Leserstimmen zu
Pompeji

Alberto Angela

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Im Jahr 79 n. Chr. spie der am Golf von Neapel gelegene Vesuv plötzlich riesigen Mengen an Feuer und Rauch. Viele tausende Menschen, die bis zu diesem Zeitpunkt in unmittelbarer Nähe des Vulkans lebten, fanden in den darauffolgenden Stunden einen schrecklichen Tod. Die Ortschaften Pompeji, Herculaneum, Oplontis, Stabiae, Boscoreale sowie Tarzigno wurden völlig zerstört und unter einer meterhohen Decke aus Asche und Bimsstein begraben. In "Pompeji - Die größte Tragödie der Antike" verwebt der italienische Archäologe Alberto Angela den aktuellen Forschungsstand mit kleinen fiktiven Episoden, die sich unmittelbar vor, während und nach dem Vulkanausbruch in ähnlicher Form zugetragen haben könnten. So darf der Leser beispielsweise einigen namentlich genannten und einst tatsächlich existierenden Stadt-Oberen Pompejis über die Schulter blicken, wie sie in völliger Unkenntnis der kurz bevorstehenden Katastrophe noch pflichtbewusst Reparaturen des lokalen Wasserleitungssystems anordnen und beaufsichtigen. Dieses war nämlich, wie wissenschaftliche Untersuchungen ergaben, vermutlich aufgrund von etlichen kleinen Erdbeben, die der Vesuv Tage oder Wochen vor seinem Ausbruch verursacht hatte, stark beschädigt worden. Litten die Pompejaner also aufgrund der beschädigten Leitungen in der Stunde Ihres Todes an Durst? Vermutlich nicht, denn die Stadt besaß, wie erläutert wird, auch unzähliger Zisternen, die heute direkt unter den Füßen ahnungsloser Touristen liegen. In diesen z.T. meterhohen Bogengewölben wurde schon Regenwasser gespeichert, lange bevor die Römer Pompeji an ein rund 100 km langes Aquädukt anschlossen. Wer hätte weiters gedacht, dass der durchschnittliche Pompejaner aufgrund des hohen Fluor-Gehalts in seinem Trinkwasser gesündere Zähne als die meisten anderen Einwohner des antiken Italiens hatte? Nicht zufällig wird ja Fluor häufig unseren heutigen Zahnpasten beigemengt (wiewohl das nicht mehr ganz unumstritten ist). Die Pompeji-Forschung förderte aber noch mehr Kuriositäten zutage; beispielsweise Backwaren in Penisform und Damenslips aus Leder ^^ Ebenfalls höchst kurios ist, dass in einem vornehmen pompejanischen Haus ein Tisch entdeckt wurde, der ursprünglich Publius Servilius Casca gehört haben dürfte. Dieser Mann war es, der den ersten Stich ausführte, als 123 Jahre vor dem Vesuvausbruch Caesar in Rom von einer Gruppe seiner Feinde überwältigt und getötet wurde. Nachdem der geflohene Casca einige Zeit später vom römischen Senat geächtet worden war, versteigerte man seinen Besitz. Ein Teil davon gelangte offensichtlich im Laufe der Zeit in das Haus reicher Pompejaner. Und schließlich dürften die Archäologen sogar einem vor beinahe 2000 Jahren begangenen Verbrechen auf die Spur gekommen sein. Im Hinterzimmer eines Ladens in Herculaneum fanden sich nämlich, versteckt in einem großen Gefäß, die Teile einer zerstückelten menschlichen Leiche, deren Kopf vom Mörder bereits beseitigt worden war ... Alberto Angela räumt in seinem Buch auch mit mancherlei Mythen und Irrtümern auf: Etwa der Vorstellung, dass der Vesuv zum Zeitpunkt seiner Eruption bereits ähnlich aussah, wie er sich uns heute präsentiert. In Wirklichkeit existierte damals der steil aufragende Vulkankegel noch nicht, sondern war flach, stark bewaldet und unterschied sich kaum von den sanften Höhenzügen seiner Umgebung. Kein Wunder, dass die Menschen nichts von der Gefahr ahnten, die hier in der Tiefe lauerte. Als unrichtig wird auch jene von Fremdenführern gelegentlich immer noch aufgestellte Behauptung entlarvt, wonach die im Straßenpflaster Pompejis eingegrabenen parallelen Rinnen (Straßenbahnschienen ähnlich) quasi zufällig im Laufe der Zeit von Fuhrwerken verursacht wurden. Richtig ist stattdessen, dass es sich hierbei um eine Art Leitliniensystem handelt, mit dem Pferdewägen auch in der Nacht sicher durch die Straßen gelenkt werden konnten, ohne beispielsweise Trittsteine oder die oft in die Straßen hineinragenden Brunnen zu touchieren. Für die meisten Gefährte herrschte in römischen Städten ja Tagfahrverbot, sodass viele Lieferanten ihre Geschäfte im Dunklen erledigen mussten. Auch dem in heutigen Sachbüchern häufig anzutreffenden "Thermopolium" geht es ein wenig an den Kragen: Dieser für römische 'Gasthäuser' so gerne verwendete Begriff existierte in der Antike noch gar nicht, sondern ist, trotz altgriechischer Bestandteile, eine moderne Kreation. Im Übrigen dienten die berühmten Löcher in den Theken der pompejanischen Thermopolia keineswegs als Abstellmöglichkeit für (Wein-)Amphoren, wie gerne angenommen wird. Vielmehr handelte es sich dabei vor allem um eine kommode Möglichkeit getrocknete Lebensmittel zu lagern. Die Liste der hochinteressanten Detailinformationen, die in diesem knapp 500-seitigen Buch genannt werden, könnte man noch lange fortsetzen. Gibt es also gar nichts zu kritisieren? Sind alle Schilderungen perfekt? Nein, ein paar Kleinigkeiten sind mir schon aufgefallen: Etwa wenn es heißt, Honig sei im antiken Rom das einzige Süßungsmittel gewesen. Das stimmt nicht so ganz, denn beispielsweise ist bekannt, dass Wein gerne mit (höchst ungesundem) Bleizucker (Bleiacetat) 'gepanscht' wurde. Unzutreffend ist auch, dass Salz die einzige Möglichkeit zum Haltbarmachen von Lebensmitteln gewesen wäre. Räuchern und Lufttrocknen waren nämlich ebenfalls gängige Verfahren - siehe hierzu Catos "De agri cultura". Doch wie gesagt, bei diesen Punkten handelt es sich um Kleinigkeiten, aus denen man dem Autor sicher keinen Strick drehen kann. Außerdem besteht ja die Möglichkeit, dass beim Übersetzen aus dem Italienischen ins Deutsche manch Formulierung verkürzt wiedergegeben wurde. Wer weiß. Zwar erwähnenswert, aber für mich ebenfalls nicht weiter tragisch ist der Umstand, dass auf Fußnoten bzw. detaillierte Quellenangaben verzichtet wurde. Zwar wären diese Dinge ein zusätzlicher Bonus gewesen, aber man kann eben nicht alles haben. Und immerhin enthält das Buch ja ein Register, in dem der Leser sogar Begriffe wie "Lupanar" nachschlagen kann 😊 FAZIT: Äußerst geschickt verbindet Alberto Angela Wissenschaft mit einer ausgewogenen Dosis Fiktion. "Pompeji - Die größte Tragödie der Antike" lässt eine längst untergegangene Welt wiederauferstehen und ist ohne Zweifel ein echtes Sachbuch-Highlight, das sogar Mary Beards gelungenes Pompeji-Buch aus dem Jahr 2011 übertrifft.

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Von der Geschichte von Pompeji hat sicherlich schon jeder von uns gehört. Eine Stadt aus der Antike, die nach dem Ausbruch des Vesuvs am 23. Oktober 79 n.Chr. unter Vulkan- und Lavamassen begraben wurde. Tausende von Menschen fanden dabei den Tod. Die untergegangene Stadt wurde fast 2000 Jahre später erst wieder entdeckt und die Ausgrabungen laufen noch bis heute. Gipsabdrücke von Menschen im Moment ihres Todes, Straßen und Gassen, die Stadt wird Stück für Stück freigelegt und erzählt uns eindrucksvoll ihre Geschichte. Doch was passierte damals am tragischen Tag genau ? Wie lebten die Menschen damals ? Was mögen sie kurz vor und in ihren letzten Stunden des Lebens gefühlt und erlebt haben ? Alberto Angelo verbindet in diesem Buch geschickt wissenschaftliche Fakten verbunden mit einem romanartigen Charakter. Dadurch ist das ganze kein dröges langatmiges Sachbuch, sondern lässt sich sehr spannend und mitreißend lesen. Alberto Angelo nimmt und mit auf eine Reise durch Pompeji und die Nachbarorte. Anhand von diversen (tatsächlich nachweislich existenten Persönlichkeiten) aus den den Städten beschreibt er das Leben in Pompeji an Tag vor dem Ausbruch bis hin zum Ausbruch und danach. Er nimmt uns regelrecht an die Hand, schreibt in Form von einem "wir", zieht mit uns durch die Straßen und Häuser. Dadurch erleben wir einen ganz alltäglichen Alltag der in der Tragödie endete. Daneben haben wir die wissenschaftlichen Und historischen Fakten. Historische Funde wie Goldmünzen oder andere Gegenstände werden in die Geschichte mit eingewebt, wir erfahren was wem gehörte. Die verschiedenen Häuser werden dargestellt, die Bauweise, die Malereien, die Sitten und Bräuche. Sklaven, hohe Persönlichkeiten, Bäcker und andere Bewohner. Die "Graffitis", die noch heute erkennbar sind. Und was vorallem beeindruckend war, der Ausbruch selber. Die verschiedenen Phasen werden eindrucksvoll beschrieben und erklärt. Man hat das Gefühl mittendrin zu sein und sich doch außen vor das ganze von der sachlichen Perspektive zu betrachten. Sehr gelungen, ich konnte das Buch kaum aus der Hand legen. Genau so beeindruckend wie das Cover ist auch der Bildteil im inneren, bei dem wir nicht nur Fotos aus Pompeji sehen, Menschen und Straßen, sondern auch rekonstruierte Grafiken von z.B. dem inneren der Gebäude. Das Buch hat sicherlich einen stolzen Preis, der aber alle mal sein Geld wert ist. Für Historiker aber auch alle Geschichte-interessierten Menschen sehr interessant mehr zu erfahren und tiefer einzutauchen. Das ganze auf eine spannende und zugleich Wissensvermittelte Art und Weise. Ich werde mich definitiv noch nach weiteren Büchern des Autors umsehen.

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Aus persönlicher Sicht, fast wie in einem Roman, mit einer Reihe von Figuren, die Angela in ihrem Ergehen entfaltet, schildert der Autor chronologisch die letzten 48 Stunden von Pompeji, zerstört 79 n.C. durch einen Vulkanausbruch, zugleich mit Herculanaeum, Polontis, Boscoreale, Tertigno und Stabiae. Wobei Angela eben gerade nicht nur von Tod und Untergang berichtet (das folgt erst sehr viele Seiten später im Buch), sondern in seinem umfassenden, populärwissenschaftlich gehaltenen Werk die Antike sehr plastisch auferstehen lässt. Indem er sich auch auf Personen konzentriert, die jene Naturgewalt an Zerstörung überlebt haben, gibt er seiner Schilderung zudem eine Linie durch die Katastrophe hindurch und zeigt bildkräftig auf, was dieses Ereignis mit den Menschen damals machte, macht den Verlust spürbar, den Schock. Und das auf der Blaupause dessen, was eben alles verlorenging an Kultur, Kunst, an handfester Industrie (Salz z.B, an privatem Leben (wenn Saturninus im Schwimmbecken schwimmen lernt). Dass das Personenregister drei volle Seiten zu Anfang des Buches beansprucht, ist bereits vor der eigentlichen Lektüre ein Ausdruck dieser Methode Angelas, sich den Ereignissen möglichst konkret und persönlich zu nähern (wobei hier, kritisch zu erwähnen, der Eindruck im Gesamten nicht immer von der Hand zu weisen ist, dass Angela auch ein gerütteltes Maß an eigener Fantasie mit hat einfließen lassen. Er selbst betont dabei zu Recht die nicht unbedingt endlos breite Quellenlage). „Was sie hier lesen sind faktenorientierte Rekonstruktionen dessen, was diese Menschen sehr wahrscheinlich getan, gesehen und am eigenen Leib erlebt haben“. Eine Freiheit in der Darstellung, die Angela an manchen Stellen zumindest überaus weidlich nutzt und so Anschaulichkeit auch ein stückweit auf Kosten von weniger historisch gesicherten Fakten und Personen aufbaut. Wobei, neben den privaten Schwimmbecken, im Übrigen Orte existierten, die, wie in der modernen Welt, als Einnahmequelle dienten. Nach Schließung der öffentlichen Thermen in Pompeji ist so die Therme der Julia täglich gut gefüllt und füllt wiederum den Wohlstand der zupackenden Frau. Ein Ort, der in seiner Lage und dem direkten Umfeld wie ein modernes „Innenstadtcenter“ anmutet. Bei dem die Betreiberin Julia zwei „Insulae“ zusammengeführt hat, indem sie die trennende Straße überbaute, eine „Stadt in der Stadt“ mit verschiedenen Dienstleistungen, „zum Beispiel ein Restaurant, eine Kneipe, ja sogar eine Therme, deren Zugangsrampe direkt auf den Gehsteig führte“. Weit entfernt vom Stil eines eher trockenen Sachbuches gelingt es Angela weitgehend in Umgangssprache und munterem Erzählrhythmus, dem Leser Pompeji sehr konkret, griffig und anschaulich vor Augen zu führen. Ergänzt durch die vielfachen, anregenden Illustrationen lässt Angela damit die antike Stadt noch einmal in voller Blüte „auferstehen“. Wie er, neben den konkreten Personen und deren alltäglichem Leben auf die Wirtschaft der Stadt eingeht. Die nicht zuletzt stark auf dem Handel mit Salz beruht. „Auch in der Antike wird es hochgeschätzt und quasi mit Gold aufgewogen“. Salz, das auf der „Salaria“, der Straße nach Norden, dann zum Verkauf transportiert wurde. So bietet Angela einerseits eine personalisierte Sicht auf das Leben in Pompeji, den Ablauf der Katastrophe und das „Leben danach“, das vor allem durch die Aufzeichnungen von Plinius dem Jüngeren auch in diesem Buch konkret mit Leben gefüllt wird. Der Ausbruch des Vulkans selbst und die schnell hereinbrechende „Todesqual“ von Stadt und Bewohnern erzählt Angela dabei minutiös und besonders eindringlich da, wo die Aschewolke Menschen in allen möglichen „Schutzhaltungen“ quasi „versiegelt“. Angela endet mit Indizien und einer überzeugend, aber dennoch nicht letztendlich zu klärenden Erläuterung für die „Herbstthese“ als Datierung des Unglücks und lässt den Leser insgesamt hervorragend unterhalten, „nah am Geschehen dran“ und breit informiert zurück, auch wenn so einiges an Konkretion des Lebens um diese Tage der Katastrophe herum auch der bildkräftigen Fantasie des Autors entsprungen sein dürfte.

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Ende November ist das neue Werk „Pompeji“ des bekannten Wissenschaftsjournalisten Alberto Angela veröffentlicht worden. Er widmet sich darin dem Untergang der römischen Stadt Pompeji, die 79 n. Chr. beim Ausbruch des Vesuvs komplett verschüttet wurde. Auf der Basis der neuesten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeichnet Angela hochspannend Stunde um Stunde die Zerstörung der Stadt nach und bietet zudem einen faszinierenden Einblick in das Alltagsleben römischer Städte vor 2000 Jahren, über das die Ausgrabungen in Pompeji eindrucksvoll Auskunft geben. Ich hatte bereits vor ein paar Monaten das Werk zu Pompeji von der englischen Althistorikerin Mary Beard gelesen, um mich auf einen im Januar anstehenden Besuch der Ausgrabungsstätte vorzubereiten. Dass Angela so kurz vor meiner Reise dorthin ebenso noch ein Buch zum Schicksal dieser Stadt herausbringt, musste ich natürlich nutzen, um meine Kenntnisse aufzufrischen und gegebenenfalls zu vertiefen. Es setzt etwas mehr als zwei Tage vor dem Vesuvausbruch ein und verläuft chronologisch, so dass man sich stetig dem Ausbruch mehr annähert. Dabei begleitet man Menschen, die damals tatsächlich in Pompeji gelebt haben und die auch zu Beginn des Buches kurz vorgestellt wurden, durch die ganze Stadt und erlebt so hautnah, wie das Alltagsleben vor 2000 Jahren in Pompeji kurz vor seiner Zerstörung ausgesehen haben mag. Man erfährt so viel über die Vorboten der Katastrophe wie Erdstöße, die sich etwa durch Risse in Gebäuden oder seltsames Verhalten vieler Tiere zeigen, und lernt die Stadt und ihre Stadtteile detailliert kennen. Wir begehen zahlreiche Geschäfte, Privathäuser, Arztpraxen, Bordells, die ausgegraben wurden und besichtigt werden können, lernen viel über die Wasserversorgung in der Antike und erleben schließlich hautnah den Ausbruch des Vulkans mit all seinen Auswirkungen auf das Leben der Menschen bis hin zur vollständigen Verschüttung der Stadt. Dabei werden die Beschreibungen, was sich in den letzten Stunden der Stadt zugetragen haben mag, immer wieder unterbrochen, um zahlreiche Aspekte des römischen Alltagslebens zu erläutern, wie eben z.B. die Wasserversorgung, oder auch um die historischen Hintergründe der Zeit zu verdeutlichen und auf Pompejis Entwicklung einzugehen. Dabei ist der Text durchweg sehr allgemein verständlich verfasst und auch ohne viel Vorwissen zur Antike zu verstehen, so dass das Buch sich auch für Laien eignet, die erst in die Thema einsteigen und einen ersten guten Überblick gewinnen möchten. Es fesselt von der ersten Seite an durch seine sehr alltagsnahen und überaus informativen Erläuterungen, die sehr spannend geschrieben sind. Man erlebt wirklich hautnah das Leben, auch der einfachen Bevölkerung, in der frühen Kaiserzeit und sieht die Stadt durch die detaillierten Beschreibungen vor seinem geistigen Auge auferstehen. Wenn man es mit dem Werk von Mary Beard vergleicht, kann es natürlich nicht an ihren hohen wissenschaftlichen Standard herankommen. Angela nutzt keine Fußnoten und belegt außer bei ein paar einzelnen Aspekten nichts in einem Anmerkungsverzeichnis am Ende des Buches, die Informationen im Buch sind oberflächlicher und allgemeiner gehalten, auf Quellen und Erkenntnisse aus Ausgrabungen wird nicht so genau eingegangen. Dennoch hat der Autor sehr, sehr viel Arbeit in sein Werk gesteckt. Er verwendet sehr viele Informationen von Archäologen und Historikern, nutzt antike Quellen, besuchte Archive und die Stätte sehr häufig und stand im Kontakt zu Wissenschaftlern, so dass man ihm keine mangelnde Recherche vorwerfen kann. Man sollte nur bei der Lektüre mit im Hinterkopf haben, dass man kein rein wissenschaftliches Buch liest und viele Darstellungen zum Leben kurz vor dem Ausbruch nur Vermutungen sind, was Angela aber auch immer wieder betont. Im Anhang widmet sich der Autor noch kurz der Datierung der Katastrophe, ob diese im Sommer oder doch eher im Herbst geschah, und gibt zahlreiche Quellen- und Literaturtipps, die den Leser zu einer weiteren Beschäftigung mit Pompeji einladen. Außerdem ist das Buch auf den Innenseiten des Buchdeckels mit zwei Karten zur Übersicht über die Ausgrabungen in Pompeji und die örtliche Umgebung um die Stadt am Golf von Neapel ausgestattet sowie mit zwei farbigen Abbildungsblöcken in der Buchmitte, die Rekonstruktionen von Gebäuden und Plätzen in Pompeji und Umgebung und Bilder von den Ausgrabungen zeigen. Fazit Wenn ich nur nach dem Lesevergnügen gehen würde, müsste ich dieses Werk von Alberto Angela mit der Höchstpunktzahl bewerten, doch sein Umgang mit Belegen und ähnlichem lässt etwas zu wünschen übrig, wie meist bei eher populärwissenschaftlichen Büchern, so dass ich bei 4 Punkten bleibe. Ich kann es aber wirklich nur jedem wärmstens empfehlen, da es überaus interessante Einblicke in das römische Alltagsleben und die Vesuvkatastrophe spannend wie einen Krimi präsentiert und keine Fragen zum Ausbruch mehr offen lässt. Ganz klare Leseempfehlung!

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