen One-Night-Stand einiges vermasselt. Im ersten Band war er mir nicht sehr sympathisch, aber inzwischen mag ich ihn. Auch Freya ist mir sympathisch, eine taffe Frau, kompetent und engagiert im Job, nur privat nicht gerade glücklich. Ihr Verhältnis zu Huldar ist hin- und hergerissen. Die Krimihandlung ist interessant, etwas düster, aber in sich schlüssig und die Geschichte ist gut aufgebaut, so dass es wirklich schwer fällt, das Buch aus der Hand zu legen. Ich fand es durchweg spannend, die Morde und Beschreibungen der Opfer ist aber recht brutal. Schonungslos wird die jeweilige Situation beschrieben, das ist nichts für Zartbesaitete, vor allem, weil es sich um Kinder handelt. Für mich war R.I.P. rundum gelungen und ich freue mich auf weitere Bände aus der Reihe.

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Stella wird brutal ermordet. Ihre Freunde bekommen ihre letzten qualvollen Minuten über Snapchat geschickt. Nur wenige Tage später erhalten die Freunde von Egill auch solch fürchterliche Videos über Snapchat. Doch im Gegensatz zur Tat an Stella, wo offensichtlich ist, dass sie diesen Angriff nicht überlebt hat, hoffen nun die Ermittler Egill, zwar schwer verletzt, aber dennoch lebend zu finden. Als ob das alles nicht schon schlimm genug ist, scheint es auch noch ein drittes Opfer zu geben. Das Ermittlerteam aus Reykjavík versucht die Fälle schnellstmöglich zu lösen. Das gestaltet sich schwieriger als gedacht, denn es gibt keine offensichtlichen Hinweise auf das Motiv der Taten oder Verbindungen zwischen den Opfern. Die Jugendlichen waren augenscheinlich sehr beliebt und hatten keinerlei Probleme. Kommissar Huldar wird zunächst nicht wirklich in die Ermittlungen mit einbezogen. Er und sein Partner bekommen so gut wie keine sinnvollen Aufgaben zugeteilt, dabei drängt die Zeit und jeder gute Mann wird gebraucht. Grund dafür sind private Differenzen zwischen Huldar und seiner Chefin. An dieser Stelle möchte ich kurz auf die vorherigen Bände eingehen. Huldar hat im ersten Band „DNA“ eine Nacht mit Freyja verbracht und war dabei nicht ganz ehrlich zu ihr. Im zweiten Band „SOG“, ist er nach einem alkoholgetränkten Abend mit seiner Chefin im Bett gelandet. Was natürlich ein riesen Fehler war, denn eigentlich möchte Huldar das Herz von Kinderpsychologin Freyja gewinnen, aber er bekommt es einfach nicht auf die Reihe. Erla wiederrum ist gekränkt. Doch das Erla nun einen ihrer besten Ermittler aufs Abstellgleis stellt, nur weil sie eifersüchtig ist, geht gar nicht und behindert die Arbeit. Spannungen im Team sind was Normales und gerade wenn einem die Zeit im Nacken sitzt. Aber diese Reaktionen einer Chefin sind für mich ein absolutes no go und hat meiner Meinung nach auch zu viel Raum in der Story eingenommen und somit den Spannungsbogen immer wieder nach unten gedrückt. Huldar lässt sich aber nicht unterkriegen und er schafft es sogar Freyja wieder mit ins Boot zu holen. Wie praktisch für ihn. Freyja hat gleich von Anfang an den richtigen Riecher, was den Grund der Taten anbelangt. Doch Erla glaubt nicht an diese Theorie. So nach und nach kristallisiert sich heraus, weswegen gerade diese Jugendlichen zu Opfern wurden. Wahrlich waren die beiden keine Unschuldslämmer und sie haben fürchterliches getan. Was in meinen Augen die Wut und die Rachegelüste auch verständlich machen, aber entsetzt hat mich die Brutalität und überhaupt die Art und Weise der Rache. Die Auflösung war sehr verstrickt und umfangreich, aber dennoch gut durchdacht. Doch hat mich auch dieser Band wieder etwas unbefriedigend gelassen. Auch wenn die Ermittlungen abgeschlossen wurden, zeigt das letzte Kapitel, dass doch noch nicht alles offengelegt wurde und somit eine Frage offen bleibt. Auch die Beziehung zwischen Huldar und Freyja ist noch immer sehr angespannt. Irgendwann müssen sie doch mal zusammenfinden. Man möchte ja am liebsten in das Buch hineinkriechen und die beiden mal richtig schütteln. Der Schreibstil ist wie gewohnt locker und leicht verständlich. Anmerken möchte ich noch, dass der Titel „R.I.P.“ überhaupt nicht zu diesem Buch passt. Müssen es immer nur drei Buchstaben sein? Warum hat man nicht den isländischen Originaltitel einfach übersetzt? Fazit: Hier hat die Autorin ein weitgefächertes und brandaktuelles Problemfeld angesprochen, was ich sehr gut finde. Vielleicht öffnet das einigen Menschen die Augen, wenn man bedenkt wie die Opfer leiden und das meist ein Leben lang. Oder sie ihr Leben vielleicht schon vorzeitig beenden, weil sie mit ihrer Situation nicht mehr zurecht kommen. Mir hat das Buch sehr gut gefallen und ich freue mich auf weitere Bände mit den, mir liebgewonnenen, Charakteren Huldar und Freyja.

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ERSTER EINDRUCK: Das Cover ist herrlich. Die Geschichte spielt im Winter, daher unheimlich passend. Die Thematik ist kalt und teilweise schwer zu verdauen. Ich habe hier eine Trigger Warnung in Bezug auf Mobbing vermisst. INHALT: Seine Opfer sind jung und unschuldig. Sie betteln um Verzeihung, danach werden sie auf brutalste Art ermordet. Die Morde landen auf Snapchat, so dass Freunde und Familie daran teilhaben können. Kommissar Huldar und Psychologin Freya arbeiten erneut gemeinsam an den Fällen. Was bewegt jemanden dazu solche Taten an Jugendlichen zu begehen? Wenn Mobbing zu weit geht. Ich konnte teilweise die Schilderungen über die Mobbing Opfer und was alles den Kindern angetan worden ist, nur mit schwerem Herzen lesen. So detailreich erzählt, dass es weh tut. Mobbing ist ein absolut heikles Thema und sowohl für das Opfer als auch für den Täter kein Zuckerschlecken sich damit auseinander setzen zu müssen. Mobbing fällt den wenigsten auf, denn es gibt so viel unterbewusstes Mobbing, dass es einem erst klar wird, wenn man darauf angesprochen wird. Das Opfer spricht es vor Angst, dass es schlimmer werden könnte erst gar nicht an. Der Täter realisiert es erst gar nicht. Es gibt immer ein warum. Mobbing entsteht nicht aus Langeweile. Für jede unserer Aktionen gibt es einen Trigger, den gilt es heraus zu filtern und das wird in R.I.P mit Freyas Figur sehr gut an den Tag gebracht. Was zusätzlich im Buch angesprochen wird ist Homosexualität und LGBQT, doch ich weiß nicht genau, was die Autorin uns damit sagen möchte. Alles wird sehr Oberflächlich angesprochen, kurz geht es um Outing, doch nichts wird tiefer eingegangen. Immerhin scheint Hulder, die Hauptfigur, keinerlei Probleme damit zu haben und das ist auf jeden Fall ein Pluspunkt. Ein guter Thriller, wie wir ihn von Yrsa gewohnt sind. Für meinen Geschmack ein wenig lang, hätte man um gut 100-150 Seiten kürzen können.

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Dieses Mal sieht sich Huldar mit einem besonders perfiden Fall konfrontiert. Ein junges Mädchen wird auf der Toilette im Kino brutal ermordet. Ihre letzten Minuten können alle ihre Freunde auf Snapchat mit ansehen. Psychologin Freyja, die neben ihrem Job im Kinderhaus auch ein BWL-Studium begonnen hat, kommt schnell auf die Idee, dass der Fall etwas mit Mobbing zu tun haben könnte. Doch so richtig will ihr keiner glauben. Das liegt auch daran, dass Huldars Vorgesetzte Erla Freyja nicht leiden kann und deshalb schon mal gar nichts auf ihre Meinung gibt. Doch als ein zweites Opfer auf ähnliche Weise verschwindet und auch hier wieder Snaps gesendet werden, verdichten sich die Hinweise. Nur kennen sich die Opfer nicht und es gibt scheinbar keinen Zusammenhang. Ich mag Huldar und Freyja sehr, weil sie Charaktere mit Ecken und Kanten sind. Ein bisschen wünsche ich mir ja schon, dass zwischen den beiden mal was passiert. Seit ihrem One-Night-Stand im ersten Band, bei dem Huldar einen falschen Namen genannt hat, schleichen sie umeinander herum. Gleichzeitig mag ich es aber auch, dass eben nichts passiert. Freyja plagt sich damit, dass sie in ihrem Leben etwas ändern will. Das BWL-Studium soll ein erster Schritt sein und mit diesem tut sie sich unglaublich schwer. Da ist sie schon wieder froh, von Huldar um Hilfe gebeten zu werden. Huldar hat hingegen auf dem Kommissariat zu kämpfen. Mit seinem Teamgefährten Guðlaugur versteht er sich ganz gut und sie ergänzen sich prima. Allerdings macht Erla, mit der er eine Liebesbeziehung hatte, ihm nach wie vor das Leben schwer. Das geht so weit, dass sie ihn mit langweiligen Alltagsaufgaben abspeist, obwohl ein Mordfall aufzuklären und ein Junge verschwunden ist und Huldars jahrelange Erfahrung hier viel eher von Nutzen wäre. Das Thema Mobbing wird bei „R.I.P.“ schonungslos und realistisch umgesetzt. Yrsa Sigurðardóttir nimmt hier kein Blatt vor den Mund und zeigt auf vielfache Weise, wie sehr Opfer unter den Grausamkeiten ihrer Altersgenossen zu leiden haben – auch Jahre später noch. Im Grunde wird auch Mobbing am Arbeitsplatz thematisiert, wenn auch ohne zu sehr in den Fokus zu rücken. Allerdings hält sich die Autorin im Gegensatz zu den beiden Vorgängern mit detaillierten, grausamen Beschreibungen der Morde eher zurück und findet damit auch wieder zu ihren Anfängen, was mir sehr viel besser gefällt. Mir hat „R.I.P.“ sowohl thematisch als auch erzählerisch sehr gut gefallen. Zeitweise war ich sogar mal auf dem richtigen Dampfer, was einen wichtigen Aspekt der Lösung des Falls betrifft. Hier kam nicht alles überraschend und man konnte sich einiges zusammenreimen. Interessant fand ich auch die Darstellung der Polizeiarbeit, inwiefern die Befindlichkeiten die Arbeit beeinflussen und das eben nicht immer alles reibungslos funktioniert, sondern auch hier der Alltag ermüdet, Fehler passieren und es zwischenmenschlich kriselt. © Tintenhain

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Tod bei Mobbing

Von: Buecherseele79 aus Hochrhein

07.08.2019

Kommissar Huldar steht mit seinem Team vor einem neuen, grausamen Fall. Stella, ein junges Mädchen, wird nach ihrer Arbeit im Kino entführt...und der Täter sendet Bilder sowie Videos über Snapchat an alle Kontakte die Stella kennen. Für die Polizei beginnt ein Wettlauf mit der Zeit denn Stella ist schwer verletzt und keiner hat etwas gesehen oder weiß was genau passiert ist. Huldar holt die Psychologin Freya wieder mit ins Team, sehr zum Ärger seiner Chefin Erla. Dann kommt heraus dass Stella ein Mädchen in ihrer Schule gemobbt hat, und nicht nur sie alleine....dann verschwindet ein Junge und die gleiche Vorgehensweise wie bei Stella nimmt ihren Lauf.... Auf diesen Thriller war ich richtig gespannt, denn der erste Band mit dem Titel „DNA“ konnte mich komplett überzeugen, während der zweite Band „Sog“ mich nur genervt hatte und für mich die Spannung auf der Strecke blieb. Der Einstieg mit diesem Schreibstil in die Geschichte fällt leicht, die Autorin hat einfach ein Händchen die Leser schnell zu fesseln und sie für ihre Geschichte zu gewinnen. Im Mittelpunkt stehen natürlich wieder Erla, Freya und Huldar , diese 3 Protagonisten kennt man von Band 1 an und ich habe alle, mehr oder weniger, lieb gewonnen. Hier war ich nun gespannt wie sich die Geschichte nach Band 2 weiterentwickeln wird bzw. worauf legt die Autorin diesmal ihren Blickpunkt bei den 3? Im zweiten Band war mir das Hin und Her zwischen Erla und Huldar ziemlich auf die Nerven gegangen. In diesem Buch steht diese Geschichte noch zwischen ihnen und ich muss Huldar hier mal meinen großen Respekt zollen für seine Geduld und Verständnis, seine Feinfühligkeit, doch noch bei diesem Fall mitwirken zu dürfen. Bei Freya weckt der neue Fall alte Geister aus ihrer Schulzeit und die Autorin konnte hier sehr gut aufzeigen dass man Mobbing nicht so schnell vergisst bzw. es kaum Möglichkeiten gibt sich diesem Gefühl zu entledigen. Grosser Punkt zu diesem Thriller ist die Thematik Mobbing, was Mobbing aus Opfern und Tätern macht, auch was das Cybermobbing heute für einen hohen und vor allem leichten Stellenwert in der Gesellschaft hat, denn online und gefühlt anonym lässt es sich leichter mobben, hetzen und drohen als wenn man einer Person persönlich gegenüberstehen muss. Auch welche Gruppendynamik hinter so einer Tat steht, wie viele „Mitläufer“ ihre Ansichten vertreten, es klein reden oder versuchen sich herauszuwinden wird hier erschreckend realistisch umgesetzt, erklärt und eingeflochten. Bis zum Ende war ich nie sicher wer jetzt hier welchen Part der Geschichte hat, die Auflösung war auf der einen Seite schockierend, aber auf der anderen Seite konnte ich die Gründe auch nachvollziehen denn irgendwann ist man einfach gegen viele „bösen“ Geister macht- und hilflos. Mit diesem neuen Buch „R.I.P.“ konnte mich die Autorin wieder vollkommen packen, schockieren, aufwühlen und begeistern und ich freue mich auf jeden Fall auf weitere Fälle mit Erla, Freya und Huldar. Ich empfehle die Autorin und ihre Thriller auf jeden Fall weiter! Klare Leseempfehlung!

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Die 16-jährige Stella wird in dem Kino, in dem sie jobbt, brutal überfallen, geschlagen und entführt. All das passiert vor den Augen der Öffentlichkeit, denn der Täter schickt per Snap Chat Beiträgen Stellas Kontakte. Vor laufender Kamera muss sich Stella entschuldigen. Wofür, wir wissen es noch nicht. Bei der Befragung von Stellas Freundinnen stellt sich heraus, dass Stelle – „leader of the pack“ – nicht nur das allseits nette beliebte Mädchen war, sondern ganz massiv Mobbing gegen eine Mitschülerin betrieben hat. Nach dem Verschwinden eines weiteren Jugendlichen werden die Zusammenhänge für die ermittelnden Polzisten klarer. R.I.P. ist nun schon der dritte Band um den isländischen Kommissar Huldar und die Kinderpsychologin Freyja Und wieder wartet die Autorin Yrsa Sigurdardottir mit einem brutalen und atmosphärischen Island-Thriller auf. Mit Mobbing in all seinen Facetten widmet sie sich einem aktuellen Thema und bleibt ihrer Linie treu, Vergeltung üben zu lassen. Auch die privaten und beruflichen Querelen zwischen Huldar und Freyja oder seiner Vorgesetzten Erla nehmen wie gewohnt viel Raum ein, auch wenn sie mit den eigentlichen Ermittlungen wenig zu tun haben. Alles in allem ist R.I.P. professionelle Thrillerunterhaltung. Aufgrund einiger Einschübe weiß der Leser mehr als die Ermittler und es dauert eine Weile, bis alle Stränge zusammengeführt wurden. Die Auflösung fand ich nachvollziehbar. Der offengehaltene Schluss sorgte bis zum Schluss für Spannung. Die Audioversion wird wieder ganz Wunder-bar gelesen. Mit dieser Vorlesestimme konnte ich auch gut über einige der Längen kommen.(Aber ich glaube Dietmar Wunder könnte mir auch ein Telefonbuch vorlesen.)

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Alles nur ein Spaß?

Von: Elisabeth Bulitta aus Donaueschingen

05.08.2019

Bei Yrsa Sigurdardóttirs Thriller „R.I.P.“ handelt es sich um den dritten Fall für Kommissar Huldar und Psychologin Freyja; er ist im Juni 2019 bei btb erschienen und umfasst 448 Seiten. Die 16-jährige Stella wird im Kino brutal ermordet. Und: Sie musste vor ihrem Tod ihren Peiniger um Verzeihung bitten. Doch wofür? Als Huldar und Freyja sich auf die Jagd nach dem Täter machen, wird bald ein zweiter Jugendlicher vermisst. Langsam stellen sich Zusammenhänge heraus, die die beiden Ermittelnden vermuten lassen, dass es nicht bei diesen Vorfällen bleiben wird. Ein Wettlauf mit der Zeit beginnt. Der Thriller ist an sich, typisch nordisch, spannend und brutal zu lesen, hat allerdings doch einige Schwächen. So wirkt die Auflösung des Falles für meinen Geschmack zu konstruiert: Zwar ist das Motiv an sich schlüssig, doch fragt man sich am Ende, wie weit Selbstjustiz eigentlich gehen kann. Die offenen Aspekte des Endes schließen eine Fortsetzung der Reihe nicht aus. Des Weiteren ist zwar von Anfang an ein Spannungsbogen vorhanden, doch gibt es zu Beginn und in der Mitte einige Längen, die vor allem aus den privaten Animositäten und Gesprächen innerhalb des Ermittlungsteams resultieren. Das Thema, das diesem Roman zugrunde liegt, ist brisant und hochaktuell: Cybermobbing und –bullying sowie, damit verbunden, soziale Netzwerke. Wie weit diese reichen, wozu (nicht nur) Jugendliche imstande sind, wird in diesem Werk klar dargelegt, ebenso dass Mobbing an sich kein neues Phänomen darstellt. Nur die Methoden und Möglichkeiten ändern sich eben. Doch nicht nur im Fall selber begegnet den Leser/innen dieses Problem, auch die Ermittlungen selbst werden davon überschattet, sei es, dass Huldar Probleme mit seiner Chefin hat, sei es, dass Freyja mit ihrer eigenen Geschichte konfrontiert wird. Ob dies gute Voraussetzungen sind, einen Fall zu lösen, würde ich in der Realität hinterfragen, im Buch klappt es jedoch. Obwohl ich mit diesem dritten Teil neu in die Reihe eingestiegen bin, hatte ich keinerlei Schwierigkeiten, dem Geschehen zu folgen, da die wichtigsten Informationen über die Protagonisten in den neusten Band eingeflochten wurden. Lediglich über das Verhältnis zwischen Huldar und Erla hätte ich am Anfang gern etwas mehr erfahren, vor allem da ihre Vorgeschichte doch sehr die aktuellen Ermittlungsarbeiten beeinflussen. Sprachlich lässt sich dieser Thriller flott und fließend lesen. Mehrmals wird die Handlung durch Einträge in einen Blog unterbrochen, was beim Lesen hilft, sich in die Rolle der Gemobbten hineinzuversetzen und für Abwechslung beim Lesen sorgt. Insgesamt handelt es sich bei „R.I.P.“ um einen spannenden Thriller, der in einem Rutsch gelesen werden will, der mich aber aufgrund der oben erwähnten Schwächen nicht völlig überzeugen konnte. Ein Buch, das sich gut lesen lässt - mehr aber eben auch nicht.

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Spannender Thriller

Von: libro-chica

28.07.2019

Kommissar Huldar und die Psychologin Freyja ermitteln wieder zusammen. Zwei Jugendliche sind ziemlich brutal ermordet worden. Vorher lässt der Täter sie noch um Verzeihung bitten. Videos der Taten werden über Handy an deren Freunde weitergeleitet. Gibt es zwischen den Opfern ein Zusammenhang? Diese Story ist so spannend, sie fesselt den Leser von Anfang bis Ende. Es geht hier um Mobbing und Social Media. Die Videos werden per Snapchat verbreitet. Ein ganz aktuelles Thema, mit dem sich die Schüler auseinandersetzen. Während der Ermittlungen ist man auch als Leser dem Täter auf der Spur. Was sind seine Beweggründe? Was verbindet die Opfer? Das Ermittlerteam hat mir auch ganz gut gefallen. Die Auflösung fand ich verblüffend. Ein wirklich gelungener und spannender Thriller mit einem brisanten Thema.

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