Leserstimmen zu
Das Walmesser

C. R. Neilson

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"Das Walmesser" von C. R. Neilson ist 2017 im Heyne Verlag erschienen. Zum Inhalt: Der Schotte John Callum versucht seiner Vergangenheit zu entkommen, als er auf die kleine Inselgruppe, die Färöer-Inseln, im Nordatlantik flüchtet. Doch als er eines Morgens mit einem blutigen Messer in der Tasche erwacht, ohne Erinnerung an den vergangenen Abend, wird ihm schnell klar, dass dies nicht so einfach ist. Dann wird er des Mordes angeklagt und er muss sich der Gegenwart und der Vergangenheit stellen … Direkt zu Beginn wird man als Leser in die Spannung hinein geworfen, als Callum nass und frierend erwacht und sich fragt, was er mit einem blutigen Messer in der Tasche macht, das sonst zur Waljagd benutzt wird. Erinnern kann er sich an einen Streit mit dem Exfreund seiner neuen Freundin. Aber was passierte danach? Schon zweifelt er an sich selbst … „Das kleine Messer lag tonnenschwer in meiner Tasche, die Last des Zweifels zerrte mich nach unten.“ Nach diesem ersten Kapitel kommt eine Rückblende, in denen erzählt wird, was in den drei Monaten zuvor – beginnend mit der Ankunft von Callum auf den Inseln – passiert ist. Und hier erlebt man Spannung auf hohem Niveau: Immer wieder fallen Andeutungen zu Callums Vergangenheit, in denen auch eine gewisse Brutalität zu Tage kommt. Callum scheint jähzornig und aufbrausend und schreckt immer wieder aus wiederkehrenden, blutrünstigen Alpträumen hoch. Alles deutet schon fast auf ihn als Täter ….. „Hoch oben im Heideland über dem Hotel Föroyar trug der Wind meinen Geist fort, zurück in eine andere Zeit und an einen Ort, wo ich mich für das Falsche und gegen das Richtige entschieden hatte, wo ich zugelassen hatte, dass ich von der Gewalt verschlungen, kontrolliert, nach ihrem Bild geformt wurde.“ Neben der Spannung beschreibt der Autor die Insel in wunderschönen Worten, so dass ich trotz der angeblich 300 Regentagen im Jahr den tiefen Wunsch verspüre, dort hinfahren zu wollen und die schroffe Wildheit selbst auf mich wirken zu lassen. „Wir fuhren parallel zu Fjorden, gegenüber von grünen Hügeln, die bedrohlich zu uns hinüberstarrten, ihre Spitzen bekränzt von tief hängenden Wolken. Riss der Nebel auf, sah man Hügel über Hügel und Gipfel über Gipfel, das endlos dahinrollende Werk gefräßiger Vulkankräfte, längst bewachsen von Wiesen.“ …… „Auf meinen Trecks durch die Hügel leisteten mir nur die Rufe der Dreizehenmöwen und das Kreischen der Eissturmvögel Gesellschaft, schrill krähende Varianten von Wagner- und Sousa-Kompositionen, die das Vorrücken der Zeit und den Wandel des Terrains markierten. Sonst gab es hier nichts.“ Und nicht nur die Natur wird dem Leser nahe gebracht, sondern auch die Mentalität der Inselbewohner. Trinkfest und offen, aber auch der Waljagd verpflichtet. „Es wird von allen Männern der Insel erwartet, dass sie beim Töten mitmachen.“ Und die Szenen, die dort beschrieben werden, sind nicht für jeden geeignet. „Das Meer war rot. Ein dunkles Blutrot.“ (Auf die ausführliche Beschreibung habe ich hier bewußt verzichtet.) Immer wieder werden mir viele kleine Puzzleteilchen entgegen geschleudert, die mich auf Höchstspannung halten und die dann, kurz vor Ende des Buches, ihren richtigen Platz finden und ein stimmiges und unerwartetes Bild ergeben. Die dichte Atmosphäre und die hohe Spannung, die der Autor erzeugt, und als Untermalung die wilde und schroffe Natur, begleitet von den offenen und liebenswerten Färingern, machen dieses Buch zu einem äußersten Lesegenuß. Ich kann es allerdings auch nur denjenigen Lesern empfehlen, die nichts gegen ein wenig Blut und Brutalität einzuwenden haben …. Hier hat meine Reise richtig Spaß gemacht – habe ich doch auch einiges über dieses Völkchen und die kleine Inselgruppe im Nordatlantik, die aus 18 Inseln besteht, erfahren dürfen. Die Färinger sehen sich als autonomes Volk, unabhängig von der dänischen Krone, unter der sie stehen. Und sie bilden seit 2005 auch eine „gleichberechtigte Nation“ innerhalb Dänemarks. Gespickt mit der hohen Spannung war dies wirklich eine Lesereise vom allerfeinsten! Einen herzlichen Dank an den Verlag, der mir das Buch als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt hat. Ich gebe hier – trotz kostenlosem Exemplar – meine eigene, ehrliche Meinung wieder …

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John Callum kommt auf den Färöer-Inseln an. "Mitten im Nirgendwo" gelandet, sucht er nach Orientierung. Diese gestaltet sich schwieriger als zunächst vermutet, denn nachdem er aus dem Flughafengebäude tritt, kann er wenig entdecken, was ihm Fixpunkte für ein Zurechtkommen zumindest andeuten würde. Es gibt nichts zu sehen, was weniger an Nebel und Nieselregen liegt, sondern eher daran, dass es tatsächlich nichts Wesentliches zu entdecken gibt. Außer dem Bus vielleicht. Dieser wird ihn nach Tórshavn bringen, seinem Ziel. Bis dahin wird er allerdings noch genug Zeit haben, sich in dieser "sommerlichen Düsternis" etwas umzusehen. C.R. Neilsons Zeilen merkt man bereits auf den ersten Seiten an, dass er nicht gewillt war, einen Kriminalroman von der Stange abzuliefern. Deshalb darf man es sich als Leserin und Leser ruhig etwas gemütlich machen, um seinen wahrhaft ungemütlichen Schilderungen der abgelegenen Inselwelt ausführlich folgen zu können. Man taucht in eine ferne Realität regelrecht ab und weiß nicht so recht, ob man staunen oder weglaufen soll. Doch die Faszination für seine Landschaftsbeschreibungen überwiegt, zumal er das Kunststück fertigbringt, das vermeintliche Nichts in Worte zu fassen und dies in einer Intensität, die fühl- und greifbar erscheint. Er öffnet den Vorhang einer großen Kinoleinwand und lässt uns ein Land erleben, in dem es 300 Tage im Jahr regnet, in dem man aber auch ohne Regen nass werden kann und wo es nachts nur eine Stunde dunkel ist. "Höchstens." John Callum, seine Hauptfigur, gestaltet er zunächst in Rätseln. Die eingestreuten Traumpassagen stiften zusätzliche Verwirrung, schockieren und faszinieren aber zugleich. Was auf dem Klappentext verraten wird, passiert auf den ersten Seiten, dann folgt eine fast 200seitige Rückblende, beginnend mit der Ankunft Callums in der selbstgewählten Einsamkeit, die ihm sowohl Schutz als auch die Möglichkeit eines neuen Anfangs bieten soll. Doch so abgeschieden scheint der Ort nicht zu sein, denn völlig unerwartet beginnt seine Vergangenheit, ihn einzuholen. Fürchterliche Albträume unterstreichen zudem die sich verdichtenden Vermutungen, dass John Callum ein schreckliches Geheimnis mit sich herumträgt. Dabei befindet er sich in einer faszinierenden Zwickmühle. Als Hauptperson übernimmt er zusätzlich die Rolle des Hauptverdächtigen, gleichwohl ohne selbst zu wissen, ob er nun Täter ist oder nicht! Die schon zitierte Rückblende ist umfangreich, doch keineswegs zu lang. Ganz im Gegenteil , denn die Virtuosität, mit welcher C.R. Neilson Land und Leute beschreibt, lässt einen fast vergessen, dass er es mit dem Haupterzählstrang ungewöhnlich spannend macht. Diese Wartezeit lässt man aber sehr gerne über sich ergehen, ja genießt den literarischen Freizeitführer der Färöer Inseln regelrecht. Allein die Schilderungen des gewöhnungsbedürftigen Wetters auf der Inselgruppe sowie die Lichtverhältnisse der Tageszeiten sind ein außergewöhnliches Erlebnis. Der Autor möchte dem Schauplatz seiner Handlung ebenso viel Gewicht beimessen wie der Handlung selbst. Die in der einschlägigen Literatur nicht selten als lebloses Beiwerk benutzten "Kulissen" erhalten somit Bedeutung und Gewicht. Jeder banale Grashalm wird zu einer nachhaltigen Erfahrung. So wie das gesamte Buch übrigens auch!

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Der schottische Lehrer John Callum sucht auf den Färöer Inseln eine neue Bleibe, denn das Leben, das er bisher geführt hat, ließ ihn fliehen. Doch auch hier wird schnell klar, seine Vergangenheit läßt ihn auch hier nicht los. In der Nacht wird er von Alpträumen gequält und er findet keinen Schlaf. Trotzdem bleibt er auf den Inseln und beginnt mit einem neuen Job in einer Fischfabrik. Als er dann die junge Künstlerin Kari kennenlernt, scheint sich das Leben zunächst zum positiven zu wenden, doch die Beziehung, die die Beiden eingehen, wird von den Färingern nicht sehr gut aufgenommen. Vor allem Karis Exfreund Aron und ihr Vater sind nicht sehr erfreut und als dann ausgerechnet Aron ermordet aufgefunden wird, gerät Callum unter Verdacht. Meine Meinung: Da ich sehr gerne Krimis und Thriller aus dem Norden lese, wollte ich auch unbedingt dieses Buch lesen. Der Schreibstil des Autors ist sehr flüssig, aber eher anspruchsvoll mit einem schon beinahe poetisch anmutendem Sprachstil. Er begibt sich bei seiner Erzählung auch in jeder Hinsicht in die Tiefe, denn er beschreibt sehr intensiv Umgebungen und Personen. Dadurch bekam ich zwar einen extrem gut gelungenen Eindruck der Inseln, aber es wurde auch sehr langatmig. Mir persönlich fiel es einfach schwer, am Ball zu bleiben und das Geschehen konzentriert zu verfolgen. Immer wieder ertappte ich mich selbst dabei, wie ich zwar gelesen habe, doch einfach nicht mitbekommen habe, was dort stand. Also das Buch ist auf jeden Fall nichts, was man einfach mal nebenbei lesen kann, denn hier ist durchaus konzentriertes Lesen gefragt. Die Spannung wurde auf den ersten Seiten aufgebaut und man verfolgte den Protagonisten John Callum bei seinem Erwachen im Freien und im Regen, mit dem Walmesser in seiner Tasche. Dabei hat er keinerlei Erinnerung an die vorangegangenen Ereignisse und ich wollte durchaus wissen, was ihm passiert ist. Aber dann stoppt die Spannung und ich wurde erst einmal an den Beginn der Geschichte katapultiert. Dies bremste für mich für lange Zeit die Spannung aus, auch wenn ich von den wirklich eindrucksvollen Beschreibungen der Landschaft der Inseln angetan war. Mir fehlten hier allerdings zunächst die typischen Elemente, die einen Krimi ausmachen. Doch irgendwann kommt die Wende und es wird durchaus spannender und vor allem eins, brutaler. Was mir hier gut gefallen hat, waren die kurzen Einblendungen der Alpträume, bei denen ich erfuhr, dass der Protagonist durchaus seine Geheimnisse mit sich herumträgt und etwas zu verbergen hat. Was wiederum mein Misstrauen gegenüber Callum schürte. Das Setting ist, wie schon erwähnt, durchaus interessant, diese rauen Inseln, auf denen es an mindestens 300 Tagen im Jahr regnet und auf denen es im Sommer so gut wie gar nicht dunkel wird. Manchmal hatte ich auch den Eindruck, dass der Autor sehr gut die Stimmungen an Hand der Umgebungsbeschreibungen einfängt und beschreibt. Die Atmosphäre ist karg, düster, rau, genau so wie die Menschen zu sein scheinen, die dort leben. Schockiert hat mich hier unter anderem die Beschreibungen des Walfangs und da nimmt der Autor sich keineswegs zurück. Der Protagonist John Callum ist ein eigenartiger Mensch, mit dem ich kaum warm wurde und mit dem es mir schwer fiel, mich zu identifizieren. Ich denke, dass das auch genau so gewollt ist, denn genau wie die Einwohner der Inseln begegnete ich Callum mit Misstrauen. Denn auch wenn hier die Geschichte aus seiner Perspektive in der Ich-Form erzählt wird, hatte ich durchaus genug Zweifel an dem, was er da erzählt. Letzten Endes liegt das natürlich auch an dem Gedächtnisverlust, an dem Callum leidet und den Alpträumen aus seiner Vergangenheit, die sehr geheimnisvoll sind. Neben Callum gibt es hier noch einige weitere Nebencharaktere, von denen mir vor allem die junge Künstlerin Kari sehr gut gefallen hat. Sie bringt hier ein gutes Mass an Lebendigkeit in die Geschichte und wirkte einfach durch ihr Auftreten. Alles in allem machten die Charaktere durchaus einen gut durchdachten und überlegten Eindruck. Mein Fazit: Ein Krimi, der es mir nicht immer leicht machte, durchweg am Ball zu bleiben, da durch intensiv geschilderte Umgebungen und Charaktere immer wieder die Spannung gebremst wurde. Trotzdem ist es ein sehr niveauvoller Krimi, der durchaus mal etwas ganz anderes zu bieten hat, als das, was man gewohnt ist. Für mich persönlich war es nicht das richtige Buch, doch ich kann mir durchaus vorstellen, dass dieser ungewöhnliche Krimi seine Anhänger findet und auch schon hat.

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Als der Heyne-Verlag bei mir anfragte, ob ich einen, von einem in Schottland lebenden Autor geschriebenen, Färöer-Krimi rezensieren möchte, musste ich keine Sekunde überlegen. Als großer Schottland-Fan und Liebhaber nordländischer Landschaften und Krimiliteratur fühlte ich mich schon zu diesem Buch hingezogen, bevor ich es gelesen hatte. Über den Autor ist nicht viel bekannt: C. R. Neilson ist von Haus aus Journalist. In diesem Beruf arbeitete er zwanzig Jahre, bevor er sich dem Schreiben von Krimis und Thrillern zuwandte. „Das Walmesser“ ist sein Debüt in Deutschland und Anfang 2017 mit einem für mich herausragenden Cover erschienen. Einhundertzehn auf fünfundsiebzig Kilometer groß: der Archipel der Färöer-Inseln im Atlantik. Eine unwirtliche Gegend mit über 300 Regentagen im Jahr und martialischen Ritualen. Hierhin flüchtet John Callum vor den Schatten seiner Vergangenheit. In der Hauptstadt Torshavn (Thors Hafen) angekommen, schließt John nach kurzer Anlaufzeit Bekanntschaft mit einigen Inselbewohnern – erfreuliche und weniger erfreuliche. Er findet einen Job, eine Unterkunft, eine Liebe – und an einem Morgen ohne Erinnerung an die vergangenen Nacht ein Walmesser in seiner Tasche. Das Blut daran stammt nicht von ihm, sondern von einem Mordopfer, mit dem er sich in aller Öffentlichkeit geprügelt hatte. Die Jagd auf John beginnt. Doch ist er wirklich der Täter? Drei Stunden an einem Samstagmorgen. Mehr habe ich nicht gebraucht, um die 505 Seiten zu lesen. Hier könnte ich die Rezension eigentlich beenden, denn ich finde, das spricht für sich. „Das Walmesser“ ist ein atmosphärisch dichter, sehr spannender Krimi, der meiner Meinung neben der mitreißenden Handlung vor allem durch seinen teilweise fast schon poetischen Schreibstil begeistert. Die Beschreibungen der monumentalen Landschaften und ihrer Bewohner haben mich sofort in ihren Bann gezogen. Sie sind so realistisch gehalten, dass ich oft das Gefühl hatte, selbst schon vor Ort gewesen zu sein, so gut konnte ich mich in die Szenerie hineinversetzen. Die 70 kurz gehaltenen Kapitel lassen einem fast keine andere Möglichkeit, als schnell und stetig weiterzulesen. Ich muss gestehen, dass die „Auflösung“ des Falles für mich jetzt nicht so überraschend kam. Ich hatte diesen Gedanken immer mal wieder im Hinterkopf. Vielleicht entwickelt man durch das ständige Lesen von Kriminalromanen ja selbst ein kriminalistisches Gespür :-). Mir hat „Das Walmesser“ überaus gut gefallen. Natürlich empfehle ich dieses Buch weiter und vergebe seit Längerem mal wieder 5 von 5 Sternen. Ich hoffe, bald mehr von C. R. Neilson lesen zu können.

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John Callum ist Schotte und möchte ein neues Leben auf den Färöer Inseln beginnen. Eines Morgens erwacht John im Hafen mit Blut an den Händen und ohne Erinnerung wieso er ein blutiges Messer in der Tasche hat. C.R.Neilson führt den Leser mir diesem bildgewaltigen und sehr detailreichen Krimi auf die Färöer-Inseln. John Callum möchte auf den Färöern ein neues Leben beginnen, warum erfährt man natürlich im Laufe der Geschichte Stück für Stück. Man sollte annehmen, dass man irgendetwas zu verbergen hat, wenn es einen in so eine karge wie auch schöne Landschaft zieht um dort zu leben. Der Menschenschlag auf den Färöern ist Fremden gegenüber sehr misstrauisch und als ein Mord geschieht, ist das natürlich Gesprächsthema Nummer eins und natürlich gerät der Schotte schnell unter Verdacht. "Das Walmesser" ist ein Krimi zum Genießen. Wer detailgetreue Geschichten mag, die Landschaft der Färöer und deren Bewohner besser kennenlernen will, ist bei dem Krimi bestens aufgehoben! Man lernt John, der als Ich-Erzähler auftritt, immer besser kennen und im Fortlauf der Story habe ich begonnen John besser zu verstehen und auch zu mögen, nachdem er mir anfangs nicht wirklich symphatisch war. Die Menschen dort leben auch vom Walfang und Neilson beschreibt auch diesen sehr detailreich, sodass das nicht Jedermannssaches ein wird. Das als Warnung vorweg! Der Autor legt natürlich falsche Fährten, sodass der Krimi mit der Zeit immer spannender und auch intensiver wird. Die Auflösung war logisch und wie der gesamte Krimi sehr gut durchdacht! Mir hat "Das Walmesser" sehr gut gefallen und so kann ich für den Krimi guten Gewissens und sehr gerne eine Leseempfehlung geben!

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John Callum kam aus Schottland auf die Faroer Inseln um ein neues Leben zu beginnen. Als ein Mord geschieht, gerät er schnell unter Verdacht, denn Callum ist nicht wirklich ein angenehmer Zeitgenosse, er trinkt, er ist aggressiv und neigt zu Gewalttätigkeiten und auch in der Vergangenheit scheint etwas geschehen zu sein, was John bis in seine Träume verfolgt. Dass er am Morgen nach dem Mord ohne Erinnerung an die vergangene Nacht, mit einem blutigen Messer in der Tasche aufwacht, ließ auch mich an seiner Unschuld zweifeln. Meine Meinung: Neilson entführt seine Leser auf die Faroer Inseln, er lässt sie teilnehmen an dem rauhen Leben der Bewohner, die überwiegend vom Fischfang leben. Und das ist es, was dieses Buch ausmacht: die detailverliebten Beschreibungen der Landschaft, der Tierwelt und der Färinger, ein ganz besonderer Menschenschlag, eher abweisend Fremden gegenüber, aber umso solidarischer zu den Menschen, die sie kennen. Diese Detailtreue ließ den Mordfall eher etwas in den Hintergrund rücken und machte für mich das Lesen etwas schwierig, wollte ich doch wissen, was in Johns Vergangenheit geschah, was es mit seinen Albträumen auf sich hatte und vor allem natürlich ob er der Mörder ist oder nicht. Nachdem ich mich aber daran gewöhnt hatte und ich mich einließ auf den besonderen Schreibstil des Autors, konnte ich die besondere Atmosphäre des Buches genießen. Das Walmesser ist ein intelligenter Thriller. Neilson baut die Spannung langsam auf und Stück für Stück kommt der Leser dem Täter auf die Spur. Ein schön geschriebener Roman, der sich zu einem spannenden Thriller entwickelt. Durchaus empfehlenswert. Das Buch kann direkt beim Verlag bestellt werden.

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Die Falklandinseln als Schauplatz krimineller Ereignisse haben ja bereits an anderer Stelle stattgefunden, nun also nimmt Neilson den Leser mit auf die Färöer Inseln. John Callum benötigt einen Neustart. Der Schotte aus Glasgow landet auf dem kleinen Flughafen der Inseln und kann bereits im wankenden und schwankenden Flieger die völlig entspannte Mentalität der Färöer bestaunen. Die, nicht zuletzt, auf eine doch erkleckliche Menge an Alkohol im Blut zurückzuführen ist. Angst vor einem Absturz hat dort wohl niemand. Was aber Callum nach Färöer treibt, wieso der ehemalige Lehrer sich Arbeit in einer Lachsfabrik sucht und unter einfachsten Umständen zu leben bereit ist, das bleibt lange Zeit ein Rätsel. Auch wenn Neilson die Alpträume des Mannes geschickt in den Ablauf der Geschichte einfügt. Es wird nur klar, dass Callum in sich auch eine harte, aggressive Seite trägt. Die er mühsam beherrscht. Was nicht einfach ist, da er bei dem ein oder anderen Färöer auf starke Ablehnung trifft. Bei manchen ohne ersichtlichen Grund, bei anderen mit einem Grund, den Callum noch entdecken muss. Auch wenn es sich ansonsten gut anlässt. Eine Affäre mit einer Inselschönheit und Malerinn beginnt. Der Chef der Lachszucht ihn in seiner Hütte wohnen lässt, erste Kontakte zu einem Franzosen entstehen der als Naturfotograf eine Menge über die Insel zu erzählen hat. Was Neilson nutzt, um dem Leser immer wieder Landschaft, Orte, Bewohner plastisch und griffig vorzustellen. Die Enge des Lebensgefühls, das Aufeinander angewiesen sein, auch wenn jeder für sich zu stehen vermag. Der Einfluss der Kirche, die schroffe, weitgehend unberührte Landschaft. Und, als einer der Höhepunkte dieser Seite des Thrillers die minutiöse Schilderung des „Grind“, der Waljagd. Die für Callum fast zur Todesfalle wird. Einige Zeit, nachdem er ohne Erinnerungen aus einem rausch am Hafenpier erwacht, ein Walmesser in seiner Jackentasche findet, das ihm nicht gehört, dass aber voller Blut ist. Das Blut eines Menschen. Umgehend steht Callum, der „Fremde“, unter Mordverdacht und wird sich seiner Haut vor allem selbst wehren müssen. Was weder einfach noch ungefährlich sein wird. Denn je näher er den Umständen der Tat kommt, je mehr er daran zweifelt, dass er selbst das Verbrechen begangen hat, desto klarer wird auch, dass er selbst im Fadenkreuz sein wird. Geschickt legt Neilson verschiedene Spuren, rückt immer wieder einzelnen Personen in ihrer Befindlichkeit und ihrem teils Verdächtigen Verhalten in den Mittelpunkt der Betrachtung, bis ein Netz an Verdächtigen entsteht, bei dem der Leser gebannt mit rätselt, was genau und wie und durch wen passiert. „Ein Mann ohne Messer ist ein Mann ohne Leben“. Jeder Färöer besitzt ein solches Walmesser, eine mögliche Tatwaffe. Und weiß dieses Messer geschickt einzusetzen. Zumindest, wenn es um das Rückgrat von Grindwalen geht. Überzeugende Personen, eine hervorragende Schilderung der Färöer Inseln und des Lebens auf diesen, ein intelligent entfalteter Mordfall und eine sich ständig steigernde Spannung in genau dem richtigen Timing bieten einen hervorragenden Thriller und hohen Lesegenuss.

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Mein erstes Buch welches auf den Färöer Inseln spielt und ich hoffe, nicht das letzte, denn es hat mir unglaublich gut gefallen. Ich bin ja eh ein Fan des Nordens und mit den detaillierten Landschaftsbeschreibungen hat mich C.R. Neilson in seinen Bann gezogen. So unglaublich lebensecht und nah beschreibt er die Charaktere der Insel-Bewohner, die natürlich erstmal gegen jeden und alles sind, was neu ist und getrunken wird auch so oft es geht und egal zu welcher Tageszeit. So ergeht es auch John Callum als er dort hinkommt. Man wird mit der Hauptperson nicht gleich so richtig "warm", da John anscheinend einen Neustart wagen will und es immer kapitelweise kurze Andeutungen und schlimme Albträume gibt aus seiner Vergangenheit. John empfinde ich als düster, undurchsichtig und geheimnisvoll. Das passt sehr gut in die Geschichte und die Person wird hervorragend dargestellt. Die Spannung schleicht sich so ganz langsam ein, in gut platzierten Nebensätzen und Beobachtungen, als John verhaftet wird und angeblich einen Mord begangen haben soll. Das typische Klischee, der Neue der vorher Streit mit dem Opfer hatte, das blutige Messer in seiner Jacke und angebliche Zeugen. Es ist jetzt kein Krimi welcher rasant und extrem übertrieben brutal und blutig daherkommt, sondern so wie die Menschen aus dem Hohen Norden eben dafür bekannt sind, ruhig und gelassen.

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