Leserstimmen zu
Fremdes Leben

Petra Hammesfahr

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Als sie nach knapp zwei Jahren aus dem Koma erwacht ist alles wie ausradiert. Sie weiß nicht wer sie ist und wo sie herkommt. Nur langsam fallen ihr Bruchstücke und Szenen ein, die sie möglicherweise erlebt hat, aber nicht einordnen kann. Erst mit dem Besuch von Maik, der behauptet ihr Sohn zu sein, kommt etwas ins Rollen und als auch noch ihr Ehemann auftaucht, wird es immer verwirrender und spannender. Zu mysteriös sind die Erinnerungen aus etlichen Flashbacks, die so gar nicht mit den Erzählungen von Ehemann und Sohn zusammenpassen. Sie muss Dinge über sich erfahren, die so gar nicht zu ihr zu passen scheinen und sie daher am Wahrheitsgehalt des Erzählten zweifeln lassen. Auf der anderen Seite sind die langsam wiederkehrenden Erinnerungen und Gefühle auch nicht gerade beruhigend und lassen weitere Zweifel an allem entstehen. Aber sie ist eine Kämpfernatur und lässt sich, trotz ihrer derzeitigen körperlichen Hilflosigkeit, nicht davon abbringen die Wahrheit herauszufinden, auch wenn diese möglicherweise schmerzlich für sie wird. Eine sehr komplexe Geschichte, bei der man lange nicht weiß, was Fiktion und was Wirklichkeit ist. Die psychologisch sehr detailliert ausgearbeiteten Charaktere wirken in ihrem Auftreten real und überzeugend, so dass die hier thematisierte Problematik von Vertrauen und Misstrauen, gut spürbar und nachvollziehbar ist. Fazit Nach einem etwas angatmigen Einstieg wird man von der Geschichte total in ihren Bann gezogen und es fällt einem schwer das Buch aus der Hand zu legen, bevor man die ganze Wahrheit kennt.

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Amnesie

Von: Diane Wippermann

02.04.2016

Der Thriller von Petra Hammesfahr hat es in sich. In „Fremdes Leben“ beschreibt die Autorin sehr authentisch, wie hilflos und machtlos man sich fühlt, wenn man im Krankenhaus aus dem Koma erwacht und sich an fast nichts erinnert. Cilly alias Claudia soll völlig fremden Menschen vertrauen, die ihr erzählen, sie seien der eigene Ehemann und der leibliche Sohn. Sie ist aber irritiert, weil sie sich zu erinnern glaubt, dass sie ihr nach dem Leben getrachtet haben. So stellt sie sich immer wieder die Frage: Wer bin ich? Bin ich Cilly oder wie alle sagen Claudia Beermann? Ist mein Ehemann Achim Castrup, wie ich glaube? Oder heißt er Carsten? Hat mein Hirn einen Schaden erlitten oder ist doch alles so, wie ich insgeheim denke??? Bin ich eine Kindsmörderin? Fragen über Fragen. Petra Hammesfahr hat einen begnadeten Schreibstil, der mir sehr gut gefällt. Sie zeichnet eine beklemmende Stimmung und die daraus resultierenden Gefühle. Man leidet förmlich mit und möchte nie in so eine Situation geraten. Eine Frau erleidet einen Unfall und erwacht nach Jahren aus dem Koma. Sie hat unbekannte Stimmen im Kopf, die die einzigen Wegweiser zu ihrem eigenen „Ich“ darstellen. Angeblich hat sie eine Amnesie und muss darauf vertrauen, was ihr die Ärzte oder ihre fremde Familie sagen. Alles sehr mysteriös, geheimnisvoll, beklemmend und spannungsgeladen. Aus dem Inhalt (Klappentext): "Mach sie tot, mach sie tot!" Mit diesen Worten im Kopf erwacht eine Frau auf einer Intensivstation. Doch wer hat das gesagt? War sie gemeint? Wer ist sie überhaupt? Fast zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, doch sie weiß nichts mehr. Den Mann, der sie mit Claudia anspricht und sich als ihr Ehemann Carsten Beermann vorstellt, kennt sie nicht. Auch der erwachsene Sohn, der von seiner leidvollen Kindheit erzählt, ist ihr fremd. Erst als sie sich an einen kleinen Jungen erinnert, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft, keimt in ihr ein entsetzlicher Verdacht … Fazit: **** Ich fand schon das Cover zum Thriller großartig. Die eisige Winterlandschaft, lässt einen nach der Lektüre des Buches fast schaudern, mir ging es jedenfalls so. Und ich habe gebannt gelesen und gelesen und den Thriller kaum aus der Hand legen können, bis ich die letzte Seite erreicht hatte.

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„Mach sie tot, mach sie tot!“ Mit diesen Worten im Kopf erwacht eine Frau auf der Intensivstation. Doch was hat das zu bedeuten? Fast zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, doch sie weiß nichts mehr. Sie erkennt weder ihren Ehemann noch den erwachsenen Sohn. Erst als sie sich an einen kleinen Jungen erinnert, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft, kommt ihr ein entsetzlicher Verdacht. Claudia wacht nach langer Zeit aus dem Koma auf und kann sich an nichts mehr erinnern. Wer ist sie? Was für ein Mensch? War sie wirklich mit diesem Mann verheiratet, der sie im Krankenhaus besucht? Warum erinnert sie sich immer wieder an ein kleines Kind in einem brennendem Zimmer? Hatte sie einen Geliebten? Soll sie etwa zur Mörderin geworden sein? Claudia weiß nicht was sie glauben soll. Sie ist verwirrt und je mehr Erinnerungen zurück kommen, desto verwirrter wird sie. War sie wirklich so ein schlechter Mensch. Zum Glück gibt es in ihrem Umfeld Menschen, die ihr helfen wollen. Oder pflanzen die ihr falsche Erinnerungen ein? Für Claudia ist nach dem Koma alles nur verwirrend. Es muss schrecklich sein nicht mehr zu wissen wer man ist. Und scheinbar trachtet ihr jemand nach dem Leben. Ein Satz hat sich in ihrem Gedächtnis eingebrannt. Eine Frau schreit: "mach sie tot, mach sie tot." Wer schreit das? Und ist sie damit gemeint? Oder hat sie das etwa geschrien? Ich fand diese Geschichte wahnsinnig spannend. Als Leser oder Zuhörer weiß man bis zum Ende nicht, woran man eigentlich ist. Was für ein Mensch war Claudia? Die Auflösung war genial und ich muss gestehen, dass ich regelrecht an meinen Kopfhörern klebte und das Hörbuch in einem Rutsch durchgehört habe. Und selbst Wochen danach geht mir die Story noch im Kopf herum. Mit "Fremdes Leben" ist es Petra Hammesfahr gelungen eine absolut faszinierende Geschichte zu entwerfen, die mich als Hörer total gefesselt hat. Darum verdient diese Story auch 5 von 5 Punkte. Ich bin begeistert und gebe sehr gerne eine Lese- und Hörempfehlung. Die Stimme von Regina Lemnitz hat das Ganze perfekt gemacht. Kaufen! © Beate Senft

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Der 10. September 2014 soll das Leben der Frau, die vor knapp zwei Jahren einen fast tödlichen Unfall schwer verletzt überlebte, für immer verändern, denn das ist der Tag, an dem bei ihrer Betreuung als Komapatientin in einer privaten Pflegeeinrichtung so einiges schief geht. Um ihr Leben zu retten, wird sie ins Krankenhaus gebracht und dort geschieht nach fast zwei Jahren das Wunder: sie erwacht. Doch die vergangenen zwei Jahre haben Spuren bei ihr hinterlassen. So weiß sie lediglich noch, dass sie Cilly heißt und Mitte 30 ist und mit Achim Castrup verheiratet – und dass ihr jemand nach dem Leben trachtete, denn sofort beim Erwachen hat sie die Worte "Mach sie tot! Mach sie tot!" im Ohr. Mit Hilfe ihrer Ärztin Doktor Lina Scheuer macht sie in der kurzen Zeit auf der Intensivstation enorme Fortschritte und doch scheint ihr Gehirn eventuell doch eine Schädigung aufzuweisen, denn entgegen ihrer eigenen Aussage ist sie nicht Cilly Castrup, sondern die 48-jährige Claudia Beermann. Sie kann es nicht glauben, hat sie doch wenige Erinnerungen an ihr Leben als Cilly, doch an ein Leben als Claudia Beermann kann sie sich gleich gar nicht erinnern. Ansonsten scheint ihr Gedächtnis jedoch intakt, denn sie kann sich an geschichtliche Gegebenheiten erinnern, auch an solche, die sie nicht selbst erlebt hat, doch ihre persönlichen Erinnerungen bleiben im Dunkeln. Tatsächlich muss sich Claudia allerdings damit auseinandersetzen, dass sie tatsächlich verheiratet ist, jedoch ihre Ehe wohl nur noch auf dem Papier bestand, denn in all der Zeit hat ihr Mann sie nicht besucht. Auch hat sie einen erwachsenen Sohn, von dem sie nichts weiß. Erst nach und nach kommen zumindest kleine Erinnerungsstücke zurück, doch ein klares Bild ergeben sie nicht. Sie erinnert sich daran, Zeugin eines Mordes an einer Frau gewesen zu sein, doch in welchem Zusammenhang diese Frau zu ihr steht, ist ihr nicht ganz klar – und hat sie tatsächlich diesen Tatort verlassen und das kleine Kind des Opfers in einer brennenden Wohnung zurückgelassen? Nur langsam kommen die Erinnerungen zurück, doch noch immer schwebt sie in großer Gefahr, denn was, wenn ihr Unfall, gar kein "Unfall" gewesen ist und derjenige es erneut versuchen wird? Wer hätte einen Grund, ihr nach dem Leben zu trachten und vor allem: warum? "Mach sie tot! Mach sie tot!" (S. 7) Der Plot wurde realistisch und abwechslungsreich erarbeitet. Ich muss gestehen, es dauert etwas, bis ich mich in die Geschichte eingefunden hatte, denn die Erinnerungen der Protagonistin offenbaren sich erst nach und nach, sodass es dem Leser ebenfalls erst analog der Protagonistin möglich ist, sich ein genaues Bild der Geschichte zu machen. Die Figuren wurden authentisch erarbeitet, wobei hier ziemlich schnell feststeht, dass Protagonistin Claudia, zumindest in der Vergangenheit, alles andere als eine Sympathieträgerin war und immer wieder stellt sich anhand ihrer Erinnerungen die Frage: ist sie Opfer oder Täterin? Den Schreibstil empfand ich als angenehm zu lesen, sodass ich abschließend sagen kann, dass mir das Buch rätselhaft-einnehmende Lesestunden bereitet hat.

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Der neue psychologische Thriller von der deutschen in Köln lebenden Autorin Petra Hammesfahr befasst sich mit einem beklemmenden und sehr eindringlichen Thema. In „Fremdes Leben“ erfährt und erlebt der Leser hautnah wie machtlos und hilflos man den Informationen zum eigenen Ich und zum eigenem Leben ausgeliefert ist, wenn man unter einer Amnesie leidet und keiner den beirrenden Flashbacks und Alpträumen Glauben schenken will. Wenn man plötzlich allein dasteht und zwei völlig fremden Menschen vertrauen soll, die einem erzählen, sie seien Vater und Sohn, denen man aber im selben Atemzug einen Mordversuch zutrauen würde. Ein erschütternd real wirkendes und konstruiertes Werk aus Rekapitulation, Gespräch, Erinnerungsfetzen und Lichtblitzen mit dem vagen Gefühl mehrerer Morde… Als Thrillerleserin sprachen mich dieser neue Titel einer mir gut bekannten und zugetanen Autorin, das wunderbare Cover und der verheißungsvolle Klapptext natürlich sofort an. Erschienen im Diana Verlag (http://www.randomhouse.de/Verlag/Diana-Verlag/31000.rhd) "Sie war seine Mutter, natürlich war sie das. Aber sie hatte nicht mehr getan, als ihn auf die Welt zu bringen, ihm die Kindheit zu versauen und einen Großteil der Jugend gleich mit. Und man führ nicht über tausend Kilometer hin und zurück, um für eine halbe Stunde neben einem seelenlosen Stück Fleisch zu sitzen, für das man bloß Groll empfand. Mit einem Stück Fleisch konnte man noch nicht einmal mehr abrechnen." (Seite 96) Zum Inhalt: ""Mach sie tot, mach sie tot!" Mit diesen Worten im Kopf erwacht eine Frau auf einer Intensivstation. Doch wer hat das gesagt? War sie gemeint? Wer ist sie überhaupt? Fast zwei Jahre soll sie im Koma gelegen haben, doch sie weiß nichts mehr. Den Mann, der sie mit Claudia anspricht und sich als ihr Ehemann Carsten Beermann vorstellt, kennt sie nicht. Auch der erwachsene Sohn, der von seiner leidvollen Kindheit erzählt, ist ihr fremd. Erst als sie sich an einen kleinen Jungen erinnert, der in einer brennenden Wohnung nach seiner Mutter ruft, keimt in ihr ein entsetzlicher Verdacht …" "Wenn sich die Dunkelheit über ihren achtundvierzig Lebensjahren jemals vollständig lichten sollte, würde ihr Blick zurück auf eine rabenschwarze Seele treffen." (Seite 157) Handlung: Eine Frau erwacht aus knapp zwei Jahren Koma in einem Krankenhaus nahe Köln. Sie ist völlig entstellt, geschwächt, abgemagert und durch einem Stimmengewirr und fürchterlichen Alptraum aus ihrem rettenden Koma erwacht. Das Krankenhauspersonal ist erleichtert, doch die kurze Freude darüber, dass die Patientin zurück ins Leben gefunden hat weilt nur kurz. Diese Patientin, Claudia Beermann, hat kein Leben in das sie zurückkehren kann… Ihre Angehörigen haben die damals junge Frau wohl abgeschrieben, kaum jemand hat sie je besucht und einst in ein privates Pflegeheim abgeschoben, in dem sie alles andere als gut versorgt wurde. Zu allem Übel bestreitet die Patientin noch Claudia Beermann zu sein und nennt sich Cilly Castrup, von der noch nie jemand etwas gehört hat. Als dann Claudias vermeidlicher Sohn Maik am Krankenbett auftaucht muss Cilly alias Claudia erfahren, dass sie auch einen Ehemann hatte, der nicht wie sie annahm Achim Castrup heißt, sondern Carsten. Nun ist es an der Aufgabe Claudias Leben zu rekapitulieren, den Unfall oder missglückten Suizid zusammenzusetzen, das Puzzle zu legen und damit umzugehen zu verstehen, dass die Frau und Mutter nun nach so vielen stillen Jahren doch zurück ins Leben kommt und das neu aufgebaute eigene Leben der wenigen Angehörigen stört und zu beschatten bedroht… Doch je mehr Erinnerungen Claudia sammelt, umso mehr setzt sich ein erbärmliches und tragisch Bild einer Person zusammen. Ist sie wirklich eine so schlechte Mutter gewesen? Hat sie ihre Familie im Stich gelassen? War sie wirklich eine so grausame Frau und Mutter? Und vor allem, war sie eine Mörderin, Kindsmörderin und gar ein Todesengel?... "Wozu denn auch noch ein anderer Vorname? Als hätte sie ein Doppelleben geführt. Aber genau das hatte sie doch getan! Ein Leben mit Carsten als frustrierte Ehefrau und schwierige Person. Und ein Leben als Todesengel: Jung, blond, tödlich." (Seite 371) Schreibstil: Ich erwarte bei Thrillern gerne richtige Spannungsspitzen und Nervenkitzel. Das findet man hier eher wenig bis gar nicht. Autorin Petra Hammesfahr setzt auf Tiefenpsychologie, beklemmende Stimmungen und Gefühle, sie schreibt sehr detailliert, beschreibt selbst den kleinsten Windhauch oder dezenten Geruch, sie dreht sich damit aber auch sehr im Kreis und kommt in der Handlung nur schwer voran. Was anfangs noch von Begeisterungsströmen gern gelesen wurde, wiederholt sich in den Gesprächen mehrmals, wird gefüttert und mit neuen Erkenntnissen oder Mutmaßungen genährt, entwickelt sich aber zu einer Spirale die kein Ende sieht. Ein dichter Nebel, der sich nur ganz mühsam lichtet. Die schier endlos erscheinen Gespräche zwischen Maik und Claudia, vor allem zwischen (noch) Ehemann Carsten und Claudia, sowie die Visiten der Ärzte und Psychologen bringen kaum Abwechslung und Schwung in den Plot. Sehr monoton und zäh. Ein langwieriger Monolog aus Erinnerungen, Flashbacks, Bauchgefühl und Vermutung. Schade, hier hätte ich mir gern mehr frischen Wind, Abwechslung und Dynamik gewünscht. Die Autorin Petra Hammesfahr hält hier sehr lange und ausgiebig an einer Sache fest, die sie ohnehin später nochmals aufgreifen wird und genauso akribisch erneut unter das mentale Röntgenlicht zieht. Nach knapp gerade mal 80 Seiten wollte ich das Buch schon vorzeitig beenden, bin dann über mehrere mitreißende und überzeugte Rezensionen gestolpert, die mich dem Buch noch eine Chance haben geben lassen. Diese Chance habe ich genutzt und war zunächst wieder mit mehr Eifer und Neugier dabei. Es sollte ja noch etwas Großartiges und Hochspannendes geschehen. Leider habe ich dieses Spannungsniveau nicht entdeckt oder herausgelesen. Meine Antriebskraft zum Weiterlesen war hier rein meine persönliche Neugier. Schade. Petra Hammesfahr kenne ich mit ihren Werken bisher ganz anders, vor allem „An einem Tag im November“ hat mich sehr überzeugt, hier findet der Leser nun leider eher ein in homöopathischen Dosen verabreichtes Spannungsniveau, wodurch kaum Spitzen entstehen und es eher die Neugierde der Leser ist, die einen durch die Seiten treibt. Neugierde anstatt Nervenkitzel. "Während Clausia aß und trank, stopfte Inge Löcher, zog den roten Faden durch das filigrane Gebilde, das ein sehr bewegendes und entsetzlich einsames Leben gewesen und in tausend Scherben zerschlagen worden war." (Seite 436) Charaktere: Dieses Buch besteht eigentlich aus einer Hauptprotagonistin, Claudia Beermann oder doch Cilly Castrup? Eine erfolgreiche und hübsche Frau wird durch einen Unfallaus aus dem Leben gerissen. Sie erwacht nach Jahren aus dem Koma und hat einzig und allein diesen grausamen Alptraum und diese unbekannten Stimmen im Ohr, die der einzige Wegweiser zu ihrem eigenen Ich darstellen. Denn sie leidet unter einer schweren Amnesie. Nun muss sie darauf vertrauen, was ihr die Ärzte berichten und was diese beiden fremden Personen, die sich als Mann und Sohn ausgeben, ihr zu berichten haben. Doch die Aussagen ihrer vermeidlichen Familie deckeln sich nicht mit ihren schlimmen und wiederkehrenden Flashbacks. Sie ist überzeugt nicht Claudia zu sein, sondern Cilly. Cilly, die keinen Unfall hatte, sondern bewusst durch jemandem in den Tod getrieben wurde… Trachtet da jemand nach Claudias Leben? Die Autorin greift das beklemmende und angsteinflößende Gefühl der Hilflosigkeit, der Machtlosigkeit und der Identitätslosigkeit unheimlich intensiv und nah auf. Somit ist der Leser stets ganz nah dabei, was für Welten sich auftun, welche Abgründe erkundet werden, welche Türen sich schließen, welche sich öffnen, und vor allem: Wer war Claudia Beermann wirklich? Diesen Kniff hat die Autorin Petra Hammesfahr ganz begeisternd und talentiert bewältigt. Ein erschreckendes Psychogramm einer gebrochenen Frau, mit einer unglaublichen und intensiven Charakterstudie. Aber auch die Nebenrollen tun ihr übriges im Buch. Wieviel Wahrheit steckt in Cartsens oder Maiks Aussagen? Trachtet wirklich jemand nach Claudias Leben? Und wenn ja, wie nah ist er seinem Ziel? Hat die ehemalige Pflegerin Frau Koch ihre Finger mit im Spiel, oder fürchte gar die neue Partnerin an Carstens Seite um ihre neue kleine Familie mit Töchterchen Mia? Will sich vielleicht der eigene Sohn Maik an seiner Mutter rächen? Wie tief sind diese Alpträume in der Kindheit verwurzelt? … Hier ist wirklich beinahe alles möglich. Petra Hammesfahr lädt uns dazu ein zu spekulieren und dieses Puzzle des Lebens der Claudia Beermann neu zu legen. Ein großer und lobenswerter Pluspunkt in dem sonst eher für mich enttäuschenden Thriller. Meinung: Das ganz besondere an diesem Thriller ist, dass er gar kein Thriller ist. Für mich ein gelungenes Psychodrama. Jedoch war es nicht das, wonach ich gesucht habe. Die Autorin kenne ich sonst von einer anderen Seite. Ihre Tiefenpsychologie bin ich gewohnt und mag das auch sehr. Doch hier gerät sie in einer Spirale, die nur mühsam und wenig Neues bringt und sich in endlosen Wiederholungen und Gesprächen verliert. Sehr schade diesmal. Noch vor den ersten 100 Seiten verlor ich den Antrieb und die Lust am Weiterlesen. Andere Rezensionen sprühen nur so vor Begeisterung, dass ich mich doch animiert fühlte diesen Wendepunkt noch auszukosten. Leider kam dieser für mich nicht. Zwar eine spannende und beklemmende Recherche und Suche nach Antworten, aber wenig Abwechslung und sehr viel Monolog. Rückblicke in die Vergangenheit und tiefe Recherche, teils sehr langwierig, un mühsam. Mir gefällt jedoch, dass der Genesungsprozess und der vergangene Alltag von Claudia und ihrer Ehe so detailliert und getreu wiedergegeben wird, jedoch macht das noch keine Begeisterung aus. Die viel zu langen und viel zu intensiven und immer wiederkehrenden Gespräche und Erörterungen nerven und langweilen schnell. Hier habe ich mich leider wirklich geärgert. Das Abwägen von Möglichkeiten, die Suche nach den Wurzeln und dem eigenen Ich, die Frage dananch ob man ein Monster war und was an dem Abend des Unfalls wirklich geschah… Ein ellenlanger Kreislauf, der dann jedoch in einem klärenden und unvorhersehbaren Aufschluss durch eine Nachbarin ihren Ausklang findet. Meine persönliche Messlatte an einem Thriller ist recht hoch. Dieses Buch weist auf dem Cover zwar Roman aus, auf der Verlagsseite findet man ihn unter Psychothriller. Ich denke, er passt in beiden Genres nicht wirklich rein. Cover: Dieses Cover ist ein Blickfang, grandios, weckt Neugierde und lädt zu Assoziationen ein. Wenn man den Thriller gelesen hat, weiß man diese verheerende Winterlandschaft, die so idyllisch erscheint, ganz anders zu deuten. Ein hochwertiges Hardcover, das trotz fast 500 Seiten sehr leicht und angenehm in der Hand zu liegen weiß. Die Autorin: "Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller "Der stille Herr Genardy" bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie "Die Lüge" mit Natalia Wörner in der Hauptrolle. Zuletzt erschienen: "Die Frau, die Männer mochte", "An einem Tag im November" und "Fremdes Leben"." Fazit: Für mich war dieser tiefenpsychologische Thriller leider mit 2 Sternen ein Flopp. Da bin ich ganz andere Umsetzungen von der Autorin gewohnt. Der Euphorie und Begeisterung der bisherigen Rezensionen kann ich leider nicht mit einstimmen. Schade.

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Das Hörbuch hat mich sehr neugierig gemacht, ich habe mich auf einen spannenden Thriller gefreut. Und die Geschichte war auch wirklich extrem spannend – nur leider habe ich mich irgendwann ein wenig wie die Hauptperson der Geschichte gefühlt und mich ständig gefragt, was jetzt eigentlich stimmt und was alle ihre Erinnerungen bedeuten. Das war sehr verwirrend und in der Mitte hatte ich zeitweise komplett den Überblick über die ganzen Personen verloren und darüber wer jetzt wer ist und was wir schon wissen und was nur Vermutungen sind. Vielleicht wäre es da leichter, wenn man das Buch liest, statt es zu hören. Wobei mir das Hörbuch auch sehr gut gefallen hat – man kann nebenbei seine Aufmerksamkeit trainieren. Und am Ende ist man total überrascht, wie sich alles fügt. Das fand ich wirklich großartig. Daher kann ich dieses Hörbuch auch weiterempfehlen.

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Inhaltsangabe: Claudia Beermann erwacht nach zwei Jahren aus dem Koma. An ihr vorheriges Leben besitzt sie keinerlei Erinnerungen mehr. Ihre Besucher auf der Intensivstation, Ehemann Carsten und Sohn Maik, erkennt sie nicht. Ihr Körper ist schwerstens von einem mysteriösen Unfall gezeichnet. Gedankenfetzen blitzen in ihrem Kopf auf. Sie stößt immer wieder auf den Namen Cilly Castrup, verheiratet mit Achim, und sie ist sich sicher Cilly zu sein. Sie sieht Bilder: Ein Wagen der einen verschneiten Abhang hinabstürzt, ein kleiner Junge in einem brennenden Zimmer, ein erhängter Mann, eine erstochene Frau. Sie hört Worte: „Mach sie tot, mach sie tot!“ Das Cover: Das vornehmend blaue Cover lässt einen verwahrlosten Garten erahnen, der in diesem Buch eine Rolle spielt. Nur ein paar knallrote Beeren an Sträuchern bieten kleine Farbtupfen. Der Rest des Bildes deutet auf eine eiskalte und düstere Atmosphäre, der ich in der Handlung kontinuierlich begegne. Die Autorin: Petra Hammesfahr wurde mit ihrem Bestseller "Der stille Herr Genardy" bekannt. Seitdem erobern ihre Spannungsromane die Bestsellerlisten, werden mit Preisen ausgezeichnet und erfolgreich verfilmt, wie "Die Lüge" mit Natalia Wörner in der Hauptrolle. Zuletzt erschienen: "Die Frau, die Männer mochte", "An einem Tag im November" und "Fremdes Leben". Reflektionen: Petra Hammesfahrs Schreibstil hat mich umgehend hinab in eine spannende Story eintauchen lassen, denn die harmonische Sprache und ihre niemals umgangssprachliche Ausdrucksweise ließ mein Leserherz höher schlagen. Die Geschichte dieses Romans, die von seinen Elementen her auch im Genre Psychothriller hätte angesiedelt werden können, ist ein Kunstwerk aus Irrungen und Täuschungen. Bis zur Mitte des Buchs etwa, bin ich gedanklich bei meinen eigenen Überlegungen auf dem völlig falschen Weg. Ich wurde so gut getäuscht, verwirrt und so lange in Unwissenheit hin und her geschaukelt, dass mich das Ergebnis vollkommen unvorhersehbar traf und überraschte. Die Autorin erzählt die Geschichte von Claudia Beermann, die nach zwei Jahren ohne jede Erinnerung an ihr vorheriges Leben erwacht, nachdem ihr scheinbar jemand die Trachealkanüle, die zur Beatmung erforderlich ist, brutal aus der Kehle gezogen hat. War es ein Mordversuch? Ihre fehlende Erinnerung und ihr durch einen schweren Unfall entsetzlich gezeichneter Körper lassen sie in einem Meer aus Leid und Schmerz fast ertrinken. Als Leserin leide ich mit ihr und ich spüre die Verzweiflung, die Einsamkeit und ihre Hilflosigkeit. Doch da ist auch eine unheimliche Stärke, die ich sehr bewundere. Besonders erschwerend in dieser Situation sind die immer wiederkehrenden Gedankenfetzen, die die Erinnerungen an ihr vorheriges Leben aufblitzen lassen. Es ist grausam. Viele denken nun sicher, ach, solche Geschichten hat man schon zu Hauf auf dem Buchmarkt finden können, doch ich kann dem nur widersprechen. Der Charakter der sympathischen Claudia ist sehr präzise gezeichnet. Vor allem die Emotionen die sie durchlebt sind mir so nahe geschrieben, dass ich sehr berührt und interessiert zurück bleibe. In besonderer Weise sind die Konflikte erzählt mit denen Claudia seit ihren Erinnerungen zu kämpfen hat, denn sie erfährt aus ihnen, dass sie die Kindheit ihres Sohnes zerstört hat und eine Mörderin ist. Umso mehr Erinnerungen aufblitzen, umso mehr leidet sie auch unter Selbsthass und Scham. Ihre eigene Kindheit ploppt auf - damals war sie Prinzessin Tausendschön und schon damals war ihr Leben auch Leid. Die weiteren Charaktere, unter anderem der inzwischen neu leierte Ehemann Carsten, liefern mir suspekte Eindrücke. Zu aal glatt und zu hilfsbereit kommt Carsten rüber. Die eifersüchtige Manuela, die merkwürdige Frau Koch, die Claudia pflegte, hinterlassen alle einen Beigeschmack des nicht einordnen können. Sind sie alle am wohl der Gepeinigten interessiert oder führen sie allesamt etwas Böses im Schilde? Trotz dass ich sehr an die Handlung gefesselt- und wirklich gut unterhalten war, verspürte ich stellenweise den Drang nach der zügigeren Weiterentwicklung der Story. Ich empfand dadurch zwischendurch einen Spannungsabriss, den ich jedoch schließlich leicht verzeihen konnte. Ab Mitte des Buchs ging es Schlag auf Schlag mit temporeicher Spannung voran, auf die ich leider gar nicht eingehen kann ohne zu spoilern. Die Handlung war an keiner Stelle vorhersehbar und so jagte mich dann eine Überraschung nach der anderen vorwärts. Ich hatte mich in vielen Punkten geirrt und genoss die Entwicklung dieser außergewöhnlich gut durchdachten Story, die keine offenen Fragen hinterließ. Mein Fazit: Fremdes Leben ist fesselnd wie ein Thriller, spannend wie ein Krimi und mit der Tiefe eines guten Romans eine sehr lesenswerte, sich langsam entwickelnde komplexe Geschichte die unglaublich gut überrascht.

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Cover Das Cover ist von der Stimmung her ziemlich kalt und greift dabei doch die typischen Krimi-Farben auf. Weiß. Rot. Schwarz. Alles wirkt karg und trotz des Schnees nicht ruhig, sondern eher bedrohlich. Alles in allem also ein Cover, das eine Geschichte verspricht, bei dem es einem wohl mehr als einmal kalt den Rücken hinunterrinnen wird. Handlung Als Claudia wieder zu sich kommt, ist das Erste was sie sieht weißes stechendes Licht. Dann eine Stimme. Verständlich und in ihren Fragen etwas absurd. Doch bald klärt sich alles. Sie befindet sich in einem Krankenhaus. Ein Unfall. Sagen alle. Doch was ist dann mit den scharfkantigen Erinnerungssplittern, die wie ein verstreutes Kartenspiel durch ihren Geist ziehen. War es wirklich ein Unfall? Und was ist mit den kreischenden Worten, die ihr immer und immer wieder im Kopf herumgehen? "Mach sie tot! Mach sie tot!" Das Gefühl zu ersticken. Der Schmerz in den Beinen. Stimmen. Immer wieder dieselben Worte. Nur langsam erholt sich Claudia von ihrer Tortur und stellt sich neuen Herausforderungen. Ihr Mann und ihr Sohn besuchen sie. Nur hat sie keinerlei Erinnerungen an sie. Und was die beiden ihr über sich selber erzählen, ist wenig schmeichelhaft. Kann sie wirklich so eine schreckliche Person gewesen sein? Oder ist alles ganz anders? Schreibstil Der Stil ist, gelinde ausgedrückt, ziemlich hart für den Leser. Nicht weil es schlecht geschrieben ist oder dergleichen - beileibe nicht - sondern weil er immer wieder den Leser lockt, sich so verdammt sicher zu sein und dann alles wieder über den Haufen wirft. So dachte ich nach 50-60 Seiten ich weiß, wie es endet und dann . . . kippte die Autorin alles noch mal. Machte es schwer überhaupt noch jemandem im Buch zu vertrauen. Selbst Claudia einzuschätzen war schwer. Man hört eben so viel aus allen Ecken und sie selbst ist eben durch die Amnesie auch nicht gerade eine große Hilfe, dass man sich fragt, ist sie Opfer oder Täterin. Sollte sie einen leidtun oder man auf ihr Ende hoffen? Ein Hin und Her der Gefühle, die an dieses Buch einfach fesseln. Auch das Ende fand ich überraschend, wenn ich es mir im Ganzen aber etwas runder gewünscht hätte. Es lag die etwas Konstruktion bloß, wenn ihr versteht was ich meine. Charaktere Selten hat es mir ein Buch so schwer gemacht einen Charakter einzuschätzen. Oder eben auch alle. Der Anfang macht Claudia, die aus dem Koma aufwacht und keinerlei Erinnerungen mehr hat. Und wenn dann sind sie durcheinander, bruchstückhaft und teilweise unrealistisch. Das alleine macht es schon schwierig. Hört man dann aber noch die "Nettigkeiten" von Mann und Sohn von ihr, grübelt man, ob sie wirklich dieses Miststück ist, oder ganz anders. Und immer wieder tauchen Aspekte auf. Von Affären, toten Kindern und Männern, die sie unterhalten hatten, das man sich fragt, was nun lüge ist und wer eben wirklich Claudia. Da selbe kann man von den Personen um sie herum sagen. Ihr Mann verhielt sich seltsam, dessen Freundin ebenfalls verdächtig. Wer war die geheimnisvolle Frau die sie in der Pflegestelle fast umgebracht hatte? Sah sie nur Geister? Die Unsicherheit dieses Charakters überträgt sich auf den Leser. Man findet sich also genauso wie Claudia in diesem innerem Zwist wieder. Vertrauen? Glauben? Was stimmt. Was nicht? Ich glaube ich habe alle durch die Bank weg mal mehr mal weniger verdächtigt. Meinung Ich schreibe diese Worte gerade kurz nach dem Beenden des Buches, weil ich weiß, dass es schwer wird, sie besser in Worte zu fassen als jetzt. Dieses Buch ist etwas Eigenes. Etwas ganz Eigenes. Etwas das den Leser wie die Protagonistin herausfordert tiefer zu gehen als sonst. Das einen lockt zu vermuten, zu grübeln und zu verlieren, aber selber immer ein gesundes Maß an Argwohn an den Tag zu legen. Ein Buch, das man aufmerksam lesen muss, weil man sonst Details nicht zwischen dem gehabe, einer Mutter sieht, die scheinbar ihr Kind aus Selbstsucht nicht die Toilette benutzen lässt. Oder einen Mann, der zu weit oder zu gering denkt, um wirklich klar zu sehen. Und zwischen diesem Schauspiel aus Lügen, Halbwahrheiten und anderen Aspekten baut die Autorin dieses Buch, das mich beim Lesen reizte,empörte und zweifeln ließ. Dann das Hin und Her. Wer ist böse? Wer gut? Es gibt Krimis die diesen Zwiespalt nicht besser darstellen können. ,Cover Das Cover ist von der Stimmung her ziemlich kalt und greift dabei doch die typischen Krimi-Farben auf. Weiß. Rot. Schwarz. Alles wirkt karg und trotz des Schnees nicht ruhig, sondern eher bedrohlich. Alles in allem also ein Cover, das eine Geschichte verspricht, bei dem es einem wohl mehr als einmal kalt den Rücken hinunterrinnen wird. Handlung Als Claudia wieder zu sich kommt, ist das Erste was sie sieht weißes stechendes Licht. Dann eine Stimme. Verständlich und in ihren Fragen etwas absurd. Doch bald klärt sich alles. Sie befindet sich in einem Krankenhaus. Ein Unfall. Sagen alle. Doch was ist dann mit den scharfkantigen Erinnerungssplittern, die wie ein verstreutes Kartenspiel durch ihren Geist ziehen. War es wirklich ein Unfall? Und was ist mit den kreischenden Worten, die ihr immer und immer wieder im Kopf herumgehen? "Mach sie tot! Mach sie tot!" Das Gefühl zu ersticken. Der Schmerz in den Beinen. Stimmen. Immer wieder dieselben Worte. Nur langsam erholt sich Claudia von ihrer Tortur und stellt sich neuen Herausforderungen. Ihr Mann und ihr Sohn besuchen sie. Nur hat sie keinerlei Erinnerungen an sie. Und was die beiden ihr über sich selber erzählen, ist wenig schmeichelhaft. Kann sie wirklich so eine schreckliche Person gewesen sein? Oder ist alles ganz anders? Schreibstil Der Stil ist, gelinde ausgedrückt, ziemlich hart für den Leser. Nicht weil es schlecht geschrieben ist oder dergleichen - beileibe nicht - sondern weil er immer wieder den Leser lockt, sich so verdammt sicher zu sein und dann alles wieder über den Haufen wirft. So dachte ich nach 50-60 Seiten ich weiß, wie es endet und dann . . . kippte die Autorin alles noch mal. Machte es schwer überhaupt noch jemandem im Buch zu vertrauen. Selbst Claudia einzuschätzen war schwer. Man hört eben so viel aus allen Ecken und sie selbst ist eben durch die Amnesie auch nicht gerade eine große Hilfe, dass man sich fragt, ist sie Opfer oder Täterin. Sollte sie einen leidtun oder man auf ihr Ende hoffen? Ein Hin und Her der Gefühle, die an dieses Buch einfach fesseln. Auch das Ende fand ich überraschend, wenn ich es mir im Ganzen aber etwas runder gewünscht hätte. Es lag die etwas Konstruktion bloß, wenn ihr versteht was ich meine. Charaktere Selten hat es mir ein Buch so schwer gemacht einen Charakter einzuschätzen. Oder eben auch alle. Der Anfang macht Claudia, die aus dem Koma aufwacht und keinerlei Erinnerungen mehr hat. Und wenn dann sind sie durcheinander, bruchstückhaft und teilweise unrealistisch. Das alleine macht es schon schwierig. Hört man dann aber noch die "Nettigkeiten" von Mann und Sohn von ihr, grübelt man, ob sie wirklich dieses Miststück ist, oder ganz anders. Und immer wieder tauchen Aspekte auf. Von Affären, toten Kindern und Männern, die sie unterhalten hatten, das man sich fragt, was nun lüge ist und wer eben wirklich Claudia. Da selbe kann man von den Personen um sie herum sagen. Ihr Mann verhielt sich seltsam, dessen Freundin ebenfalls verdächtig. Wer war die geheimnisvolle Frau die sie in der Pflegestelle fast umgebracht hatte? Sah sie nur Geister? Die Unsicherheit dieses Charakters überträgt sich auf den Leser. Man findet sich also genauso wie Claudia in diesem innerem Zwist wieder. Vertrauen? Glauben? Was stimmt. Was nicht? Ich glaube ich habe alle durch die Bank weg mal mehr mal weniger verdächtigt. Meinung Ich schreibe diese Worte gerade kurz nach dem Beenden des Buches, weil ich weiß, dass es schwer wird, sie besser in Worte zu fassen als jetzt. Dieses Buch ist etwas Eigenes. Etwas ganz Eigenes. Etwas das den Leser wie die Protagonistin herausfordert tiefer zu gehen als sonst. Das einen lockt zu vermuten, zu grübeln und zu verlieren, aber selber immer ein gesundes Maß an Argwohn an den Tag zu legen. Ein Buch, das man aufmerksam lesen muss, weil man sonst Details nicht zwischen dem gehabe, einer Mutter sieht, die scheinbar ihr Kind aus Selbstsucht nicht die Toilette benutzen lässt. Oder einen Mann, der zu weit oder zu gering denkt, um wirklich klar zu sehen. Und zwischen diesem Schauspiel aus Lügen, Halbwahrheiten und anderen Aspekten baut die Autorin dieses Buch, das mich beim Lesen reizte,empörte und zweifeln ließ. Dann das Hin und Her. Wer ist böse? Wer gut? Es gibt Krimis die diesen Zwiespalt nicht besser darstellen können.

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